Interview: Bernd Kistenmacher, Elektro-Symphoniker

BK Planetarium 1

Klaus:
Das heißt, im Prinzip ist es auch ein bisschen Resümee oder Revue passieren lassen? Was in den letzten Jahren oder Jahrzehnten gelaufen ist? Und ist damit eigentlich auch eine gesellschaftskulturelle Aussage, ein Statement? Ein tiefes Anliegen und damit so was wie ein Konzeptalbum trotz dieser Freiheiten, die Du jetzt alle genannt hast?

Bernd:
Ich bin ein großer Fan von Konzeptalben, ich habe schon immer die Idee gemocht, sich um ein Thema herum musikalisch durchzuarbeiten, sich mit dem auseinanderzusetzen, egal zu welchem Ergebnis das führt. Ich mag Dinge, die einen Anfang und ein Ende haben und am liebsten ist es mir, wenn ein Album so endet wie es angefangen hat. Dass man sozusagen eine Endlosschleife daraus bauen kann. Das habe ich auf den letzten Alben schon so probiert und habe jetzt eigentlich schon wieder neue Ideen für weitere Konzeptalben. Ich brauche auch ein Thema, mit dem ich ein bisschen arbeiten kann. Wofür man sich nur so lull und lall in den Tag hinein gibt, das gibt mir nichts.

Klaus:
Ok, Deine Sache hat also ordentlich Tiefgang. Nun zum Live-Aspekt und Planetarium: Was hat es mit diesen Ambitionen auf sich und ist „Utopia“ live reproduzierbar?

Bernd:
Also wir haben es ja schon live gebracht. Wir waren im November in den drei Planetarien in Berlin, Jena und Münster damit unterwegs. Ist auch recht gut angekommen muss ich sagen, den Leuten hat es sehr gut gefallen. Für Planetarien gibt es zwei Gründe. Einmal den ganz offensichtlichen, der zu diesem Business gehört. Denn solange sich nicht ein Veranstalter findet, der sagt, wir machen mal was woanders, ist das eine Lösung, die sehr angenehm ist. Denn ein Planetarium hat eine komplette Infrastruktur mit Bestuhlung, eine Tonanlage und visuelle Mittel ohne Ende vom Sternenhimmel bis zur Laseranlage. Also da kann man ein bisschen was machen. Und da die modernen Planetarien in Deutschland zudem fähig für FullDome sind oder zumindest FullDome Projektionen machen, ist das eben wiederum eine künstlerische Herausforderung zu sagen, man baut sich eine Show, die auch FullDome funktioniert. Und da habe ich des Weiteren einen tollen Künstler kennen gelernt, der in Karlsruhe wohnt und mit dem ich zusammenarbeite, der genau so eine Sache umsetzen kann. Das ist der Andreas Schwietzke.

Klaus:
Waren das die Bilder, die ich in Deinem Facebook Fotoalbum gesehen habe?

Bernd:
Genau, das sind ziemlich wilde Sachen und auf seiner Facebook Seite sieht man noch mehr von seinen Arbeiten, z.B. solche fraktalen Computeranimationen. Er macht also die Optik, und seit wir uns nun persönlich kennen gelernt haben, wollen wir auch mehr für die nächsten Konzerte realisieren. Das klappt also sehr gut und insofern ist das schon eine ziemlich coole Lösung, um die Musik zu transportieren. Die Leute chillen in ihren Sitzen, gucken sich was Schönes an, also im Grunde genommen passt das sehr gut. Nichtsdestotrotz wünsche ich mir trotzdem, damit auch mal in einem ganz anderen Rahmen aufzutreten.

Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Man könnte glatt meinen der Herr sei Roland Endorser, Cakewalk gehört mittlerweile seit einigen Jahren ja auch dazu. ;)
    Ich finde die Bedienung dabei besser als bei Cubase oder Logic, aber das ist anscheinend Geschmackssache.
    Von den Features her tun sich die drei meiner Meinung nach nicht allzuviel.

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    TobyB  RED

    Hallo Changeling,

    mal davon ab, das es egal ist welche DAW Bernd Kistenmacher benutzt ;-) War es ein sehr guter Artikel von Klaus. Wenn ich mich so recht erinnere hab ich Ende der 80er (88) bei DT 64 „Electronics“ mit Olaf Zimmermann / Stefan Lasch gehört, inklusive Bernd Kistenmacher. Und ich schätze, das er und andere dafür verantwortlich sind, das ich jetzt auch Musik mache.

    Und was deine Einschätzung bezüglich der DAWs angeht, haben Cakewalk und Cubase und Logic schon ihre Unterschiede. Klar am Ende kommt Musik raus, aber alle 3 Programme gehen nicht den gleichen Weg dahin.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Einer der wenigen Künstler der nach vorne geht. Ich hab‘ heute mal ein paar Schnipsel seiner neueren Werke auf Soundcloud angehört und war angenehm überrascht!

    Ausserdem scheint er sehr kontaktfreudig zu sein und das hebt ihn gleich von einigen Musikern ab, die vor sich eine künstliche Wand aufbauen, um sich abzuschotten :-)

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