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Interview: Bernd-Michael Land


Alien Project

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Amazona:
Hallo Bernie, eines mal vorweg, als wir die Bilder Deines Homerecording-Studios gesehen haben, ist uns als Synthie-Fans das Wasser wirklich im Mund zusammengelaufen. Bevor wir aber zu Einzelheiten kommen, gib doch den AMAZONA Lesern kurz mal Deine Personalien.

Bernie:
Hallo,
mein voller Name lautet Bernd-Michael Land, aber unter meinem Pseudonym „Aliens-Project“ bin ich in der Synthie-Szene besser bekannt. Ich wohne in Offenbach am Main und wurde in Frankfurt am 11.06.1954 geboren. Wer mehr über Aliens-Project wissen möchte, kann auch gerne mal meine Web-Side besuchen unter www.aliens-project.de

Amazona:
Wie lange machst Du schon Musik, und wie bist Du dazu gekommen?

Bernie: 
1969 hab ich mir meinen ersten Synthie gekauft, dann das übliche Keyboarderleben in versch. Rockbands mit Hammond, Rhodes, Mini-Moog, seit 1976 aber nur noch im Homestudio tätig. Näheres findest Du noch unter Mitgliederprofile bei www.elektro-kartell.de , da ist auch meine letzte CD erschienen.

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Amazona: 
Welche Musik machst Du?

Bernie:
Xperimental Spacerock, Avantegarde, Elektro. Downloads gibts unter: www.elektro-kartell.de (irgendwo unter Label/Releases). Letzte Veröffentlichung : Bikers Paradise, released November 99

Amazona:
Nun zu Deinem Studio. Beschreib uns doch kurz, wo Dein Studio ist (z.B. im Speicher, im Keller etc.) und wieviel Quadratmeter es in Anspruch nimmt.

Bernie:
Mein SYNXSS-Studio ist direkt im Haus in einem Anbau (war mal ne Scheune). An Fläche hab ich rund 40 qm für die Geräte plus 40 qm zusätzliche Fläche zum Relaxen. Direkt darunter im Erdgeschoß ist mein Burn-Out-Saloon, hier kann man mal zwischendurch was trinken (oder wenns im Studio mal gar nicht klappt auch vor Frust besaufen). Ich hab nebenan soviel Platz, daß da auch noch vier Harleys rumstehen ohne zu stören. Der gesamte Bereich Studio + Bar hat so ca. 120 qm.

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Ich wohne mitten im Wald in einem alten Forsthaus, habe keine Nachbarn, die
ich stören könnte. Der Anbau mit dem Studiobereich ist durch 60cm dicke Backsteinwände vom übrigen Wohnebereich getrennt und nur mit einer großen Durchgangstür im Erdgeschoß verbunden. Ich kann also auch noch mitten in der tiefsten Nacht richtig laut Musik machen, ohne meine derzeitige Lebensabschnittsbegleiterin im Schaf zu stören. Im Sommer wird die PA rausgeschleppt und die ganze Nacht hindurch Party gemacht und der Wald beschallt. Keiner regt sich auf und beschwert sich, ist das nicht himmlisch?

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Amazona:
…also ehrlich….mir ist soeben der Kiefer runtergeklappt….. Wir sollten mal über eine AMAZONA Party bei Dir reden…, im Sommer, versteht sich, mit viel Clausthaler :-)
Zurück zum Studio. Wie nimmst Du Gesang bzw. akustische Instrumente auf?

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Bernie:
Ich habe eine Gesangskabine die zerlegbar ist, diese wird nur bei Bedarf aufgebaut und steht dann für ein paar Wochen bis alles im Kasten ist, Dank cleverer Konstruktion beträgt die Aufbauzeit nur rund 10 Minuten. Über Talkback ist die Kabine mit dem Mixer verbunden. Die Kabine steht nur 4 Meter vom Pult entfernt. Das Micro ist fest verkabelt und hängt an einer Traverse von der Decke ab
(beste Trittschalldämpfung), Kopfhörer laufen über Funk.

Amazona:
Mit welchem Mixer arbeitest Du derzeit und wie bist Du damit zufrieden?

Bernie:
Ich hab zwei Tascam-Pulte der 2600er Serie mit 24 + 32 Kanälen, die nebeneinander stehen. Das 24er nehme ich überwiegend zum Mixdown der Adats, dann brauche ich nicht immer alles neu einzustellen. Ich bin sehr zufrieden damit. Die Tascam-Pulte lassen sich für die Drums sehr schön übersteuern und anzerren. Zusätzlich setze ich noch einen Roland M-480 (48-Kanal) Line-Mixer ein, mit dem ich die alten analogen Synthies vorab runtermischen kann.

Amazona:
Mit welchen Monitoren arbeitest Du?

Bernie:
Als Monitore hab ich einmal die Monitor One von Alesis und umschaltbar die
Tannoys PB 6.5 mit einem JBL Subwoofer. Die Tannoys stehen etwas weiter auseinander (ist ideal für 3-D Soundprogramming zum Vorhören) und so kann ich
unter verschiedenen Abhörmöglichkeiten optimal wählen. Zum lauten Abhören habe ich noch eine kleine 1700 W PA-Anlage, die auch direkt am Mixer hängt.

Amazona:
1700 Watt und kein Rotwild mehr weit und breit…
Mit welchen Mikros nimmst Du Gesang oder akustische Instrumente auf?

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Bernie:
Ich hab zwei Shure SM-58, die ich überwiegend zum Sampeln einsetze. Für den Gesang habe ich das preiswerte Audio-Technica AT 4033, das in Verbindung mit dem Mind-Print EnVoice wahnsinnig gute Ergebnisse liefert.

Amazona:
Wie zeichnest Du Deine Aufnahmen auf und wie masterst Du sie?

Bernie:
Alles wird zuerst auf 3 Adats (Classic) aufgenommen, das ist zuverlässig,
schnell und absolut betriebssicher. Danach wird runtergemixt zum einen auf DAT (DA-20) und über das MotU 2408 in den PC. Zum Mastern kommt das Wavelab 3.0 zum Einsatz. Die Drums laufen meist vorher über ein altes High-End-Tonbandgerät von Pioneer, das kommt besser als jedes Magneto-Plug-In.

Amazona:
Und welcher Sequenzer zeichnet die Midi-Tracks bei Dir auf?

Bernie:
Als Mastersequencer wird Cubase 3.7 benutzt, das sehr stabil läuft. Nach ständigen Problemen mit den älteren Versionen haben die Steinberger es nun endlich geschaft, die Absturzkompatibilität zu Windows 98 abzustellen. Ich habe auch diverse Hardware Sequencer, wie den analogen SQ-10 von Korg, die nach wie vor benutzt werden. In der letzten Zeit mache ich aber auch immer mehr mit dem Stepsequencer des Waldorf Q, der sich sehr intuitiv und schnell programmieren läßt.

Amazona:
In Deiner Equipmentliste steht ein ATARI sowie ein PC. Setzt Du den ATARI noch ein?

Bernie:
Der Atari wird nicht mehr eingesetzt, da er grade abgeraucht ist. Ich bekomme aber jetzt wieder einen Atari und der wird dann überwiegend zum Programmieren für den Yamaha TX-416 FM-Synthie benutzt. Ein Atari läuft zwar wesentlich besser im Timing als ein PC, aber mit dem Mäusekino möchte ich nicht mehr arbeiten und für meine Musik ist das sowieso nicht wichtig. Ich spiele sehr viele Sachen direkt auf Tape oder in den Sequencer und quantisiert wird bei mir grundsätzlich nicht, damit ein wenig der Human-Touch meiner Musik erhalten bleibt (selbst auf die Gefahr hin, daß alles etwas untight klingt). Das Cubase 3.7 und das Wavelab 3.0 hab ich beides auf nem PC (PS-2 /333MHz, 128MB).

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  1. Avatar
    Jauly

    Aua meine Ohren, bei DEM Analogequipment verwendet er einen NL 2 für Bässe??

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