ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Interview: Chris Huelsbeck – der Soundmagier- Teil 2

Musik für Retro-Games und das Komponieren von Gaming-Musik heute

7. September 2025

Chris Huelsbeck GameChris Huelsbeck ist einer der bekanntesten Game-Musikkomponisten aller Zeiten, der in Amerika lebt und uns anlässlich der Gamescom 2025 bei einer seltenen Gelegenheit für ein ausführliches Interview zur Verfügung stand. Teil 1 des Interviews findet ihr hier.

ANZEIGE

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die vielen Spiele, für die Chris schon Musik gemacht hat. Wir sprechen über neue Pläne und Kooperationen mit Fans. Wie sich herausstellt, führten diese in gleich mehreren Fällen zu außergewöhnlichen Veröffentlichungen oder Konzerten. Das kann durchaus als Inspiration für die jüngere Generation der (Games-) Musikkomponisten dienen. Auch geht es in diesem Teil des Interviews um Gamemusik-Komposition heute und damals, um Komposition mit Bildern oder als Kontrast dazu, um Kreativitätstechniken und anderes.

Retro Games und neue Spiele, für die Chris Huelsbeck Musik gemacht hat

Heiner Kruse:
Kommen wir zu all den Spielen, für die du Musik gemacht hast. Great Giana Sisters war ein großer Hit und richtig kultig.

ChrisHuelsbeckTeil2 Giana

Bild von einem Giana Sisters Spiel

Ich hab 2002 mal Artists auf meinem Label (basswerk) gesignt, die sich „Giana Brotherz“ genannt haben, weil sie so große Fans davon waren. Dann ist natürlich das Spiel Turrican ganz weit vorn zu nennen. Katakis fällt mir auch noch ein. Neuere Spiele, für die du Musik gemacht hast, heißen Zombie Smash, Touchfish, oder Tiny Thor.

ChrisHuelsbeckTeil2 Cds2

Veröffentlichungen von Chris Huelsbeck am Stand

Chris Huelsbeck:
Ich habe in meiner Karriere bestimmt schon über 100 Spiele vertont. Zombie Smash war ein iOS-Spiel, das war gerade am Anfang erschien, wo die so richtig abgingen. Es war ein Millionen-Seller und ich habe die Musik dafür gemacht. Dann gibt es natürlich die Klassiker von Rainbow Arts wie Genesis, das war das Bekannteste. Und hier mit Factor 5 eben Turrican. Ich habe dann auch eine eigene Firma gegründet, die ist hier auch endlich mal wieder als Nostalgie vertreten – Kaiko. Auch haben wir gerade angekündigt, dass wir eins unserer bekannten Spiele (Apydia) neu machen, das ist so ein Shooter. Es ist keine Emulation, sondern alles ist neu programmiert für moderne Systeme und ein bisschen aufgepäppelt. Aber es hat auch noch den klassischen Look, die Spielbarkeit und so weiter.

ChrisHuelsbeckTeil2 Dialog

Chris Huelsbeck im Interviewdialog mit Heiner Kruse

Star Wars hatte ich ja erwähnt, es ist ein Meilenstein. In den letzten paar Jahren habe ich z. B. auch Tiny Thor gemacht. Das war sehr beliebt. Und hier letztes Jahr Interstellar Sentinel, das ist so ein mega Bullet Hell Shooter. Also es geht immer irgendwie weiter, aber ich bin viel in dieser Nostalgie-Schiene unterwegs.

ChrisHuelsbeckTeil2 Kaiko

Stand von Kaiko

Retro Games und retro-gestylte Games sind immer noch sehr, sehr gefragt bei den Fans und finden auch neue Fans. Anstelle der irgendwie so typischen Kriegssimulationen, die alle sehr realistisch in 3D dargeboten werden, gehen viele Leute lieber wieder zurück auf die klassischen 2D-Grafiken. Das finde ich sehr schön, damit bin ich aufgewachsen und hänge an den klassischen 16 Bit Sachen aus den 80ern oder von Anfang der 90er.

Oldschool-Workflow vs. interaktive Game-Musik-Komposition

Heiner:
Wenn ich deine Musik anhöre, dann habe ich das Gefühl, du hast eine klare Sound-Ästhetik. Es klingt oft ein bisschen happy, es gibt viele gut zu erkennende Melodien und es hat sehr oft eine 80er-Jahre-Ästhetik. Für mich stellt sich die Frage: Was hat sich verändert bei der Game-Musik damals und heute?

Ich habe mich auch viel damit beschäftigt und komponiere selbst. Da gibt es ja Konzepte wie adaptive Komposition oder interaktive Komposition. Man kann Lehrgänge besuchen, um die Musik zeitgemäß für Spiele aufzubereiten. Da stellt sich für mich die Frage, was ist da aus deiner Sicht jetzt anders als früher? Spielt das für deine Kompositionen eine Rolle?

ANZEIGE

Chris Huelsbeck:
Also ich habe mich teilweise auch bei Projekten mit interaktiver Musik beschäftigt. Unter anderem auch bei dem Star Wars Projekt. Da haben wir das so ein bisschen gemacht. Aber ich bin persönlich kein großer Freund davon. Sondern ich mache lieber Soundtracks, die gute Melodien haben und vielleicht teilweise sogar ein bisschen kontra sind zum Spielgeschehen. Einfach nur, weil ich finde, die Musik hat dann noch was Eigenes. Sie kann eigenständig stehen und trällert nicht nur als Background-Musik dahin.

ChrisHuelsbeckTeil2 Entw

Chris Huelsbeck mit einem Mitstreiter des Kaiko Apidya Projektes

Es ist aber auch knifflig, diese interaktive Musik zu machen. Wir haben stets mit Versatzstücken und ähnlichem gearbeitet. Ich bin eher dafür, mit den klassischen Spielen linear zu arbeiten. Wo es ein Level gibt, das man absolvieren muss und dann kommt vielleicht ein Boss. Dann ändert sich die Musik natürlich. Da gibt es auch Überleitungen oder irgendwelche Events. Sie passieren im Spiel, so dass man Jingles oder Stinger anspielt.

Wie du sagst, gibt es tatsächlich auch Kurse für Game Audio. Da habe ich sogar letztes Jahr bei einem mitgemacht, als Dozent und Schirmherr bei Vigamus Deutschland. Hier gab es einen Game Audio-Kurs, der in diesem Jahr wiederholt wird.

ChrisHuelsbeckTeil2 Kaiko Games

Kaiko Games

GEMA-Mitgliedschaft für Games-Musikkomponisten?

Heiner:
Ich habe gelesen, dass ein Dozent gesagt hat, wenn man GEMA-Mitglied sei, hätte man schlechtere Chancen, bei Games überhaupt unterzukommen (Anmerkung: Andreas Kolinski, Honorarprofessor für computergestützte Medienkomposition an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf sagte 2018 in einem Interview des BR / Zündunk: „Bist Du GEMA Mitglied, kriegst du keinen Auftrag“). Kannst du das bestätigen?

Chris Huelsbeck:
Die GEMA ist ein schwieriges Thema. Ich bin ja damals (1991) auch Mitglied geworden, weil ich gedacht habe, dass ich, wenn ich auch CDs oder Alben von den Spielemusiken mache, die mal im Radio gespielt werden, unbedingt bei der GEMA sein muss. Dann war es aber ganz, ganz schwierig. Ich bin dann 2014 ausgetreten, denn es hat mir  nichts gebracht. Ich mache keine kommerzielle Dance-Musik oder ähnliches. Wie ist es bei dir? Also du bist bei der GEMA und bist da glücklich?

Heiner:
Ich bin zwiegespalten, aber unglücklich darüber, dass ich nicht mal ab und zu sagen kann: Dieses eine Stück, was ich jetzt gemacht habe, gebe ich irgendjemandem, mit dem ich persönlich einen Deal abschließen kann. Das wird mir als Mitglied von der GEMA verboten. Das gefällt mir nicht. Ich habe Wirtschaft studiert und wollte alles korrekt und professionell machen. Du kannst auch nicht mal eben kündigen. Wenn du raus willst, dauert es  länger. Ich würde mir wünschen, die GEMA (die sich ja durchaus auch mal selbst in Frage stellen kann) würde sich da ein bisschen zeitgemäßer aufstellen und ein, aus meiner Sicht eher zeitgemäßes, realitätsnäheres Konzept für die Mitglieder anbieten.

Chris Huelsbeck:
Also in der jetzigen Situation würde ich angehenden Spielkomponisten empfehlen, nicht in die GEMA einzutreten. Es gibt es auch Alternativen. Zum Beispiel kann man seine Musik, wenn man die entsprechenden Verträge macht, auch selber noch verwerten. Heutzutage braucht man ja nicht mehr unbedingt die Musikindustrie dafür, sondern kann ja auch selber als Label auftreten.

Und dann gibt es für Online-Musik auch diverse Plattformen wie Bandcamp. Oder man kann einen Distributor finden für Spotify und die ganzen Plattformen. Ich bin bei The Orchard. Die gehörten zu dem ersten und die haben damals auch noch wirklich darauf geachtet, was reinkommt. Ich hatte ein eigenes Label, Synsoniq Records. Da konnte ich relativ früh mitmischen. Heutzutage kann im Prinzip jeder seine Musik auf Spotify und iTunes veröffentlichen.

Wenn ich jetzt nochmal anfangen würde: Da gibt es eine Firma in England, die ich immer empfehle, die nennt sich Root Note Audio. Die haben ziemlich gute Konditionen. Von manchen anderen habe ich Horror-Storys gehört.

ChrisHuelsbeckTeil2 Stand

Chris Huelsbeck an seinem Messestand in Kooperation mit Factor 5 und Kaiko

Werden auch (zuvor) fertige Stücke für Games lizensiert?

Heiner:
Das ist ein interessantes Thema und es bringt mich zur nächsten Frage, inwiefern es jetzt zum Beispiel möglich ist, Musik zu komponieren, die dann später für Games benutzt wird, wenn das Game noch gar nicht da ist. Mir geht es oft so, dass ich eine Idee habe und mir dafür Bilder oder (Spiel-) Situationen vorstellen kann. Die Frage ist, inwiefern ist das in der Praxis mit den Game-Firmen machbar? Inwiefern sind sie bereit, eine Musik, die du vorher fertig komponiert hast, für so ein Game zu nehmen? Inwiefern kannst du das durchziehen, ohne die interaktive Musik im Business heutzutage?

Chris Huelsbeck:
Das würde ich mal mit zwei Varianten beantworten. Erstens ist es auf jeden Fall als angehender Musiker immer gut, viel Musik zu machen und auch praktisch auf Halde zu produzieren, damit man auf etwas zurückgreifen kann, wenn man zum Beispiel irgendwann keine Ideen hat. Dafür wäre beispielsweise auch Patreon gut. Wie ich ja gesagt habe, mache ich da jeden Monat Royalty-free-Musik, die können Leute auch in ihren Spielen nutzen, solange ich einen Screen Credit bekomme. Zudem gibt es ja Librarys, in denen man seine Sachen anbieten kann. Und den einen oder anderen Spieleproduzenten, der vielleicht dort mal Musik lizenziert.

Affiliate Links
Arturia MicroFreak
Arturia MicroFreak
Kundenbewertung:
(327)

Zweitens sollte man Kontakte aufbauen zu Indie-Entwicklern oder angehenden Entwicklerstudios, die vielleicht noch nicht so viel mit Musikern machen, sodass man eine Karriere praktisch vorbereitet.

Heiner:
Aber wenn du ein Stück für Library Musik machst, nimmst du dir doch auch ein bisschen die Chance, das zu releasen und als Artist zu sagen: Hiermit gehe ich raus und gebe Fans die Chance, sich mit meiner Musik zu identifizieren. Ich frage mich eher, ob es möglich ist, wenn du halt so ein Stück machst, mit dem du eben selber rausgehst – sei es jetzt via Patreon oder als Label -, dass dieses dann später als Titel für ein Spiel genommen wird (auch wenn evtl. ein paar Anpassungen nötig sind). Da gibt es von dir auf Patreon oder Soundcloud beispielsweise auch Stücke, die ich mir gut für Spiele vorstellen kann. „Dust Snow“ hat mir gut gefallen oder „Ethereal Melody“ mit Orchester-Sounds.

Chris Huelsbeck:
Ich glaube, es kommt auf die Verträge an oder was man aushandelt. Es gibt auch Künstler, die Sachen in einer Library haben, aber auch kommerziell von einem Label vertrieben werden. Ich kann aber kein konkretes Beispiel nennen, ich selber habe meine Sachen bisher nicht so angeboten. In den letzten Monaten habe ich aber Musik für die Boulderdash Anniversary-Edition gemacht, das ist ein gutes Beispiel …

Affiliate Links
Steinberg Cubase Pro 14 Download
Steinberg Cubase Pro 14 Download
Kundenbewertung:
(11)

(Hier verloren wir etwas den Faden, weil eine Kamera ausfiel. Anmerkung: Chris hat für die 40th Anniversary Edition von Boulderdash, die im Juli 2025 veröffentlicht wurde, Musik beigesteuert, darunter einen Remix der Titelmusik, das ist hier nachzulesen. Ich traf ihn ein paar Tage später nochmal kurz auf der Gamescom und fragte hierzu nochmal nach. Da sagte er mir, dass bei seiner neuen Musik für die 40th Anniversary-Edition von Boulderdash tatsächlich auch einige seiner zunächst für den Patreon-Account gemachten Stücke verwendet wurden, was meine ursprüngliche Frage beantwortet).

Chris Huelsbeck:
Ich habe übrigens auch Compilation-CDs von den Patreon-Sachen gemacht. Die habe ich auch über ein Label veröffentlicht, auf Bandcamp und so weiter. Man kann auf jeden Fall auch selber was aufziehen.

Chris Huelsbeck: Filmmusik, Orchester-Konzerte und Koops

Heiner:
Ich habe in einem anderen Interview gehört, dass du gerne Filmmusik machen würdest. Du sagtest eben schon, dass du findest, dass in der Game-Musik die Musik immer öfter nur das Bild begleitet und es magst, wenn die Musik eigenständigen Charakter hat oder auch mal gegen die Bilder steuert. Ich finde auch, dass Musik stark ändern kann, wie Bilder wirken. Ich denke beispielsweise an Six Feet Under, wo die Beerdigung zum komödiantischen Event gemacht wird. Hast du schon mal Filmmusik gemacht?

Chris Huelsbeck:
Es gab so ein paar Amateur- oder Zero-Budget- Filmchen, wo ich was gemacht habe und auch einen Kurzfilm von einem großen Fan von mir, der auch diese ganzen Orchester-Sachen für mich organisiert hat, Thomas Böker. Wir haben ja zusammen mit echtem Orchester die Turrican-Musik aufgenommen. Da habe ich einen Fan, der mich schon als Teenager angeschrieben hat und seinen Kurzfilm habe ich vertont.

Heiner:
Also eigentlich sollte dem nichts im Wege stehen, falls hier ein Filmemacher mitliest, diesen Menschen hier mal für Filmmusik einzuspannen.  Du hast es schon angedeutet, kommen wir jetzt dazu, dass deine Musik bei Spielemusik-Konzerten von symphonischen Orchestern dargeboten wurde, zum Beispiel 2008 hier in Köln vom Symphonischen Orchester des WDR live über Radio und Internet übertragen wurde. Du hast außerdem erfolgreich bei Kickstarter-Kampagnen gestartet, um die erwähnten Turrican Orchestereinspielungen zu finanzieren.

ChrisHuelsbeckTeil2 Turrican 2

Turrican 2

Dann gab es noch die Piano Collection, ein weiteres erfolgreiches Kickstarter-Projekt und eine tolle Idee. Du hast dabei mit einem Pianisten gearbeitet, der deine Musik gespielt hat und man kann im Paket auch die Noten dazu kaufen. Ich finde toll, dass du so oft kleine Chancen aufgegriffen hast, um das Beste daraus zu machen. Gibt es noch mehr Projekte mit Orchestern oder mit klassischer Musik oder Noten? Oder habe ich jetzt schon alles erzählt?

Chris Huelsbeck:
Ich hoffe wirklich, dass noch mehr passiert. Der Thomas Böker ist auf jeden Fall daran interessiert, noch mehr auf die Beine zu stellen. Wir müssen halt nur die richtigen Rahmenbedingungen finden. Auch diese Pianonummer entstand ähnlich und über einen Fan. Ich hab eine Aufnahme von Patrick Nevean gehört und da dachte ich, warum machen wir nicht ein ganzes Album draus und ziehen es richtig über Kickstarter auf?

Heiner:
Und dann hast du auch noch mit einer schwedischen Heavy-Metal-Band (Anmerkung: Machinae Supremacy) zusammengearbeitet?

Chris Huelsbeck:
Die haben auch als Fans mit ihrer Metal-Band quasi einen Gianna Sisters-Remix aufgenommen und auf YouTube veröffentlicht. Und ich fand das total toll und habe dann sogar mit denen an einem Folgeprojekt gearbeitet, Gianna Sisters Twisted Dreams.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Heiner:
Und dann sogar noch Gianna Sisters Dream Runners, da waren sie auch noch dabei, oder?

Chris Huelsbeck:
Das war praktisch nur ein Add-on zu dem Twisted Dreams.

Heiner:
Wie sind denn Deine Beziehungen zu anderen großen Game-Musik-Komponisten? Mein Redaktionsleiter hat mir noch Rob Hubbard auf die Liste geschrieben und es gibt ja auch noch viele japanische Komponisten. Welche begeistern dich? Gibt es Kooperationen?

Chris Huelsbeck:
Yuzo Koshiro ist mein japanischer Komponisten-Idol, sozusagen. Tatsächlich hat er eins der Stücke von dem Symphonic Shades Konzert, das mit dem WDR-Orchester gespielt wurde, auch orchestriert.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Heiner:
Wie war das denn, als sie das mit dem Orchester dargeboten haben? Hat man dir da die Arbeit abgenommen oder hast du noch viel selber machen müssen?

Chris Huelsbeck:
Ich bin ja, wie schon gesagt, Autodidakt, und kein gelernter Orchestrator oder Arranger. Wir haben da mit professionellen Künstlern zusammengearbeitet und ich habe praktisch am Ende nur gesagt, oh ja, das klingt toll, das ist super. Da gab es, weil die auch Fans von mir waren, relativ wenig Eingriffe von mir. Sie haben das super gemacht.

Ausblick, Workflows und noch ein Event mit Chris

Heiner:
Toll, wenn man solche Fans hat. Kommen wir langsam zum Ende des Interviews. Vielleicht kann ich dir zum Schluss doch noch ein bisschen was von deiner kreativen Arbeitsweise entlocken. Ich hörte, es kann auch vorkommen, dass du unter der Dusche singst und so Melodien komponierst? Bist du meistens alleine beim Komponieren oder wie läuft das bei dir ab?

Chris Huelsbeck:
Unter der Dusche ist vielleicht eher ein Gerücht, aber es ist ab und zu beim Autofahren oder so oder in irgendwelchen Situationen, wenn mir irgendeine Idee kommt und dann summe ich die Melodie in den Audio-Rekorder auf dem Smartphone damit ich mich dran erinnern kann, wenn ich dann mit Steinberg Cubase arbeite. Ich habe auch damals schon in meinen frühen Jahren immer irgendwie Aufnahmen mitlaufen lassen, Tapes mitlaufen lassen, wenn ich da irgendwie so bei einem Soundjam mitgemacht habe oder so, das habe ich alles aufgenommen und archiviert. Damit ich, falls mir irgendwann mal nichts einfällt, Material habe, auf das ich zurückgreifen kann.

chrishuelsbeckteil2-mitborisschneiderjohneimg

Chris Huelsbeck mit Boris Schneider-Johne, ein bekannter Games-Journalist und langjähriger Weggefährte von Chris

Heiner:
Ja, das kann ich hier als Musiker unseren Lesern und Zuschauern sicher auch empfehlen, dass man Ideen sammelt. Ich habe zudem hier als Kölner auch von der (Kölner) Band Can immer wieder gehört, wie gut es war, das Band mitlaufen zu lassen, damit die in der spontanen Situation entstandenen Sachen dann auch später wirklich noch genauso so klingen. Also, ich bedanke mich ganz herzlich für das tolle Interview, Chris. Gibt es noch irgendwas, was du sagen möchtest?

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Chris Huelsbeck:
Ich werde auch auf der Amiga 40 in Mönchengladbach sein. Das ist ein Wochenende Mitte Oktober. Das ist immer sehr, sehr nett, also kommt doch gerne vorbei.

Vielen Dank! Es hat mich gefreut!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Nach dem Interview traf Chris noch viele Weggefährten, darunter den bekannten Games-Journalisten Boris Schneider-Johne, was auch noch kurz im Interview-Video zu sehen ist.

ANZEIGE
Affiliate Links
Arturia MiniFreak
Arturia MiniFreak
Kundenbewertung:
(94)
Arturia V Collection 11 Pro Download
Arturia V Collection 11 Pro Download
Kundenbewertung:
(3)
ANZEIGE
Affiliate Links
Arturia MiniFreak
Arturia MiniFreak
Kundenbewertung:
(94)
Arturia V Collection 11 Pro Download
Arturia V Collection 11 Pro Download
Kundenbewertung:
(3)
Über den Autor
Profilbild

Heiner Kruse (TGM) RED

Im Mai 2026 erschien die 2. und stark überarbeitete Auflage meines Buchs "Modular Synthesizers" im Radial Verlag in englischer Sprache (die deutsche Ausgabe ist weiterhin erhältlich).

Ich liebe Sound und Musik, veröffentliche vor allem D&B/Jungle als The Green Man (TGM), betreibe das Label/ Projekt Basswerk, mache aber auch filmische oder langsamere Sachen.
In vielen neuen Geräten und Modulen finde ich Innovationsgeist, ähnlich wie damals bei Jungle, und das interessiert mich. Ich ...

Forum
  1. Profilbild
    rio AHU

    Giana Sisters Twisted Dreams wurde mit viel Liebe entwickelt und ich fand es Hammer, dass man nicht nur durch die Welten morpht sondern damit auch zwischen dem Soundtrack von Chris und Machinae Supremacy ;). Für mich persönlich bleibt es eines meiner Lieblingsspiele aller Zeiten.

  2. Profilbild
    masterBlasterFX AHU

    Super Interview und sympatischer Typ.

    Ich mag den Chip Sound allgemein und die Kompositionen von Chris Huelsbeck im speziellen sehr.

    Natürlich gehören Retro Games und retro-gestylten Games zu meinen lieblings Spiele.
    Nostalgie und Jugenderinnerungn pur.

  3. Profilbild
    Flowwater AHU

    Chris Huelsbeck und Boris Schneider-Johne: Letzterer war eine Zeit lang mein Chefredakteur, als ich bei der »PC Player« gearbeitet habe … und ich kann rückblickend sagen, dass es die beste Zeit war, die ich je in einer Spieleredaktion verbracht habe. Es gibt einfach Menschen, die haben echt was drauf und für die arbeitet man dann auch echt gerne. Als er dann die PC Player verließ, war das nicht nur für mich ein echtes Beben.

    • Profilbild
      Heiner Kruse (TGM) RED

      @Flowwater ich kannte den Mann nicht, aber es kamen direkt gute Vibes rüber, dann bin ich umso mehr froh, dass ich ihn noch eingefangen habe….

  4. Profilbild
    Ashatur AHU

    Sehr interessantes Interview. Ich selber intessiere mich sehr für Retro Games. Ich bin sehr angetan von alten Rollenspielen die noch Pen&Paper Charakter besitzen.
    Selber bastle ich jetzt schon eine ganze Weile mit dem RPG Maker rum und fange langsam an mich in unity einzuarbeiten.
    Es hat was faszinierendes das eine Geschichte im Kopf zu einem lebendiges Spiel wird.

  5. Profilbild
    Jens Hecht RED

    gestern schon auf YouTube gesehen, aber schön auch nochmal hier zu lesen, vor allem auch mit den Fotos und Videos :) Tolles Interview!

  6. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X