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Interview: Christoph Kemper, der Kopf hinter Access Virus & Kemper AMP – Teil 1


Eigentlich wollte ich Profimusiker werden.

Januar 2013, Los Angeles. Es ist kalt, es regnet – und eigentlich passt das Wetter so gar nicht zum sonnigen Kalifornien. Umso mehr freuten wir uns über das ewig sonnige Gemüt unseres Gesprächspartners Christoph Kemper, Erfinder des berühmten ACCESS VIRUS, der aktuell auch durch den erfolgreichen KEMPER AMP auch bei Gitarristen zu Ruhm und Ehre gekommen ist.

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Es war 1997, als ich Christoph Kemper das erste Mal begegnete. Es war während der Musikmesse auf dem Waldorf-Stand, wo mir Wolfgang Düren (damaliger Waldorf Geschäftsführer) einen jungen Synthesizer-Enthusiasten vorstellte, der mir voller Begeisterung einen kleinen roten Synthesizer zeigte. Es war der erste Prototyp des ACCESS VIRUS – und damals konnte noch keiner ahnen, dass dieser Virus schon bald seinen Siegeszug um die Welt antreten würde, um Musiker auf dem ganzen Erdball zu infizieren.

Und wie immer in unseren Interviews, wollen wir auch diesmal hinter die Kulissen blicken und versprechen eine hoch interessante und unterhaltsame Story über die Geschichte eines Menschen, der doch eigentlich Profimusiker werden wollte.

AMAZONA.de:
Endlich haben wir beide es mal geschafft. Da liegt LA für ein persönliches Interview dann doch näher als Frankfurt. (schmunzelt)

Christoph:
Ja, tut mir echt leid, ich hab das dieses Jahr einfach nicht geschafft. Ich musste das immer wieder schieben. Sorry, aber wir sind gerade umgezogen und haben Zwillinge bekommen und haben ziemlich viel gearbeitet, um in den Gitarren-Markt reinzukommen.

AMAZONA.de:
Kein Problem!
Bei Deinen Kunden bist Du eher eine unbekannte Persönlichkeit. Jeder kennt Bob Moog, viele Dave Smith, aber Christoph Kemper ist in der Öffentlichkeit eher ein unbeschriebenes Blatt. Du hast Dich immer gut im Hintergrund gehalten. Das fanden wir spannend, deshalb freuen wir uns besonders, Dich live interviewen zu dürfen.

Christoph:
Ach, eigentlich kennen mich viele unserer Kunden trotzdem ganz gut. Glaubt mir, die wissen schon, wer ich bin. Als wir den „Kemper Profiling Amp“ auf den Markt brachten, ergab eine Umfrage, dass viele, die sich diesen Gitarrenverstärker kauften, wussten, dass wir vom ACCESS VIRUS kamen. Denen war schon immer klar, dass ich dahinter stehe, und ich rede jetzt nur von Gitarristen. Eigentlich dürften das ja noch weniger wissen als unter Keyboardern.

Der neueste Hit aus der "Kemper-Schmide", der KEMPER AMP

Der neueste Hit aus der „Kemper-Schmiede“: der KEMPER AMP

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  1. Profilbild
    syntach

    Super Interview! Und seit ich zum ersten mal vom Kemper Profiler gehört habe wollte ich auch sowas – aber natürliuch für Synths bzw deren Oberton- und Distortionverhalten. Oder eine Version mit der man nicht nur Sounds sondern auch Styles profilen kann. Als Dub Fan würde ich sofort die klassischen Riddim Sections wie Sly & Robiie profilen… Wenn ich dann noch Sounds vom Original aus in verschiedene Richtungen tweaken könnte wie „mehr rubber“, „mehr metallisch“, „mehr hölzern“ usw das wäre dann schon eine magic box;)

  2. Profilbild
    Marius Seifferth AHU

    In der Keyboards (oder Sound & Recording) gab es damals auch schon ein Interview mit ihm und einigen anderen Access-Leuten, wo man auch einiges zu der Entstehungsgeschichte des Virus lesen konnte. Ich glaube es war damals 10 jähriges Virus-Jubiläum. Trotzdem fand ich dieses Interview hier super spannend, da man hier viel mehr über den Werdegang von Christoph Kemper erfahren kann. Es ist immer wieder faszinierend, auf welchen „Umwegen“ die allermeisten größeren / erfolgreichen Personen dahin gekommen sind, wo sie jetzt sind. Jedenfalls kann ich schon jetzt kaum bis morgen früh abwarten, um den 2. Teil davon zu lesen!

  3. Profilbild
    polyaural •••

    Hatte letztens erst ein paar Jungs von Kemper-Music hier im Apple-Laden. Aussergewöhnlich nette Menschen. Wir haben ein wenig über (Analoge-) Synthesizer gequatscht, gute GUIs, und natürlich unsere Vorlieben für Holz-Applikationen an elektronischen Instrumenten …

    :-)

  4. Profilbild
    falconi RED

    Ich bin relativ spät zu einem Virus A gekommen, vor ein paar Jahren, frühmorgens beim Joggen am Wiener Naschmarkt und für sehr wenig Geld. Der Virus A hat noch durch die Verwendung von Standard-Tastern und dem access-Controllergehäuse noch ein gewisses DIY-Appeal, ist aber bestens verarbeitet. Mein Virus funktioniert wie am ersten Tag.

    Zumindest mit der letztständigen Software hat der Synthesizer Funktionen, die manche VA-Konkurrenten und Workstations bis heute nicht zu bieten haben, z.B. die gleichzeitige Anzeige eines Parameters vor der Änderung UND den aktuellen Wert, eine ordentliche Parameterglättung etc. Die Bedienoberfläche ist auch aus heutiger Sichtweise komfortabel, durchdacht und „komplett“.

    Natürlich klingt der Virus A wie alle Viren nicht besonders analog, aber er hat bei seinem Erscheinen den Standard für „virtuell analogen“ Sound definiert, den „analoger“, aber auch weniger speziell klingenden, Nord Lead 1/2/3 auf Lebzeiten abgehängt und ist als VA Hardware-Synthesizer m.E. bis heute unerreicht. Selbst „Goodies“, wie etwa die Sättigungs- und Verzerrungseffekte, klingen schon im Virus A sehr gut und sind von hohem Nutzwert.

    Der Virus erfüllt in allen Evolutionsstufen die Kriterien, die einen richtig guten Synthesizer ausmachen. Er ist gut gestaltet und verarbeitet (die Tastaturversionen sind erste Sahne), klingt sehr gut (oder polarisierend) und bis heute trotz zahlloser Hard- und Software Konkurrenten charakteristisch (ab und an auch abgenudelt), und er hat sich weltweit als Produktionsstandard etabliert.

    Wenn man all dies berücksichtigt, ist der Virus sicher nicht der originellste, aber vermutlich „wichtigste“ Synthesizer aus deutschen Landen aller Zeiten.

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