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Interview: CoverSolutions, Bass-Playalongs

Er wollte einfach bessere Bass-Playalongs machen

9. August 2025

Playalongs CoverSolutionsDie Playalongs für den Bass auf dem YouTube-Kanal CoverSolutions haben mich schon oft an meine Grenzen gebracht. Ich liebe die Videos von des Chilenen Sebastian Sanhueza und denke, dass vielleicht auch andere Bassisten Spaß an seinen schnörkellosen und – in meinen Augen – extrem guten Videos haben könnten.

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Es ist schon viele Jahre her, als ich bei der Suche nach eine Playalong für den Bass zu dem Tool-Song „Sober“ auf den YouTube-Kanal CoverSolutions stieß. Und ab diesen Zeitpunkt gehörte der Kanal fest zu meinen Lieblingen.

Damit gehöre ich zu den aktuell 983.000 Followern, die den unaufgeregten und strukturierten Videos von Sebastian Sanhueza sehr viel abgewinnen können.

Weil ich ein von Natur aus neugieriger Mensch bin, wollte ich nach so vielen Jahren endlich einmal den Menschen hinter dem Bass kennenlernen und möchte euch daher mit zu einem Gespräch mit dem bezaubernd bodenständigen und bescheidenen Chilenen nehmen.

Wir sprachen über seinen Weg zum YouTuber, die Gefahren, Guns N‘ Roses-Songs zu covern und über ein Kinderlied über einen springenden Frosch.

Der Weg in die Musik und zum eigenen YouTube-Kanal

Sonja:
Wie bist du zur Musik gekommen und wer hat dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Sebastian:
Ich habe mit etwa 12 Jahren angefangen, mich für die Gitarre zu interessieren und war im Musikunterricht gut. Aber so richtig interessiert hat es mich erst mit etwa 17, als ich eine E-Gitarre bekam und bei einigen Musikfestivals meiner Schule mitwirkte. Da sprang der Funke über und ich beschloss, Musik zu studieren. Von da an ging es weiter, als ich es mir vorgestellt hatte.

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Ich würde nicht sagen, dass ich einen konkreten Einfluss habe. Ich habe vielen Lehrern, die mich inspiriert haben, etwas zu verdanken und natürlich respektiere ich die Arbeit vieler Musiker, aber ich lasse mich nicht wirklich von direkten Einflüssen leiten.

Das Ziel: gute Playalongs für den Bass zum Mitmachen

Sonja:
Ich liebe deine Videos und habe einige davon schon über 100 Mal angeklickt, um Songs auf dem Bass zu lernen. Wie kamst du auf die Idee für deinen YouTube-Kanal Cover Solutions?

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Sebastian:
Danke! Es waren fast 10 Jahre Arbeit und ich bin dankbar für die Unterstützung und dieses Interview. Wie gesagt, ich bin aufs College gegangen und da war der Weg für die meisten von uns Studenten quasi geebnet. Man unterrichtet Musik an der Schule oder kämpft kreativ darum, dass die eigene Musik gehört und respektiert wird. Oder man wird sehr gut auf seinem Instrument und versucht, davon zu leben.

Playalongs Bass

Die Playalongs von Sebastian Sanhueza sind auf das Wesentliche konzentriert und deswegen in meinen Augen so gut

Ich lebe in Chile, also ist das echt hart! Ich habe mich nicht wirklich als Lehrer gesehen, schon gar nicht in der Schule, also musste ich mir einen Weg suchen. Ich habe mich schon immer sehr für Technologie und das Internet interessiert und als YouTube explodierte, war ich sofort darauf fixiert.

Außerdem brauchten ein paar Freunde an der Uni einen Bassisten und ich studierte Musiktranskription und -theorie. Also beschloss ich, alles zu kombinieren: Ich wurde mein eigener Bassgitarrenlehrer, indem ich selbst Songs transkribierte, sie aufnahm und auf YouTube hochlud. Es begann als eine Art, mir selbst etwas beizubringen und wurde schnell zum Hit.

Sonja:
Mit wenigen Ausnahmen ist in deinen Videos nie dein Gesicht zu sehen. Gibt es dafür einen Grund dafür und gab es Inspirationen oder Vorbilder für den Stil deiner Videos im Allgemeinen?

Sebastian:
Das entstand ursprünglich aus einer Mischung aus Kamerascheuheit und Selbstzweifeln bezüglich meines Aussehens und der Fixierung auf die Idee, einen Song zu unterrichten. Ich wollte, dass sich die Leute einfach auf das Instrument konzentrieren und den Song lernen.

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Keine Gesichter, keine extravaganten Spielweisen und kein Reden. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich mein System selbst mitgebracht habe, aber einige YT-Musiker haben bereits Cover hochgeladen, nicht viele mit Tabulaturen im Video und vielleicht nur einen oder zwei mit Playalong-Tabulatur zum Mitmachen, aber keines davon war genau das, was ich gemacht habe.

Perfektion gibt es in der Musik nicht

Sonja:
Ja, ich denke, das sind die Hauptgründe dafür, dass ich persönlich deine Videos so liebe. Außerdem gefällt mir dein Bass sehr. Du benutzt in deinen Videos fast immer einen Washburn Taurus T24. Warum hast du dich für diesen Bass entschieden und welche Features magst du besonders daran?

Sebastian:
Es war mein erster Bass und ich habe nie versucht, ihn zu verändern. Mir war nicht bewusst, dass es ein guter Bass war, weil ich nicht das nötige Wissen hatte. Es stellte sich heraus, dass er gut gemacht war. Natürlich gibt es viel besser konstruierte Instrumente, aber das war mir damals egal. Letztendlich wollte ich damit zeigen, dass man alle meine Songs mit nur einem Mittelklasse-Bass spielen kann. Ich hatte die Idee, das als Lehrer zu zeigen. Dass man mit einem einfachen Bass und guten Fähigkeiten den gleichen Klang und vieles mehr erreichen kann.

Sonja:
Wie sieht für dich ein perfekter Bass aus?

Sebastian:
Es gibt kein perfektes Instrument und auch keinen perfekten Musiker. Perfektion gibt es in der Musik nicht.

Sonja:
Du spielst auch in einer Band. Wie sieht dein Setup im Bandkontext aus?

Sebastian:
Ich habe vor Kurzem angefangen, Pedale zu benutzen. Vorher habe ich einfach die DI-Anlage oder den Verstärker angeschlossen, die der Veranstaltungsort zur Verfügung hatte. Jetzt, wo ich ein Soloprojekt, das sebasanhueza project auf Instagram habe , bin ich mehr daran interessiert, einen besseren Bühnensound zu bekommen.

CoverSolutions YouTube

Ein Video mit Seltenheitswert: Sebastian zeigt in seinen Videos normalerweise kein Gesicht – ihm geht es einzig um die Musik

Also gehe ich zu einem Pedalboard mit nur einem Digitech-Tuner, dann zu einem MXR-Kompressor mit etwas Kompression und dann zu einem 12-Band-EQ von MXR, nur ein bisschen Feintuning, ein paar Höhen und Präsenz bei 1 bis 2 kHz. Dann splitte ich das Signal in einen Ampeg-Verstärker und in die DI-Anlage.

Sonja:
Gibt es einen Bass, den du unbedingt besitzen und spielen möchtest?

Sebastian:
Meiner ist ok.

Sonja:
In welcher bekannten Band würdest du gerne spielen?

Sebastian:
Oh, ich würde gerne in vielen Bands spielen, wenn sie mich anrufen würden (lacht). Ich glaube, ich würde jedes Angebot einer bekannten Band gerne annehmen. Es wäre mir eine Ehre.

Sebastians Equipment für seine Videos

Sonja:
Wie genau nimmst du deine Videos auf und welches Equipment verwendest du?

Sebastian:
Im Moment schließe ich meinen Bass an eine DI-Box (Radial JDI) an, die wiederum an ein Behringer UMC1820 Interface und dann an meinen PC geht. Für die Audioaufnahme verwende ich Cubase. Die gesamte Bearbeitung erfolgt digital.

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Meistens verwende ich Waves Plug-ins zum Mischen und Mastern. Für das Video verwende ich eine Canon T5i mit schwarzem Stoff im Hintergrund und ein paar Lichtern. Das Ganze wird in Vegas Pro bearbeitet.

Sonja:
Gab es schon mal einen Song, zu dem du ein Video machen wolltest, den du aber einfach nicht so spielen konntest, dass du zufrieden warst und deshalb das Video nie online gestellt hast?

Sebastian:
Oft wollte ich etwas spielen, hatte aber einfach nicht die Zeit oder die Technik dafür. Jetzt weiß ich besser, was ich spielen kann. Früher habe ich einige Videos hochgeladen, von denen ich dachte, dass ich es besser nicht getan hätte, weil mir die Expertise fehlte, wie zum Beispiel mein YYZ-Video. Ich erinnere mich, dass ich auch versucht habe, Panic Attack zu spielen, aber ich habe es nie hochgeladen. Jetzt habe ich immer einen Song, den ich spielen möchte. Zum Beispiel versuche ich gerade, Donna Lee von Jaco zu lernen, um ihn bald hochzuladen.

Coversongs auf YouTube und Guns N‘ Roses

Sonja:
Es gibt bestimmte rechtliche Anforderungen für die Veröffentlichung von Videos mit Coversongs auf YouTube. Könntest du für diejenigen von uns, die sich noch nicht mit diesem Thema beschäftigt haben, kurz erklären, was das bedeutet?

Sebastian:
Man kann Videos mit den Songs anderer Leute monetarisieren, aber manche Songs werden blockiert, wenn man ein Video mit ihnen hochlädt. Ich erziele fast keine Einnahmen mit meinen Videos, daher nutze ich Patreon als Einnahmequelle. Es ist schon ziemlich ärgerlich, wenn Leute denken, dass meine Videos ausschließlich pädagogischen Zwecken dienen, aber ich kann da leider nichts machen.

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Ich würde sagen, wenn jemand so etwas wie ich machen möchte, sollte er bald mit Patreon oder anderen Möglichkeiten beginnen, davon zu leben. Ich versuche mittlerweile, einige Bands zu meiden, wie beispielsweise Guns N’ Roses, wegen denen der Kanal fast gelöscht worden wäre. Wegen der drei oder vier Guns N’ Roses-Cover erhielt ich eine Rückforderung, aber es war keine übliche Reklamation, bei der ich das Video einfach sperre oder die Monetarisierung abwähle.

In diesem Fall gab es eine Verwarnung für den Kanal. Ich hatte damals also zwei Verwarnungen und bei drei hätte mein Kanal gelöscht werden können. Außerdem erhielt ich eine E-Mail von der Rechtsabteilung, in der stand, dass ich die Videos und alles, was damit in Zusammenhang stand, löschen müsse.

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Mir ist bewusst, dass meine Cover-Versionen durch das Fair-Use-Gesetz geschützt sind, da meine Inhalte lehrreich sind. Aber ehrlich gesagt könnte es schwierig werden, so etwas bei einer großen Anwaltskanzlei durchzusetzen, also habe ich mich entschieden, sie einfach zu löschen. Die Verwarnungen werden nach einiger Zeit gelöscht, also ist jetzt alles gut!

Sonja:
Was war der schönste Moment deiner Musikkarriere?

Sebastian:
Ich glaube, der Moment, als mir klar wurde, dass ich vom Bassspielen und Videomachen zu Hause leben kann. Die Freiheit, die ich als Musiker habe, wünschen sich viele und darauf bin ich sehr stolz.

Sonja:
Gibt es etwas, das du aus heutiger Sicht anders machen würdest?

Sebastian:
Nicht wirklich. Die schwierigen Momente meiner Vergangenheit haben diese Gegenwart geprägt und ich bin dankbar dafür.

Sonja:
Hast du konkrete Pläne für die Zukunft?

Sebastian:
Mein erstes Soloalbum erscheint bald und ich freue mich schon sehr darauf, den Leuten zu zeigen, was ich erschaffen kann – nicht nur Cover-Versionen. Ansonsten möchte ich einfach weiterhin von der Musik leben.

Musikalische Besessenheit und das Kinderlied über den springenden Frosch

Sonja:
Was war der beste Rat, den du je bekommen hast?

Sebastian:
Mir fällt da die ständige Unterstützung meiner Mutter ein, die mir sagte, ich könne alles erreichen, was ich will. Dieses absolute Vertrauen hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Ich erinnere mich auch daran, wie mein Lehrer mir sagte, man müsse besessen sein, wenn man in der Musik erfolgreich sein wolle.

Sonja:
Was war das Seltsamste, Lustigste oder Beeindruckendste, das du bisher im Zusammenhang mit deiner musikalischen Arbeit erlebt hast?

Sebastian:
Ich erinnere mich noch gut an einen chinesischen Vater, der mich bat, ein Kinderlied über einen springenden Frosch zu covern. Er wollte es seiner Tochter vorspielen. Er schickte das Video. Es war irgendwie bizarr und erstaunlich, wie weit Cover Solutions trotz Distanz und kultureller Unterschiede reichen kann.

Sonja:
Möchtest du den Menschen auf der Welt noch etwas sagen?

Sebastian:
Es war mir eine Freude, die Fragen zu beantworten! Vielleicht war nicht alles ganz verständlich, weil ich in Fremdsprachen manchmal nicht so gut ausdrücken kann, was ich meine, aber ich gebe mein Bestes. Liebe Menschen auf der Welt, danke fürs Lesen, falls ihr es getan habt. Jetzt wisst ihr ein bisschen mehr über meine Reise. Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die mich und den Kanal unterstützen. Musik kann die Welt wirklich verändern – ein sehr guter Slogan.

Vielen lieben Dank, Sebastian für dieses tolle und herzliche Interview und vor allem für all deine großartigen Videos, die mir schon viele Stunden mit schmerzenden Fingern beschert haben!

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Über den Autor
Profilbild

Sonja (Team DelayDude) RED

Sonja ist seit ihrer Jugend dem Bass verfallen. Im Jahr 2018 machte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihre Leidenschaft für Musik zum Beruf und betreibt seither mit DelayDude.de einen Blog und einen Shop für Gear-Reparaturen und Custom-Effektgeräte. Dementsprechend findet man sie auch bei AMAZONA vermutlich in der Guitar&Bass-Sparte. Als verantwortliche Redakteurin in der PEOPLE-Redaktion ist sie zudem immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartnern aus der Musikbranche.   

Forum
  1. Profilbild
    Morokosch

    wow, dass ich hier einen Beitrag über CS lese, überrascht mich gerade außerordentlich. Tausend Dank an die Autorin Sonja. 💪🎸 Ich spiele eigentlich nur Gitarre, aber habe mir vor einiger Zeit einen Bass zugelegt und bin dann durch Zufall auf CS gestoßen. Seitdem nutze ich nur ihn zum nachspielen. Jep, mehr mache ich nicht. 😁 Ich suche mir einen Song aus und spiele ihn nach. Habe viele andere YTuber getestet aber CS macht am meisten Laune. Kann ich jedem empfehlen, der schnell weiterkommen möchte. Seine Vids gibt es oft auch in der Bass only Variante.

  2. Mehr anzeigen
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