ANZEIGE
ANZEIGE

Interview: Dan Green, Gründer von 4ms

Die ungewöhnliche Geschichte von 4ms

11. Juli 2026
Interview: Dan Green, Gründer von 4ms

Interview: Dan Green, Gründer von 4ms

Dan Green von 4ms baut nicht einfach nur Eurorack-Module, sondern denkt darüber nach, wie Menschen mit modularen Systemen Musik machen und wie sich Software, Hardware, Open Source und auch KI sinnvoll miteinander verbinden lassen. Im Interview spricht er über seine Anfänge mit selbstgebauten Fuzz-Pedalen, den Weg zum 4ms Meta Module und darüber, warum für ihn beim Musikmachen der Computer lieber ausgeschaltet bleibt. Außerdem geht es um kommende 4ms-Projekte, neue Sampler-Ideen und die Frage, ob sich das eigene Traum-Modul bald auch ohne Programmierkenntnisse verwirklichen lässt.

Kurz & knapp

Worum geht es? Interview mit 4.s-Gründer Dan Green über den Weg vom Pedalbau zu Eurorack-Modulen, das Meta Module, VCV Rack und neue Entwicklungen.

  • 4ms: Dan Green spricht über die Anfänge mit Effektpedalen und den Weg zu Eurorack-Modulen.
  • Meta Module: Das Modul bringt VCV-Rack-Patches in ein dediziertes Hardware-System.
  • Workflow: Dan Green setzt auf echte Regler, Buchsen und Hardware statt auf Musikmachen am Computer.
  • Neue Module: 4ms arbeitet an neuen Software- und Hardware-Lösungen, darunter Sampler und Effekte.
  • Ausblick: KI, Open Source und VCV Rack eröffnen neue Wege für individuelle Hardware-Instrumente.
Affiliate Links
4ms Meta Module
4ms Meta Module
Kundenbewertung:
(7)

ANZEIGE

Das Interview mit Dan Green gibt es auch als Video:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wie Dan Green dazu kam, Module zu bauen

Heiner:
4ms ist eine Firma, mit deren Modulen ich seit langer Zeit arbeite. 4ms macht sehr unterschiedliche Module wie Sampler, den Ensemble Oscillator mit Matthias Puech oder das Tapographic Delay, Dual Looping Delay und viele mehr. Dan, wie bist du dazu gekommen, Module zu bauen? Hast du ursprünglich erst Musik gemacht?

Dan Green:
Nun ja, Module bauen entstand daraus, riesige Mono-Synth-Sachen zu bauen. Ich kann ganz zum Anfang zurückgehen: Ich hörte Grunge-Musik, als ich 16 war und wollte diese Musik selbst machen. Ich kaufte eine elektrische Gitarre, lernte all die Powerchords und war dann irgendwie gelangweilt und dachte: „Was kann ich tun?“ Ich habe also diese Hundert-Dollar-Gitarre und dann sehe ich Effektpedale und dachte: „Oh, das sieht nach Spaß aus!“ Aber die kosteten nochmal hundert Dollar oder so. Und ich hatte kein Geld mehr. Ich war Teenager.

Das Internet war jung und ich konnte Dinge darin finden. Ich fand Schaltpläne für Effektpedale und fing einfach an, Dinge aus kleinen RadioShack-Teilen zusammenzuverdrahten, Fuzz-Pedale zu bauen und dann zu denken: „Warum ist dieser Widerstand hier? Warum haben sie dieses Bauteil genommen? Und was passiert, wenn ich es zu diesem hier ändere?“ Und dann macht es einfach: Whoa! Das war cool. Also einfach experimentieren und spielen als Teenager und Dinge bauen.

Sampler, Valley Prototyp und LEQA von 4ms

Sampler, Valley Prototyp und LEQA von 4ms

Ich hatte eine kleine Band, wir spielten keine Shows oder machten irgendetwas wirklich Reales, aber ich baute diese Dinge für meine Performances und sie waren seltsam und verrückt und Leute stiegen aus der Band aus, weil ich all diese seltsamen lauten Geräusche machte. Sie konnten das nicht ertragen. Aber irgendwann setzten sich einige Dinge durch und Leute sagten: „Oh, kannst du mir eines davon bauen?“ Und ich fing an, Pedale zu bauen.

ANZEIGE

Heiner:
Gitarrenpedale? Und die Firma hatte am Anfang einen anderen Namen, richtig? Damals war es 3ms.

Dan Green:
Zuerst war es 3ms Pedals. Und dann einfach 3ms. Und zuerst hieß es sogar Three Mad Cheap Pedals. Dann wurde es 3ms Pedals und dann 3ms.

Heiner:
Und dann hast du irgendwann beschlossen, das Qualitätsniveau anzuheben.

Dan Green:
Genau. Meine Teenager-Mentalität mit 16 oder 17 war eher: Mach es schnell und billig. Und ich hatte eigentlich nicht wirklich über ein Business oder so nachgedacht. Es war einfach: Bring es zum Laufen und hab Spaß. Aber ja, ich wurde ernsthafter. Ich glaube, man wird müde davon, ständig irgendetwas zu reparieren. Und ich begann, Engineering-Praktiken zu lernen und wie man Dinge entwirft, damit sie zusammenhalten und PCBs benutzt anstatt einfach Drähte zusammenzudrehen.

Und als ich anfing, Dinge an Leute zu verkaufen, die interessiert waren, dachte ich mir: „Ich möchte nicht, dass sie enttäuscht sind.“ Also begann ich, Dinge besser zu machen. Du benutzt etwas, nimmst es mit, siehst, wo es versagt und verbesserst es dann. Damals war das alles in einem kleinem Maßstab und oft auf Freundschaftsbasis. Irgendwann, in den frühen 2000ern, bewegten sich viele Leute weg von diesem Setup mit Unmengen an Gitarreneffektpedalen, die alle zusammengepatcht waren.

Du gingst eine Zeit lang zu einer Show und die Leute hatten diese Kisten voller Effektpedale und steckten sie alle zusammen und machten diese verrückten Noise-Sachen. Viele dieser selben Leute begannen später, zu Modularsystemen zu wechseln, als diese Ende der 2000er populärer wurden. Und wir auch. Denn das war, wie all diese Effektpedale, auch in einer kleinen Box und man konnte alles zusammenpatchen. Das war unser Übergang dorthin.

Heiner:
Also immer wieder verschieben sich Dinge. Eine Zeit lang springen alle auf den Eurorack-Zug auf. Gerade gibt es einen Trend zu Desktop-Geräten. Ihr habt immer eure eigenen Ideen verfolgt und Dinge ausprobiert. Zum Beispiel das Meta-Modul, das ich hier hervorheben muss, weil es ein sehr spezielles Projekt ist. Jeder kann die Modularwelt in der kostenlosen Software VCV-Rack ausprobieren. Mein Buch über modulare Synthesizer hat 250 VCV-Patches zum Lernen.

Affiliate Links
Radial Verlag Modulare Synthesizer
Radial Verlag Modulare Synthesizer
Kundenbewertung:
(9)

Und dein Meta-Modul erlaubt es, VCV-Rack-Patches zu laden und sie dann über Hardware zugänglich zu machen. Und ihr entwickelt das System weiter. Ich sehe, ihr habt neue Module und bringt zum Beispiel Valley Plateau Reverb aus VCV als Hardware. Und ihr macht auch neue Software-Module, die Dinge mit dem Meta-Module einerseits einfacher machen, aber andererseits auch in VCV selbst. Ihr stellt damit ein wirklich gutes System bereit. Wie kommt ihr auf die Ideen? Kommt das von dir und deinen musikalischen Ideen?

Das 4ms Meta Modul, Dan Green

Das 4ms Meta Modul

Dan Green:
Ja, einiges vielleicht. Manchmal ist es eine Idee für einen Sound oder um bestimmte Musik zu machen. Einige meiner früheren DSP-Sachen, der Multiband Resonator und das Digital Dual Delay, kommen daher, dass ich genau diese Sache machen wollte. Beim Meta-Module geht es allerdings mehr darum, welchen Workflow ich haben wollte. Denn eine Sache bei Modularsystemen ist, dass es teuer ist und man ständig Module umbauen muss.

Also war es irgendwie ein natürlicher Gedanke: Wenn wir ein Modul hätten, das verschiedene Module sein kann, müsste man nicht ständig sagen: „Okay, für dieses Projekt brauche ich einen Compressor und ein Reverb. Für dieses Projekt brauche ich vier LFOs und all diese Dinge kaufen.“ Wenn man einfach ein Ding haben kann, das mehrere Dinge sein kann, ist das nicht nötig.

Wir bauen digitale Module, die mit Firmware laufen und im Grunde bereits kleine Computer sind und oft können sie schon gegenseitig ihre Firmware ausführen. Aber die Regler sind nicht richtig angeordnet. Also war es irgendwie ein natürlicher Gedanke: Lasst uns eine generische Box machen, die all unsere Dinge ausführen kann. Und dann sagte jemand: „Vielleicht könnte man mehrere davon gleichzeitig laufen lassen. Vielleicht könnte man sie miteinander verbinden und Patches mit ihnen bauen. Vielleicht braucht man ein Computer-Interface, um diese Patches zu bauen, weil das auf einem kleinen Bildschirm kompliziert klingt.“

Das ist im Grunde das, was VCV Rack ist. Ich hatte VCV Rack eigentlich nie wirklich benutzt, um Musik zu machen. Es ist cool, aber für mich – wie gesagt – ist es eine Workflow-Entscheidung. Ich kann mich kreativ nicht auf einen Computer konzentrieren, um Musik zu machen. Der Computer muss für mich aus sein, es gibt dort zu viele Ablenkungen. Deshalb kam ich nie wirklich in diesen VCV-Rack-Workflow hinein. Aber ich liebe die Tatsache, dass ich einfach klicken kann, wenn ich noch einen Oszillator brauche, und er erscheint. Ich muss nichts kaufen und einschrauben.

Heiner:
Ja, ich verstehe. Der Computer ist nun mal kein dediziertes Musikinstrument.

Dan Green mit Blick auf einen Bildschirm mit 4ms-Modulen für VCV Rack

Dan Green mit Blick auf einen Bildschirm mit 4ms-Modulen für VCV Rack

Dan Green:
Das war also unsere Art, dieses Problem anzugehen: Du bekommst die Power des Computers und kannst tonnenweise Module laufen lassen. Wenn du noch einen VCA brauchst, musst du nichts kaufen, aber auch keinen Computer dabeihaben. Du benutzt Hardware, berührst echte Regler, drückst echte Knöpfe und patchst Buchsen. Du klickst nicht mit der Maus herum.

Affiliate Links
4ms Shaped Dual EnvVCA
4ms Shaped Dual EnvVCA
Kundenbewertung:
(1)

Du benutzt es so, wie ich es gerne benutze. Wie gesagt, das ist meine persönliche Art, wie ich gerne Musik mache. Trotzdem bekommt man die Flexibilität von Plugins. Wir haben ein Open-Source-Ökosystem geschaffen und es ist wirklich cool zu sehen, wie es wächst. Leute portieren ihre Plugins in dieses Format. Fast alle sind Open Source und kostenlos. Du siehst also tausende Module, auf die du jetzt Zugriff hast – auf Hardware.

Und eine wirklich coole Sache ist ziemlich neu: In den letzten Monaten haben wir öfters gesehen, dass Leute eine Vision ihres Traum-Moduls haben. Sie wollen dieses eine Ding. Sie sind keine Coder, sie können nicht programmieren, sie sind keine Hardware-Leute und sie werden nichts löten oder bauen. Wie die meisten Leute eben. Aber sie wollen dieses bestimmte musikalische Ding machen.

Und jetzt benutzen sie KI, um ihr perfektes Modul zu beschreiben und sagen zum Beispiel: „Es muss vier Kanäle haben und dieses und jenes.“ Und dann baut die KI es für sie in VCV Rack und sie können ausprobieren und schnell Änderugen vornehmen, etwa bezüglich der Regler. Sie benutzen unser SDK oder fordern ihre KI auf, unser SDK zu benutzen, um das Modul für das Meta Module passend zu machen.

Am Ende haben sie ein individuelles Hardware-Instrument, das für sie entwickelt wurde, ohne eine Zeile Code oder Hardware-Engineering gelernt zu haben. Und es läuft auf Hardware, sie veröffentlichen es im Forum und andere Leute benutzen es und geben Feedback. Das finde ich wirklich cool zu sehen und das ist etwas Neues.

Heiner:
Nein, man muss einfach nur sagen: „Okay, wir leben heute in dieser Welt. Welche neuen Möglichkeiten gibt es? Was will ich tun? Lasst uns nachdenken.“ Und du bist einer derjenigen, der es realisiert. Viele denken nach und gehen am nächsten Tag zur Arbeit und machen etwas anderes. Du gehst zur Arbeit und realisierst genau deine Gedanken.

Von all den Firmen, die ich hier gesehen habe, glaube ich, dass 4ms die Firma ist, die an diesem Punkt am stärksten versucht, diesen neuen Weg auszuprobieren, angesichts der Tatsache, dass sich die ganzen Umstände und das ganze Ökosystem verändern. Wir wissen alle nicht, was daraus wird. Du brauchst einen Kaffee. Ich erwische dich früh am Morgen.

Menschliches und Musik als Meditation

Dan Green:
Ja, ich habe noch Jetlag. Ich bin hier mit meiner Familie und es ist immer schön.

Heiner:
Wie viele Leute seid ihr bei 4ms?

Dan Green:
Wir sind sieben, eigentlich acht. Einer arbeitet remote. Mehr als die Hälfte gehört zum Design-Team, also Forschung und Entwicklung neuer Produkte. Und der Rest macht Produktion und Logistik, Versand und solche Dinge.

Heiner:
Und musikalisch, wie läuft das bei euch? Ist einer mehr auf Techno, der andere Drum and Bass, einer auf Grunge unterwegs?

Dan Green:
So ungefähr. Ich wünschte, es wäre so konkret. Sie mögen einfach unterschiedliche Musikarten, Spielechniken und Stile. Einer steht mehr auf Drumsynth-Sachen. Ross hat mehr professionellen Mixing- und Mastering-Hintergrund. Und ich weiß nicht, wie ich mich selbst beschreiben würde. Ich mache Musik eher wegen der Wirkung, die sie auf mich hat. Mehr als meditative Sache. Einfach entspannen und Musik machen.

Wenn andere Leute es hören wollen, okay. Aber wenn ich mir vorstelle, mein ganzes Equipment zu einer Show zu schleppen, um zwei Uhr morgens aufzubauen, Soundcheck zu machen und dann spielen zu müssen, dann denke ich: Das ist so viel Arbeit! Das entspannt mich nicht und deshalb mache ich das nicht. Ich nehme auch nichts auf. Ich mache es einfach nur wegen der Musik. Es ist wie ein Bild im Sand. Wenn es fertig ist, ist es vorbei und es bleiben keine Spuren. So mache ich Musik gerne. Der Prozess des Musikmachens selbst – auch mit härteren Beats und solchen Dingen – ist für mich meditativ.

Heiner:
Klar, wenn du dich nur auf eine Sache konzentrierst, ist das meditativ. Du vergisst alles, du bist im Tunnel, in der Zone. Ich kenne das. Das hat mir zum Beispiel während COVID geholfen. An nichts zu denken, wenn man spielt.

Dan Green:
Wir hatten Glück, dass wir Musik während COVID hatten. Musikalisch komme ich übrigens immer wieder auf Rhythmen und Polyrhythmen zurück. Das ist bei meinen Sachen immer ein Thema. Mit dem Meta- Module kann ich einfach meinem kreativen Flow folgen und muss nicht anfangen, Module umzubauen, wenn ich merke, dass ich mehr Kanäle oder etwas anderes brauche.

Heiner:
Aber das geht natürlich besser, wenn man all die Expansions hat. Dann bekommt man all diese extra Regler und Ausgänge.

Affiliate Links
4ms MetaButtons
4ms MetaButtons Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Dan Green:
Nun, ich habe natürlich all diese Expansions. Aber oft ist es einfach ein virtuelles Neukonfigurieren der virtuellen Module. Ja, manchmal denke ich: Ich brauche Buttons, um das zu steuern. Dann ist so eine Button-Expansion schön. Ich finde, die Reise des Meta Modules war wirklich großartig, es ist eine großartige Plattform, nicht nur für die Art Workflow, die ich mag – jeder hat seinen eigenen Workflow –, aber ich weiß, dass es andere gibt, die ebenfalls vom Computer weg und trotzdem die Flexibilität haben wollen. Und Menschen können ihr Traum-Instrument bauen.

Wie ich gerade sagte: Wir sehen Leute im Forum, die das mit KI machen, aber wir haben es auch selbst als Workflow benutzt. Die zwei Dinge, an denen wir gearbeitet haben und die diesen Sommer erscheinen, begannen als VCV-Rack-Module. Dann portierten wir sie und spielten damit auf dem Meta Module herum und stimmten alles ab.

Und dann nehmen wir das und machen eine spezielle Oberfläche daraus: Wo sollen die Regler hin, wo die LEDs, wo die Schalter? Und dann machen wir daraus ein Modul mit derselben Engine. Es hat uns also diesen Workflow gegeben, dass wir nicht mehr jedes Projekt von Grund auf neu machen müssen, sondern nun diese Plattform benutzen können, um unser eigenes Traum-Instrument zu bauen.

Sampler und Producers Pack für 4ms Meta

Heiner:
Die schwierigste Sache beim Meta Module finde ich die Verwaltung der Speicherung von Audiodateien, die zu Patches gehören. Und ihr habt nun eine neue Lösung geschaffen, indem ihr neue Sampler  bereitstellt. Zudem gibt es neu Seventies Comp, Producers Pack, Stereo Crossfader, Spatializer und all diese spektralen Sachen.

4ms Software-Module für VCV Rack, Dan Green

4ms Software-Module für VCV Rack

Dan Green:
Ja, das Producers-Pack läuft auf VCV und auf Meta.

Heiner:
Aber trotzdem bleibt die Frage: Wie läuft es, wenn man mit eigenen Samples arbeiten will. Gibt es da neue Wege für das Meta Module?

Dan Green:
Zunächst haben wir ein WAV-Player-Modul.

Heiner:
Das ist aber kein Instrument, das die WAVs wie ein Instrument spielt – es ist nicht dazu gedacht, mit einer Tastatur gespielt zu werden, richtig?

Affiliate Links
4ms WAV Recorder
4ms WAV Recorder
Kundenbewertung:
(5)

Dan Green:
Richtig. Es ist einfach ein WAV-Player. Zum Beispiel für so Hintergrundsachen. Leute layern mehrere davon. Wenn man mehr Pitching machen will: Siko CV hat einige Varianten davon. Eine ist eher für Drums geeignet und andere kann man stärker hoch- und runterpitchen.

Ich vergesse gerade den Namen, aber sie heißen alle irgendwie „Sampler“ oder „Sample Player“. Das sind einige der Guten. Das Bidoo-Plugin macht das ebenfalls ziemlich gut. Und wir arbeiten tatsächlich gerade an einem virtuellen Multi-Channel-Sampler. Aber das hat sich verzögert, weil wir dachten: Wir müssen auch einige physische Dinge machen.

Heiner:
Ich weiß, das ist wirklich schwierig. Ich komme vom Sampling. Ich fing in einer Zeit an zu produzieren, in der alle hinter dem natürlichen Sound her waren und zum Beispiel sagten: „Oh, das ist ein echtes Klavier. Das klingt besser als ein Synthesizer.“ Das war etwas in den späten 1980ern. Eine Zeit lang verschwanden Synthesizer und alles drehte sich um Sampler. Mein erstes Setup war ein Korg M1 und ein Akai S1100 ohne Resonanz im Filter. So lernte ich, alle möglichen Synthesizer für den Sampler zu samplen. Und das liebe ich immer noch. Aber eigentlich gibt es keinen dedizierten Hardware-Sampler ohne Groovebox mehr, der wirklich speziell dafür gemacht ist, Synthesizer zu samplen.

Dan Green:
Interessant.

Heiner:
Ich bin wirklich neugierig, ob und wann das wieder kommt. Ich denke, dass es immer eine schwierige Entscheidung aus Entwicklersicht ist, wie man Samples speichert. Speichert man sie in einer komprimierten self-containing Preset-Datei oder einem proprietären Format? Wisst ihr schon, wie ihr Samples in zukünftigen Projekten speichern werdet?

Dan Green:
Das virtuelle Modul hat einfach WAV-Dateien auf dem jeweiligen Medium, auf dem das Plugin liegt – also das, was auf dem Meta-Modul läuft. Und als du das gerade gesagt hast, musste ich an ein anderes Projekt denken, über das ich öffentlich eigentlich nicht sprechen sollte. Aber wir haben noch etwas anderes in der Pipeline, mit dem man Samples spielen kann, das eher für diese grooveboxartige Sache geeignet ist. Es ist noch nicht hier und wird sich wahrscheinlich noch sechs Mal ändern, bevor es veröffentlicht wird. Aber das ist die Grundidee.

Dan Green von 4ms im Interview

Dan Green von 4ms im Interview

Heiner:
Das sind nur meine Journalisten-Tricks, um News aus dir herauszubekommen. (lacht) Nein, Spaß beiseite. Das beschäftigt mich, beziehungsweise ich finde es wirklich interessant.

Dan Green:
Die virtuelle Sache ist eher wie unser STS, unser Stereo Triggered Sampler Hardware-Modul…

Heiner:
…das ich wirklich mag. Aber der STS hat nicht unbedingt ein einfaches Interface. Ich mag das einfachere Sample-Modul auch.

Affiliate Links
4ms Stereo Triggered Sampler
4ms Stereo Triggered Sampler
Kundenbewertung:
(1)

Dan Green:
Also wir haben STS ursprünglich auf das Meta Module gebracht. Aber die Art, wie die Banks organisiert sind, war für Hardware-Button-Presses gedacht und funktioniert nicht so gut als virtuelles Ding. Also machten wir das einfachere Modul. Und ich habe alle möglichen Bugs beim Streaming von der SD-Karte beseitigt. Man soll MIDI über USB nutzen und gleichzeitig streamen können, es gibt einige Dinge zu beachten, die auf dem Meta Modul anders sind.

Denn man weiß nie, welche anderen Module Leute im Hintergrund laufen lassen. Und vielleicht spielen Leute gleichzeitig ihre eigenen Sampler. Wir müssen die CPU-Power sinnvoll aufteilen. Und jetzt funktioniert das wirklich gut. Und der nächste Schritt ist die Multi-Channel-Version, bei der man pitchen, resamplen und Hüllkurven anwenden kann. Das ist der nächste Schritt. Aber die Antwort darauf, wo die Samples liegen, ist einfach: Auf der SD-Karte oder USB, wo auch immer man sie hat.

Heiner:
Danke vielmals für dieses Interview und viel Glück mit deinen Projekten.

ANZEIGE
Affiliate Links
4ms Meta Module
4ms Meta Module
Kundenbewertung:
(7)
4ms Ensemble Oscillator Black
4ms Ensemble Oscillator Black
Kundenbewertung:
(5)
4ms Spectral Multiband Resonator
4ms Spectral Multiband Resonator
Kundenbewertung:
(1)
4ms Sampler
4ms Sampler
Kundenbewertung:
(2)
4ms Stereo Triggered Sampler
4ms Stereo Triggered Sampler
Kundenbewertung:
(1)
4ms WAV Recorder
4ms WAV Recorder
Kundenbewertung:
(5)
ANZEIGE
Affiliate Links
4ms Meta Module
4ms Meta Module
Kundenbewertung:
(7)
4ms Ensemble Oscillator Black
4ms Ensemble Oscillator Black
Kundenbewertung:
(5)
4ms Spectral Multiband Resonator
4ms Spectral Multiband Resonator
Kundenbewertung:
(1)
4ms Sampler
4ms Sampler
Kundenbewertung:
(2)
4ms Stereo Triggered Sampler
4ms Stereo Triggered Sampler
Kundenbewertung:
(1)
4ms WAV Recorder
4ms WAV Recorder
Kundenbewertung:
(5)
Über den Autor
Profilbild

Heiner Kruse (TGM) RED

Im Mai 2026 erschien die 2. und stark überarbeitete Auflage meines Buchs "Modular Synthesizers" im Radial Verlag in englischer Sprache (die deutsche Ausgabe ist weiterhin erhältlich).

Ich liebe Sound und Musik, veröffentliche vor allem D&B/Jungle als The Green Man (TGM), betreibe das Label/ Projekt Basswerk, mache aber auch filmische oder langsamere Sachen.
In vielen neuen Geräten und Modulen finde ich Innovationsgeist, ähnlich wie damals bei Jungle, und das interessiert mich. Ich ...

Forum
  1. Profilbild
    Tai AHU

    Wo bin ich beim Lesen hängen geblieben?
    „So lernte ich, alle möglichen Synthesizer für den Sampler zu samplen. Und das liebe ich immer noch.“

    Das ist interessant. Für mich selbst war in der Zeit, in der du angefangen hast auch Sampling die Technik, die versprach, für lange Zeit das Mittel der Wahl zu sein. Die Synthies wurden gewechselt wie die Unterwäsche, gekauft, eine Zeitlang gespielt, dann verkauft und durch was anderes ersetzt. Der Sampler erlaubte es, einfach alles als formbares Klangmaterial zu verwenden und schien die Lösung zu sein. Seit etwa 10, 15 Jahren interessiert mich das Thema fast überhaupt nicht mehr. Firmen, die mit ihren Sample-basierten Lösungen urzeitliche elektronische Instrumente versuchen wieder zu beleben, geht mMn einfach grauslich schief.

    Es geht mir nicht darum, deinen Ansatz schlecht zu reden, im Gegenteil, ich erkenne nur, dass es offensichtlich Wege gibt, die (für mich) längst abgehängte Technik sinnvoll einzusetzen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Versuch alte, heute viel gesuchte analoge Instrumente im Sampler nachzubilden, nicht unbedingt der Königsweg ist. Es könnte sein, dass du genauso denkst. Wenn ja, hast du einen anderen, musikalisch sinnvollen Weg gefunden, Audioaufnahmen kreativ einzusetzen.

    Ist natürlich OT, aber mich bringt es dazu deine eigenen Stücke mal etwas genauer anzuhören.

    • Profilbild
      Tai AHU

      @Tai Hab‘s verstanden. Nach einer halben Stunde grüner Mann Musik. Es ist der D&B Jungle Background.

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @Tai Genau! ich hab wegen alter Jungle Songs (vor 15 Jahren) auch einen akai s1000 gekauft. das timestretching ist legendär. im Jungle oft für stimmen oder drumbreaks aber ziemlich extrem, anders als eigentlich geplant! wie so oft, zb autotune, vocoder, die mpc, 303…. 😜

  2. Profilbild
    Heiner Kruse (TGM) RED

    hey, nein, zb auf meinem Album You decide habe ich Fs1r oder ppg Wave und viele mehr für den Emu gesampelt….es ging nicht nur um Drums. zudem konnte ich mit Antares Infinity Endlosloops kreiieren.

    Heute nutze ich insgesamt weniger Midi und nehme oft eingespielte Fragmente als Audiofiles auf. Ich sample aber immer noch oft Instrumente, aber unglaublicherweise habe ich heute dafür nicht mehr ein so gut bedienbares Tool wie damals. Oft sample ich dann in die einfachen internen Sampler von Logic oder Ableton hinein.

    • Profilbild
      Tai AHU

      @Heiner Kruse (TGM) Der Suchbegriff You decide bringt auf Apple Music 55 Treffer, aber deines scheint nicht dabei. Zumindest strategisch ungünstiger Titel 😜

          • Profilbild
            Heiner Kruse (TGM) RED

            @Tai Aber ich bin auch ein bisschen ungerecht…
            Was man mit den modernen Samplern machen kann, zum Beispiel mit Kontakt, ist schon toll. Ich habe nur manchmal mehr Lust mit Hardware zu arbeiten. Andererseits muss man sagen, dass Kontakt heute so gut nutzbar ist wie nie zuvor, weil es schnelle Festplatten gibt. Ich habe gerade noch Komplete 26 getestet, mein MacBook hat 4tb – und auf dem Niveau konnte ich zuvor noch nicht damit arbeiten….das könnte auch zukünftig was ändern…

  3. Profilbild
    Numitron AHU

    hab keine Module, aber ein tolles 4ms Logo mit gelbem Hintergrund als Sticker (auf einem der Fotos klein zu sehen) das ist sehr schön! klebt auf dem Kühlschrank.😀🔥

  4. Profilbild
    CDRowell AHU

    Ein mich umfangreich und mit Freude zu lesender Artikel, Heiner. Danke dafür! 😍

    4ms hat durch Dich ggf. eine weitere Möglichkeit Interessen der (sampling)Musiker zu befrieden. 🫠👍
    Bei den rackmodulen bin ich in letzter Zeit eher raus und begnüge mich mit VCV und der APC40MKIII. Daher wird das hochinteressante Metamodul wohl noch warten müssen… 🙈

  5. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X