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Interview: Dave Rossum E-MU, Teil 3


From Emax to Proteus

The EMu Man 3

Im dritten Teil unseres Interviews mit Dave Rossum (dem Gründer und langjährigen Kopf von E-MU) widmen wir uns den 90er Jahren, als die Digitalisierung weiter voranschritt und Instrumentenbauer sich vor allem um die Entwicklung von Chips kümmerten.

Hier nun die Links zur kompletten Interview-Reihe:

 

Peter:
Lass uns nochmals über Eure eigene DSP-Chip-Entwicklung sprechen. Was veranlasste Euch, eigene Chips herzustellen? War das nicht unglaublich zeitaufwendig und
kostspielig?

Dave:
Multi-Channel Sampler wurden unser Kerngeschäft. Und es war mir klar, dass es über lange Zeit keine Standard DSP-Chips geben würde für diese Aufgaben. Wir brauchten eine maßgeschneiderte Lösung, dabei profitierte ich natürlich von meinen Erfahrungen in der Entwicklung der analogen SSM Chips. Ein digitaler Chip erschien mir vergleichsweise einfach. 1985 gewann ich einen Wettbewerb: den Seattle Silikons IC Design Contest. Der Preis bestand in der Produktion eines digitalen Chips nach eigenen Spezifikationen.

Peter:
Das war dann sozusagen die Basis für Eure Sampler der Zukunft?

Dave:
Ja, so entstand der E-Chip, mein erster DSP, der zum Herz des Emax wurde, während das Filter im ersten EMAX aber noch analog arbeitete. Er war nicht schlecht, hatte aber ein paar Probleme in der Produktion, und wir konnten eine Menge daraus lernen. Danach folgte ein kleines Gate-Array (auf deutsch auch als „Gatterschaltung“ bekannt), das in den Ausgangskanälen des Emulator III zum Einsatz kam: eine simple und kostengünstige Schaltung, deren Entwicklung nur ein paar Wochen dauerte.

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    k.rausch RED

    Eine weitere interessante Folge. Auch die Story rund um Proteus. Ich erinnere mich an diese Phase, als es im Handel einen Wettbewerb zwischen dem ersten Proteus und den Rolands U110 bzw. U220 gab. Letztere hatten eine deutlich bessere Verarbeitungsqualität und kein Plastikgehäuse. Die Sounds des Proteus 1 aber hatten diesen gewissen USA Charme, der aus den anderen Emus schon bekannt war. Dank Rossums Interviewantworten wissen wir nun mehr über die Hintergründe damals. Spannende Sache!

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    MidiDino AHU

    Danke für diese weiter Folge. Die Hintergründe sind manchmal pragmatischer als Musikern lieb serin könnte. Vor allem dies, so mein Eindruck, ist aus den Erläuterungen dieser Folge zu erfahren.

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    arnimhandschlag

    Vielen Dank für die neue Folge! Macht Spaß das zu lesen.
    Midi Dino, zum Pragmatismus: es ist leider fast immer etwas entzaubernd, dass auch der Synthesizer-Bau sich in der Realwirtschaft herumtreibt :)
    hab deswegen meinen alten XL1 auf Basis des Proteus 2000 mal wieder rausgekramt und angeschlossen. Die Filter darin hören sich wirklich sehr angenehm an; hatte ich so gar nicht in erinnerung. Mitlerweile hat auch jemand ne Editor-software erstellt, diese Emu Racks zu programmieren ist am Gerät die Hölle.

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    Kyotonic AHU

    Amazona wird dank dieser tollen Interviews immer besser! :) Ich hatte leider nie das Vergnügen einen Emax oder Emulator zu besitzen. Lediglich ein E5000 Ultra hatte es mal kurz ins Rack geschafft. Ich fand diesen von der Bedienung schlimmer als die Akai S Serie. Dave könnte ja nach Vorbild des Emulator oder Ensoniq ASR einen einfachen Sampler ohne feature overkill designen. Nur als Keyboardversion und 8 Instrumenten Slots im direkten Zugriff. Die Ausrede mit Ableton geht sowas besser zieht bei mir nicht weil der Umweg über Bildschirm und Maus jedes für die Musik so notwendige Gefühl tötet. Ich zieh mir jetzt ein paar Alan Wilder + Emulator YT-Videos rein. ;)

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    Amaros AHU

    Schade, dass die frühere Kompetenz in Sachen Digitaltechnik heute eher brach liegt. EMU und Ensoniq standen einst für den amerikanischen Sound, der sich immer prima mit der japanischen Konkurrenz verstanden hat. Das galt auch für das „historische“ Kurzweil vor seiner Übernahme. Gerade heute, wo sich alle Welt auf das Analoge stürzt, könnte ein innovatives Digitalgerät eine angenehme Abwechslung schaffen. Dass Digitaltechnik lange und fast unverändert am Markt bestehen kann, zeigt Yamaha mit dem Motif. Gerade heute stünden doch mit günstigem Ram und SSDs Möglichkeiten zur Verfügung, von denen EMU und Ensoniq damals nur träumen konnten. Heute könnte man „Best of Digital“ in einem Gerät anbieten. Man stelle sich vor, man könnte einen EMAX II heute über ein Touch-Display in Größe eines iPads bedienen und hätte 16 GB Speicher und eine 256 GB SSD da drin samt einem DSP, auf dem per Plug-in Schnittstelle verschiedenste Effekte oder Synthesen berechnet werden können, ähnlich wie UAD das mit seinen Interfaces macht. Außerdem Live-Sampling & Looping und vielen Controllern, um live damit zu performen. Heute steht an dieser Stelle ein schnöder Computer. Schade eigentlich.

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        Amaros AHU

        Habe ich ja geschrieben. Die Frage bleibt bestehen, ob man das tatsächlich als Instrument für sich begreift. Das beste Beispiel dafür sind die Hammond B3 (oder überhaupt eine Orgel, auch Kirchenorgel): hier zählt nicht nur der Klang (den man heute täuschend echt hinbekommt), sondern auch die Haptik, die Größe des Instruments, das Pedal, die breite Sitzbank usw. Beim Klavier/Flügel ist das auch so. Roy Bittan von Springsteen’s E Street Band z. B. nutzt zwar das Synthogy Ivory II Italian Grand als VST auf seinem Receptor, spielt es aber über einen midifizierten Flügel, dessen Mechanik bei den Konzerten komplett aktiv ist und die er auch für das eigene Monitoring und Wohlbefinden nutzt. Ein Master-Keyboard würde trotzt Hammermechanik nie das gleiche Spielgefühl vermitteln. So ist es auch bei einer Workstation. Natürlich leistet ein Laptop mehr, ist aber viel weniger Instrument als eine Workstation wie ein Yamaha Motif. Und sie sieht besser auf der Bühne aus :-)

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      TobyB RED

      Hallo Amoros,

      da hast du sicher recht, aus meiner Sicht und vor allem bei EMU, sind es die Chips und die Tricks die Rossum et al. hier angewandt haben. Was mit der Digitalisierung einherkam, war sicher auch ein ökonomischer Druck auf die Hardware Hersteller, hier immer günstiger zu fertigen. Für mich ist das durchaus eine konzeptionelle Frage, ob ich alles mit IT/Rechner löse oder mit Musikinstrumenten. Ich bin für Musikinstrumente.

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    micromoog AHU

    Danke für Teil 3, das erklärt dann doch einiges. Aber gerade diese Limitierungen mangels dem Faktor Zeit und verfügbarem Geld bei der Entwicklung geben aus heutiger Sicht den Geräten einen gewissen Charme.
    Z.B. ist der Emax einer der geilsten „Hybrid-Synthesizer“ mit „austauschbaren“ Wellenformen. Wenn man sich vom eigentlichen Wort „Sampler“ und „Wie klingt das Klavier?“ verabschiedet, kann man den Emax eher mit DW8000, Kawai K3 und mit Abstrichen in der Komplexität dem Prophet VS vergleichen.
    Klar, die bei Einführung war die Preis- und Zielgruppe eine andere.

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    psv-ddv •••

    Tolles Interview, sehr gute Fragen, wie ich finde!
    Man kann in Teil 2 und 3 wunderbar lesen, wie sich Emu von einer Bude von Musikelektronik Freaks mit Spass an der Arbeit zu einem Wirtschaftsunternehmen mit Schwerpunkt Finanzen/Gewinne entwickelt. Parallel und vermutlich genau deswegen entwickeln sich die hergestellten Musikinstrumente von genial, fortschrittlich und inspirierend in Richtung Brot und Butter Rompler.
    Brot und Butter können die Japaner nunmal viel besser. Deswegen hatte Emu keine Chance.

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