Interview: Erik Norlander, Keyboard Hero

6. Juli 2014

Mister Rocket Scientist

Erik Norlander ist ein amerikanischer Musiker, Typ Keyboard Hero. International bekannt wurde er vor allem mit seiner Band Rocket Scientists, der auch Stick Virtouse Don Schiff angehört. Als Produzent und Keyboarder arbeitet er zudem für seine Frau, das ist die Sängerin Lana Lane. Und Soloprojekte verfolgt er ebenfalls. Damit nicht genug, denn darüber hinaus engagiert sich Erik für die Bob Moog Foundation. Und nebenbei ist er Sound Designer und Sampling Experte. Ein derart vielseitiger Künstler hat natürlich eine Menge zu erzählen, und ich habe sein gerade erschienenes neues Album „Supernatural Highways“ zum Anlass genommen, mit ihm ein ausführliches Interview zu führen. Neben Storys aus seinem bewegten Studio- und Tourleben erfahren Sie einiges über sein großes Moog Modular System, wie man als Musiker heutzutage erfolgreich Selbstmanagement betreibt und was er mit der Entwicklung des legendären Alesis Andromeda A6 Synthesizer zu tun hatte.

Erik Norlander Promo full resolution

 

Klaus:
Bevor wir uns über Deine langjährige Musikerkarriere unterhalten, erzähle unseren Lesern erstmal ein bisschen was über Deine jüngste Produktion, das neue Rocket Scientists Album. Dieses Projekt existiert seit 1993 und bis 2007 sind bislang sechs Alben erschienen. Es ist also eine gute Weile her, seit „Looking Back“ veröffentlicht wurde, und nun kommt ihr mit „Supernatural Highways“ an. Wie wäre es mit einem kleinen Einblick in die Rocket Scientists Geschichte, was aus Deiner Sicht die besondere Identität des Projektes und des neuen Albums ist? Und warum hat es so lange gedauert, bis es fertig wurde?

Erik:
Rocket Scientists war meine erste richtige Band. Ich habe zusammen mit dem Gitarristen Mark McCrite in den späten 80er Jahren damit angefangen. Mark und ich hatten uns in der High School kennengelernt und zwar im European History Kurs. Anschließend bewohnten wir gemeinsam eine Studentenbude an der UCLA. Mark und ich kennen uns also schon seit gut dreißig Jahren. Das erste Rocket Scientists Album „Earthbound“ wurde 1993 veröffentlicht, und schon bald danach folgten zwei weitere Alben. Meine Frau Lana Lane, sie ist ja eine Sängerin, hatte 1998 ein sehr populäres Album in Japan am Start, es war „Garden of the Moon“, und alles das hat uns ganz schön beschäftigt während der folgenden Jahre. Mark und auch Stick Instrumentalist Don Schiff von den Rocket Scientists wirkten beide ebenfalls auf den Lana Lane Alben mit und waren bei der Tour Band dabei. So kam es zu dieser umfassenden Zusammenarbeit uns aller, lediglich nicht immer offiziell als Rocket Scientists. Don und Mark haben auch auf meinen Solo Alben in den Jahren 1997 bis 2003 gespielt. Die musikalische Übereinstimmung wurde also immer aufrecht erhalten, sogar wenn wir an verschiedenen Projekten gearbeitet haben. Die persönliche und musikalische Chemie zwischen uns funktioniert sehr gut und ermöglicht uns eine extrem kreative Arbeitsatmosphäre. Ganz ohne Neidgefühle, eigene Agenda oder irgendwelche hintergründigen Motivationen, was ja oft die Plage der meisten Bands ist.

Es war dann in 2004, als Mark, Don und ich zusammen auf dem Lana Lane Album „Winter Session“ gespielt haben. Dazu noch Session Drummer Gregg Bissonette, mit ihm hatte ich bereits im Jahr davor bei meinem Solo Album „Music Machine“ zusammen gearbeitet. Und davor auch bei verschiedenen Sessions mit anderen Künstlern. Sound und Feeling zwischen uns vier Musikern ist bei unserem Zusammenspiel ziemlich einzigartig, und so hatten wir uns dafür entschieden, Gregg für das neue Rocket Scientists Album „Revolution Road“ einzuladen, damit er die Drums beisteuert. Diese Doppel-CD ist 2006 erschienen. Wegen all dieser verschiedenen Lana Lane und Erik Norlander Alben und durchgezogenen Auftrittstouren seit dem Rocket Scientists Album „Oblivion Days“ von 1999 hatten wir recht ansehnliches Material angesammelt. Also fiel es uns leicht, das Doppelalbum „Revolution Road“ mit zwei Stunden Musik zu produzieren. Schon ein Jahr später haben wir „Looking Backward: The 2007 Sessions“ live im Studio aufgenommen, gleich zusätzlich mit einer HD Video Crew. Das wurde dann Teil des epischen 5-Disk Sets „Looking Backward“ und noch im selben Jahr veröffentlicht. Dabei wurden die ersten drei Studioalben wiederverwertet, allerdings mit zusätzlichen Bonus Tracks und komplett remastert. Mit der Band tourten wir dann von 2007 bis 2009 noch ein bisschen.

Forum
  1. Profilbild
    tomeso  

    Danke für das tolle Interview und diese Würdigung seines Schaffens. Erik Norlander ist ein Urgestein der Branche und ist dabei ein wirklich sehr sympatischer, entspannter und bescheidener Typ geblieben. So etwas gelingt nicht jedem, Respekt!

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