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Interview: Florian Anwander, Synthesizer-Urgestein


Florian Anwander - Synthesizer Urgestein

Florian Anwander live mit Ambiosonic (2015)

Florian Anwander live mit Ambiosonic (Foto Bianca Classe)

Ich bin nun seit gut 25 Jahren in diesem Business, welches sich grob als Musik-Instrumenten-Branche beschreiben lässt. Mein Einstieg begann mit der Position als Marketingmanager bei AKAI-PROFESSIONAL, war dann später Marketingmanager des MUSIK MEDIA VERLAGS und liebe aktuell meinen Job als Chefredakteur von AMAZONA.de. In so einer langen Zeit hat man durch unzählige Messen und Events irgendwann das Gefühl, einfach jeden in der Branche persönlich zu kennen. Umso erstaunter ist man dann, wenn einem jemand zum ersten Mal begegnet, dessen Namen man in der Branche zwar schon oft gehört hat, den aber nie persönlich kennenlernte.

Genau dies war der Fall zwischen Florian Anwander und mir – und das, obwohl wir beide als echte Münchner in unmittelbarer Nähe wohnten. Selbst als Florian noch für den PPV Verlag in Bergkirchen und ich bei AKAI Professional in Karlsfeld tätig war, trennten uns nur wenige Kilometer während der Arbeitszeiten. Hinzu kommt unser beider Vorliebe für Synthesizer, ein ähnlicher Jahrgang und sogar überschneidende Bekannten- und Freundeskreise.

Und trotzdem, es sollte nicht sein. Selbst als Florian vor einigen Jahren in München (das einzig mir bekannte) Synthesizer-Treffen arrangierte, war ich im Urlaub und konnte daran nicht teilhaben. Und so blieb es bei gelegentlichen Kontakten über Mic Irmers Forum Sequencer.de.

Als ich Mitte des Jahres (nach langer Wartezeit) meine Moog Model 15 Replik von COTK erhielt, musste ich schnell feststellen, dass ich zwar viel Erfahrung mit analogen Synthesizern hatte, jedoch wenig mit modularen Systemen. Ein Anruf bei Florian genügte, der auch in Sachen Modularsynthesizer sehr bewandert ist, und wir beschlossen bei einer gemeinsamen Model-15-Session unser längst überfälliges „Kennenlernen“ nachzuholen.

Tief beeindruckt von seiner offenen und sehr sympathischen Art, seinem umfangreichen Fachwissen und später auch von einem seiner Live-Konzert, das ich besuchte, beschloss ich, Florian zu interviewen und freute mich über seine spontane Zusage.

Viel Spaß beim Lesen,

Ihr Peter Grandl

Florian on Stage (Foto Tabita Hub)

Florian on Stage (Foto Tabita Hub)

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    matt

    EIn zeitloses Interview, welches man immer wieder mal lesen kann.

    (Weitaus besser als Gear Gerüchte Artikel.)

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    tandem

    „Wenn mir jemand einen virtuell analogen Synthesizer präsentiert, bei dem ich die VCA-Envelopes der aktuell gespielten Stimmen separat mit einem Triggersignal oder meinetwegen einer Steuernote in MIDI antriggern kann, dann wäre ich der erste, der diese Kiste auf dem Tisch hat.“ – Der Nord Lead kann das (über Special Function „A“).

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      Florian Anwander RED

      Hallo Tandem,

      Du übersiehst geflissentlich den Satz: „Ich ertrage ein Gerät nicht, bei dem ich in irgendwelchen Menüs die Controller-Nummer für das Filter in der nächsten Sequenz aus Zilliarden Möglichkeiten raussuchen muss […] – geschweige denn, dass das live auf der Bühne machbar wäre.“

      Ich sehe gerne zu wie Du die Meute im Club mit folgendem Prozeder zum kochen bringst…

      4. Hold down SHIFT and press MIDI CH. Set the MIDI Channel for Slot A to ‘1’.
      5. Press each of the other
      SLOT buttons and set them to MIDI Channel ‘16’. This is just to make sure they do not get used in this example.
      6. Hold down SHIFT and press SPECIAL.
      7. Press the SPECIAL button until the left digit in the DISPLAY reads ‘F’.
      8. Make sure Slot A is selected. Otherwise press the SLOT A button.
      9. Use the UP/DOWN buttons to set the value to ‘F.on’.
      10.Press STORE. Use the UP/DOWN buttons to select MIDI Channel ‘2’.
      11.Press STORE again and then the DOWN button to select ‘– – –’ (any MIDI note number).
      12.Press STORE again

      … uuuups, die Tanzfläch ist ja leer

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      moogulator RED

      Er meint analoger Triggereingang für Signale von TR’s und so weiter. Das fehlt und sollten alle haben, auch VAs.
      MIDI war vermutlich nicht gemeint.

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        Florian Anwander RED

        Hallo Moogulator,

        Triggerung durch ein MIDI-Event wäre schon auch in Ordnung. Aber bitte nicht über diesen Setup-Wahnsinn. Das „Unverschämte“ an einer Triggerbuchse ist ja, dass die einzige „Setup“-Aktion das Einstecken des Kabels ist.

        Die Möglichkeit des Nordlead ist ja fein für jemanden der zu Hause im Kämmerlein alles sorgfältig vorbereitet, und das dann nur noch auf der Bühne reproduziert. Aber das hat für mich nur wenig mit Musikmachen zu tun. Ein Trompeter kann ja seinen Lippenansatz auch nicht zu Hause vorprogrammmieren – der macht das ja auch in Echtzeit auf der Bühne.

        Naja, Dir muss ich das nicht erzählen.

        (PS: wer die Chance hat, Moogulator mal live zu erleben, der sollte sich das nicht entgehen lassen. Das ist sehr beeindruckend!)

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          moogulator RED

          yepp –

          und was das erleben angeht – total „seeeelber“ weil war immer gut – hoffe du bist demnächst auch wieder da live unterwegs, damit ich das mit bekomme. Ist nämlich auch richtig gut!

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          Pflosi

          Es gibt schon Lösungen… Einen MidiPal z.B. habt Ihr ja offenbar, der kann das auch… :) Manche Sequenzer haben die Funktion ebenfalls, so etwa der Zyklus MPS1.

          LG

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            Florian Anwander RED

            Ja, klar haben viele Geräte diese Funktion und viele andere Funktionen, die ich sehr einfach in der CV/Gate/Trigger-Clock-Welt realisiere; nur eben mit einem blödsinnigen Konfigurationsaufwand bzw mit einem technischen Aufwand. Warum soll ich mir für 100 oder 200 Euro ein Zusatzgerät kaufen, wenn die gleiche Lösung mit einer Buchse und Bauteilen für unter einem Euro zu realisieren wären?

            Ich sehe hier ein Problem, das ich aus der Softwarewelt nur zu gut kenne: Es ist unter Produktmanagern und zT. auch Entwicklern verpönt, Vorteile alter Technologien anzuerkennen (die also nicht vom Produktmanager oder vom Entwickler stammen), da man auf die Art weniger von sich präsentieren kann; das ist dem Selbstwertgefühl abträglich. Kein technisches sondern ein allzu menschliches Problem…

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    daniel müller

    Vielen Dank Herr Grandl und Herr Anwander für das unterhaltsame Interview…

    Sehr schön das…

    „Ich selbst lösche vor dem Auftritt alle Sequenzen und Drumpatterns und beginne bei Null.“

    Weitermachen…

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    Stephan M. RED

    Tolles Interview! Dank Florian hatte ich überhaupt die Motivation, mich mit analogen Synthesizern zu befassen. Ich konnte in der damals abonnierten Keys nur was mit den Audiobeiträgen des Workshops modulare Synthesen anfangen. Die Form der Improvisation ist mir nicht fremd, so etwas würde ich auch liebendgerne mal probieren. Leider ging an mir der Kelch vieler analoger Hardware vorüber, bislang zumindest. Ich denke, ein analoges System könnte wunderbar barrierefrei sein.

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    BlackSun

    Danke für dieses tolle Interview! Ich habe mir erst letzte Woche das Standardwerk „Synthesizer“ von ihm gegönnt und finde es sehr gelungen! Auch wenn ich darum bitte bei der nächsten Auflage gleich noch ein passendes Döpfer A-100 System + persönliche Beratung mitzuliefern. …Ich würde bestimmt auch 10 Euro mehr bezahlen für das Buch! Bestimmt! ^^
    Mein persönliches Fazit: Ihr seid cool. Weitermachen.

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    barkingdog

    Bevor man sich überhaupt einen Synth kauft muss man zeimal das Buch SYNTHESIZER durchackern, finde ich. Und ein drittes mal dann mit dem Synth. Das sollte staatlich kontrolliert werden, so wie ein Führerschein ;) dann wäre bald Schluss mit dem Presetgedüdel. Ein echt gutes Buch, das den Weg zur eigenständigen Synthese erst aufmacht. Danke dafür!!!
    LG
    David

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