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Interview: Geoff Zanelli, Hollywood Komponist

AMAZONA.de:
Wie beginnst du in der Regel deinen Arbeitstag?

Geoff:
Das einzige Morgenritual, das ich habe, ist eine Tasse Tee. Danach hängt mein Tag vom jeweiligen Projekt ab. Momentan bin ich sehr diszipliniert. Tasse Tee, ins Auto und ab zur Arbeit.

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Disturbia
AMAZONA.de:
Wie viele Vorschläge bzw. Demos lieferst du ab bei deinen Projekten?

Geoff:
Meine Arbeit wird am besten, wenn das, was ich komponieren soll, sehr klar spezifiziert ist.

Ich bin sehr effizient in dem, was ich präsentiere. Ich meine, ich sitze niemals da und sage dem Regisseur: „Hier sind drei Liebesthemen, such dir eins aus.“ Denn ich konzentriere mich immer exakt auf das jeweilige Stück in der Filmszene bzw. Score.

Daher skizziere ich zuerst ein Thema aus, das meiner Meinung nach sehr gut passen könnte, spiele es vor, und ab da beginnen die Gespräche über die weitere Entwicklung und Inspiration.

AMAZONA.de:
Wenn du das erste Mal auf ein Projekt siehst, wie sieht deine Vorgehensweise aus? Mehr wie ein Profi oder eher wie jemand, der im Publikum sitzt?

Geoff:
Ich gehe wie ein Profi vor, wie ein Geschichtenerzähler. Alles an was ich denke ist, was das Herz der Geschichte ist. Das ist der Code, den du zu brechen hast als Filmmusiker.

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David Koepp (ein US-amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Bekannteste Arbeiten sind die Drehbücher zu Blockbustern wie Jurassic Park, Mission: Impossible, Spider-Man und Krieg der Welten) sagte einmal zu mir, dass jeder, der an einem Film arbeitet, auf seiner Visitenkarte auch „Geschichtenerzähler-Assistent“ stehen haben müsste.

Da stimme ich absolut zu! Ich gebe dir mal ein Beispiel. Als ich das erste Mal den Regisseur und Produzenten D.J. Caruso traf, um über den Film „Disturbia“ zu reden, wusste ich zwar aus dem Drehbuch, dass es ein Thriller war, aber tatsächlich ging es um die Beziehung der Protagonisten Kale und Ashley. Also vergiss mal für einen Moment all das gruselige Zeug im Film, denn die wirkliche Frage war: „Wie willst du diese Romanze musikalisch beschreiben?“ Mit einem riesigen Orchester? Ich denke nicht. Ich dachte, dass es eher angemessen sei, das Ganze wie einen Song zu konzipieren.

Als ich ein Teenager war und meine erste ernsthafte Beziehung hatte, war die Filmmusik, die ich hörte, kein Orchester, sondern die Songs, die zu der Zeit aktuell um die Welt gingen.

Also machte ich etwas, wofür ich nicht unbedingt bekannt war, ich komponierte ein Stück mit Gitarren und Keyboards, also sehr Band-orientiert. Und dieses Stück hat die gesamte restliche Filmmusik des Films geformt.

Als ich dann an die eigentliche Horror-Musik im Film arbeitete, hatte ich diese Gitarren und Synthesizer dabei. Die so niemals geworden wären, wenn ich die Filmmusik nicht mit diesem Liebesthema als Kernelement begonnen hätte.

Und als sich die Musik in diese Richtung entwickelte, begab ich mich auf die Suche nach einer Band, die noch einen Text dazu schrieb, um dem Ganzen dieses typische Songfeeling zu geben. Diesen Song kann man an einem der Höhepunkte des Films hören.

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Forum
  1. Profilbild
    ariston

    Nur mal kurz an dieser Stelle und stellvertretend für andere Artikel…

    vielen Dank für eure Interviews, die immer sehr interessant geführt werden. Dies ist wahrscheinlich mein Lieblingsteil von Amazona. Weiter so!

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