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Interview: Gerhard Mayrhofer, der Moog-Clone-Maniac


Moog-Clone-Maniac

synth-werk_gerhard_mayrhofer

Es ist sicher schon einige Jahre her, dass mir ein Mitmusiker aus unserem Ambientprojekt Sphericlounge sagte, es gäbe da jemanden ganz bei mir in der Nähe, der Synthesizer baue. Ein anderes Mal las ich ein Zeitungsinterview (es ging um Sportmanagement), in dem der Interviewte im Nebensatz sagte, dass er in seiner Freizeit Synthesizer baue. Und eines Tages war ich bei Sebastian Niessen von S.N.D., der den Namen Gerhard Mayrhofer im Zusammenhang mit Moog Modulen erwähnte. All diese unzusammenhängenden Informationsstückchen fanden zu einander, als Peter Grandl mir im März anbot, das bisher noch unveröffentlichte M2-System des mir bis dahin unbekannten Herstellers Synth-Werk zu testen und eventuell ein Interview mit dem Schöpfer des „Spirit of Trumansburg“ zu machen. Ich fuhr also in den unaufgeregten Münchner Norden, wo ich einen interessanten und extrem sympathischen Menschen kennenlernen durfte – eben diesen Gerhard Mayrhofer.

Florian Anwander:
Fangen wir ganz vorne an. Wie kommt man dazu, sich ein Leben lang der Musik zu verschreiben? Wie bist Du zur Musik gekommen?

Gerhard Mayrhofer:
Eigentlich bin ich durch die Freunde meiner großen Schwester drangekommen. Über die habe ich Schulze gehört, ich habe Tangerine Dream gehört, aber auch Klaus Doldingers Passport und war völlig begeistert. Diese gegenüber Pop und Rock andere Art der Musik hat mich immer sehr interessiert.
Die Initialzündung für die Musikelektronik kam mit 15. Da war ich in meinem ersten Klaus Schulze Konzert und habe da zwei große Moogs gesehen. Ich war völlig fertig. Welche Klänge da rauskamen, die man so nicht gehört hatte. Mit 15 war mir da schon klar, irgendwann muss ich so etwas haben.

Florian:
Hast Du damals schon Musik gemacht?

Gerhard:
Nein. Oder was heißt nein – ich habe immer an Sachen rumgebastelt. Ich habe Synthesizerbausätze gebaut, zum Beispiel den Formant, der ja auch für Dich der Einstig war, und habe natürlich auch versucht, damit Musik zu machen. Aber mein erster Synthesizer überhaupt war der Korg MS-20. Ich hatte mit einem Freund einen Gitarrenverstärker gebaut, einen nachgebauten Mesaboogie, und aus dem Profit habe ich mir den MS-20 gekauft.

Anarchistensoundsystem

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      TimeActor AHU

      Ja leider, ich habe mir ein 24U System mit Oakley Platinen gebaut und alles wie z.B die Frontplatten, bakelit Regler etc. selbst hergestellt. Nicht nur das es eine Mega Arbeit in der Freizeit ist sondern gefühlt auch nicht weniger gekostet hat als ein fertiges wenn man die Arbeitszeit hinzurechnen würde.

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        changeling AHU

        Arbeitszeit in Rechnung stellen bei Selbstbau ist immer so eine Sache. Entweder macht es einem als Hobby Spaß, dann ist keine Arbeitszeit oder man sollte dann wirklich lieber Fertigmodule kaufen. Für mich ist die Bastelei Entspannung und sorgt wenn etwas fertig ist und funktioniert für ein unersetzliches Glücksgefühl und Stolz, dass ich es geschafft habe. Das bietet mir ein Fertigmodul nicht.

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          Leverkusen

          Ja, genau so erlebe ich das auch – und dann ist es eben doch auch noch weniger teuer. Die Riesenmodularwand wird so zumindest in der Phantasie etwas realistischer…

          Allerdings kann ich mir vorstellen. dass sich dieses Glücksgefühl eher einstellt wenn auch schon ein halbwegs funktionierendes System vorhanden ist und nicht die ersten Selbstbauten aus Stromversorgung und Verteilung bestehen. Wenn sich ein neuer Filter oder Wavefolder oder was auch immer in’s System einfügt und man gleich was spannendes ausprobieren kann ist das natürlich was anderes als wenn der erste Oszillator ohne Filter, VCA und Hellkurven vor sich hin tutet.
          Für mich ist die Konzentration auf DIY aber auch eine gute Möglichkeit der Falle der ewigen Neuerwerbungen zu entkommen…

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            changeling AHU

            Die Stromversorgung bei meinem 5U habe ich halbfertig von Mouser gekauft, das war ein lineares Netzteil.
            Für die Busplatine habe ich mir eine eigene Platine designt (http://sdi.....board.html), da mir die anderen Busplatinen nicht gefallen haben. Die meisten waren zu eng (Synthtech, Ken Stone) und Eurorack bzw. COTK Anschlussmöglichkeiten zu haben war mir auch wichtig. Entkoppelungskondensatoren sind eigentlich immer auf den Modulen selber drauf, also AFAIK auf der Busplatine unnötig.

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              Leverkusen

              Meine Oakley Platinen (PSU/Dizzy Board) liegen auch noch unverdaut im Schrank weil ich dann doch eine gebrauchte dotcom PSU günstig angeboten bekommen habe. Die CotK Lösung finde ich aber, zumindest aus der Ferne, auch ganz vielversprechend.

              Ich meinte aber auch vor allem, dass der Anfang beim Module bauen erstmal etwas langatmig sein kann bis es größere Erfolgserlebnisse gibt wenn sonst noch nix Case ist…

              Außerdem liegt hier auch immer noch mein nur mittelgut funktionierender Noise Toaster herum mit dem ich das Löten angefangen habe, seit dem funktioniert aber gottlob alles:-)

              Dennoch, wenn ich vorher gewusst hätte, dass das alles gar nicht so kompliziert und dafür eben auch so selbstwertfördernd ist, hätte ich viel früher angefangen selber zu bauen.

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                changeling AHU

                Naja, ich hatte immer meinen SEMTEX zu Überprüfung der Module. Mit einem dualen Labornetzteil kann man die Module auch ohne Case+Stromversorgung testen. Ist nicht ganz billig, lohnt sich aber auch für andere Tests.

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          TimeActor AHU

          Ja sicher so sehe ich das auch…es ging mir nur um die Frage der Kosten für ein fertiges System aufgrund der Anmerkung meines Vorschreibers.

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    Filterspiel AHU

    Es fasziniert mich immer wieder diese ursprünglichste Art der elektronischen Musikerzeugung zu verfolgen, kommt sie doch dem klassischen Instrumentenbau am ähnlichsten. Zumal ich da wenigstens noch verstehe (Nachrichtentechniker/FHandW) wie die Klänge entstehen. Sicherlich habe ich mich auch mit den frühen Motorola 56K DSPs beschäftigt, aber das war mir doch zu abstrakt und erfordert mehr Mathematik als mir im kreativen Prozess lieb ist.

  3. Profilbild
    changeling AHU

    Der Interview-Link auf Seite 2 sollte wohl noch gesetzt werden. Da stehen nur die Link-Tags (wird hier im Kommentar leider nicht angezeigt).

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