Zu Gast im ersten Musik-Hotel Europas
Das nhow Hotel in Berlin ist das erste Musik-Hotel in Europa und bietet alles, was das Herz eines eingefleischten Musikers höherschlagen lässt: Ein Tonstudio mit einem sagenhaften Blick auf die Spree, eine Bühne und der Zimmerservice bringt auf Wunsch auch gleich noch eine Gitarre aufs Zimmer.
Inhaltsverzeichnis
Welches Konzept steht hinter dem pinkfarbenen Design-Hotel direkt an der Spree und warum lohnt sich ein Besuch? Wir vom Team DelayDude haben Dominik Trampf, den Senior Music Manager des nhow getroffen und uns von ihm das einzigartige Hotel einmal genauer zeigen lassen.
Das nhow – ein Musik-Hotel mit einzigartigem Konzept
Sonja:
Hi Dominik, vielen Dank, dass wir heute hier sein dürfen. Es ist ja wirklich ein einzigartiger Ort. Verrätst du uns, woher die Idee für dieses besondere Hotelkonzept stammt?
Dominik:
„nhow“ ist das Lifestyle-Brand von Minor, ehemals NH Hotels und weltweit vertreten. Jedes Hotel widmet sich einem eigenen Thema – in Berlin ist es die Musik. Das nhow Berlin ist Europas erstes Musik-Hotel, und von Anfang an war klar: hier soll Musik nicht nur gehört, sondern gelebt werden. Deshalb gibt’s neben kostenlosem Guitar Room Service, wöchentlichen Konzerten und einer eigenen Late Night Show auch zwei professionelle Tonstudios mit Spreeblick.

Im Musik Hotel nhow wird schon die Fahrt mit dem Lift ein Event: In jedem wird ein anderer Musikstil gespielt.
Es sollte nicht einfach wie ein Hardrock-Café sein, in dem alte Dinge in Vitrinen ausgestellt werden, es sollte ein interaktiver Ort werden.
Das war mir persönlich auch immer sehr wichtig. Ich bin Senior Music Manager in diesem Hotel, bin selbst aktiver Musiker und habe zuvor in den Hansa Studios gearbeitet. Ziel war es, dass jeder Gast mit Musik in Kontakt kommt.
Natürlich ist es im Grunde totaler Quatsch, ein Studio in der 8. Etage einzurichten, denn Studios sind ja in der Regel im Keller, aber wir wollten einfach etwas anderes machen, etwas Neues bieten. Jetzt sind wir in einem verspiegelten Kubus 32 Meter über der Spree und haben eine einmalige Aussicht.
Es gibt in Berlin unglaublich gute Studios, aber unser USP ist unter anderem dieser Ausblick. Und natürlich haben wir auch wahnsinnig gutes Equipment hier drin. Ein SSL Duality, vintage Outboard-Equipment wie LA-2A Kompressoren oder Tube-Tech. Vocal Booth mit verschiedenen Mikrofonen und ADAM S5X-H Abhöre neben weiteren Speaker-Optionen.
Aber das, was es wirklich ausmacht, ist die Atmosphäre, die du hier hast.
Der Produzent Jumpa, der beispielsweise „Komet“ mit Apache und Udo Lindenberg gemacht hat, ist häufig hier gewesen. Aber auch Nina Chuba, Sido, Ski Aggu, Cro oder Shirin David waren schon hier.
Natürlich scheint es auf den ersten Blick, dass das „nhow“ ein pinkes, modernes Hotel mit Musik ist. Mit farbigen Fahrstühlen, in denen jeweils eine andere Playlist von Jazz, über Rock bis Electro gespielt wird. Doch wir wollen mehr sein. Wir haben auch eine Kooperation mit Universal Publishing, dem Verlag von Universal.

Das Tonstudio im nhow bietet neben feinster Technik auch noch einen sagenhaften Ausblick auf die Spree.
Letztlich hat sich das Hotel einfach stetig weiterentwickelt. Wir haben 2011 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt war die Musikindustrie noch ein bisschen anders. Wir hatten zu Beginn zeitweise überlegt, das zweite Studio zu einem Aufnahmeraum umzufunktionieren. Aber dann haben wir gemerkt, dass die Bands, die so etwas suchen, dann doch eher ins Hansa Studio oder andere Studios gehen, weil sie dieses bestimmte Ambiente mit der Leder-Couch möchten. Diese Bands fanden unser Studio zu steril. Aber wir haben uns gedacht: Gut, denn legen wir noch eine Schippe drauf. Eine Leder-Couch gibt es überall, aber so ein Raumschiff über der Spree, das hat keiner.
Spotify und die Art, wie die Musik konsumiert wird, hat sich im Laufe der Zeit wahnsinnig verändert. Heute ist es so, dass an jedem Freitag, dem New Music Friday in Deutschland, was weiß ich wie viele neue Songs veröffentlicht werden. Es sind Millionen und in meinen Augen ist es absurd geworden.
Ich habe das Gefühl, für viele Leute, die kommen, ist es ein Laptop-Business geworden. Das Aufnehmen passiert direkt, die Kabine wird gar nicht mehr genutzt. Vieles wird von den Gewohnheiten aus den USA übernommen. Machen, arbeiten, schnell, boom, bang, raus. Und das ist heutzutage, die gängige Praxis.
Ich bin immer ein Freund davon, das Positive in allem zu sehen. Du kannst jetzt dem hinterhertrauern, aber gleichzeitig gibt es auch viele tolle neue Möglichkeiten. Und einige Leute, die vielleicht nicht als Kind die Möglichkeit hatten, ein Instrument zu lernen, können auf einmal wunderbare Sachen machen.
Im Zuge dieser Entwicklung hat sich auch unsere Music Lounge extrem verändert. Am Anfang war sie dafür gedacht, dass die Künstler, hier chillen und etwas essen können, doch im Laufe der Zeit haben wir realisiert, dass die Künstler gar nicht aus dem Studio rauskommen – sie wollen eigentlich die ganze Zeit arbeiten.

Wer mal Lust auf ein ausgefallenes musikalisches Team-Event hat, ist im nhow genau an der richtigen Adresse
Und auch das Management, hat die Lounge im nhow eigentlich nicht genutzt. Wir haben sie dann zu einer Music Experience Area gemacht. Wir haben gemerkt, dass die Leute besondere Sachen suchen. Und so holen wir beispielsweise die Tagungsgäste mit nach oben.
Hotelgäste, Künstler und Geschäftsleute
Letztlich haben wir drei Säulen: Die „normalen“ Gäste, die Künstler und die Geschäftsleute.
In dem Mietstudio kann sich theoretisch jeder Gast für 500,- Euro am Tag einmieten. Ich hatte beispielsweise mal einen Vater mit seinem Kind hier. Beide waren sehr traurig, weil die Ehefrau und Mutter gestorben war. Sie haben eine kleine Tour durch Deutschland gemacht und als sie hier bei uns waren, sagte er, dass seine Tochter sehr gut singen kann. Er fragte, ob es möglich sei, vielleicht etwas aufzunehmen und ich fand die Idee toll und habe gesagt: „Klar, geh in die Kabine und wir nehmen es einfach mal zusammen auf.“ Ich will die Menschlichkeit bei all der Arbeit nie vergessen. Das ist mir wichtig.

Das Kontrastprogramm zum Tonstudio im dunklen Keller: das nhow bietet Recording mit Blick auf die Spree
Die zweite Säule sind die Künstler, die kommen. Wie diejenigen, die ich bereits erwähnt habe und natürlich unzählige mehr. Wir haben nebenan auch einen zweiten Produzenten, Maxe, er hat zum Beispiel mit Mark Forster zusammengearbeitet und arbeitet aktuell mit vielen mit Hip-Hop-Leuten wie Dante YN oder Crow.
Und die dritte Säule besteht darin, Geschäftsleute an die Musik heranzuführen. Wir machen beispielsweise keine langweiligen Teambuildings mit Trommelkursen. Unser Teambuilding heißt „The SounDou Experience“. Wir schreiben dort gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firmen einen Song, der ihre Werte beinhaltet und gleichzeitig so gut ist, dass er im Radio laufen könnte. Dabei arbeiten wir mit David Lei Brandt zusammen, der unter anderem mit Lady Gaga auf Tour war oder mit T-Pain und Rihanna im Studio arbeitete.
Sonja:
Wir sind ja jetzt hier im 8. Stock mitten zwischen den Etagen mit den Hotelzimmern. Wie funktioniert das ganze aus akustischer Sicht?
Dominik:
Als das Hotel gebaut wurde, hatte man sich ja bereits für das Thema „Musik“ entschieden. Dementsprechend wurden auch beim Bau schon einige Besonderheiten berücksichtigt. Wir haben hier beispielsweise eine Raum-in-Raum-Konstruktion.
Und ich bin extrem dankbar und freue mich darüber, dass hier dieser Schritt gegangen wurde. Und auch bei der Ausstattung wurden keine Kompromisse gemacht – man hat das Thema wirklich ernst genommen. Und das finde ich geil!
Außerdem haben wir noch weitere Kooperationen, um die ich mich kümmere. Es gibt eine sehr enge Kooperation mit Gibson. Mir geht es also auch darum, Brücken zu schlagen.
DelayDude:
Gab es das auch schon mal, dass Gäste herkamen, um hier Urlaub zu machen und spontan ins Studio wollten?
Dominik:
Absolut, aber das ist häufig schwierig. Es kommt immer auf den Zeitpunkt an, weil wir in der Regel im Voraus ausgebucht sind und häufig ist es auch so, dass sie mit einer bestimmten Erwartungshaltung kommen. In meinen Augen ist es so, dass du erst dann in ein Studio gehst, wenn du deinen Song beherrscht, vorher geübt hast. Du kannst das. Du kannst jetzt hier nicht erst anfangen. Also häufig triffst du schon auf Leute, die kommen und denken, alles wird hier von jemandem fertiggemacht. Das ist halt abgefahren. Man muss dann mit ihnen reden und erklären, dass wir das nicht machen können.
Aber wir versuchen immer, so flexibel wie möglich zu sein. Es gab beispielweise mal die Geschichte, dass mich Liquit Walker abends um halb acht anrief, als ich gerade auf dem Weg nach Hause war und sagte: „Hey, Dominik, ich brauch‘ jetzt sofort ein Studio“. Ich fragte mich dann natürlich, ob ich das jetzt so spontan noch machen sollte, aber als er dann sagte, dass er Sido dabeihat, bin ich sofort umgedreht. Und dann ist ein ganzer Song entstanden und auch das Musikvideo wurde hier drin gedreht.
Natürlich gibt es auch die anderen tollen Studios, wie die Hansa Studios, in denen alles ein bisschen abgeschirmt ist. Dort habe ich Künstler wie Depeche Mode gesehen. Snow Patrol und Herbert Grönemeyer, aber das war eine andere Ära, das war ein anderes Ding. Diese Künstler sind nicht so, dass sie sich ein Handy nehmen und sich selbst filmen. Jüngere Künstler sind hier oft anders. Und ich denke, dass man da bisweilen mitgehen sollte, wenn es in den Kontext passt.
Wir bieten hier quasi so etwas wie eine weiße Leinwand und gleichzeitig wollen wir durch den Ausblick eine besondere Inspirationsquelle bieten.
Und ich sehe natürlich auch, wie sich Berlin entwickelt. Wie auf der einen Seite Sachen wegsterben und neue Sachen entstehen. Ich finde das ganz gut. Ich finde auch, dass das Hotel sich super einfügt. Sei es auch von der Architektur, aber auch von diesen Werten. Ich bin ja von Anfang an mit dabei. Ich bin Ur -Berliner und mir war das auch immer wichtig.
Wir haben im nhow von Anfang an eine Open-Door-Policy gehabt. Alle Konzerte, die unten im Hotel stattfinden, sind „for free“. Es gilt immer „Kommt rein!“ Für mich ist es wichtig, dass hier eine Community entsteht. Ich habe jeden Monat Open Mic Nights gemacht und es haben unglaublich viele Konzerte hier stattgefunden. An jedem ersten Samstag im Monat machen wir eine Late Night Show und viele Musiker, die hier aufgenommen haben, treten dann auch hier auf.
Und jetzt haben wir auch noch unsere neue Show „Lobby Loco“, die musikalischste Late-Night-Show Berlins. Letztes Mal war Nadja Benaissa von den No Angels da und auch Eko Fresh war hier. Ich moderiere das Ganze. Wir möchten den Menschen die Musik einfach näherbringen. Wir machen dementsprechend auch Führungen durch unser Studio. Viele wollen einfach nur hochkommen, sich alles anschauen und ein Foto machen.
„Die jetzige Musik entsteht maßgeblich am Laptop“
Sonja:
Was kostet eigentlich die Studiomiete für einen ganzen Tag bei euch?
Dominik:
Unser Standardpreis liegt bei 500,- Euro am Tag. Uns ist natürlich klar, dass es kein günstiges Studio ist, aber dafür sind die Ausstattung und das Ambiente der Hammer. Es kommt immer darauf an, was du vorhast und wo deine Reise hingehen soll.
Wir möchten keine Konkurrenz zu anderen Studios darstellen, die durch ihre Einnahmen ihre Fixkosten decken müssen. Unser Studio ist Teil des Hotelbetriebs und letztlich auch ein Marketing-Tool. Es ist ein sehr repräsentatives Studio. Das heißt, du kannst hier wunderbar Interviews machen. Aber auch Filme, Videopodcasts und Videodrehs. Also da sind wir in alle Richtungen offen.
Dadurch kommt es dann beispielsweise zu Situationen wie der, dass Shirin David hier einfach mal zwei Monate lang produziert. Und das ist natürlich toll. Sie sucht nach einer Exklusivität und der Freiheit, nicht angequatscht zu werden. Shirin konnte hier die ganze Zeit ungeschminkt herumlaufen.
Oder auch, wenn es darum geht, dass vorab niemand hören darf, was die Künstlerinnen und Künstler machen. Hier hast du ein abgeschirmtes Studio. Und du kannst einfach mit dem Auto in unsere Tiefgarage fahren, nimmst den Fahrstuhl in den 8. Stock und niemand sieht dich.
Aber ansonsten vermittle ich auch an andere Studios. Wir haben beispielsweise eine relativ kleine Gesangskabine. Da kann man zwar ein Schlagzeug reinstellen, aber im Grunde ist sie einfach nicht dafür gemacht. Unser Equipment, das Outboard-Equipment ist ebenfalls eher für die Vocal-Production gedacht. Und dementsprechend schaue ich dann, was die Leute brauchen und vermittle sie gegebenenfalls weiter. Berlin hat ja wirklich viele tolle Studios.
Und machen wir uns nichts vor, die jetzige Musik entsteht ja nun mal maßgeblich am Laptop und lebt von deiner Fähigkeit, dich selber zu promoten. Und da entsteht so etwas dann ganz organisch. Es entwickelt sich in eine Richtung und da bleiben wir offen.
Sonja:
Wie viele Studios habt ihr hier denn?
Dominik:
Wir haben zwei Studios. Das große, in dem wir gerade sitzen. Hier ist das SSL und das ganze Outboard-Equipment drin, deswegen nennen wir es Analog-Studio. Ich weiß natürlich, dass die Bezeichnung eigentlich Quatsch ist, weil es ja hybrid ist, aber wir wollten den Unterschied zu dem anderen Studio ein bisschen greifbarer machen. Das ist dann unser Digital-Studio.
In diesem Studio steh‘ ich total auf die dicken Adams (zeigt auf die Boxen am Fenster). Die werden ja gar nicht mehr hergestellt und so haben wir etwas Besonderes da. Juh-Dee, der Producer, der 2023 mit Shirin im Studio war, kommt beispielsweise gerade wegen dieser Boxen gerne hierher.
Gary Clark Jr. und andere „Geschichten aus dem Nähkästchen“
Sonja:
Magst du etwas aus dem Nähkästchen plaudern? Wer war denn sonst noch so hier im nhow?
Dominik:
Gary Clark Jr. war durch Zufall auch einmal hier. Es ist schon einige Jahre her, als er hier einfach so durch unsere Lobby lief. Er ist ja wirklich alleine aufgrund seiner Körpergröße eine Erscheinung und natürlich fiel er mir sofort auf. Ich war total überrascht und habe ihn dann tatsächlich gefragt, ob er Gary Clark Jr. sei. Und er sagte einfach „Yeah“und war kamen ins Gespräch. Ein unheimlich netter Typ.
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Er hat dann hier in diesem Studio im nhow aufgenommen. Damals standen auch meine eigene Gitarre und mein Pedalboard hier. Und dann hat er mein Pedalboard genommen und ein Solo damit eingespielt. Und ich stand einfach da und dachte: „Was passiert hier?!“ Das war eine geile Geschichte.
Oh, und ein anderes Mal war es so, dass ich – kurz nach der Eröffnung des nhow Hotels – gerade an der Rezeption stand als ein langhaariger Typ an den Tresen tritt. Mich traf fast der Schlag bei der Feststellung, dass es sich bei dem Gast um Sunny Moore, sprich Skrillex handelte! Er wollte einen Kübel Eis mit Bier auf sein Zimmer und dann habe ich einfach eine Karte von mir und eine Einladung ins Studio geschickt und es hat funktioniert. Und so kam es, dass ich Skrillex und Boys Noize, mit denen er damals hier war, unsere Studios gezeigt habe.
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Aber natürlich ist mir bewusst, dass wir durchaus polarisieren. Für einige ist unser Konzept einfach ein Ken-und-Barbie-Land. Für andere hat es einen Touch von Andy Warhol mit weißen Elefanten, die pinkes Koks schniefen. Ich glaube, das Wichtige ist dann, dass du den Gedanken richtig transportierst. Wenn man es offenlässt, dann füllt jeder diese Lücke auf seine Art und Weise. Je nachdem, wo er oder sie gerade im Leben steht.
Eine richtig spannende Phase war die, als viele Rock-Sachen hier passierten. Iggy Pop hatte einmal angefragt, ob er eine Vernissage bei uns im nhow machen könnte. Leider war schon ein Event geplant und wir mussten absagen. Das war wirklich schade. Aber Black Rebel Motorcycle Club spielte 2017 hier ein geheimes Konzert. Das war wirklich cool.
Sonja:
Geht bei euch im nhow eigentlich viel kaputt?
Dominik:
Eigentlich nicht. Aber wir hatten beispielsweise mal eine lustige Geschichte: Ein recht junger Hip-Hopper war hier und machte eine Session. Die Crew wollte unbedingt den LA-2 benutzen und plötzlich bekam ich die Nachricht, dass der Kompressor kaputt sei. Er würde komplett übersteuern. Also habe ich das Gerät zum Reparaturservice gebracht, nur um die Rückmeldung zu bekommen, dass dem Ding nichts fehlte. Es war einfach der analoge Kompressor-Sound, den die Jungs nicht kannten …
Schade ist einfach, wenn die Leute das Equipment nicht zu schätzen wissen. Hier zum Beispiel, ist die kleine Plexiglasscheibe kaputt. Leider sind das solche Kleinigkeiten, man erst später sieht.
Ich finde es aber auch krass, was man in anderen Studios so darf: Essen und Trinken – Partys feiern. Viele haben immer noch diese Rockstar-Vorstellung von einer Studio-Session. Manchmal ist es dann ein schmaler Grat zwischen Spießer und Laissez-faire.
Und ja, ich bin sehr dankbar für die Pop-Leute, die morgens um 11.00 Uhr kommen und um 19.00 Uhr gehen. Diese Nacht–Sessions sind natürlich auch wegen der Hotelgäste immer etwas speziell, weil es im Studio peu à peu lauter wird. Da hilft dann auch das Raum-im-Raum-Konzept nicht mehr.
DelayDude:
Wie nimmst du die Veränderung in der Musikwelt wahr?
Dominik:
Ich finde schade, dass durch die sozialen Medien und KI vieles zu Fakes wird. Früher haben Menschen einfach mal zusammen im Wohnzimmer am Klavier einfach zur Unterhaltung gesungen. Durch die sozialen Medien begann dann der Vergleich und viele Menschen haben sich einfach nicht mehr getraut, zu singen oder Musik zu machen, weil sie sich nicht als „Musiker“ fühlen und es einfach so viele Sänger oder Musiker gibt, die besser sind als sie selbst. Oft hat man das Gefühl, dass alles nur noch perfekt sein muss. Es wird quantisiert, automatisiert, KI eingesetzt. Und ich finde, dass dieses ständige Vergleichen in den sozialen Medien vieles kaputtmacht.

„Früher haben Menschen einfach mal zusammen im Wohnzimmer am Klavier einfach zur Unterhaltung gesungen.“ (Dominik Trampf, nhow)
Gleichzeitig gibt es heute viel mehr Möglichkeiten. Auch wenn du als Kind kein Instrument gelernt hast, kannst du als junger Erwachsener oder später mit wenig Aufwand Musik machen. Heute gibt es Welthits, die mit dem Handy und mit GarageBand gemacht wurden.
Ich würde daher jeden ermutigen, Musik zu machen, wenn er oder sie Lust dazu hat.
Sonja:
Das ist doch ein schönes Schlusswort. Also, vielen lieben Dank Dominik, für diesen spannenden Einblick in ein ganz besonderes Hotel.










































Gefällt mir richtig gut und ich hätte unfassbar Bock, mich ne Woche einzunisten. Schön auch zu sehen: Juno-60, Mellotron (vermute ich) Subsequent einen Propheten. Also für Gitte-Spieler und Gleichgesynthe ein Erlebnis, besonders mit einer Band. Tolle Idee, aber natürlich auch nicht ganz günstig.
@Filterpad Das „nicht ganz günstig“ kann ich aus dem Artikel auch so garnicht beurteilen: was krieg ich für „Basispreis“, und deutet Basis drauf hin, daß es im Prinzip für jedes Kabel, jedes Mikrofon, jeden Pre Aufpreis gibt, oder gibt es umgekehrt „letzte Preis“?
Und sind die €500 für das große Studio (was ich jetzt trotz der offensichtlichen akustischen Einschränkungen) nicht komplett falsch fände (obwohl ich sowas in NYC auch billiger krieg, freilich ohne Hotel drumrum), oder ist das die Gesangskabine aus dem Beispiel – das wäre ein echt Berliner Preis.
@moinho Ja! Müsste man definitiv abklären um nicht in eine „Kostenfalle“ zu tappen. Aber ich denke schon dass diese einen vorher transparent aufklären. Als berliner Studio gehe ich schwer davon aus. Aber natürlich, Zusatzkosten können sich schnell stapeln. Krasses Beispiel: Ich war leider noch nie in einem Hotel in Las Vegas. Aber wenn man aus der Minibar eine Flasche Whiskey etc. nimmt und diese ungeöffnet wieder hingestellt, so wird diese Flasche komplett berechnet (ein Sender registriert das). Dazu noch eine art „Las Vegas Hotel-Taxe“, somit ist die Rechnung beim Check out 3x / 4x so hoch wie geplant. Ist übrigens kein Scherz. Dort bekommt das Wort Zusatzkosten eine neue Bedeutung. 😆
@Filterpad Auf deren Website sind die Zimmerpreise angegeben, wie bei jedem anderen Hotel auch. Hab mir einige angesehen, die Junior Suite mit Spreeblick etwa gibts ab knapp 130 Euro, ohne Frühstück. Für Kategorie Style Hotel in einer Metropole ist das eher moderat. Vielleicht kommst du nicht so rum, aber ich finde das cool und ungewöhnlich. Andere Style Hoels bietetn meistens Interieur Design oder ausgewählte Materialien, besondere Betten usw.. Dazu hier das Event Angebot inhouse und Studio mit SSL Pult, gegen Geld natürlich. Ich find’s suoer. Buch mal ein Sytle Hotel in Paris, London, Amsterdam, da kostet allein das Parkaus so viel :)
@k.rausch 👍💪
@k.rausch Vielleicht funktionierts genauso wie von @filterpad vermutet – wie Las Vegas (nota bene: Erfahrungen sind Jahrzehnte alt, keine Ahnung wies jetzt ist, die Registriersender gabs damals meines Wissens noch nicht):
Kost und Logis war in Las Vegas recht günstig. Mischkalkulation: wenn der Kunde bei der Übernachtung schon soviel Geld gespart hat, kann der das Geld ja auch beim Glücksspiel vermehren, kostet ja nix. Und braucht dann doch noch mehr Geld, um die Verluste wieder reinzuholen.
„Senior Music Manager“ klingt irgendwie wie (mindestens) eine Managementebene zu viel.
(oder ist das der Mensch, der für Vivaldi und Sinatra zuständig ist, und es gibt noch auf gleicher Ebene einen Serial Music Manager für Bach und Stockhausen usw.?)
@moinho Also ich würde immer zuerst den CMO (Chief Music Officer) als Ansprechpartner verlangen 😁
@Hallonso Ein CMO sollte in mehreren Firmen etabliert werden 🤣
@Hallonso Wohl wahr 😂. Auch so kanns gewesen sein: „ok, wir haben eine so ne Rolle, die heißt „Music Manager“. Kundenkontakt: „Hey, ich bin the next big thing in Urban/Alternative/historische Aufführungspraxis, ich will mindestens nen vice president“ – „ok, wir bennen einfach die Rolle um“.
Erinnert sich wer an das Camouflage in Köln, damals vorm Kriech? ;) Das Studio war zwar nicht für jeden zugänglich, dafür gab es Spielkonsolen auf den Zimmern und nen Club zum versumpfen. Und letzteres klappte dort recht gut :)
Hotel für den nächsten Berlin-Aufenthalt ist hiermit gesetzt! 👍
Das Angebot, dass man sich eine Gitarre und ein Keyboard aufs Zimmer bestellen kann, ist ja mal richtig cool! Und auch das Hoteldesign ist total einladend – ob man auf den herumstehenden Flügeln auch spielen darf? 🎹
Ich finde es gut, wenn ein Tonstudio offene Räume und viel Tageslicht hat. Die Tonstudios, die ich gesehen habe, ähnelten mehr Hundehütten mit Belüftung.
Ich hatte vor Jahren auch die Idee, ein Hotel für Musiker zu errichten, aber anders, wie das in Berlin. Es sollte mehr ein Urlaubshotel wie Club Med werden, in dem Musiker Urlaub machen und ein Instrument lernen können. Das Hotel müßte maximal in der zweiten Reihe vom Meer entfernt sein, und etwa 50 Zimmer für Gitarristen, Drummer, Pianisten, etc. bieten. Ich habe den Investitionsbedarf auf ca. 10 Mio geschätzt und anschließend den Traum beerdigt.