Interview: Martha Bahr alias Panic Girl

Peter:
Und der Klassiker: Was war Dein erster Synthesizer?

Martha:
Ein Virus TI.

Peter:
Hast du den heute noch?

Martha:
Ja, den werde ich auch noch eine Weile behalten. Ich trenne mich nur ungern von meinen Geräten, da bin ich eher eine Sammlernatur.

Peter:
Du hast ja dein eigenes Label gegründet: INFILTRATOR RECORDS. Was genau bedeutet das heutzutage. Bist du jetzt reich? ;-)

Martha:
Schön wär’s. Aber mit der Intention bin ich auch gar nicht an die Sache rangegangen. Ein Label zu gründen, ist heutzutage ja nicht mehr so schwierig, inzwischen veröffentlichen viele Künstler ihre Musik in Eigenregie. Die Hauptintention liegt wohl eher darin, sein eigener Chef zu sein und selbst entscheiden zu können, wie was gemacht werden soll.

Ob man sich dann im Musikdschungel durchsetzt, hängt nicht allein von der Musik ab, sondern auch von all der Arbeit drumherum, vom Marketing, Social Media, Artwork, Live-Auftritten, DJ-Sets, Merchandise und so weiter. Ich hatte mich im Vorhinein schlau gemacht, was alles auf mich zukommt, mit Leuten gesprochen, die bereits ihr eigenes Label gegründet hatten und habe ja auch mal eine Weile bei Compost Records gearbeitet. Da steckt viel Arbeit dahinter. Ganz abgesehen davon, dass Kontakte und ein Quäntchen Glück nicht schaden.

Peter:
Nein mal im ernst, was unterscheidet einen Labelinhaber von einem Musiker, der seine Songs auf Soundcloud veröffentlicht?

Martha:
Auf Soundcoud direkt kann man seine Musik nicht verkaufen, dafür wäre dann eher ein Portal wie Bandcamp geeignet. Wenn man ein eigenes Label gründet, hat man natürlich einiges an Verantwortung zu tragen, hat mehr Pflichten, aber auch mehr Freiheiten im Vergleich zu einem Artist, der unter Vertrag genommen wird. Als Label kümmert man sich dann entsprechend um den Vertrieb, Promotion, Auftritte, Airplay und all diese Dinge. Und trägt das Risiko auch selbst, aber das kann man zu einem gewissen Grad kalkulieren.

Mit Infiltrator Records habe ich mich bislang auf Electronica und Drum’n’Bass fokussiert. Der letzte Release war eine EP von Duo Infernale, einem D’n’B Produzenten, der schon seit 10 Jahren im Geschäft ist und dementsprechend auch eine Fanbase mitbringt. Auf einem der Tracks, namentlich „Closer“, habe ich als Panic Girl den Gesang beigesteuert. Die EP haben wir dann schließlich über unseren Vertrieb Triple Vision sowohl in digitaler Form als auch auf Vinyl veröffentlicht.

Peter:
Und wieder die Quotenfrage, wird man als Frau – noch dazu als äußerst attraktive – in der von Männern dominierten Welt der Synthesizer-Nerds ernst genommen?

Martha:
Da kann ich nur meine vorige Antwort wiederholen. Es kann hier und da kann schon mal vorkommen, dass man sich als Frau ein wenig mehr unter Beweis stellen muss oder man etwas genauer unter die Lupe genommen wird. Das hat mir bislang allerdings nie etwas ausgemacht, wenn mich jemand genauer testen möchte, kann er – oder sie – das gerne tun. Wenn es zum Beispiel um einen Job geht, ist das ja auch völlig normal, das muss dann auch nicht automatisch etwas damit zu tun haben, dass ich eine Frau bin. Den Zusammenhang stelle ich ehrlich gesagt selten her.

Ich finde es eigentlich recht sympathisch, wenn Nerds alles ein wenig genauer nehmen, deswegen sind sie bzw. wir ja Nerds ;-) Bislang habe ich die Synth-Community durchweg als eine sehr offene und lockere kennengelernt und habe mich immer sehr wohl gefühlt.

Peter:
Hast Du den Eindruck, dass Deine männlichen Kollegen einfach mehr Tekkies als Musiker sind? Oder andersrum gefragt: Bist du mehr Tekkie als Musiker?

Martha:
Gute Frage, eine eindeutige Tendenz konnte ich bislang nicht ausmachen. Die meisten Tekkies produzieren auch Musik und sind teils auch live auf der Bühne zu sehen. Ich würde mich selbst auch als Tekkie UND Musikerin verstehen, phasenweise dann bestimmt mal eher das eine als das andere. Im Moment bin ich zum Beispiel wohl eher ein Tekkie. Mich hat das Löt- und DIY-Fieber gepackt und in dem Zuge würde ich mir gerne wieder ein wenig mehr elektrotechnisches Wissen draufschaffen. Was für Bauteile man zum Beispiel braucht, um einen Oszillator, Filter, Hüllkurvengenerator oder sonstiges zu bauen, wie und warum diese und jene Bauteile interagieren, Through Hole vs. Surface Mount und den ganzen Kram.

Peter:
Nun interessiert uns natürlich auch, ob dein Income als Musiker, Produzent, Fachautor und Sounddesigner ausreicht, um deinen Lebensunterhalt damit zu finanzieren, oder arbeitest du noch beim BR?

Martha:
Vor meiner Zeit beim BR habe ich mich ausschließlich von den Einnahmen aus meinen Selbständigentätigkeiten finanziert. Seitdem ich beim BR arbeite, kann ich es entspannter angehen und nur die Aufträge annehmen, die mich wirklich interessieren oder mich weiterbringen. Dementsprechend würde ich meinen Job beim BR auch nicht aufgeben wollen, wie auch immer die Auftragslage aussehen mag. Interessante Projekte sind mir in jedem Fall schon immer deutlich wichtiger gewesen als viel Geld auf der Bank zu haben.

Peter:
Wie soll es weitergehen. Was erwartest du dir vom neuen Jahr bzw. Jahrzehnt?

Martha:
Es kann gerne so weitergehen wie bisher. Ein paar Überraschungen und Unerwartetes wären nett, vielleicht das ein oder andere neue Projekt, an dem ich mitwirken kann.

Ein großer Traum wäre es noch, einen Fuß in die Filmbranche zu bekommen und Musik für Filme oder Serien zu komponieren, Animationsfilme im Besonderen würden mich sehr reizen. Oder auch einen eigenen kleinen, aber feinen Synthesizer zu entwickeln. Nachdem ich letztens mein erstes DIY-Modul von Bastl Instruments gebaut habe, könnte ich mir vorstellen, mehr in diese Richtung zu machen. Ein Arduino Kit wartet auch schon im Regal. Man wird sehen.

Peter:
Wir bedanken uns bei Dir für dieses interessante Interview und sind schon gespannt auf die Fragen und Kommentare unserer Leser.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    don’t panic!
    Schönes, knackiges und sympathisches Interview. Weiter so Martha. :)

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      changeling  AHU

      Also wenn Du wirklich einen eigenen Synthesizer bauen willst, würde ich aber nicht versuchen alles aus dem Stand komplett neu zu entwickeln. Schaltpläne und Beschreibungen gibt es von den Doepfer Modulen z.B. im Service Manual (ist aber nicht ganz billig). Ansonsten gibt es ausführliche Beschreibungen z.B. auf Music From Outer Space (von Ray Wilson, der aktuell leider an Krebs erkrankt ist und sich über Spenden freut, in den USA ist das ja leider so eine Sache), Cat Girl Synth von Ken Stone oder Oakley Sound Systems (da bekommt man die Schaltpläne selber aber nur beim Kauf der Platinen, die eigentlich für 5 HE ausgelegt sind, nicht für Eurorack).
      Ein weiterer Tip wären Auralesque 1 und 2 (falls der überhaupt fertig geworden ist) von smoo aus der Schweiz. Klein ist der nicht, verwendet aber verschiedene vorhandene Projekte kombiniert zu einem Ganzen.

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          changeling  AHU

          Der A-110 hat immerhin den Vorteil keinen Tempco zu brauchen, allerdings wird der CA3046 in Through Hole nicht mehr hergestellt und ist daher immer schwieriger zu bekommen.
          In SMD wird der noch hergestellt. Man kann aber SMD und Through Hole auch kombinieren, so ist das ja nicht. Wird z.B. bei den Platinen von Random Source (http://randomsource.net) teilweise so gemacht. Konvertersockel finde ich zu teuer, vor allem wenn man eh die Platinen komplett neu designt.

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    torpedo  

    @peter grandl: was ist den bitte ein technik-gen ?

    und ja , die auswahl der fotos ist defintiv sexistisch , da gibts auch nichts weg zu schwabulieren .

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      AMAZONA Archiv

      Stimmt, einen ARP2600 einfach so abzulichten ist wirklich Porno und dürfte so einige hier mächtig in Wallung bringen. :)

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      Lorepa  RED

      Deine Auführung, warum das sexistisch sein soll, würde mich jetzt aber doch mal stark interessieren ;)

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    AMAZONA Archiv

    Sehr schöne feminine Musik, der man anhört das die Produzentin weiblich ist. UND das ist gut so!!! Das Universum ist ein Hermaphrodit, und die derzeitige Reinkarnationen des HomoSapiens nunmal Dual (dies war durchaus der Einleitung gewidmet).

    A Münchner Kindl … ich erlebe die lokale Szene schon immer als äußert potent. Berlin Hype ist eben nur Hype.

    P.S. Nerds hat sowas negatives, Schaufensterbrillenglas – Dickbauch – Streber – Vollbart – mäßiges … „Freaks“, das ist doch viel positiver. :)

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    Viertelnote  AHU

    schönes Interview, kommt alles symphatisch
    und ehrlich rüber.
    Auch die Musik ist sehr ansprechend.
    Ich kann nicht sagen, daß es unbedingt „weiblich“ klingt. Für mich macht das keinen Unterschied, wer Regler oder Knöpfe bedient. Auf alle Fälle liegt in den Stücken sehr viel Seele, und das ist quasi wie ein Stempel.

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    MattZazzles  

    Ich hoffe, dass die „These“ von Peter Grandl scherzhaft gemeint war. Sonst Hyper-Facepalm!
    Ansonsten cooles Interview, coole Frau!

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        MattZazzles  

        Diese:
        „Meine These:
        Es gib deshalb so wenig Frauen, die sich für Synthesizer interessieren, weil Männer quasi schon in der Wiege ein Technik-Gen mitbekommen.“

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          Tyrell  RED 11

          Gegenfrage: Wieso gibt es DEUTLICH weniger Frauen als Männer die sich für Synthesizer interessieren. (Laut einer Studio der LMU-München 1995 die ich damals für den MM-Verlag durchgeführt habe, lag das Verhältnis bei 95% zu 5%)?

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            MattZazzles  

            Da braucht man nur mal etwas nachdenken und die Ursachen nicht durch Populärwissenschaften („Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“) erbringen lassen.
            Frauen und Männer werden durch die Gesellschaft geprägt, damit auch deren Interessen, Erwartungen und auch das (Selbst)Bewusstsein. Uns wird mit Serien, Filmen, Büchern, Werbung, Talk-Shows, Lehrbüchern, Vorbildern, Familiengeschichte usw. doch durchgehend vermittelt, was und wer wir sein sollen. Du wirst z.B. immer noch kaum Kinderbücher finden in denen die „Macher“ weiblich sind, die Männer typische Frauentätigkeiten übernehmen. Du wirst kaum Videospiele finden in denen Frauen Männer retten. Dafür wirst Du aber auf Witzeseiten im Internet oder in Witzebüchern Kategorien wie „Frauen und Technik“ finden. Und so ziemlich jede/r hat schon eine/n Anekdote/Aussage/Witz über Frauen und ihre angebliche Technik-Inkompetenz oder deren Problem mit Einparken gehört. Wenn man ständig mit diesen Bildern konfrontiert wird, dann hinterlässt das Spuren. Eben genau wie es Spuren in einem Kind hinterlässt wenn es von seiner Umwelt Unterstützung, Liebe und Akzeptanz oder das Gegenteil Geringschätzung/Kategorisierung usw. erfährt.
            Wenn Mädchen und Frauen nicht mit diesen Rollenbildern aufwachsen, dann werden sie mehr Selbstvertrauen für das Erkunden typischer Männerdomainen entwickeln.

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              MattZazzles  

              Das es auch anders geht, zeigen Frauen wie Delia Derbyshire, Hedy Lamarr, Laurie Spiegel, Bebe Barron, Johanna Beyer, die Frauen von „Bletchley Park“, Frauen in der Forschung in der Sowjetunion und DDR,
              Noch eine kleine Frage zum Nachdenken:
              Wenn Frauen aufgrund ihrer Gene kein/kaum Interesse an Technik haben, was ist dann verkehrt mit den Frauen, die dieses Interesse haben? Mutation, genetischer Defekt?

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              Tyrell  RED 11

              Siehst du, da bin ich anderer Meinung. (Und mit mir zahlreiche Studien) Darüber hinaus bin ich sehr froh darüber, dass sich Männer und Frauen deutlich voneinander unterscheiden. Und wie immer gibt es von jeder Regel zahlreiche Ausnahmen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Regel deshalb widerlegt ist ;-)Da dies aber hier die falsche Plattform für eine solche Diskussion ist, werden wir wohl zu keinem Konsens kommen :-)

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            AQ  AHU

            Das einleitende Thema zerrt inzwischen gewaltig an den Nerven. Das von Peter zitierte Technik Gen – (bei meinen Töchtern das Rosa-Gen) existiert Tatsächlich. Natürlich heisst das Wissenschaftlich nicht so. An der Universität Cambridge unterscheidet man zwischen E- und S-Typen. Die Verteilung liegt bei etwa 80 zu 20 Prozent. So sind ca. 80 Prozent der Männer eher Systemisch (S) und etwa 20 Prozent Empathisch (E) veranlagt. Bei den Frauen umgekehrt. Die Behauptung, dass dies nur der Erziehung zuzuschreiben sei ist Blödsinn und rein politisch motiviert. Es darf in der heutigen Zeit schliesslich keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben… das wird dann Lehrern und Schülern auch so eingepaukt. Was Wissenschaftlich erwiesen ist, ist aber für Gender Politiker noch lange kein Grund auf die Gleichmacherei zu verzichten. Peter hat also recht und Amazona wird auch in Zukunft weibliche User haben, aber eben nicht 50 Prozent ;-)

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                OscSync  

                Leider ist das so nicht richtig. Bei der Empathizing/systemizing-Theorie geht es um eine Skala, die zwischen den beiden genannten Extremen differenziert. Empirisch wurden unterschiedliche Verteilungen auf der Skala zwischen Männern und Frauen aufgezeigt. Nicht mehr und nicht weniger. Damit ist noch lange keine Ursache identifiziert. Diese kann trotzdem noch in Sozialisation, Erziehung, Peer Groups etc begründet sein. Von einem „Technik-Gen“ zu sprechen legt aber nahe, dass es eine unabänderliche Ursache für solche Unterschiede liegt. Das wird durch diese Untersuchung aber nicht nachgewiesen! Zudem gibt es wohl Zweifel an der Stichprobenauswahl, weil wohl überdurchschnittlich viele Ingenieure auf der männlichen Seite vertreten waren. Wie auch immer, Amazona-Artikel scheinen mir nicht der richtige Ort für Gender-Theorien zu sein, damit kann man nur auf die Nase fallen.

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                  AMAZONA Archiv

                  „Frauen und Männer werden durch die Gesellschaft geprägt, damit auch deren Interessen, Erwartungen und auch das (Selbst)Bewusstsein … blahblahblah“
                  .
                  Triple-Hyper-Facepalm, mit Anlauf und in Slow-Mo.
                  .
                  Suche Dir eine Zeitmaschine und dann zurück nach 1967 …

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    Marienberg

    Beim selbstlöten einfach loslegen, und was dir nicht gefällt ändern. Ein Tip: als nächste Investition vier Bücher: 1. Klang mit den Ohren der Physik von Pierce 2. electronic music von Strange 3. Halbleiterschaltungstechnik von Tietze / Schenk und 4.Das Ohr als Nachrichtenempfänger von Zwickerer / Feldkeller.
    Viel Erfolg Steffen Marienberg

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        TobyB  RED

        Gudde Martha,

        Falls du noch Anregungen für Projekte brauchst, guckst du hier ;-)

        http://de......982#scribd

        http://de......989#scribd

        Jeweils ab Blatt 4

        Teilweise muss man sich noch mal Gedanken über Einzelne Lösungen machen, es funktioniert aber auch wenn es auch der DDR und vom Militärverlag der DDR ist ;-) Teilweise sind die Sachen bei Moog abgekupfert, aber teilweise haben sich die Ingenieure eigene Gedanken gemacht.

        Gudde

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      tonvibration  

      Manuel von Leaf Audio ist echt super. Hab auch mal n Bastel-Workshop bei ihm gemacht. War cool (obwohl Löten wie sich rausstellte nicht so mein Fall ist). Ich habe von ihm auch die Microphonic Soundbox. Ist zwar was ganz anderes (kein Synth, sondern ne Box mit Kontaktmikros), aber mit den richtigen Effekten dahinter kann man irre Soundscapes bauen. Hört man z.B. in der ersten Minute von diesem Song: https://soundcloud.com/tonvibration/microleaf-on-juno-brute (Microphonic Soundbox durch Reverb, Delay, Resonator, mehrere Looper)
      @ Redaktion: Über Leaf Audio solltet Ihr mal was machen. Ist echt abgefahren und mal was ganz anderes….

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    Spud

    Sehr interessanter Artikel. Gleich mal die Soundcloud angeschmissen! :) Gefällt mir viiiel besser als das Radiofeature zur Altersarmut auf Bayern 2^^.
    Vielleicht dann doch mal zur SAE…wenns nur nicht so teuer wäre :/

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    AQ  AHU

    Oh, jetzt bitte nicht diese Diskussion anfangen. Es gibt im Gehirn grosse und sogar auf Röntgenbildern von blossem Auge sichtbare Unterschiede. Warum haben die meisten Frauen ein fast doppelt so grosses Corpus Callosum wie wir Männer im Hirn und warum haben sie nicht die Testosteron-bedingten Effekte wie wir? Es gibt nun mal angeborene Unterschiede zwischen Mann und Frau, auch wenn das nicht ins politische Konzept passt. Befass Dich mal etwas mit Hirnforschung und nicht nur mit Gender-Studien. Natürlich hat die Erziehung auch einen Einfluss, aber die Anlagen stecken in uns allen drin und die sind nun mal nicht bei allen identisch – wäre auch echt Scheisse ;-)
    Für eine umfassende Erklärung ist aber hier einfach nicht der Platz. Das Technik Gen ist nicht Wissenschaftlich, beschreibt aber genau das was Peter gemeint hat.

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    ISE500  AHU

    So sehr du dich bemühst, mal einen Artikel über eine weibliche Künstlerin zu schreiben, ohne sexistische Schablonen zu benutzen, umso mehr scheiterst du, wenn du solche Sätze formulierst: „Selbst wenn Martha ein Mann wäre (was sie beileibe nicht ist und was man den angefügten Bildern deutlich entnehmen kann), hätte ich mich über dieses Interview sehr gefreut.“
    Einfach nur peinlich, unterm Strich steckt hier auch die versteckte Aussage drin, daß es „beileibe“ toll ist, wenn weibliche Künstler (und um die Kunst/Musik soll es hier ja gehen) sexy aussehen. Was hättest du denn bei einer Künstlerin geschrieben, die ein eher maskulines Aussehen hat?

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    AMAZONA Archiv

    „Was hättest du denn bei einer Künstlerin geschrieben, die ein eher maskulines Aussehen hat?“

    Was wohl?! Dann wäre dazu vermutlich gar nix geschrieben worden. Und wenn man es unbedingt will, und dabei besonders gut meint, hätte der Autor etwas von popstarhafter Androgynität schreiben können. Der Möglichkeiten, Sachverhalte positiv zu schildern, sind kaum Grenzen gesetzt.

    Was du da nun an „versteckten“ Aussagen hineininterpretierst, juckt vermutlich niemanden, der einfach nur ein Interview mit einer Musikerin lesen will.
    Und wenn du mal tiefer in die Materie der Interviews mit Musikern und Schauspielern (selbst Politiker) etc. eintauchst, wirst du immer „versteckte“ Aussagen über die Attraktivität der Interviewten finden (können). Egal, ob es sich dabei nun um ein Männlein oder ein Weiblein handelt und der/die Interviewende ein Mann oder eine Frau ist. Meinetwegen kannste da auch noch alle 46 Gendertypen mit einbeziehen (oder wieviel mittlerweile sprachlich künstlich geschaffenen „Geschlechter“ es da mittlerweile geben mag).
    Solche Reaktionen über – und Falschinterpretationen – von Interviews sind peinlicher als vermeintlich „sexistische“ Interviews es jemals sein können.

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      ISE500  AHU

      Hallo Wellenstrom, nur weil man bisher schon sehr oft immer sexistische Kommentare über weibliche Künsterlinnen lesen konnte, macht es das nicht besser. Ich hätte problemlos dieses Interview ohne solche sexistischen Randbemerkungen lesen können. Komm schon, jetzt stell dich nicht doof, du kennst das „sex sells“-Mantra genauso gut wie alle anderen, was für eine Rolle soll es spielen, ob diese Dame jetzt ein Augenschmaus ist? Das ist ein althergebrachter Mechanismus, der weibliche Kunst dahingehend legitimieren soll, „daß sie eben auch noch gut aussieht“, sozusagen als zusätzliches Argument, einer Produktion eine Chance zu geben. Wo das hinführt, sieht man doch die ganze zeit, Paris Hilton als Deep House- DJ auf Ibiza und die Ohren bluten. Außerdem wirkt es in Richtung Unterdrückung von Frauen, die denken, daß sie nicht sexy genug sind, um mit ihrer Kunst ins vordere Licht zu rücken. Eine oberflächliche Weltsicht, der du gerade neues Futter gegeben hast. Ich weiß ja nicht genau, wo du wohnst, es scheint aber einige Meilen hinterm Mond zu sein. Wenn ich eine Platte höre oder eine Performance sehe und höre, spielt es keinerlei Rolle welches Geschlecht und sexuelle Stereotyp da auf der Bühne steht oder aus meinen Lautsprechern rauskommt. Außerdem warst du gar nicht angesprochen gewesen.

  11. Profilbild
    Rough  

    Tolles und interessantes Interview! Martha´s Synths sind echte Leckerbissen.

    Als alter Tool- u. Alex Grey Fan, ist mir natürlich sofort das Shirt aufgefallen. Sieht man unter den Electro/Analog Nerds nicht jeden Tag – nice.

    So, werde mir jetzt 46 and 2 reinziehen ;)

    • Profilbild
      Farbfalter  

      Hehe, das Alex Grey Shirt ist mir natürlich auch aufgefallen. Ich habe all seine Bücher in meiner Sammlung! Martha hat ein sehr gemütliches Studio und einen guten Musikgeschmack. Will sagen: Würde mir in dem Zimmer bedenkenlos einwenig Acid gönnen und mit dem ARP 2600 verschmelzen ;)

  12. Profilbild
    Coin  AHU

    Interessant, wie es laufen kann.
    Soweit mir bekannt ist, ist der Beruf „Audio Engineer“ eher exotisch
    und in Deutschland wenig anerkannt.
    Da reicht wohl nicht nur Talent sondern man braucht auch Kontakte.
    Und selbst wenn, wie viele „Audio Ingenieure“ braucht das Land ?
    Eher weniger, als in klassischen Berufsfeldern.
    Darum habe ich schon einen gewissen Respekt gegenüber
    Personen, die in dem Feld Fuß fassen können.
    Insgesamt zeugt das schon von Kompetenz.
    Wünsche der Martha weiterhin viel Erfolg, beruflich wie musikalisch
    und bedanke mich für das sympathische Interview.

    • Profilbild
      Maxi  

      Habe von mehreren Absolventen gehört, dass ein „SAE-Zertifikat“ nicht gerade hilfreich ist beim Berufsstart (anders als z. B. ein Jahres-Praktikum in den Abbey Road Studios mit entsprechenden Produktionsreferenzen :-). Aber in dieser Branche kommt es darauf an, alle Chancen zu nutzen und zu beweisen, was man kann und dass man organisiert ist. Eigeninitiative ist ebenfalls gefragt und man muss sich das notwendige Netzwerk aufbauen. Ist kein geregelter 9 to 5-Job und nichts für Leute mit Existenzängsten.

  13. Profilbild
    Maxi  

    Ein reales Beispiel, wie man mit einem smarten Mix von Aktivitäten seinen Traum leben kann. Panic Girl weiß, was sie will. Und gemütlich eingerichtet ist sie auch … :-)

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