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Interview: Ralf Hildenbeutel, from Techno to Score


Von Sven Väth bis Filmmusik

Peter:
Du bist ausgebildeter Musiker und Komponist, war Dir Techno nicht zu eintönig?

Ralf:
Techno war ein totaler Bruch mit konventionellen Musikstrukturen, die z.B. Songs hatten. Es gab keine Unterteilung in „Vers, Brücke, Refrain, 3min45, fertig“, es war ein bisschen wie Revolution. Das machte dir total den Kopf frei beim Schaffen. Aber wie schon gesagt, hat sich damals auch die Bandbreite vergrößert durch den ganzen „intelligent electronic music“- und Ambientbereich. Durch Produktionen wie die Alben von Sven, die Club Projekte oder Arbeiten, wie die Musik zum Film „Hommage à Noir“, konnte ich mich auf einer sehr großen musikalischen Ebene in verschiedene Richtungen ausleben.

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Eines von mehreren Gemeinschaftsprojekten von Sven & Ralf

 

Peter:
1994 kam Euer gemeinsames Projekt „The Harlequin, the Robot and the Ballet Dancer“ auf den Markt, ebenfalls bei EYE Q RECORDS. Für mich das beste Electronic-Album jener Epoche. Auch wenn heute EYE Q RECORDS nachgesagt wird, sie hätten maßgeblich die Entstehung von TRANCE gefördert, so war für mich „The Harlequin, the Robot and the Ballet Dancer“ weder repräsentativ für die Musik des Labels, noch war es in meinen Augen TRANCE – mit Sicherheit aber die kommerziell erfolgreichste Scheibe von EYE Q RECORDS. Wie hat das alles zusammen gepasst und wie stehst du generell zu Stilrichtungen und Schubladen.

Ralf:
Es entwickelte sich bei Eye Q mit Gründung der Sublabels „HARTHOUSE“ und „RECYCLE OR DIE“ eine gezieltere Ausrichtung und Mehrgleisigkeit des Labels. „Harthouse“ war ein reines Underground Clublabel, 12-inch orientiert. „Recycle or Die“ die elektronische Spielwiese für Ambient-Avantgarde und Eye Q zielte bei seinen Albumreleases auf künstlerbezogene Veröffentlichungen. Deshalb gab es auf Eye Q auch solche Alben, die zwar elektronisch, aber nicht zwingend Techno oder Trance Alben waren. Es gab da z.B. das Stevie B-Zet Album mit der Single „Everlasting Pictures“, das Album von Zyon („No Fate“) oder die ganzen Earth Nation Alben.

Dass Eye Q den Trance-Sound maßgeblich geprägt hat, liegt viel an den regelmäßigen 12-inch Veröffentlichungen, welche alle wiederum voll auf Club produziert wurden.

Peter:
Als ich dich damals in Eurem Studio in Offenbach besucht hatte, war das so eine Art Gemeinschaftsstudio mit mehreren Räumen und Equipment für alle. Wie war das damals so?

Ralf:
Jeder hatte sein eigenes Studio, Steffen, Matthias und ich. Wir haben uns natürlich auch untereinander ausgeholfen oder viele Projekte zusammen gemacht, aber als Basis hat jeder der drei EYE Q „Stammproduzenten“ sein eigenes Studio gehabt. Wir profitierten natürlich davon, untereinander Equipment austauschen und mitbenutzen zu können.

Ralf im Eye Q Studio 1996

Ralf im Eye Q Studio 1996

Peter:
Ich weiß noch genau, wie Du mir an Hand eines neuen Tracks gezeigt hast, wie du den Sequential Prophet 2002 Sampler für spezielle Filtersounds eingesetzt hast. Und als eines deiner Favourites nanntest du den Juno-106. Stehst du heute noch auf die alten Vintage-Hardware?

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    Kosh ••••

    danke für das interview :) väth war nie so mein fall, aber ralf hildenbeutel und stevie b-zet mochte ich schon immer sehr gern. über ein stevie b-zet interview würde ich mich auch sehr freuen :)

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    thehtech

    Ob Earth Nation, Cygnus X oder Barbarella. Ralf Hildenbeutel hat maßgeblich zu meiner musikalischen Selbstsozialisation beigetragen. Vielen Dank für das schöne Interview!

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    TobyB RED

    Sehr schönes Interview Peter und Ralf. Einen Korg MS2000r der über einem Matrix trohnt und im Hintergrund ein klavier sieht man nicht alle Tage!

  4. Profilbild
    8-VOICE AHU

    Danke für das gelungene Interview. Es würde mich freuen mehr Interviews von div. Produzenten zu lesen. Interessieren würden mich am meisten kommerzielle 90s Eurodance / Dancefloor Projekte wie 2unlimited, Magic Affair, Snap, Erotic und wie sie alle heissen….

  5. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Techno Techno Techno Techno! Der Hildenbeutel war schon etwas anders als Sven Väth. Auch zu erkennen am wahnsinnigen Blick. Harlequin, Robot und der Ballet Dancer habe ich noch im Schrank. Damals habe ich die CD ungehört gekauft und war etwas vom Konzept überrascht. Etwas härter war mir damals lieber. Da müsste auch noch ein Video existieren wo Sven am Mischpult vom Ralf Tracks an und ausschaltet. Er ist halt mehr DJ und der Szenetyp. Lebt der eigentlich noch? ;) Zuletzt hatte ich mal ein Set von ihm mit Ritchie Hawtin in Berlin gesehen. Mann waren die beiden drauf. Meine Musik waren die EyeQ Veröffentlichungen nie so….. Important Rec. zu der Zeit eher. ACID will never die! https://www.youtube.com/watch?v=vBJ5SawQJnA&list=PLJIxXS2S45dbXmMrqCgTQcANGGzubXEnA&index=2

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    tomk ••

    Dem Gedankengang folgend: Wow … wer hat das den produziert – stand damals sehr oft Ralf Hildenbeutel. Meistens war es für meinen Geschmack zu kommerziell, tat aber dem gehörten Können keinen Abbruch.
    Interessant zu lesen!

  7. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Was würde ich nochmal für diese Zeit mit Atari geben! :) Damals konnte man noch mit dem Aufzug in einen Kellerclub fahren und bekam vom Türsteher zwei komische Pillen in die Hand gedrückt. Der Rest ist Geschichte…. Der Unterschied zu Sven und dem Rest, er hat nie aufgehört so zu leben. Bei ihm ist das wie mit Lemmy. Zum Nachahmen nicht empfohlen. ;)

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