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Interview: Ralf Hildenbeutel, from Techno to Score


Von Sven Väth bis Filmmusik

Elektronik pur und ein Flügel

Elektronik pur und ein Flügel

Peter:
Auch dieses Album erschien noch bei EYE Q RECORDS. Wo wir wieder bei der Frage nach dem Label-Profil wären. Gab es kein anderes Label – immerhin hattest du doch damals schon einen wohl klingenden Namen in der Branche. Oder durftest du nur bei EYE Q veröffentlichen?

Ralf:
Zum einen kam der Kontakt zu Ralf Schmerberg wie gesagt sowieso schon über Eye Q, zum anderen zählte Eye Q damals einfach zu den coolsten Labels für neue Musik und ich fühlte mich da im Stammteam sehr wohl. Außerdem hatte das sehr viele Vorzüge. Mir wurden die Studioräumlichkeiten gestellt, ich musste mir nicht über Veröffentlichungsmöglichkeiten Gedanken machen, da das Label direkt „in House“ und wir hatten eine super Truppe am Start. Ich konnte einfach nur Musik machen und hatte quasi keine anderen Sorgen. Das ist außergewöhnlich und da stellte sich mir derzeit gar nicht die Frage nach anderen Labels. Ich glaube auch, dass diese geballte Energie vom ganzen Team damals ein wichtiger Teil der Erfolges war.

Peter:
Der Liebe zur Filmmusik bist du von da ab treu geblieben. Es folgten Kinoprojekte wie VINCENT WILL MEER (2010) von Ralf Huettner oder der Debutfilm von Carsten Unger BASTARD (2011). Gab es da einen Schnitt zwischen der Zeit als Pop-Produzent und der Zeit als Filmkomponist?

Ralf:
Geringfügig schon, aber nicht im Herzen. In allen Zeiten habe ich, wann immer möglich, auch Filmmusik gemacht. Natürlich waren das während gewissen Phasen nicht sehr viele Filme und Aufträge, da ich in diesen Zeiten zu sehr in andere Produktionen involviert war und sich alles dementsprechend verlagerte.

ralf-hildenbeutel-2016

Peter:
Was macht Ralf Hildenbeutel heute – 5 Jahre später?

Ralf:
In den letzten Jahren habe ich mich stark auf die Filmmusik konzentriert. In dem Metier fühle ich mich sehr wohl und es ist ein vielfältiger Bereich, hier kann ich alle meine Vorlieben einsetzen und kombinieren. Bis 2014 habe ich mit Steffen sogar drei Jahre lang Filmmusik für die ARD-Serie „Verbotene Liebe“ gemacht. Das war eine sehr intensive Erfahrung. Täglich eine 45-Minuten-Folge zu „bestücken“, ist nicht ohne, ich war dann zwar froh, dass es rum war, aber in der Zeit habe ich unheimlich viel gelernt. Außerdem habe ich mich auch verstärkt wieder meinen Soloalben gewidmet und schaffe es, alle paar Jahre ein Soloalbum auf meinem eigenen Label rauszubringen, was mir sehr wichtig ist und gut tut.

Aktuell habe ich gerade an der Filmmusik zu einen Jugendfilm gearbeitet, die Verfilmung von „Burg Schreckenstein“, kommt im Oktober in die Kinos. Und was ganz spannend ist, ist dass ich in den letzten Monaten mit Chris Liebing im Studio war und an seinem Debütalbum gearbeitet habe. Es ist ein sehr elektronisches, analoges, deepes Album geworden und kommt nächstes Jahr raus. Eine spannende Sache und tolle Zusammenarbeit. Du siehst, der Kreis schließt sich immer wieder …

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    Kosh ••••

    danke für das interview :) väth war nie so mein fall, aber ralf hildenbeutel und stevie b-zet mochte ich schon immer sehr gern. über ein stevie b-zet interview würde ich mich auch sehr freuen :)

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    thehtech

    Ob Earth Nation, Cygnus X oder Barbarella. Ralf Hildenbeutel hat maßgeblich zu meiner musikalischen Selbstsozialisation beigetragen. Vielen Dank für das schöne Interview!

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    TobyB RED

    Sehr schönes Interview Peter und Ralf. Einen Korg MS2000r der über einem Matrix trohnt und im Hintergrund ein klavier sieht man nicht alle Tage!

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    8-VOICE AHU

    Danke für das gelungene Interview. Es würde mich freuen mehr Interviews von div. Produzenten zu lesen. Interessieren würden mich am meisten kommerzielle 90s Eurodance / Dancefloor Projekte wie 2unlimited, Magic Affair, Snap, Erotic und wie sie alle heissen….

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    Kyotonic AHU

    Techno Techno Techno Techno! Der Hildenbeutel war schon etwas anders als Sven Väth. Auch zu erkennen am wahnsinnigen Blick. Harlequin, Robot und der Ballet Dancer habe ich noch im Schrank. Damals habe ich die CD ungehört gekauft und war etwas vom Konzept überrascht. Etwas härter war mir damals lieber. Da müsste auch noch ein Video existieren wo Sven am Mischpult vom Ralf Tracks an und ausschaltet. Er ist halt mehr DJ und der Szenetyp. Lebt der eigentlich noch? ;) Zuletzt hatte ich mal ein Set von ihm mit Ritchie Hawtin in Berlin gesehen. Mann waren die beiden drauf. Meine Musik waren die EyeQ Veröffentlichungen nie so….. Important Rec. zu der Zeit eher. ACID will never die! https://www.youtube.com/watch?v=vBJ5SawQJnA&list=PLJIxXS2S45dbXmMrqCgTQcANGGzubXEnA&index=2

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    tomk •••

    Dem Gedankengang folgend: Wow … wer hat das den produziert – stand damals sehr oft Ralf Hildenbeutel. Meistens war es für meinen Geschmack zu kommerziell, tat aber dem gehörten Können keinen Abbruch.
    Interessant zu lesen!

  7. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Was würde ich nochmal für diese Zeit mit Atari geben! :) Damals konnte man noch mit dem Aufzug in einen Kellerclub fahren und bekam vom Türsteher zwei komische Pillen in die Hand gedrückt. Der Rest ist Geschichte…. Der Unterschied zu Sven und dem Rest, er hat nie aufgehört so zu leben. Bei ihm ist das wie mit Lemmy. Zum Nachahmen nicht empfohlen. ;)

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