Interview: Richard Hoffmann, der Kopf hinter Synapse Audio

1. August 2014

Düne im Kopf.

Wir waren neugierig. Wieder einmal überraschte uns eine deutsche Software-Schmiede mit einem Synthesizer, der erst mal namentlich gar nicht so neu klingt: SYNAPSE AUDIO „Dune 2“. Aber Achtung: Dune 2 ist neu, verdammt neu sogar und wie unser AMAZONA.de-Autor herausfand, auch noch verdammt gut!!!

Da suchten wir das Gespräch mit dem Entwickler und fanden Richard Hoffmann. Wir sprachen mit ihm über seine neueste Synthesizer-Kreation:

AMAZONA.de:
Hi Richard, erzähl uns doch kurz ein paar Backgrounds zu Synapse.
Kaum einer weiß ja, dass es sich um eine deutsche Software-Schmiede handelt.

Richard:
Angefangen hat alles mit dem Sequencer „Orion“ für Windows im Jahr 2000. Orion war einer der ersten Sequencer, die als virtuelles Studio ausgelegt waren und nicht aus der MIDI-Ecke kamen. Besonders an Orion ist ferner die Pattern-basierte Arbeitsweise, die von Propellerhead Rebirth RB-338 inspiriert war.

In den letzten Jahren haben wir das Portfolio stark in Richtung Plug-ins erweitert und bieten jetzt VST/Audio Unit Plug-ins und Rack Extensions für Reason an.

AMAZONA.de:
Dune wurde seinerzeit von uns besonders gut bewertet, nun gibt es Dune 2. Was ist neu?

Richard:
Zum einen haben wir das Oszillatorkonzept deutlich erweitert. Mit den neuen Oszillatorstapeln kann eine einzelne Stimme bereits bis zu 65 Oszillatoren erzeugen, mit dem achtfachen Unison sind bis zu 520 Oszillatoren pro Note möglich. Dabei ist Dune 2 immer noch polyphon spielbar.

Die neuen Filteralgorithmen verwenden die Zero-Delay Feedback Technologie, um dem Klang analoger Filter noch näherzukommen. Zusätzlich kann ein Filtereffekt wie bspw. Bitcrush, Ratecrush oder Distortion vor oder hinter das Filter eingeschleift werden.

Die Effektsektion besteht jetzt aus zwei Effektbussen mit je 9 Effekten, die in beliebiger Reihenfolge angeordnet werden können. Darüber hinaus bietet die Effektsektion mehr Parameter als zuvor und klingt unserer Meinung nach auch deutlich besser.

Eine weitere wichtige Neuerung ist, dass Unison-Stimmen jetzt direkt editierbar sind. Dadurch wird Dune 2 zu einem Multi-Part Synthesizer. Das Schichten von unterschiedlichen Klängen wird dadurch vereinfacht, ferner sind komplexe Athmos, Texturen und Sequenzen so möglich.

Die Modulationsmöglichkeiten werden durch vier grafische Hüllkurven (MSEG) erweitert. Die Hüllkurven lassen sich entweder ähnlich wie ADSR-Hüllkurven betreiben oder können geloopt werden, um Stutter-, Trance-Gate oder andere rhythmische Effekte zu erzeugen.

AMAZONA.de:
Dune 1 gibt es immer noch bei euch im Shop für 50 USD unter dem Preis des Dune 2. Normalerweise ersetzt ja ein 2.0 Update die Vorgänger. Hier nicht?

Richard:
Dune 2 ist ein komplett neuer Synthesizer, der sowohl strukturell als auch vom Klang deutlich von Dune 1 abweicht. Gemeinsam ist beiden im Wesentlichen nur das namensgebende Unison-System (Differential Unison Engine), deshalb sind wir beim Namen Dune geblieben.
Dune 1 behalten wir noch eine Weile im Shop, da noch immer zahlreiche Soundsets von Drittanbietern für Dune 1 angeboten werden.

AMAZONA.de:
Lohnt sich denn der Umstieg für einen Dune 1 Besitzer auf Dune 2?

Richard:
Wir meinen ja, denn sowohl die Klangverbesserungen als auch die zahlreichen neuen Features sind gemeinsam schon ein deutlicher Sprung nach vorn. Damit werden neue und interessante Sounds ermöglicht, die vorher nicht umsetzbar waren.

AMAZONA.de:
Vielen Dank Richard, wir bedanken uns bei dir für die ausführlichen Antworten und wünschen dir mit deinen Produkten weiterhin viel Erfolg.

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