Interview: Thomas Haller, HDB-Audio – Vermona

3. September 2001

Vermona Interview 2001

VORWORT DER REDAKTION

Die ehemalige DDR-Marke „Vermona“ hat uns immer schon fasziniert. Bereits 2001 haben wir erstmals über die Entstehung der Marke berichtet und dabei den Sohn des Gründers Bernd Haller zum Interview gebeten. Dieses Interview können Sie im Anschluss an dieses Vorwort lesen. 16 Jahre später haben wir Thomas Haller erneut besucht und mit ihm über die Entwicklung der Marke gesprochen. Für das zweite Vermona-Interview aus dem Jahr 2017 klicken Sie bitte HIER.

Weiter unten in diesem Interview, finden Sie übrigens gesammelt alle Testberichte die wir bilsnag zu VERMONA veröffentlicht haben. Für stundenlangen Vermona-Lesespaß ist also gesorgt ,-)

Ihrw
AMAZONA.de-Redaktion

Thomas Haller von HDB-Audio

Thomas Haller von HDB-Audio

AMAZONA.de:
Hallo Thomas, stellt Dich doch bitte mal kurz vor. Welche Funktion erfüllst Du bei der HDB electronic GmbH?

Thomas:
In erster Linie bin ich im PR-Bereich und im Verkauf tätig, kümmere mich aber auch um unsere Websites und teste unsere neuen Geräte.

AMAZONA.de:
Vor einiger Zeit habt Ihr die Marke VERMONA wieder auferstehen lassen. Kannst Du uns etwas über den geschichtlichen Hintergrund von Vermona erzählen?

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Thomas:
Unter dem Namen VERMONA wurden in der ehemaligen DDR seit den 50er Jahren zunächst akustische Musikinstrumente, wie Mundharmonikas und Akkordeons, von der Firma „VEB Klingenthaler Harmonikawerke“ hergestellt. Einige Jahre später begann man mit der Entwicklung und dem Bau elektronischer Tasteninstrumente, Rhythmus- und Effektgeräte, PA-Boxen und Verstärker. Dieser Großbetrieb hatte entsprechend seiner Produktvielfalt im Vogtland mehrere Standorte. Die Fertigung und Entwicklung der elektronischen Klangerzeuger und Effektgeräte erfolgte im Werk Schöneck, in dem das VERMONA-Logo erstmals 1972 auf der Orgel ET-6 auftauchte.

In der dortigen Entwicklungsabteilung arbeiteten unter anderem auch Bernd Haller, Lothar Dietrich und Thomas Buchheim, die Gründer der Firma HDB electronic GmbH, die an einigen wesentlichen VERMONA Entwicklungen beteiligt waren. Über die DDR-Grenzen hinaus bekannt waren dabei Bernd Hallers „Phaser 80“ und der „VERMONA Synthesizer“, eine Entwicklung von ihm aus dem Jahre 1975 auf Basis des MiniMoog, welcher im Zuge der sozialistischen Planwirtschaft allerdings erst 1983 produziert wurde.

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AMAZONA.de:
Wie kam es zum vorläufigen Ende von Vermona?

Thomas:
Das Ende für VERMONA kam mit dem Ende der DDR. Die Planwirtschaft hatte ja nicht vor den Werktoren der Harmonikawerke halt gemacht, sondern spielte sich mitten darin ab. Standen Elektronenorgeln in den 50er und 60er Jahren ihren westlichen Konkurrenten in nichts nach, begann Mitte der 70er Jahre das Hinterherlaufen. Die Materialbereitstellung wurde von Jahr zu Jahr schlechter. Devisen für westliche Bauteile gab es nicht, dafür aber von „oben“ verordnete Produktvorgaben fürs Volk – weit weg von der Realität und den Wünschen der Musiker.

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