Interview: DJ Tokzid

14. Februar 2010

ACID forever ... DJ Tokzid im Interview

ACID will never die …
Das ist das Motto von Tokzid, und genau so heißt auch ein Track von ihm. Der 1977 in Bochum-Wattenscheid geborene DJ und Musiker setzt bei seinen Produktionen gerne auf den Technostil ACID. Wie und warum erzählt er uns Björn, so heißt er richtig :-), hier in diesem Interview.

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AMAZONA.de:
Hallo Björn, du bist ja jetzt schon lange im DJ-Geschäft und produzierst auch eigene Tracks. Was hast du zuerst gemacht, DJ oder Musik?

Tokzid:
Also zuerst habe ich mich jahrelang als DJ nützlich gemacht. Damals als ich neunzehn war, lebte ich noch in Flensburg und war noch bei der Bundeswehr. Ich merkte schon früh, dass mir das Feiern allein nichts brachte und ich mehr beim DJ oben gestanden habe, anstatt mich auf der Tanzfläche aufzuhalten.

AMAZONA.de:
Wann und wie bist du dann dazu gekommen, eigene Musik zu machen?

Tokzid:
Mit 17 bin ich zuhause in Dortmund immer in den Soundgarden gefahren, den es leider nicht mehr gibt. Ich konnte diese Mainstream-Musik schon früher nicht leiden, und da war man in der Halle 2 genau richtig. Ich liebte diese dunklen Gänge und das mehr minimal gehaltene Licht. Als ich damals DJ war, interessierte mich schon immer, wie die Leute so ihre Tracks gemacht haben. So entschied ich mich, für wenig Geld ’ne Roland MC303 zu kaufen. Damit habe ich dann sehr viel herum experimentiert. Eines Tages schrieb mich Guido aka Fort Pempelson an. Da wir beide sehr interessiert an diesen Tönen waren, die aus der TB 303 so herauskamen, bat er mich, zwei DIY Baukästen einer ML303 zusammen zu bauen (ist eine Selbstbauversion der TB 303). Er wusste, dass ich früher für die Luftfahrt gearbeitet hatte. Eine sollte ich für ihn zusammenbauen und eine sollte meine sein … für meine Arbeit. Ich habe dann in nächtelanger Arbeit die 2 DIY (DO IT YOURSELF) ML303 (mehr Infos am Ende in der Verweisliste) zusammengebaut. Nachdem die beiden Kästen mehr oder weniger fertig waren und man ständig das Gezwitscher des Kastens aufgrund der Kalibrierung im Ohr hatte, konnte ich einfach nicht mehr ohne dieses Ding. So fing ich an, ACIDtracks zu schreiben, es machte mir so viel Spaß, dass ich das Auflegen vernachlässigte und lieber mit meinen Kisten auftrat – anfangs viel auf Privatpartys und kleineren Clubs, später auf der Nature One, Ruhr in Love und was man nicht vergessen darf die ACiD Wars.

AMAZONA.de:
Was macht dir mehr Spaß … Musik machen oder Auflegen?

Tokzid:
Also ich finde beides ganz klasse. Allerdings mag ich es viel lieber, live zu spielen.
Es ist schon etwas anderes, ob man die Tracks anderer oder seine eigenen präsentiert, wobei das Auflegen schon ab und zu sehr angenehm ist und auch Freude bereiten kann.

Klangbeispiele
Forum
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    Sorry, aber man sollte als absoluter „Kenner“ wie unser Herr DJ hier, bitte die FutureRetro Revolution nicht vergessen. Die kommt einer echten 303 ebenfalls sehr nahe. Die Softwareemulationen mit einer echten analogen Hardware zu vergleichen ist eh ein Witz. Jeder, der hier jemals einen A/B Vergleich gemacht hat, merkt den Unterschied zwischen Hard- und Software. Daher setzen nicht nur Ewiggestrige immer noch sehr gerne (analoge) Hardware ein, sondern eigentlich alle, denen authentische Sounds sehr wichtig sind.

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      Tokzid

      Also, wenn man die 303 ohne sonstige Effektgeräte hört, das heisst ohne Distortion usw. dann hört man schon den Unterschied, zumindest an einer „guten“ Anlage. Da die Software schon etwas dünn wirkt im oberen CutOff-Bereich. Allerdings wenn mir einer erzählen will er hört den Unterschied in nen Club, kann ich darüber nur lachen. Denn das ist absolute Idiotie, von Leuten die sich an der Hardware festgefressen haben. Die Future Retro Revolution habe ich aus einen Grund nicht genannt, weil sie persönlich nicht mein Fall ist. . . allerdings ist auch dieses Geschmackssache.

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        Erstmal sorry für meine etwas aggressive Ansprache, aber mich regt es auf, wenn gesagt wird Software würde wie Hardware klingen. Das stimmt einfach nicht.
        Bei der 303 habe ich mit der Software von D16 angefangen, dann zur ABL2 gewechselt und anschließend habe ich mir dann eine originale 303 gekauft. Um die zu schonen und um Midi zu haben haben kaufte ich dann die Future Retro Rev. 2. Die war so ähnlich, dass ich die 303 verkaufen konnte… (auch ohne Effekte…)

        Und was den Club und die Relaeses angeht. Noch nie war das Niveau so schlecht wie die letzten 5-8 Jahre. Und dies liegt u.a. an der Produktion mit Software. Hör dir mal ne gute Produktion von Ende der 80er an z.B. InnerCity Good Life und dann eine aktuelle Produktion, dann hört man den Unterschied.
        Das alte Zeug ist technisch wesentlich besser produziert worden und kickt. Das neue Zeug klingt meistens nur fett, kickt und grooved aber gar nicht. Oder im Acid-Bereich von 808 State das Newbuilt-Album. Nein nicht nur blind an Reso und CutOff rumdrehen und Effekte drauflegen…

        Nichts für ungut, aber den aktuellen Club-Sound sollte man besser nicht für Vergleiche heranziehen, denn dann wird es für die aktuellen Produzenten ob im Mainstream oder Underground einfach nur peinlich…

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          Tokzid

          Das neue Zeugs kickt in deinen Augen nicht, es liegt aber nicht an der Softweare sondern an den User der diese Software nutzt. Viele Sachen klingen heutzutage einfach schlecht, weil viel zu viele mittlerweile meinen Musik machen zu „können“ dadurch ist der Markt auch so übersättigt und gute Produktionen suchst du vergebens, das ist leider der Nachteil das Musik „produzieren“ durch die Software so vereinfacht wird u viele Leute vom anschließenden Mastering garkeine Ahnung haben und dadurch der Sound sehr verpappt klingt.

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            Ja, die von Dir geschilderten Punkte kommen auch noch dazu, aber das gilt nicht nur für die Allgemeinheit, sondern auch die Produktionen von den sog. Top-Leuten sind Schrott. Aber keiner kann mir z.B. erzählen, dass Nepheton wie meine 808 klingt. Hatte beides und Nepheton klingt viel sauberer, klarer und steriler als die Original 808. Und wenn man hört, dass die Detroiter teilweise Sounds aufgenommen, auf Tape gespielt haben und dann wieder aufgenommen haben usw., dann wird einem klar, warum das alte Zeug so gut klingt. Der Aufwand damals hatte schon seinen
            Sinn…

            Sorry, aber ich habe mit Software angefangen, war deprimiert, dass es nicht so klingt wie die Sachen, die mir gut gefallen haben und habe dann auf Hardware gewechselt. Leider noch nicht ganz, denn eine Tape-Machine fehlt mir noch und auch entprechendes hochwertiges Outboard-Equipment. Wobei man hier sagen muss, dass das Zeug von Universal Audio wirklich richtig gut ist. Hier würde ich sogar Software gelten lassen.

  2. Profilbild
    Tokzid

    Komm wir beide machen mal ne Test, grins

    schreib mich mal unter Tokzid@arcor.de
    an und ich schicke dir nen Track und du sagst mir was da Hardware u was Software ist, ok?
    Ich schicke sie dir als MP3 360KB damit du nicht sagen kannst, die Quali war Mist. :o)

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