Für den kreativ Prozess ist der Player ausgestattet mit unzähligen kleinen raffinierten Finessen. Von den extremen Loopveränderungen, die man über die Sequence-Funktion machen kann bis zur „Inspire-Funktion“. Die erlaubt es, einen Loop auf der Klaviatur zufällig mit einem anderen Loop aus allen geladenen Soundbänken zu ersetzen. Damit tricksen wir die Routinen des Produzierens aus. Jeder kennt das, man fällt schnell in seine Routinen zurück und wendet altbewährte Techniken an. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Kreativität. Dem wollten wir damit entgegenwirken.
Nicht zuletzt darf man vergessen, was passiert, wenn ein Musiker einen Loop hört. Dann rüttelt’s im Kopf und man denkt sich „oh wow, da jetzt noch den Basslauf, den Drum Groove – das kickt!“ – und das alles entsteht aus einem Loop! Wenn man es so will, produzieren wir nicht nur Loops, wir schaffen viele kleine Inspirationsquellen. Zusätzlich hast du bei Ueberschall Loops auch nicht diese rechtlichen Unsicherheiten. Früher wurde von Vinyl gesampelt und es schwang dann immer dieses Copyright Problem mit. Das gibt es hier nicht.
AMAZONA.de:
In Euren AGBs steht ja jede Menge über die Lizenzierung Eurer Sounds. Könnt ihr das für unsere Leser mal verständlich zusammenfassen? Mal angenommen, ein Komponist setzt diverse Eurer Loops zusammen und verkauft das an BMW als neues Audio-Logo für 100.000 € – was passiert dann?
Uwe:
Bei einer Sound Library im Wert von 49 € wäre er dann um 99.951 € reicher, nicht schlecht. Solange er nicht ein Sample/Loop 1:1 übernimmt und weiterverkauft, denn das darf er laut unseren AGBs nicht. Es muss schon eine erkennbar kreative Eigenschöpfung am Ende stehen. Gerade ein Audio Logo muss sich ja auch in der Einfachheit von der Masse unterscheiden. Es geht ja auch immer darum, sich von anderen zu unterscheiden. Sample Librarys dienen da als Basis, um schnell Ideen auszuprobieren und umzusetzen. Will man aber ein Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen, kommt man nicht daran vorbei, auch diese Samples/Loops intensiv zu bearbeiten. Der einzige Vorteil hier ist, dass du die ganzen Aufnahmen nicht noch selber machen musst. Dieser Schritt wird doch von vielen deutlich unterschätzt.
AMAZONA.de:
Wer steckt denn eigentlich hinter Liquid und Elastik Player? Sind das Eure Jungs oder gebt ihr das in Auftrag?
Wenzel:
Die Programmierung unserer Sample Player läuft außerhalb von Ueberschall. In tagelangen, intensiven Sessions planen und konzipieren wir die Player und überlegen uns, was für Features wir integrieren wollen. Dabei entwickeln wir einerseits eigene Ideen, aber hören auch auf Ideen von der Community, also die Leute, die auch täglich mit dem Tool arbeiten. Multiple Outputs zum Beispiel war so ein Feature, das aus der Community entstand.




























