Interview: Yamaha Japan

Amazona:
Gutes Stichwort: Wie wird der Samplecontent für Workstations aufgenommen? Alles hier bei Yamaha?

Shogo:
Nein, wir haben dafür weltweit Partner, wo das aufgenommen wird. Der Content in Motif oder Tyros ist ja sehr groß, das könnte man gar nicht an nur einem Ort erledigen.

Amazona:
Wie bekommt ihr den Content so homogen, wenn das aus vielen verschiedenen Studios kommt? Da klingen eurer Workstations meinem Empfinden nach einen Tick besser als andere.

motif7

Yuji:
In unserem Sound Design Department werden die Samples noch sehr aufwendig nachbearbeitet. Das Editing nimmt vielleicht sogar mehr Zeit in Anspruch als die Aufnahmen an sich. Es wird wieder und wieder gegengehört und angepasst.

Shogo:
Was auch wichtig ist, eine Voice ist bei uns nicht nur eine Waveform. In der Regel gehört auch eine Phrase von dem Arpeggiator dazu. Man kann die Samples eigentlich nicht einzeln betrachten, sondern sie bilden mit der Phrase eine Einheit. Die Phrasen werden von Profimusikern eingespielt, das ist auch noch mal mit einem großen Aufwand verbunden. Das entsteht in Teamarbeit mit den Sounddesignern und trägt natürlich auch zum Gesamtklang bei.

Amazona:
Yamaha hat als einziger MI-Hersteller eine eigene Chip-Produktion. Wie wichtig ist das für euch? Könntet ihr nicht einfach handelsübliche Chip-Technik verwenden?

Shogo:
Wir wollen natürlich die bestmögliche Klangqualität erreichen, dass wirklich alles 100%ig unseren Anforderungen entspricht. Das ist entscheidend bei der Wahl der Technologien. Mit unseren eigenen Chips können wir das sicherstellen und müssen keine Kompromisse eingehen.

Yuji:
Bei verwandten Produkten können auf die gleichen Chips zugreifen und haben dann natürlich auch die gleiche Qualität. Bei neuen Instrumenten können wir aber auch schnell einen Chip entwerfen, der den Anforderungen entspricht. Aber ebenso macht die Chip-Technologie ständig Fortschritte, die wir dann in den neueren Modellen ausnutzen können. Das ist also die optimale Situation für uns Entwickler.

Amazona:
Wäre es dann nicht ein Leichtes für euch, einen Synthesizer-Voice-Chip à la Curtis zu entwerfen und dem momentanen Trend nach uns mit einem polyphonen Analogsynthesizer beglücken?

Yuji:
An Analogsynthesizer denken wir derzeit gar nicht. Und diese Art von Chip mit VCO, VCF und VCA ist tatsächlich eine ganz andere Art von Technologie, wie wir sie heutzutage herstellen und verwenden.

Shogo:
Aktuell habe wir keine Pläne etwas derartiges wie Analogsynthesizer zu bauen. Wenn überhaupt, dann würden wir über Virtual Analog nachdenken.

Ginza Violines

Ein Teil des Angebotes an Streichinstrumenten bei Yamaha in der Ginza

Forum
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    greekotronic  

    Wie wär’s denn mit einem 8-stimmigen VL-Synth mit FM & Formant Shaping und viele Knöppen? Träumen darf man doch noch….

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    TobyB  RED

    Sehr schön der Jim… Kebu ist schon ein cooler Player. der SY1 klingt schon cool.

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    AMAZONA Archiv

    Nettes Interview, auch wenn der Informationsgehalt letztendlich nicht sehr weit über Smalltalk hinauskommt. Aber ihr scheint Spaß gehabt zu haben, und das ist ja auch schon was.
    Und jetzt ist es an der Zeit, mich mal so richtig unbeliebt zu machen:
    Kebu war mir bisher noch kein Begriff, aber dank YT konnte ich mir einiges anschauen, wovon mir aber wirklich nix gefiel. Ich steh halt nicht auf dieses Oldschool-Synthie-Gebimmel.
    Aber der Track mit dem SY+1 ist (so nett das Video auch gemacht ist) wirklich schlimm. Als proof-of-concept (dass man abzüglich Drums einen ganzen Track mit dem Ding machen kann) vielleicht noch tauglich; musikalisch aber wirklich schmerzhaft.
    Ich kennd as Gerät selbst nicht, aber es scheint ähnlich wie Rolands SH1000/2000 u.ä. über die damaligen „Natursounds“ zu verfügen. Nette Sache, aber wirklich nur in der historischen Retrospektive.

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      TobyB  RED

      Hallo Andreas,

      Sicher, Kebu polarisiert. Das ist auch gut so, ich finde den schon ganz gut, er ist sicher nicht der Weltbeste Keyboarder, hat aber ein gutes Spiel. Die Coverversionen sind sicher nicht Jedemanns Sache. Seine eigenen Tracks find ich dagegen recht gut. Unbeliebt geht anders. Ich fand, trotz Gurkenmaske,Jims Interview kurzweilig, auch wenn der Informationsgehalt sehr dürftig war. Wenigstens ist mir jetzt klar warum es von Yamaha kaum/keine neuen Synths gibt.

      Grüsse ToB

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    Betancourt  

    Was mich interessieren würde: galten denn Synthesizer auch zu DX7-Zeiten schon eher als Nischenprodukte (bei Roland scheint das ja ebenso gesehen zu werden) oder ist das der Entwicklung der letzten 10-15 Jahre in Form der „Computerisierung“ der Studios geschuldet?
    Wenn man die Antworten so liest, kann man sich ja fast schon Sorgen darüber machen, daß Yamaha sich irgendwann ganz aus diesem Bereich zurückzieht. Es wäre ja nicht das erste Mal, daß etablierte und kompetente Unternehmen den Bereich der (elektronischen) Musikproduktion aufgeben wie das Sony, Kawai, Casio oder auch Panasonic mit Technics schon früher getan haben. Und das, obwohl alle diese Unternehmen sehr gute bis spitzenmäßige Produkte entwickelt hatten (z.B. die Sony Oxford Konsole).
    Es bleibt dann wohl auch abzuwarten, ob es nochmal einen neuen Motif geben wird, wenn man bei Yamaha das Zeitalter der großen Workstations abgelaufen sieht. Nun gut, wir werden es ja sehen, aber ich hoffe doch sehr, daß Yamaha sich auch in Zukunft weiterhin in der Nische herumtreibt.

  5. Profilbild
    der jim  RED

    Natürlich werden von Yamaha keine konkreten Auskünften zu ungelegeten Eiern gemacht, wie bei anderen Firmen auch nicht. Ich denke aber, das (neben der Ankündigung zum 17. Juli) da doch noch was demnächst kommen könnte.
    Aber der Blick in der Ginza-Zentrale, das war schon ein Reality-Check, zu sehen wo Prioritäten sitzen.
    Ganz den Synth-Sektor aufgeben wird Yamaha sicherlich nicht. Selbst Casio hat ja letztes Jahr wieder die Fühler ausgestreckt, zwar zaghaft/halbherzig aber immerhin.

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