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Kaufberatung: Das richtige Arranger/Entertainer-Keyboard für dich?

12. Januar 2022

Vom Tool für Alleinunterhalter zur Multimedia-Plattform

Alte Hasen und Orgelliebhaber kennen sie bestimmt noch: Arranger- bzw. Entertainer-Keyboards. Wer jetzt an Alleinunterhalter und „Tanze mit mir in den Morgen“ denkt, liegt nicht so ganz falsch. Arranger-Keyboards haben ihre Wurzeln in der Welt der elektronischen Orgeln und Keyboards der 1970er -und 1980er-Jahren und sind untrennbar mit den vielen Alleinunterhaltern verknüpft, die mit diesen landauf und landab unzählige Gesellschaften mit Live-Musik erfreut haben. Was heute von DJs mit MP3s bestückt erledigt wird, war damals das (gut gehende) Geschäft für Solokünstler mit weißen und schwarzen Tasten samt halbwegs tauglicher Gesangstimme. Und genau hier finden sich die Wurzeln der Arranger Module. Stürzen wir uns also ins Getümmel und klären, was genau ein Arranger macht und für wen er sich in der heutigen Zeit eignet.

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Von der Heimorgel zum Arranger-Keyboard bzw. Entertainer-Keyboard

Der Begriff „Arranger“ ist schon etwas eigentümlich, bedeutet er ins Deutsche übersetzt doch „Arrangeur“. Der Arrangeur ist dafür zuständig, eine Komposition zu instrumentieren, also für eine bestimmte Besetzung umzusetzen. Ein Arranger-Keyboard macht so etwas im Prinzip auch – mehr oder weniger automatisch. Um besser zu verstehen, was genau einen Arranger ausmacht und wo diese spezielle Instrumentengattung überhaupt herkommt, schauen wir uns die Geschichte der Arranger etwas genauer an.

Klaus Wunderlich und der Orgel-Boom

Zunächst einmal gehen wir etwas zurück in der Zeit, genau genommen mindestens 50 Jahre. In den 1970er-Jahren löste Klaus Wunderlich mit seiner Hammond Orgel einen regelrechten Boom in der Heimorgelbranche aus. Mit seinen Interpretationen von aktuellen Hits und Evergreens der Unterhaltungsmusik auf der Hammond Orgel spielte er sich mehrfach in die Top 50 und sogar einmal in die Top 10 der deutschen Charts. 13 goldene Schallplatten, eine silberne Schallplatte sowie eine goldene Musikkassette zeugen von seinem ungeheuren Erfolg. Spielte Wunderlich zunächst mit einer Begleitband und nutzte die Hammond Orgel als Ersatz für die ständig verstimmten Klaviere, änderte sich später alles mit der Einrichtung seines ersten Heimstudios. Anfang der 1970er-Jahre begann Wunderlich mit der noch jungen Mehrspuraufnahmetechnik zu experimentieren, kaufte sich einen Moog Synthesizer und diverse Heimorgeln von Wersi (Wersi Helios W248S) und Lowrey (Lowrey H25-3) und begann damit, deren Sounds mit denen seiner Hammond H-100 zu mischen. Dazu spielte er Percussion und schuf das, was bis heute als Wunderlich-Sound bekannt ist. Bei Live-Auftritten nutzte Wunderlich das Instrumentarium, das die damaligen Heimorgeln boten: Ein einfaches Rhythmusgerät, das Basspedal und die beiden Manuale.

Begleitautomatik

Schon die frühen analogen Heimorgeln der 1970er-Jahre besaßen einfache Begleitautomaten, die den Organisten bei seinem Spiel unterstützen sollten. Häufig waren diese auf einige wenige Rhythmen beschränkt und boten eine mehr oder weniger authentische Begleitung durch Imitation akustischer Instrumente wie Gitarre oder Bass sowie Schlagzeug.

Daran nicht ganz unbeteiligt war die Firma Ace Electronics, deren Rhythmusmaschinen Mitte der 1960er-Jahre viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Firmengründer Ikutaro Kakehashi entwickelte Rhythmusmaschinen mit Presets, die auf den aufkeimenden Heimorgelmarkt zielten und mit ihren schicken Holzgehäusen samt Notenablage einfach auf die Orgel gestellt werden konnten, um diese mit Rhythmen zu erweitern. So wurde die Firma Hammond auf Ace Electronics aufmerksam und integrierte die Rhythmusmaschinen des Unternehmens in ihre Orgeln. Eines seiner letzten Projekte aus dieser Zusammenarbeit war die Hammond Piper Organ, quasi ein Vorläufer der Home Keyboards: ein Manual, Preset-Sounds und Begleitautomatik.

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Ikutaro Kakehashi verließ Anfang der 1970er-Jahre seine Firma Ace Electronics und gründete Roland. Auch dort blieb er dem Thema Rhythmusmaschinen und später auch Arranger Keyboards/Arranger-Module treu. Eines der bekanntesten Instrumente der Anfangszeit ist die Roland CR-78.

Eine Begleitautomatik ergänzt also zu dem Schlagzeugrhythmus weitere Begleitspuren in der ausgewählten Stilistik, zum Beispiel Disco, Marsch, Walzer oder Rumba. Wie erwähnt bestanden diese Begleitspuren zu Beginn in der Regel aus einer einfachen Gitarrenimitation und einem Bass. In der Frühphase der Begleitautomatik in Orgeln wiederholte sich das Pattern nach ein bis maximal zwei Takten. Einige Orgeln besaßen immerhin eine Break- sowie eine Fill-in-Taste. Bessere Modelle einen Einzähler von einem Takt, ein kurzes Intro sowie ein Ending.

Zu einer solchen Begleitautomatik gehörte natürlich eine Akkorderkennung. Oft beschränkte sich diese auf Dur- und Moll-Akkorde sowie einfache Erweiterungen wie Septimen, Sexten oder Sus-Akkorde. Manche Modelle boten einfach Ein-Finger-Systeme. So konnte durch das Drücken von einer einzelnen Taste auf dem unteren Manual oder dem Basspedal ein Akkord erzeugt werden. Häufig wurden zwei Tasten benötigt, um zwischen Dur- und Moll-Akkorden unterscheiden zu können. Außerdem waren die Ein-Finger-Systeme verschiedener Hersteller nicht untereinander kompatibel (und sind es bis heute nicht).

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Analoges Schlachtschiff der Orgel-Ära: Die Wersi Helios. Schon diese Orgeln besaßen eine Begleitautomatik. Bild: Wikipedia

Home Keyboards als Orgelkiller

Mit den 1980er-Jahren und der aufkeimenden Digitaltechnik veränderte sich der Orgelmarkt zunehmend zu Orgeln mit digitaler Klangerzeugung. Marktführer waren Firmen wie Wersi und Dr. Böhm. Klaus Wunderlich, der schon in der Vergangenheit mit der analogen Wersi Helios auf Tour war, promotete nun die digitalen Modelle. Ein weiterer Musiker dieser Zeit war Franz Lambert, der ebenfalls für Wersi spielte. Mit den riesigen Top-Modellen des Herstellers begeisterten sie in Fernseh-Shows ein Millionenpublikum und hielten somit die Heimorgel weiter am Leben, obwohl deren Ende schon absehbar war: Home Keyboards eroberten den Markt im Sturm. Sie waren nicht nur erheblich leichter zu transportieren als die schweren und großen Orgeln, sondern auch viel günstiger in der Anschaffung. Sie verzichteten auf das zweite Manual sowie das Basspedal und setzten stattdessen verstärkt auf die Begleitautomatik. Obwohl auch die Top-Modelle von Wersi und Co schon gute Begleitautomatiken mit Chord Memory oder auch Sequencern besaßen, waren die Keyboards den Orgeln in diesem Punkt schnell überlegen. Durch das Fehlen eines zweiten Manuals und des Basspedals waren Keyboarder auch viel mehr auf diese angewiesen als der Organist, der mit dem Fuß (den Füßen) und der linken Hand immerhin für eine variantenreiche Begleitung der mit der rechten Hand gespielten Melodie erreichen konnte. Gerade der bereits erwähnte Klaus Wunderlich war Experte darin.

Durch die nun digitale Klangerzeugung klangen die Begleitrhythmen schon erheblich realistischer. Das Keyboardspiel war zudem viel leichter zu erlernen als das Orgelspiel. Orgelschulen wurden durch Keyboardschulen ersetzt und was früher die Wolfgang Schneider „Orgelschule für elektronische Heimorgeln“ mit sechs Bänden und vielen Zusatzbänden war, ist bis heute die Axel Benthien Keyboard-Schule „Der neue Weg zum Keyboardspiel“. Die für Keyboarder wichtigere Akkorderkennung wurde immer weiter ausgebaut und die oft als Styles bezeichneten Begleitrhythmen variantenreicher. Durch die immer leistungsfähiger werdenden DSPs konnten mehr Spuren für die Begleitung in Echtzeit berechnet werden, sodass nun der Keyboarder auf Wunsch von einer kompletten Bandbesetzung oder einem Orchester begleitet wurde.

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Ein frühes Modell der Yamaha Portasound Keyboard-Reihe. Mit FM-Sounds und PCM-Drums war das Einsteiger-Keyboard den meisten analogen Orgeln bereits überlegen. Außerdem gab es bereits einen Recorder, bei dem sich einzelne Tracks aufzeichnen ließen.

Die ersten Arranger Module: Orgel-Expander

Traditionelle Orgelhersteller wie Wersi, Dr. Böhm, Elka, Orla, Farfisa, Eminent und andere wurden durch diese Entwicklung überrascht und stark unter Druck gesetzt. Zwar hatten auch sie schon in der Vergangenheit teils legendäre einmanualige Orgeln auf den Markt gebracht, die Raffinesse der Home Keyboards besaßen sie aber nicht. Während die Firmen Wersi und Dr. Böhm mit ihrem Selbstbaukonzept schnell Erweiterungen ihrer bestehenden Orgelmodelle schufen und den Besitzern zur Aufwertung der älteren Orgelmodelle anboten, gab es eine weitere Gattung von Instrumenten, die nicht zuletzt durch die Entwicklung von MIDI überhaupt erst möglich wurde: Orgel-Expander. Im Prinzip handelte es sich bei den Orgel-Expandern um die komplette Technik der Orgel eingebaut in einen Koffer.

Ich selbst habe zwei dieser interessanten Geräte damals genutzt, um die Möglichkeiten meiner Dr. Böhm Topsound DS Orgel, die ich gemeinsam mit meinem Vater mit MIDI aufgerüstet hatte, zu erweitern. Eines dieser Geräte kann als früher Arranger gesehen werden und hört auf den Namen Elka OMB-5. „Digital and Programmable Accompaniment Unit“ steht als Untertitel auf dem Gerät. So konnte man nicht nur Preset-Sounds spielen, die den damaligen Elka Orgelmodellen entnommen waren, sondern auch eine recht moderne Begleitautomatik mit Programmierfunktion für eigene Rhythmen und Begleitungen einsetzen. Komplette Songs ließen sich als „Arrangement“ speichern und dazu spielen. Anders als ein anderer Mitbewerber unter den Orgel-Expandern besaß der Elka OMB-5 eine dreioktavige Tastatur, über die man das Gerät programmieren und auch die Begleitautomatik steuern konnte – außerdem natürlich MIDI.

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Ein anderer damals erhältlicher Orgel-Expander war der Technics SM-AC 30. Technics hat für diesen die Technik einer seiner damaligen Heimorgeln in einen Koffer von der Größe eines Werkzeugkoffers integriert. Im Prinzip handelte es sich hier um das Orgelmodell Technics EX-30L. Vermarktet wurde der Orgel-Expander als „MIDI PCM Orchestra“. Auch bei Technics gab es eine Composer Sektion (Sequencer), eine Begleitautomatik, Preset-Sounds und den Voice Settings Computer, mit dem sich komplette Settings speichern ließen. Doch die Zielgruppe waren nicht nur Organisten, sondern eine ganz andere Gattung von Tasteninstrumentalisten: Akkordeonspieler. In einer Anzeige in der Zeitschrift „Keyboards“ (Keyboards 9/1987) heißt es: „MIDI-Orchestra-Box AC30….und aus ihrem Akkordeon klingt Orchestersound!“. Ein anderer Slogan lautete „….und ihr Akkordeon dirigiert ein Orchester“. Außerdem: „Technics macht MIDI tanzbar“.

Arranger Module

Parallel litt ein anderer Hersteller, der erst 1981 spät in den Orgelmarkt eingestiegen war, unter dessen Zusammenbruch Mitte der 1980er-Jahre: Ketron. Der italienische Hersteller war 1981 mit einer transportablen Orgel in den zu dieser Zeit noch boomenden Markt eingetreten. Man machte aus der Not eine Tugend und baute kurzerhand die Begleittechnik aus den Orgeln in einen Expander für Akkordeonisten und andere Tasteninstrumentalisten. Dieses Produkt hörte auf den Namen Ketron Programmer 24 und wurde in Deutschland als „PCM-Rhythmus/Begleitautomatik“ beworben. Eine Besonderheit, die in der Werbung auch explizit erwähnt wurde, war die optionale Steuerung über ein Basspedal. Das sollte es auch Gitarristen ermöglichen, den Ketron Programmer 24 als Begleitautomatik zum eigenen Gitarrenspiel zu nutzen. Die Maschine ist für Liebhaber des 80er Retro-Sounds auch heute noch interessant.

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Es folgte mit dem Ketron MS 40 (Multimedia Music Station) ein weiterer erfolgreicher Arranger, der auf den Keyboards Ketron MS 50 und Ketron MS 60 beruhte. Dieser verfügte sogar über spezielle Modi für ein MIDI-Akkordeon und eine MIDI-Gitarre. Ein hintergrundbeleuchtetes 2×40 Zeichen-Display, viele PCM-Presets, Preset Styles, User Styles, ein kleiner RAM-Speicher für User Samples und ein Diskettenlaufwerk gehörten Mitte der 1990er-Jahre zur Top-Ausstattung.

Auch andere Hersteller entwickelten auf der Basis ihrer Keyboards solche Arranger Module: Aktuelle Sounds, aktuelle Begleitrhythmen, Sequencer in einem kompakten Modul, ansteuerbar per MIDI. Diese Arranger Module konnten also von Besitzern von MIDI-Keyboards, Akkordeonisten sowie Organisten gleichermaßen genutzt werden. Ein Hersteller, der dabei besonders stark auf die Unterhaltungsbranche abzielte, war Roland. Roland war mittlerweile ebenfalls auf den Home Keyboard-Zug aufgesprungen und baute mit den mittlerweile reichhaltigen Erfahrungen aus dem Bereich der Rhythmusmaschinen und der gerade angesagten LA-Synthese des Roland D50 seine erfolgreiche Home Keyboard-Linie auf: Zur ersten Generation ab dem Jahr 1988 gehörten die Modelle E-5, E-10, E-20 und E-30. Außerdem die beiden Modelle RA-50 und Pro-E Arranger. Während die Keyboards noch als „Intelligent Synthesizer“ vermarktet wurden, trugen die Geräte RA-50 und Pro-E das Label „Arranger“. Schließlich stand das „RA“ in der Produktbezeichnung RA-50 für „Real-Time Arranger“. Sequencer, Begleitautomatik, 128 Preset Sounds mit LA-Synthese, zwei Splitpunkte, MIDI Multimode und eine Erweiterbarkeit über zum E-20 kompatible Style Cards machten den Roland RA-50 zu einem wahren Renner. Die Zielgruppe? Pianisten mit Digitalpiano, Akkordeonisten, Organisten und Keyboarder, Tanzmusiker. So wurden die von Roland erhältlichen Style Cards auch als „arrangiert von Tanzmusikern für Tanzmusiker“ beworben.

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Eine wichtige Rolle spielen bei den Arrangern (ob in Form eines Keyboards oder Arranger Moduls) auch das Standard MIDI-File (SMF) sowie das GM/GS/XG Format, welches nach vielen Jahren des MIDI Program Change Horrors endlich gekaufte MIDI-Files auf zu diesen Formaten  kompatiblen Geräten ähnlich klingen. Zuvor musste in mühevoller Kleinarbeit jeder MIDI-Spur eines Standard MIDI-Files ein neuer Programmwechselbefehl mit einem möglichst passenden Sound zugewiesen werden oder man musste MIDI-Files mit spezieller Anpassung für die eigene Hardware kaufen. Durch die Verbindung von MIDI-Files mit Arrangern entstand ein komplett neuer Markt. Große Anbieter wie Geerdes oder HitBit haben ihren Ursprung in dieser Zeit und sind bis heute erfolgreich am Markt vertreten. Wurden die MIDI-Files zu Beginn noch auf Disketten vertrieben, reicht heute ein Klick zum Download aus. Spezielle Anpassungen an ausgewählte Top Arranger-Keyboards wie Tyros, Genos oder die Korg PA-Serie sind nach wie vor erhältlich.

Weiterentwicklung zur Multimedia Maschine

Obwohl schon der Ketron MS 40 Arranger als Multimedia Music Station bezeichnet wurde, kamen richtige Multimedia-Geräte erst später. Nach dem Abspielen von MIDI-Files im GM-Standard, die sich bei Alleinunterhaltern sehr großer Beliebtheit erfreuten, war das Abspielen von WAV- und MP3-Dateien für die meisten Hersteller von Arrangern (und Arranger Keyboards) der nächste Entwicklungsschritt. Das hatte vor allem auch damit zu tun, dass der typische Alleinunterhalter von den DJs zunehmend verdrängt wurde. Die möglichst originalgetreue Wiedergabe eines Musikstücks und weniger die eigenen Spielfähigkeiten waren gefragt. Auch Karaoke stand zum Jahrtausendwechsel hoch im Kurs und somit sollten möglichst auch Karaoke-Formate für das gleichzeitige Anzeigen von Songtexten auf einem Fernseher wiedergegeben werden können. Und wie wäre es mit dem Abspielen von Videos? Mit den heutigen Geräten kein Problem. Die Bedienung erfolgt in der Regel über Touch Displays.

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Eine moderne Variante eines Arranger Moduls: Der Ketron SD90 Arranger

Aktuelle Arranger-Generationen verfügen außerdem über eine ausgeklügelte Akkorderkennung, die sogar bei pianistischer Spielweise Akkorde aus dem Gespielten ableitet. So müssen Pianisten nicht erst das Keyboardspiel erlernen, sondern können sofort loslegen. Insbesondere Jazz-Pianisten profitieren davon und müssen sich zwischen dem Spiel im Jazz Trio und dem als Solo-Pianist nicht umstellen.

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Ein modernes Arranger Modul von Ketron, das vielfältige MIDI-, Audio- und Videoformate abspielen kann und sich zu Recht Multimedia Player nennt.

Arranger-Keyboards & Module für DJs, Sänger etc.

Genutzt werden Arranger nun längst nicht mehr nur von Alleinunterhaltern mit Keyboards, sondern auch von kleineren Bands, Karaoke DJs, Sängerinnen und Sängern und anderen Musikern, die solistisch unterwegs sind. Und wer als Solist gerne mehrstimmigen Gesang möchte, freut sich über die eingebauten „Vokalisten“, die zusätzliche Gesangstimmen auf Basis von Begleitakkorden generieren. Auch als Kompositions-Tool lassen sich Arranger prima einsetzen. Mit ihren vielen Styles ist eine erste Idee schnell zu einem Demo ausgearbeitet. Jazz-Pianisten oder Gitarristen freuen sich über die zusätzlichen Begleitmöglichkeiten beim abendlichen Gig in der Hotel-Lobby und für Sänger sind sie als Multimedia-Plattform eine gute Alternative zum Abspielen von Playbacks als MP3. Auch für das Üben zu Hause oder im Musikunterricht stellen Arranger eine gute Möglichkeit dar.

Arranger als Software und iOS-Apps

Die meisten Arranger am Markt sind Hardware, also Keyboards und Desktop-Module. Doch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch einige interessante Software-Produkte der Gattung „Arranger“ zuzuordnen sind:

Zu nennen wäre zum Beispiel die altbekannte Software „Band in a Box“. Mit dieser ist es möglich, auf der Basis von Akkord Sheets komplette Songs automatisch zu arrangieren. Die Software generiert aus den Akkordsymbolen auf der Basis auszuwählender Styles das Arrangement. Das fertige Playback kann später exportiert und als Audiodatei verteilt werden. Auch das Ausdrucken der Sheets ist möglich. Leider besitzt „Band in a Box“ keine Realtime-Steuerung und kann somit nicht als Begleitautomatik eingesetzt werden. Die Software erfreut sich aber gerade bei Jazz-Musikern großer Beliebtheit, da sie sehr gut klingende Arrangements zu Realbook Standards erzeugt.

Sehr ausgereift ist die Software Giglad. Sie verwandelt den PC in einen vollwertigen Arranger. Als Klangerzeugung kommen VST-Plugins und Soundfonts zum Einsatz. Giglad liest Yamaha Styles im SFF2 und SFF3 Format. Die Software kann Audio an eine DAW senden und lässt sich somit auch in Verbindung mit Audiospuren einsetzen. Über einen eigenen MIDI Editor lassen sich eigene Styles erzeugen. Songs werden in YAML, einer einfach erlernbaren und gut lesbaren Skriptsprache erstellt. Es lassen sich auch Chord Progressions erstellen und fertige Arrangements exportieren. Der einzige Nachteil bei Giglad ist, dass die Software ohne Instrumente oder Styles geliefert wird. Diese muss man als VSTs oder Soundfonts integrieren und Styles entweder im Yamaha-Format importieren oder selbst erstellen.

Schon älter ist vArranger 2. Hier handelt es sich um eine Realtime-Begleitautomatik als Software, die sogar die Styles der bekannten Arranger-Keyboards von Ketron, Yamaha, Roland und anderer importieren und wiedergeben kann.

Eine ebenfalls schon alte und recht günstige Software ist OMB (One-Man-Band). Der Funktionsumfang ähnelt dem von vArranger 2 und auch hier lassen sich Styles vom Yamaha Tyros und anderen Arranger Keyboards oder Arranger Modulen importieren und live spielen.

Einen anderen interessanten Ansatz verfolgt der Arranger Groovyband Live. Dieser setzt nicht auf eine Software-Klangerzeugung, sondern funktioniert in Verbindung mit bestimmten Synthesizern und Keyboards von Yamaha. Der Arranger erkennt die gespielten Akkorde und erzeugt auf Basis seiner Styles mit den Sounds der Hardware Synths und Keyboards das Klangergebnis.

Auch für das iPad oder iPhone gibt es interessante Arranger im App-Format, allen voran XMure. XMure nutzt Audiofiles als Grundlage für die Styles und passt diese in Echtzeit an die gespielten Akkorde an. Akkorde können von Hand eingegeben oder live gespielt werden. XMure klingt extrem gut und es macht Spaß, damit zu spielen.

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Software Arranger ohne Realtime-Funktion: Die iReal Pro App für iPhones, iPads und M1 Macs.

Eine sehr gute Alternative zur „Band in a Box“ für iPads, iPhones und M1 Macs ist iReal Pro. Die App erzeugt ebenfalls Arrangements auf Basis von Akkord-Sheets und wählbaren Styles. So lässt sich prima dazu improvisieren. Natürlich kann sie hinsichtlich des Funktionsumfangs „Band in a Box“ nicht das Wasser reichen, ist aber wesentlich intuitiver zu bedienen und gerade für Unterricht, Selbststudium oder einfach zum Jammen prima geeignet.

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Fazit

Arranger haben sich von der simplen Begleitautomatik in analogen Heimorgeln über Keyboards mit komplexen Styles und Sequenzern hin zu einer eigenständigen Multimedia-Plattformen entwickelt, die eine Fülle an Möglichkeiten zur Begleitung und zum (automatischen) Arrangieren von Songs bieten. Sie spielen nicht nur MIDI-Daten ab wie in der Vergangenheit, sondern arbeiten mit Audiofiles, die in Echtzeit dem jeweiligen Akkord angepasst werden. Auch eigene Audioaufnahmen lassen sich einbinden, Videos abspielen, Texte für die Karaoke-Party synchron zur Musik anzeigen oder MP3s abspielen. Arranger sind nicht nur für Alleinunterhalter und andere Solokünstler wie Jazz-Pianisten geeignet, sondern auch als Kompositions-Tool, als Unterstützung für kleinere Bands, zum Jammen oder zum Üben. Durch vielfältige Steuerungsmöglichkeiten sind sie längst nicht mehr nur von Tasteninstrumentalisten zu steuern, sondern eigentlich für jedes Instrument einsetzbar. Selbst als Software für Computer und Tablets gibt es Arranger-Lösungen. Arranger können also durchaus eine Bereicherung für den musikalischen Alltag darstellen.

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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Ein toller Bericht über die Geschichte der Arr, – Entertainment-Keyboards. Eine Ace-Tone Rhythmusmaschine besitze ich seit nicht allzulanger Zeit. Rhythmen wie Rumba, Walzer kann man mit Knöpfen einstellen und leichte Veränderungen vornehmen. Interessant ist bei den Rhythmusmaschinen, dass sie analog sind. Meine Erfahrung dbzgl.: Analog heißt nicht immer drückend, dick und fett aufgetragen. Die Ace-Tone klingt eher weich und unaufgeregt. Heute würde man den Klang verhältnismäßig als „billig“ bezeichnen. Liegt sicherlich auch an den internen Lautsprechern. Zum Thema Arranger,-Entertainment Keys: Mein Yamaha PSR-SQ16, Baujahr 93 oder 94, eines der Ersten, überlebt alles! Es funktioniert noch einwandfrei! Der Klang ist so altmodisch, dass er schon fast wieder modern ist. Das Manko: Diese Keyboards versuchen überwiegend Akustikinstrumente wiederzugeben, und diese werden leider wegen der immer besseren Samplingtechnik im Laufe der Zeit unbrauchbar und machen die Geräte, im Vergleich zu z.B. Synthesizern, völlig wertlos. Jede Software ist hier 25 Jahre später klanglich meilenweit überlegen. Dennoch sind die dutzenden Gummitasten bis heute eine Augenweide. Mal sehen wie lange es noch hält. Fazit: Mit der Yamaha PSR-Serie bekommt man bis heute ein gutes Mittelklasse Entertainment, – bzw. Homekeyboard für Jedermann.

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      Markus Galla  RED

      Das Yamaha PS55, damals mein erstes Keyboard neben meinen Orgeln, habe ich noch lange Zeit als Zweit-Keyboard gemeinsam mit einem Casio CZ-1 mit meiner Tanz- und Show-Band benutzt. Es gab durchaus einige brauchbare Sounds. Die Strings waren für damalige Verhältnisse ganz gut. Auch Flöte oder Trompete. Leider waren viele Synth-Sounds nur monophon spielbar. Immerhin konnte man aber die Release-Phase über einen Regler verlängern. So hatte das Yamaha PS55 den perfekten Sound für das damals angesagte „Keine Sterne in Athen“ von Stefan Remmler.

  2. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    Super Artikel, wenn auch eher geschichtlicher Abriss als Kaufberatung. Etwas zu kurz kamen mir Casio und Yamaha, ohne Trio und Bontempi-Teile in Kaufhäusern wären die Dinger wohl nicht so schnell in die 80er Kinderzimmer gewandert. Recherchieren muss ich nochmal, wie das mit Solton, Ketron und General Music eigentlich war. Ein Highlight übrigens Ende der 90er das Solton SG-1, Keyboard mit integriertem CD-Brenner und eigentlich super Sounds. Später dann GEM Genesys und stand bei mir zur Auswahl zwischen Yamaha Tyros, Technics sx-KN7000 und Ketron SD-1, dies sogar mit XLR-Mikrofoneingang. Es wurde das Technics aus verschiedensten Gründen, das aber dummerweise MP3-Files nur mit Panasonic-DRM auf die Karte schreibt, spezieller Kartenleser und Software erforderlich. Heute lässt es sich unter Windows 10 als natives MIDI-/Audio-Device treiberlos einbinden. Ich habe es verkauft und bin mit meinem Korg Pa1000 Musikant sehr zufrieden. Man bekommt heute schon irre viel Sound fürs Geld, vergleiche Yamaha PSR-6300 aus 1986. Wersi-Keys kommen mit integriertem x86-Rechner und VST-PlugIns.

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      Filterpad  AHU

      So ist es! Casio Homekeyboards gibt es schon ab 50€. Für ungefähr 150€ plus bekommt man schon mehr Sound für’s Geld als wie noch vor 30-40 Jahren. Ein Musikant oder Tyros (=Keyboardtypen) kostet satte 3000-4000€. Wie man es eben möchte. Diese haben hochwertigere Boxen, klingen in der Begleitautomatik „authentischer“ und besitzen natürlich mehr Eingriffsmöglichkeiten. Z.B. (digitale) Zugriegel bei Orgelklängen und div. filtermöglichkeiten bei Synthesizerklängen. Die Anleitung ist dadurch ebenso umfangreicher. Aber Spaß machen diese Geräte bestimmt.

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        Stephan Merk  RED

        Deutliche Unterschiede gibt es aber auch bei den Sounds, wobei die heutigen Casio-Keys auch nicht mehr ganz so statisch klingen. Bei Korg lassen sich die DN2-Sounds live auch nicht so einfach spielen, da muss man eine Balance zwischen Sound und Machbarkeit sehen. Für moderne Arranger sind zwei Hände jedenfalls zu wenig, aber dafür gibt es ja Pads oder Sequenzer. Aber ob man jetzt ewig lange Samples hat oder etwas kürzere, ist glaube für den Ballsaal nicht so entscheidend. ;)

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          Filterpad  AHU

          Verkäufer für Tasteninstrumente müsste man sein. Das ausprobieren neuer Geräte ist quasi Pflicht, um sie dem Kunden erklären zu können und Geld für die täglichen Brötchen gibt’s auch noch dazu. Ich könnte mir das durchaus vorstellen.

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            Stephan Merk  RED

            Da schreibste was, das wäre früher mein Traum gewesen. :D Waren vor knapp 20 Jahren mal im Musikbrunnen Hannover, kamen rein und da stand direkt gegenüber vom Eingang eine Lowrey-Orgel, 56.000 Euro und der Zusatz: „Verkauft“. Später waren wir dann oben im Vorführraum mit vielen Orgeln, fast wie früher in den 80ern und der Verkäufer erzählte, dass die Dame, welche die Lowrey kaufte, eine Roland Atelier in Zahlung gegeben hat. Sie kann zwar nicht spielen, aber dafür SMF-Files ablaufen lassen. – Tja, warum nicht? Auf der Musikmesse, hatte ich hier auch in einem Artikel geschrieben, stand noch eine einzige Orgel von Orla, eigentlich gar nicht schlecht, knapp 10.000 Euro. Aber es stimmt schon, die Teile sind eine echte Materialschlacht und die Elektronik altert schneller als die Gehäuse.

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              Markus Galla  RED

              Ich hatte als Schüler eine Böhm-Orgel. Das war schon ein deutlicher Fortschritt gegenüber der alten Eminent Solina, die ich davor besessen habe. Und „transportabel“ war sie auch. Aber eben auch analog. Ich habe mir dann einen Roland TR505 Drumcomputer dazu gekauft. Später haben mein Vater und ich MIDI eingebaut und es kam ein Arranger als Expander-Version dran. Geld verdient habe ich damals mit der Orgel, aber auch mit dem oben genannten Yamaha PS55 Keyboard. Zur gleichen Zeit habe ich angefangen, mich mit Sequencing zu beschäftigen. Erst mit einem C64 mit C-Lab MIDI Interface, dann mit einem Kawai Q80. Da hingen dann Synths dran wie ein Roland D110, Kawai K1, Casio CZ1. Später dann ein GM-Soundmodul von Yamaha. Aber so richtig begeistert hat mich früher immer die Orgel, so begrenzt sie auch war. 2009 habe ich mir eine Wersi Gala mit Vollpedal gebraucht gekauft. Eigentlich mit 1500€ total überteuert und nach einem Jahr ein Totalschaden (glücklicherweise mit Gewährleistung vom Händler). Der musste sie dann aufwändig reparieren lassen – zu seinem Ärger. Aber die war auch total veraltet. Heute spiele ich an meiner Nord C2. Eventuell kaufe ich mal einen Arranger als Modul dazu oder stelle meinen Korg PA500 Musikant drüber.

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      Markus Galla  RED

      Das ist zunächst einmal als Überblick gedacht, was ein Arranger (Keyboard/Modul) überhaupt macht. Es folgt noch ein Test. Man sieht aber auch schon anhand der Kommentare, dass der Begriff Arranger sehr unscharf ist und unterschiedlich verwendet wird.

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        Stephan Merk  RED

        Achso, das erklärt es natürlich. Arranger sehe ich eher als Markenbegriff, als INstrumentengattung. Heute würde ich eher zwischen Home- und Pro-Keys und Music-Workstations unterscheiden, wobei der Übergang natürlich fließend ist. Aber als Home-Keys würde ich alle Instrumente mit begrenzter Anschlussvielfalt und wenig Erweiterbarkeit bezeichnen, mein Korg Pa1000 gruppiert Thomann nicht zufällig sowohl als Home- und Pro-Key ein. Man muss bei der Werbung der Hersteller aufpassen, da sind ja schon die günstigen Geräte immer High-End und alles andere als roadtauglich. ;) Ich muss noch an Begriffe wie Expander, Rhythmusgerät und Begleitautomat denken. Ich selbst unterscheide zwischen Entertainern und Workstations, also Geräte für den Alleinunterhalter mit Begleit-Styles und der Rekreation von Naturinstrumenten und Pop-Sounds und Workstations zum Schaffen freier Musik, primär auf Synthesefunktionen und Key-Sounds ausgelegt. Hatte diesbezüglich bei Korg den Unterschied zwischen Krome und Pa1000 recherchiert, so fehlt es dem Krome komplett an DN2-Sounds und einer vollständigen Begleitsektion. Einigkeit bei den Begriffen gibt’s irgendwie nicht, Pa (Portable Arranger) BK (Backing Keys), PSR (PortaSound) und Entertainer-Workstation beim Genos.

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          Markus Galla  RED

          Beauftragt war von Peter ein Einstiegsartikel über Arranger Module. Er hat die Überschrift entsprechend abgeändert, wahrscheinlich, weil noch Tests nachkommen. Die Begriffe sind bei den Herstellern sehr uneinheitlich verwendet. Ich habe von Yamaha ein relativ aktuelles Digitalpiano, was in Verbindung mit einer App von Yamaha zu einem Keyboard mutiert, das viele Sounds und Styles hat, die ich auch am Genos gefunden habe. Die Yamaha Synths haben einen Arpeggiator, der viele Sachen kann, die auch eine Begleitautomatik kann. Die Korg PA-Serie konnte schon immer auch als Synth verwendet werden und es gibt konvertierte Triton-Sounds als Set zum Laden. Im Prinzip steckt da auch die gleiche Klangerzeugung drin. Das Rad wird nicht mehr neu erfunden und die Grenzen verschwimmen. Ich kenne viele professionelle Bandmusiker, die einen Tyros oder Genos in der Band einsetzen, weil sie den direkten Zugriff auf die Sounds so schätzen und eigentlich die Teile alles abdecken, was man für Chart Hits von gestern und heute so braucht. Ähnlich ist es mit den Workstations, die ja auch die Bühnen sofort bevölkert haben und heute ein Nischendasein fristen, weil keiner mehr damit produziert. Ob nun „Entertainer“ oder „Home“ Keyboard oder Arranger Modul – im Prinzip besitzen die meisten Geräte Funktionen, die man vor wenigen Jahren nur in professionellen Keys der Oberklasse vorgefunden hat.

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        MartinM.  

        Zur Definition des Begriffs „Arranger“: Von einem Arranger würde ich erwarten, dass er seine Styles nicht nach dem „Friss oder stirb“-Prinzip anbietet, sondern dass die Styles irgendwie *umarrangiert* werden können. Günstigstenfalls durch Austausch von Instrumentenparts, aber mindestens durch Speicherplatz für zusätzliche, eventuell gekaufte Styles.
        Wer vorgefertigte Styles wegen ihrer unkreativen Ausstrahlung nicht mag, würde vielleicht mit einem gut sortierten Arpeggiator glücklich werden. Zum Abschnitt „Software“ und Band-in-a-box würde ich gerne ergänzen, dass der Hersteller seit etwa 20 Jahren fast nur noch auf Audioloops baut, die mit automatischem Stretching und Pitch-Shifting an Chordsheets angepasst werden. Prinzipbedingt kann man da jeden Instrumententrack frei auswählen, die „Styles“ sind in dieser Software eigentlich nur noch Empfehlungen für zueinander passende Tracks. Gut fürs Arrangieren am PC, uninteressant für Livedarbietungen.

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          Markus Galla  RED

          Band-in-a-box ist vom Konzept her schon nicht für Live-Darbietungen gedacht. Dazu fehlt einfach die Live-Akkorderkennung.

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    Radschlaeger

    Schöner Bericht über die Arranger-Geschichte. Habe sie von Böhm CNTL bis zum Tyros5 miterlebt und so einige Euros verdient (im Gegensatz zu den „rockigen“ Musiker-Kollegen, die das immer belächelt haben.. ;-) ).
    Aber mittlerweile ist der Markt wohl leider tot. Arrangerkeyboards werden nur noch für den Heimbereich gebaut. Ich hoffe, es nimmt nicht so ein Ende, wie mit den Orgeln. Denn es ist und bleibt immer noch ein tolles Instrument für ein erfülltes Hobby.
    Für Profis auch immer noch interessant als Ideengeber und Kompositionsunterstützung! Auch mit moderneren Titeln. Aber als „Livemusiker“ wird man die immer weniger sehen…

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      Stephan Merk  RED

      Das stimmt, die Zyklen werden immer länger. Früher rund zwei Jahre, heute gibt es das Pa4X und Pa1000 schon vier Jahre. Aber ehrlich, was will man da noch großartig neues bringen? Bei 100 Styles war der Bedarf ja schon gegeben und es gab mehr Speicher, aber heute sind die Teile so modular, da kann man sich eher fragen, warum eine Tischhupe mit begrenzter Prozessorleistung ungelich teurer als ein Smartphone ist. Das Einzige, was meinem Pa1000 fehlt, wäre Bluetooth, das hat Korg irgendwie vergessen. Und selbst wenn es eingebaut wäre, dann wären die Protokolle heute wieder veraltet. Einzig ärgerlich auch bei den Workstations fehlt USB-Audio, da bleibt nur das interne Aufzeichnen als MP3. Aber zurück zum Beitrag, genau deshalb muss so ein Instrument in meinem Haushalt stets vorhanden sein, Dransetzen und Losspielen. Hätte vor drei Jahren eine alte Wersi Arcus CD45 bekommen können, aber war doch vernünftig genug, sie nicht zu nehmen. Die Teile können schnell zum Totalschaden werden und die geforderten 600 bis 800 Euro war mir das Risiko nicht wert, dafür wurde es ein Wersi OX7.

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    Hein Schlau  AHU

    Die billigen Casios werden völlig unterschätzt. Ich benutze ein CT
    – 200 als Midi-Keyboard. Das Keyboard ist großartig (ich brauche keine Anschlagsdynamik und Adtertouch) und von den etwa 400 internen Sounds sind eventuell 10 brauchbar. Genau diese 10 Sounds sind allerdings extrem hilfrech beim frickeln an neuen Ideen.
    Would buy again.

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