Kaufberatung: PA-Lautsprecher Systeme

Normale Box vs. MuFu

Viele Speaker werden in sogenannten MuFu-(Multifunktion)Gehäusen angeboten. Das hat den Vorteil, dass sie als Front- und Monitorlautsprecher eingesetzt werden können. Es lässt sich kaum ein Grund gegen die MuFu finden, einige Punkte sind aber zu beachten.

Als erstes sollte das Horn drehbar sein. Das erhöht die Anpassung im Monitorbetrieb. Dann sollte das Horn gut zugänglich sein, wer erst 14 Schrauben lösen muss, um da dran zu kommen, lässt es dann doch eher bleiben. Auch sollte das Gehäusematerial so beschaffen sein, dass nicht nach 2-3 Mal die Schraublöcher ausleiern.

Wichtig ist auch die Platzierung und Anzahl der Anschlüsse. Was nützt die schönste Monitorschräge, wenn die Anschlüsse nur mit abgeknickten Steckern zu erreichen sind? Vier Anschlüsse, zwei hinten und je einer oben und unten, so wie bei der Pro Achat 115M, das ist schon klasse.

seitliche LS-Anschlüsse

seitliche LS-Anschlüsse

Gerade bei aktiven Boxen ist es praktisch, wenn der Amp so verbaut ist, dass er dem Publikum nicht direkt zugänglich ist. Es ist einfach suboptimal, wenn der Monitor plötzlich fehlt, weil ein bierseliger Besucher die lustigen bunten Knöpfe entdeckt hat.

Problemzone

Problemzone

Rutschfeste Gummifüße unten und an der Seite sollten selbstverständlich sein. Ein Hochständerflansch darf natürlich auch nicht fehlen. Bei einigen reinen Monitorboxen lässt sich dieser mittels eines Schraubadapters auch nachrüsten, so wird auch aus einem Monitor eine MuFu-Box.

Doch welche Vorteile lassen sich jetzt für die reine Frontbox finden? Vielleicht eine etwas bessere Stellfläche und bei Lautsprechern, die ein Clustern zulassen, ist das normale, nach hinten trapezförmig verjüngte Gehäuse Pflicht.

Forum
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    Markus Galla  RED

    Hallo Armin,

    ich möchte noch einige Dinge anfügen:

    Ein Vorteil der aktiven Systeme ist die geringere Gefahr der Fehlbedienung bei erheblich besserem Klang. Ein passives System klingt erst dann richtig gut, wenn es aktiv getrennt wird. In der Regel ist nur Bi-Amping möglich, d. h. eine Endstufe für die Tops und eine für die Bässe. Zwar haben die meisten Bässe eine integrierte passive Frequenzweiche, doch diese wird auf die Dauer nicht glücklich machen. Also zwei Endstufen plus Controller. Fast alle am Markt befindlichen Controller sind aber viel zu umfangreich für den Einsteiger. Hat man ein aktives System mit integriertem Systemcontroller, so ist dieser vom Hersteller in der Regel perfekt auf das System abgestimmt. Manchmal bekommt man einfache Mittel zur Anpassung an den Raum, z. B. eine einfache Klangregelung. Das reicht für den Einsteiger auch. Nimmt man nämlich mal alle Komponenten eines aktiv getrennten Passiv-Systems zusammen, fällt schon viel an Gewicht und Verkabelung an. Klar, man macht das einmal, schraubt alles ins Rack und gut. Aber dennoch muss sich der User erst einmal intensiv damit beschäftigen.

    Ich empfinde das als nicht schlecht, wenn die Elektronik im Subwoofer verbaut ist. Gerade dann, wenn das Wetter schlecht ist, kann ich diesen zur Not sogar unter die Bühne schieben. In diesem Fall fällt auch nur ein Kabel pro Satellit an. Also nicht komplizierter als ein rein passives System und doch klanglich in der Regel besser als ein nur mit einer Endstufe betriebenes System.

    Komplett außen vor hast Du die kleinen Line Arrays in Säulenform gelassen, die immer beliebter werden und gerade für Einsteiger viele Vorteile bieten: handlich, schnell aufgebaut, aktiv getrennt, leicht und kaum Feedback bei sehr gutem Klang. Unkritisch in der Aufstellung, da weiter Abstrahlwinkel (hier gibt es bei konventionellen Systemen schon mehr zu beachten). Auch größere Räume sind gleichmäßig zu beschallen, ohne Delay Lines bauen zu müssen oder die Lautstärke vor der Bühne unerträglich hoch zu machen. Selbst die kleinen Maui Systeme machen für Einsteiger-Bands Sinn, weil sie günstig sind und besser klingen als viele andere konventionelle Systeme, in die man sich erst einarbeiten muss. Auch können sie später noch als unauffälliger Monitor genutzt werden oder für kleinere Akustik-Gigs, selbst dann, wenn bereits eine größere PA zur Verfügung steht.

    Vielleicht gibt es ja noch einen Teil 2?

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      Armin Bauer  RED 1

      Hallo Markus,

      natürlich hast du in den meisten Punkten recht.
      Dass Aktiv-Systeme besser auf die Komponenten abgestimmt sind und auch mit Presets an die Anwendung angepasst werden können, hatte ich erwähnt.
      Es ist aber leider nicht immer so, dass das die optimalen Ergebnisse bringt, ich erinnere z.B. an meinen Test der Peavey Impulse, die meiner Meinung nach in den Presets deutlich über´s Ziel hinaus schiesst.
      Punkt Passivanlage: Sie ist meist umfangreicher, da hast du Recht, für Viele ist es aber immer noch eine Lösung. Ich habe hier gerade eine Band, die arbeitet mit Powermischer und passiven Tops, da bei Bedarf Bässe mit eingebauter Weiche drunter zu stellen, die günstig zugemietet werden, reicht da locker aus und ist natürlich die bessere Alternative als den ganzen Krempel inkl. Pult neu zu beschaffen.
      Auch muss es bei aktiver Trennung nicht immer gleich ein Controller sein, eine gute aktive Weiche mit den nötigen Zugriffsmöglichkeiten ist einfach zu bedienen und immer noch ein adäquate und günstige Lösung.
      Auch mit der von dir (wie auch in meinem Artikel) erwähnten Anlagen mit Systemelektronik im Bass habe ich schon durchaus gerne gearbeitet, war halt eine KS-Anlage, da kann ich mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Ausfälle recht selten sind.
      Absichtlich aussen vor gelassen habe ich die Stäbchen-PA´s, im Budget-Bereich habe ich da noch keine guten Erfahrungen gemacht und die teureren sind meiner Meinung nach vom Kosten/Nutzen-Faktor her nicht optimal. Manche User schwören darauf, für die sind sie dann auch richtig, eine universelle Lösung sieht für mich anders aus.

      Gruss

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        Markus Galla  RED

        Hallo,

        das ist richtig. Du hast z. B. Anlagen erwähnt, die die komplette Elektronik im Sub haben, aber es wird eher als negativ dargestellt. Vorteile werden eigentlich nicht herausgestellt.

        Der Artikel soll als Zielgruppe ja sicherlich Einsteiger ansprechen, nur genau da sehe ich halt die Kritikpunkte. M. E. sind gerade die erwähnten Aktiv-Systeme oder Systeme mit Elektronik im Bass besonders für diese Zielgruppe geeignet. Man kann kaum etwas falsch machen (außer bei der Positionierung).

        Was Line Arrays angeht, habe ich hauptsächlich positive Erfahrungen gemacht. Solange es sich nicht um Heavy Metal handelt, sind die schmalen Säulen klar im Vorteil und gerade die vielen Entertainer, Tanz & Show Bands und Cover Bands dürften sich freuen, wenn der Aufbau schneller und die Einstellung unkritischer von der Hand geht. Der Transport sowieso, denn selbst die Sängerin kann so eine Anlage tragen und zusammenstecken.

        Ich habe selbst eine hochwertige Seeburg Acoustic Line PA und nutze seit kurzer Zeit dennoch für z. B. Trauungen eine LD Systems Maui 11, weil es nicht nur Zeit spart beim Aufbau, sondern auch besser klingt. Denn bei geringen geforderten Lautstärken ist die Maui mit der gleichmäßigen Abstrahlung der Seeburg weit überlegen, kostet nur einen Bruchteil und sieht noch besser aus. Die Seeburg PA könnte ihre Stärken hier gar nicht ausspielen und muss zwangsläufig schlechter klingen. Und genau aus diesem Grund würde ich die Säulen dem Artikel noch hinzu fügen. Außerdem wäre eine Tabelle am Ende mit einer Übersicht der Möglichkeiten und einer Gegenüberstellung mit Pro & Contra und ungefähre Preis-Range für Einstiegs- bis Mittelklasse-Systeme inkl. der Möglichkeit der Erweiterungsfähigkeit gut. Das würde den Artikel noch einmal erheblich aufwerten.

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