Keys-Legenden: Isao Tomita

19. August 2017

Elektronik-Pionier von Debussy bis Space Music

Kaum ein Jahr ist es her, als die Meldung verbreitet wurde: Isao Tomita ist von uns gegangen. Als Erbe hinterlassen hat er ein musikalisches Lebenswerk der Kategorie Meisterklasse. Auch wenn er mit Filmmusik begann, vor allem sein zweites Album Snowflakes are Dancing im Jahr 1974 war es, das weltweit Aufmerksamkeit erregte und ihm obendrein Grammy Award Nominierungen einbrachte. Eine vor allem für die damalige Zeit ungewöhnliche Interpretation von Debussy Kompositionen mit Synthesizern, für viele Leute eine Bewusstseinserweiterung, denn: Man kann also doch Klassik mit Elektronik verbinden! Während die konventionell orientierte Musiklehre seinerzeit nämlich klare Abgrenzungen vornahm, zeigte Tomita vergleichsweise leichtfüßig, dass sowas überhaupt nicht sein muss. Klare Ansage für Crossover. Er beließ es nicht dabei und es folgten noch viele weitere.

Dabei hat der gute Mann mit ganz anderen Sachen angefangen und zwar zu einer Zeit, als es noch gar keine Synthesizer gab. In den frühen 30er Jahren in Tokio geboren zog es seine Familie zunächst nach China. Es ging jedoch bald wieder zurück ins Heimatland und nach seiner Schulzeit studierte er in den 50ern Ästhetik und Kunstgeschichte. Parallel dazu befasste er sich privat mit Komposition, was ihm recht flott Erfolge und Preisverleihungen bei einschlägigen Wettbewerben in Japan einbrachte. Musik als Beruf, das war also bereits während seiner Studienzeit klare Zielsetzung. Immerhin bekam er außerdem Unterricht in Orchestrierung und arbeitete ab 1955 erstmal als Komponist für Fernsehen, Film und Theater. Ein Erstlingswerk war die Musik für das japanische Turner-Team bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne. So ganz nebenbei war Tomita, man ließ später oft seinen Vornamen weg, in dieser Phase Gründungsmitglied der Group TAC, einem Studio in Tokio, das sich in den 60ern schon mit Computeranimation und entsprechenden Soundtracks befasste. Aus seiner Feder stammt die Titelmusik der Serie Jungle Emperor (japanisch: Jangaru Taitei).

Überhaupt sollten einzelne Tracks seiner späteren Alben ebenfalls für TV-Filme Verwendung finden. Das war auch die Zeit, als er mit Synthesizern vertraut wurde. Die Impulse dafür kamen von Bob Moog und Wendy Carlos, damals noch bekannt als Walter. Switched on Bach und Clockwork Orange waren es, die ihn aufhorchen ließen. Also kaufte er sich ein Moog III System, was damit gleichzeitig der Startschuss für sein Home Studio war. Es war insbesondere die Option, mit diesem Synthesizer traditionelle akustische Instrumente imitieren zu können, was ihn faszinierte. Nicht viel später, nämlich 1972, veröffentlichte er bereits das erste Album damit: Electric Samurai, Switched on Rock. Zu hören sind Coverversionen mehrerer Pop- und Rock-Titel. Schon zu diesem Zeitpunkt benutzte er Sprachsynthese und solchen Ambitionen sollten später noch weitere folgen.

Nochmal zurück zu Snowflakes are Dancing. Man kann es sicherlich als musikalische Grundsatzerklärung bezeichnen, mit der er damit ankam. Denn er konnte so gleich mehrere Klangaspekte in Szene setzen: Akustische Instrumente mit analogen Synthesizern imitieren, darunter vergleichsweise überzeugende Streicher-Ensembles, sowie menschliches Pfeifen, Glockensounds und Chöre. Insgesamt von der Besetzung her also durchaus einem Symphonie-Orchester ähnelnd. Was auch in den Arrangements und Partituren Einzug hielt. Als Kontrast setzte Tomita auf teils fast ulkige Fantasie-Sounds, wie man etwa bei Golliwog’s Cakewalk hören kann. Doch das war noch nicht alles, denn er verwendete darüber hinaus Ringmodulatoren, Phase Shifter, Flanger, Hallgeräte – all das erzeugte recht spektakuläre Klangeffekte, die mit quadrophonischen Speakersystemen imposante Räume erschufen – er bezeichnete das als Sound Cloud – und es sogar bei seinen Live-Konzerten einsetzte. Ich hatte das Vergnügen 1976 in der Jahrhunderthalle Frankfurt/Höchst, das war schon recht spektakulär. Doch selbst damit war nicht Schluss der Vorstellung, er setzte monophone Synthesizer-Lines zu polyphonen zusammen. Und das zu einer Zeit, als es noch keine polyphonen Synthesizer gab! Wofür er das Multitrack-Verfahren entsprechender Bandmaschinen benutzte, vergleichbar mit der Arbeitsweise von Wendy Carlos. Der Zeitaufwand dafür war immens, er benötigte über ein Jahr für so eine Albumproduktion.

Nach dem Erfolg mit Debussy blieb er zunächst der Klassik treu und interpretierte jeweils in den beiden Folgejahren Mussorgskis Pictures at an Exhibition, Strawinskys The Firebird sowie 1979 das The Ravel Album, das auch unter dem Namen Daphnis and Chloé bekannt ist.

Doch schon 1976 schlug er noch eine andere Richtung ein und widmete sich mit Gustav Holst: The Planets erstmal den Weiten des Weltalls.

Es wurde also ziemlich spacig und auch fantasievoll, was 2015 mit Space Fantasy seinen würdigen Abschluss fand. Zwischendurch gab es musikalische Landschaften mit The Bermuda Triangle, Grand Canyon, Dawn Chorus. Alleine auf 21 Studioalben brachte er es in 43 Jahren, dazu kommen noch 13 Soundtracks sowie mehrere Compilations und Live-Alben. Und jede dieser Produktionen ist Meisterklasse. Zwar gibt es immer wieder Kritiker, speziell das etwas puristische Klassiklager mag seine Crossover-Alben nicht besonders. Obwohl gerade die sich nicht verstecken müssen. Denn Tomita schaffte es, eine Art orchestrales Dynamikspektrum zu erzeugen, was vor allem im Alleingang und Mehrspurverfahren geschah. Während dagegen ein Orchester simultane Teamarbeit unter der Leitung eines Dirigenten ist. Auch Imogen Holst, die Tochter des Komponisten, wollte sich mit Tomitas Version von The Planets nicht so recht abfinden. Was dazu führte, dass die Vinyl Edition heute recht selten zu kriegen ist.

In Sachen Liveauftritte blieb es dennoch einigermaßen überschaubar, in all den Jahren kam es zu etwa 20 Konzerten und Events und zwar überwiegend in Japan. War er bei seiner Europa-Tour 1976 noch alleine unterwegs und performte vor allem mit Hilfe seiner 8-Spur Bandmaschine, zu dessen Playback er verschiedene Soloparts spielte, nahm er bei anderen Gelegenheiten Musiker mit auf die Bühne. Besonders aufsehenerregend gestaltete sich sein Auftritt während der Ars Electronica 1984 in Linz. Er schwebte in einer Pyramide aus Plexiglas 30 Meter hoch über dem am Center angrenzenden See. Man hatte sie an einem Kran aufgehängt und er steuerte von dieser Kanzel aus seine Musikperformance. Begleitet wurde das mit einer Laserlightshow, die wohl atemberaubend war, wie mir später begeisterte Zuschauer berichteten.

Foto Credits: Ars Electonica Archiv

Tomita arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit Casio und deren Entwickler Mark Fukuda zusammen und so setzte er erstmals einen Prototyp namens Cosmo Music Computer ZZ-1 ein. Beschreibungen dazu sind den US Patenten 4681008 und 5050216 zu entnehmen. Die dort gezeigte Version kam zwar nie in Serie, Erkenntnisse davon wanderten jedoch in den später präsentierten Sampler FZ-1 und die CZ-Synthesizerserie. Außerdem verwendete er den Cosmo ab da für jede Neuproduktion.

In der Toshio Kashio Memorial Museum of Invention, Dezember 2015:

Die sogenannten Sound Cloud Concerts wurden von da an Methode, nachdem der Mind of the Universe Gig in Linz vor 80.000 Zuschauern gut ankam. Zwei Jahre danach ging er nach New York, um das Jubiläum der Freiheitsstatue zu zelebrieren. Und in Sidney war er für Australiens 200-Jähriges. Schon zuvor bezeichnete er seinen Performance Act als The Plasma Symphony Orchestra, was es wohl ganz gut trifft. Computer und Synthesizer, dazu Waveforms der elektromagnetischen Flüsse vieler Sterne und deren Konstellationen, um damit Klanglandschaften zu erschaffen. Ganz schön abgedreht. Zuletzt machte er das im Jahr 1997 in Nagoya (Japan) und lud dazu Guest Stars wie Ray Charles, Rick Wakeman und Dionne Warwick ein.

In der Phase Millennium arbeitete Tomita mit der Walt Disney Company zusammen und steuerte musikalische Atmosphäre für den Tokyo DisneySea Themenpark bei. Und für seinen Soundtrack zu The Twilight Samurai im Jahr 2002 erhielt er den Japanese Award for Outstanding Achievement in Music. Außerdem produzierte er eine Version von Claire de Lune für den Film Ocean’s 13. Und es gab noch einen weiteren Anlass, ihn für sein musikalisches Wirken auszuzeichnen: Nachdem einige seiner Tracks von Snowflakes are Dancing für den Soundtrack von Heaven Knows What verwendet wurden, erhielt Tomita den Japan Foundation Award.

Ein Blick aufs Equipment. Sein üblicher Technikpark hatte immense Ausmaße. Neben dem Moog Modular System, das nahezu vollständig Snowflakes are Dancing dominierte und später durch das 55er ergänzt wurde, besaß er zu jener Zeit einiges von Roland, etwa die Systeme 700 und 100, Jupiter-4, VP-330 und Strings RS-202. Weitere Instrumente: Fender Rhodes, Hohner Clavinet, Korg MS50, Korg Vocoder VC-10, Mellotron M-400, Moog Polymoog, Yamaha CS-80, Yamaha String Ensemble SS-30. Ab den frühen 80ern landete bei ihm dann auch digitales Equipment, darunter das Synclavier, E-mu Systems Emulator, Fairlight CMI III und auf manchen Fotos ist auch der legendäre Yamaha VP1 zu sehen.

1984: Interview (japanisch) mit Blick in sein damaliges Studio

Neben dieser LKW-Ladung alleine mit Klangerzeugern gab es jede Menge weitere Technik, mit der er seine Ambitionen umsetzte. Während er die Aufnahmen zunächst mit Bandmaschinen und rein manuell im Mehrspurverfahren realisierte, wobei anfangs Ampex 16- und 4-Spur zusammen mit Sony und TEAC 4-Spur am Start waren, wandte er sich ab dem Album Kosmos (1978) zusätzlich auch Sequencern zu. Im Rennen waren analoge Geräte von Moog und Roland als Step-Sequencer innerhalb der Modular-Systeme, für die Aufnahme jedoch erstmals auch digitale, etwa den Roland Micro Computer MC-8.

Als wenn das alles nicht bereits eine gewisse Materialschlacht wäre, nein, auch die Abteilung Effektgeräte war reichhaltig bestückt. Eventide Phaser, Flanger und Harmonizer, Binson Echorec 2, Fender Dimention IV, Maestro Phase Shifter, AKG BX10 und BX20 Echo, Roland PH-830 Phaser und RV-800 Reverb, Leslie 147 Rotary Speaker Cabinet, Lexicon Prime Time und 224. Und schließlich waren in Sachen Drums die beiden Roland TR-808 Drum Machine und TR66 Rhythm Arranger mit von der Partie. Percussionsounds kamen jedoch auch aus den Modular Systemen, die übrigens ebenfalls noch diverse Klangmanipulatoren beherbergten. Zum Beispiel Bode Ringmodulatoren, er erzeugte damit speziell Glockensounds und Metallisches. Alles das mündete in mehreren Mischpulten von Sony, Quad und TEAC.

Tomitas Klangdesign ist richtungsweisend und hat Vorbildcharakter. Analoge Synthesizer verwendete er für die Simulation akustischer Instrumente genauso wie für völlig eigenwilliges Zeug, das den Stempel „Neuartig“ verdient. Dabei baute er vor allem in seiner Anfangszeit auf recht simple Methoden und zwar Filter, Controller wie Ribbon, Effektgeräte, Lautstärkedynamik sowie Layer.

Seine Arbeitsweise legte er in einem Booklet ziemlich offen, leider gab es das nur bei einer Japan Edition seines Ravel Albums. Er spricht dabei von den originalen und in seinen Ohren recht schroffen Oszillatoren, wie er die mit den Filtern bändigt, die Hüllkurven als formende Elemente einsetzt, verschiedene Outboard Effekte zur Verfeinerung einsetzt und anschließend all das in Räume stellt. Dabei beherzigte er klassische Arrangements, die den Instrumentenparts ihren Platz innerhalb einer Komposition einräumen und ihnen damit Präsenz verschaffen. Zudem war er offen für Weiterentwicklung beim Instrumentenbau. Minimalistisch war nicht sein Ding, es hatte stets Fülle zu sein. Was seinen intensiven Blick ins Universum mit seinen Abermilliarden Planeten, Sternen, Galaxien erklärt. Wir haben es also mit einem ganz schön umfassenden Vermächtnis zu tun, was man als Künstlerkollege durchaus als klare Ansage und Herausforderung verstehen kann, oder?

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Wer die klassik covern will mit elektronischen Instrumenten der muss auch wirklich spielen können was ich wiederum sehr gut finde. Diese herumtrickserei mit den neuesten Spielhilfen lassen hilfen alla Sequenzer, apeggiator und wie sie alle heißen dudeln seelenlos vor sich her während dessen der Operator wild an den Reglern dreht und hier und da noch eine Taste um dem musikalisch technischen Apperatur etwas lebhaftes zu entlocken. Kein jahrelanges Studium und nächtelanges üben von Skalen Etüden und Sonaten ist von nöten um trotzdem Nationen auf die Tanzbretter zu bewegen. Allerdings ist die Klassik auch nicht zum tanzen gedacht, sondern eher etwas zum lauschen und genießen. Tanzmusik dagegen ist eher dazu geeignet eine Art restless leg Syndrom zu initiieren und den Menschen dazu zu bringen sich unmittelbar bewegen zu wollen, und das möglichst im Takt der Musik. Dabei gibt es sehr viele Gattungen von Tanzmusik wie Techno, Schlager etc. Übrigens Jazz verhält sich eher wie die Klassik, nein man möchte nicht tanzen, eher sitzen und aufmerksam lauschen und genießen, manche verlassen auch das Konzert wenn sie eben für diese Musik nicht empfänglich sind – so geht es mir bei der Typischen Oper, wobei mir nur der irre Gesang oft auch als gegilfze bezeichnet nicht passt, die Musik ohne die Sänger wäre für mich okay gewesen.

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    smile  

    „Pictures at an Exhibition“ ist mein persönlicher Tomita-Favorit auch wenn nach den Jahren einige Sounds nicht mehr so frisch klingen.
    Danke für den Beitrag!

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    costello  RED

    Der Klangraum am Anfang von Holst „Planets“ führt schon auf Vangelis „Bladerunner“-Soundtrack hin, der ja einige Jahre später entstanden ist. Ich hege Bewunderung für die Tüftelarbeit mit der Mehrspurmaschine, auch wenn manche Sounds heute etwas „dated“ klingen. Vielen Dank für das interessante Porträt :-)

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      TobyB  RED

      Hallo Costello,

      mich führte Tomita, ich hatte bis zum 18ten Lebensjahr nur die Amiga Version von „Bilder einer Ausstellung“, zu den dunklen Pfaden der elektronischen Musik, John Carpenter(The Fog) und Ennio Morricone (The Thing), Vangelis kam erst in den 90ern, nach dem sich die Trancekids am Bladerunner versucht haben. Wobei die Ergebnisse auch eher outdated sind ;-) Tomita hat diverse Umzüge überstanden.

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    0gravity  

    Danke für die ausführliche Würdigung eines Ausnahmemusikers.
    Das was Tomita über weite Strecken gemacht hat ist auch aus heutiger Sicht noch einmalig.

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    iggy_pop  AHU

    „Jungle Emperor“ wird vielen wahrscheinlich bekannter sein unter dem Titel „Kimba, der weiße Löwe“.

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    moogist  

    Danke, Klaus, für den tollen Bericht über Isao Tomita! Sein „Pictures at an Exhibition“-Album hat – als mich ein Mitschüler damit bekant machte – meine Faszination für Synthesizer erst (mit-) erweckt! Da er ein klassisch geschulter Musiker war, haben mir besonders die synthetischen Chor- und Streichersätze auf seinen Platten gefallen. Neben Vangelis einer der ganz Großen!

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    Synthfreak  AHU

    Ich habe Tomita auch mit „Pictures“ durch „Den Turm“ von Uwe Tellkamp kennengelernt. Vielen Dank für die Story.

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    AMAZONA Archiv

    Isao Tomita hörte ich das erste Mal in der 5. Klasse; da nahm unser Musiklehrer mit uns den Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung – Erinnerungen an Viktor Hartmann“ von Modest Mussorgski als Lehrstoff durch. In einer der Unterrichtsstunden spielte er uns zunächst einmal die orchestrale Version des I. Satzes „Gnomus“ vor; es handelte sich hierbei um die bekannte Orchester-Bearbeitung von Maurice Ravel. Und zum Vergleich kam danach Tomitas Synthesizer-Version von „Pictures at an Exhibition“. Das war dann für uns kleine Fünftklässler natürlich reichlich amüsant. ;-)

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      qwertzvsqwerty

      Mir ging das fast genau so. In der 4. oder 5. Klasse behandelten wir Baba Yaga (ist ja auch aus Bilder einer Ausstellung). Ziemlich zum Ende dieser Unterrichtseinheit spielte uns unsere Musiklehrerin verschiedene Arrangements dieses Stückes vor. Darunter waren die originale Instrumentierung, eine Version auf Marimbaphonen und eine spacig klingende Version. Zu dieser aus den anderen Versionen herausstechenden Version fiel das erste Mal in meinem Leben das Wort „Synthesizer“.

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        AMAZONA Archiv

        Zu deinem letzten Satz: Soweit ich mich erinnern kann, ging’s mir ganz genauso. Vorher kannte man zwar schon synthetische Klänge aus dem Radio, wusste aber als Kind noch nicht, woher sie kommen bzw. wie sie entstehen. Ja, und wie du schon sagtest: Vom Höreindruck war es zu Ravels orchestraler Version tatsächlich ein starker Kontrast.

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          Dirk Matten  RED

          Als 19-Jähriger 1968 „Switched on Bach“ im Autoradio. Hat mich aber nicht sonderlich tangiert, erst 1970 beim Isle of Wight Festival der Auftritt von Keith Emerson, der hat mit seinem Moog Studiosynthesizer ziemlich viel Radau gemacht.
          Die Klangexperimente diverser Bands 1967, die Beatles und Pink Floyd mit den ersten zwei Singles und „Piper“ eingeschlossen, haben mir in dem Jahr das Ohr geöffnet, wobei für mich nicht ersichtlich war, wie die das gemacht hatten. War eine „andere“ Musik.
          Tomita fand ich immer doof. Irgendwie. Wie auch Jean Michel Jarre der Andre Rieu des Synthesizers.

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    Piet66  RED

    Mich hatte Stan Free’s Version von „Pop Corn“ fasziniert, aber auch ELP Stücke aus den 1970ern. Ende der 70er fand ich Synthie-Stücke wie „Magic Fly“ von Space genial. Und natürlich so manches von Kraftwerk und JMJ, oder gar von Giorgio Moroder. Zugang zu Tomita hatte ich erst später gefunden, so gegen Anfang der 80er, als ich mich „freiwillig“ auch mehr für Musiktheorie und Klassik interessierte.

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    Wellenstrom  AHU

    Ich wage mal zu behaupten, dass ich, bei aller Bescheidenheit, über einen recht weiten musikalischen Horizont verfüge. Aber der Name Isao Tomita spielt da echt keine Rolle. Japanische Elektronik fängt für mich bei YMO und Ryuichi Sakamoto an.

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    Violator  

    Hm… zweifelsfrei ein großer Musiker, wobei ich gestehen muß, daß mir seine Musik, bzw. manche Interpretation (z.B. Bilder einer Austellung) überhaupt nicht gefällt.
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    Das mich zu Beginn der 80er die Soundwelt der Synthesizer in ihren Bann gezogen hat, haben andere verbrochen. Songs wie „Magic Fly“, Musik von JMJ und vor allem die Band Depeche Mode.
    Die waren immer weg vom Mainstream, haben ihren eigenen Stil durchgezogen. Ihre Musik fand und finde ich nach wie vor genial.
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    Tomita, Kitaro, Vangelis und Konsorten haben mich nie richtig intersssiert, sorry!

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