Keys-Legenden: Rick Wright von Pink Floyd

14. Oktober 2017

Pink Floyds genialer Keyboarder

Als 1965 Pink Floyd gegründet wurde, hatten drei Mitglieder der Band schon vorher in gemeinsamen Musikprojekten zusammen gespielt. Der neue Mann jetzt hieß Syd Barrett, er steuerte die Gitarrenparts und Lead Vocals bei. Die anderen drei waren Bassist Roger Waters, Drummer Nick Mason und: Rick Wright an den Keyboards.

Seine Rolle an den Tasten sollte sich im Laufe der Zeit als wesentliches Stilelement der Band entwickeln und er konnte dem bekannten Pink Floyd Sound seinen ganz eigenen Stempel aufdrücken. Rick gab sich sehr britisch sophisticated und spielte das ganze Tastenarsenal von Klavier, Orgel und Synthesizer, gleichermaßen songdienlich und im kompositorischen Detail regelmäßig ziemlich anspruchsvoll. Leider ist Rick im Alter von nur 65 Jahren bereits 2008 verstorben.

Aufgewachsen in der Nähe von London interessierte er sich zunächst für griechische Architektur und begann nach der Schulzeit auch ein solches Studium. Dort lernte er aber Roger Waters und Nick Mason kennen, und 1964 hatten die ihre erste Band beisammen. Was kein Zufall war, denn er begeisterte sich bereits mit 12 für Gitarre und brachte sich das Spielen selber bei. Das Gleiche galt später auch fürs Klavier, bei dem er sich vor allem zu Jazz und Klassik hingezogen fühlte. Bald nahm er an der Eric Glider School of Music Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition. Im Laufe der Jahre eignete er sich als Multi-Instrumentalist ebenso Fähigkeiten auf weiteren Instrumenten an, darunter Violine, Cello, Bass, Saxophon und Drums. Die erste Band also sollte die ursprüngliche berufliche Ausrichtung Architektur mal eben korrigieren, denn: Er brach einfach das Studium ab und wechselte stattdessen zum London College of Music. Als recht bald Dave Gilmour bei Pink Floyd mit von der Partie war, entwickelte sich der Bandsound ziemlich schnell, die meisten Songs kamen dabei zunächst von Rick und Roger.

Beim Debutalbum The Piper at the Gates of Dawn im Jahre 1967 konnte Rick als Co-Autor für Interstellar Overdrive seine Ambitionen bereits verdeutlichen. Und setzte das für A Saucerful of Secrets, dem gleichnamigen Album, im darauf folgenden Jahr fort.

Zu dieser Zeit spielte er insbesondere eine Farfisa Compact Duo Transistor-Orgel, an die ein Binson Echorec angeschlossen war. Noch klarer wurde sein Einfluss beim Doppel-Album Umma Gumma, wo er Co-Autor der Titel Careful with That Axe, Eugene und Astronomy Domine war. Da die zweite Vinyl des Albums Solotitel enthielt, zeigte er seine kompositorische Seite im Alleingang speziell mit dem Titel Sysyphus (Part 1-4), hier wurde vor allem die Konzeptabsicht herausgestellt. Obwohl klar im Psychedelic unterwegs, spannt er stilistisch den Bogen zu atonaler Musik und Free Jazz. Und ab den beiden Alben Atom Heart Mother und Meddle wurde seine eigenwillige Handschrift noch deutlicher. Was sich damals parallel dazu bei der Wahl seines Instrumentenparks widerspiegelt.

Diese Epoche, wir befinden uns nun in den frühen 70ern, kann man sich am besten im Film Pink Floyd: Live at Pompeii anschauen, es gibt jede Menge Großaufnahmen von ihm und seinen Keyboards samt Verstärkeranlagen.

Zwischenzeitlich war die Farfisa in die zweite Reihe gerückt, auch wenn er nicht ganz darauf verzichtete. Es waren in seiner Orgelabteilung jedoch die Hammond M100 bzw. M102 und später eine RT3 und B3, besonders aber eine C-3, die seinen Sound definieren sollten, selbstredend samt Leslie Rotary Speaker Cabinets. Dazu gesellte sich in der Abteilung Synthesizer gelegentlich ein ARP 2500. Hin und wieder sollte es auch ein Mellotron sein. Und man sieht ihn auch singen, nicht nur Backings, wie etwa beim Meddle Titel Echoes, sondern auch Lead Vocals. Während dieser Zeit war Pink Floyd eine fleißige Tourband mit zig Gigs pro Jahr, und Rick reiste permanent rund um den Globus.

Vielleicht lag es gerade daran, dass er sich irgendwann an sein abgebrochenes Studium Griechische Architektur erinnerte, denn bald entdeckte er die mediterranen Inseln und hielt sich dort immer wieder für Wochen auf. Später, so ab 1984, lebte er sogar für 10 Jahre auf Kefalonia. Neben Meddle und Echoes konnte sich Rick wiederum als Co-Autor auf Atom Heart Mother verwirklichen, der bis dahin längsten Komposition der Band. Und auch einer besonders anspruchsvollen, denn der britische Multi-Instrumentalist Ron Geesin, ein Golf-Kollege von Roger Waters, übernahm das Arrangement für die ziemlich opulente Orchestrierung für Chor und Orchester, und alles das sorgte bei dieser Suite für einen verdienten Platz 1 in den britischen Album Charts.

Bootleg Vinyl

Der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere war sicherlich die Veröffentlichung von The Dark Side of the Moon. Es gilt noch heute als das zweitmeistverkaufte Album nach Michael Jacksons Thriller und wurde bislang mehr als 50 Millionen mal verkauft. Waren zuvor Ricks Markenzeichen speziell seine Orgel-Parts, bei Dark Side … stehen nun die Synthesizer klar im Vordergrund. Er war es, der mit dem EMS VCS3 bzw. AKS die Sequenz zu On the Run beigesteuert hat, nachdem Dave Gilmour die Vorarbeit dafür leistete. Und beim berühmten The Great Gig in the Sky, der von Rick allein geschrieben wurde, ist es das Grand Piano. Zusammen mit den sensationellen Vocals wurde dieser Titel sicherlich einer der bekanntesten der Band.

Wie die Aufnahmen entstanden, erzählt Drummer Nick Mason in seinem Buch Inside Out, A Personal History of Pink Floyd: „Great Gig … was a piece of Rick’s, with the vocal section soaring over the top. There were a number of suggestions about who to use: mine was the avant-garde mezzo-soprano Cathy Berberian, who I was listening to a lot at the time, but she might have been a bit radical, even for us. Clare Torry, who did the track in the end, was pursuing a career as a solo singer – Alan Parsons had worked with her in the past and recommended her. We were looking for a more European sound than the soul singers we used for some other backing tracks, and directed primarily by David and Rick, she delivered some terrific performances. She was embarrassed by having let herself go so much during one of the takes and came into the control booth to apologise, only to find that everyone was delighted.”

Spätestens ab Mitte der 70er und dem Dark Side … Millionseller befand sich die Band auf ihrem Höhepunkt, sowohl künstlerisch als auch kommerziell. Das blieb noch eine Weile so, denn nachgelegt wurde mit Wish You Were Here, auch wenn der vorherige Erfolg zuerst ziemlich auf ihnen lastete. Neben seinen bisherigen Keyboards sollten fortan Minimoog für Leadsounds sowie für einige Pads und Effekte, ebenso das Solina String Ensemble für Flächen herhalten. Es kamen etwas später ein SCI Prophet-5 und Oberheim Four Voice dazu, die dank Polyphonie nun mehrstimmige Parts übernehmen konnten. Und vergleichsweise groovende funky Licks spielte er auf einem Clavinet D6. Im Anschluss folgte das Konzeptalbum Animals, bei dem kompositorisch vor allem Roger Waters das Zepter übernahm. Das war dann auch bei The Wall der Fall, gleichwohl es für die Band insgesamt als meistverkauftes Doppelalbum aller Zeiten ein gigantischer Erfolg war. Bei diesen beiden Produktionen hört man immer wieder die beiden E-Pianos Wurlitzer und Fender Rhodes.

Danach entschied sich Rick für den Ausstieg bei Pink Floyd und anlässlich der Filmpremiere 1982 von The Wall erschien er nicht einmal. Es war nicht das erste Mal, dass er sich von Pink Floyd distanzierte. Schon während Animals reifte der Entschluss für ein reines Soloprojekt, obwohl er wegen Eheproblemen zu dieser Zeit eigentlich eher unkreativ war. Dennoch schaffte er es, 1978 sein Album Wet Dream zu produzieren. Sein nächster Anlauf fand 1984 in Gestalt des Albums Identity im Duo namens Zee gemeinsam mit Dave Harris statt, der zuvor bei der Band Fashion Gitarre spielte und die Lead Vocals vortrug. Es war ein Flop, sowohl kommerziell als auch in der Musikjournaille, und Rick selbst bezeichnete das Engagement später als experimentellen Fehler.

Also konzentrierte er sich wieder auf Pink Floyd, und Roger Waters Weggang von der Band machte es ihm leicht. Zuletzt hatte es bei der The Wall Produktion Spannungen untereinander gegeben. Beim Neueinstieg beließ Rick es aber beim Status Miet-Musiker, wollte also erst einmal kein Bandmitglied sein. Was dazu führte, dass er auch beim anschließenden Album A Momentary Lapse of Reason ohne Foto und nur in kleiner Schrift aufgelistet wurde. Beim Live Album Delicate Sound of Thunder war er ebenfalls wieder mit von der Partie. In dieser Phase hatte sich Rick auch digitalen Instrumenten zugewandt und spielte vor allem Kurzweil K2500, die er wegen der guten Klangqualität und der bequemen Handhabung nun den zuvor eingesetzten Instrumenten gegenüber vorzog. Kompositorisch brachte er sich bei Pink Floyd erst wieder 1994 beim Album The Division Bell ein, das für ihn wieder ein Lichtblick war und für den nächsten Soloausflug motivierte. Das Konzeptalbum Broken China war das Ergebnis, und er hatte einige namhafte Gastmusiker mit an Bord, darunter Sinéad O’Connor, Pino Palladino und Manu Katché. Aufgenommen wurde es in Ricks Studio in Frankreich, dabei setzte er stark auf Computer-basierte Recordingmethoden, auch Fairlight CMI IIx, und entsprechende Produktionstechnik. Die Abmischung im Q-Sound Raumklang fand auf der Astoria statt, dem Hausboot-Studio von David Gilmour.

Mit Pink Floyd hatte er erst wieder im Jahr 2005 zu tun, als das Live-8-Konzert in London stattfand und die ehemaligen Bandmitglieder vereint auf der Bühne standen. Danach war Rick fest bei Gilmours Solo-Tour dabei. Auch spielte er die Keyboards auf dessen Album On an Island, das 2006 auf den Markt kam. Und war bei der anschließenden Tour in Europa und USA wieder mit von der Partie. Leider erkrankte er bald an Krebs und erlag der schweren Krankheit im September 2008.

Interview 2005

Equipment

Es sind vor allem 2 Instrumente, die Rick von Anfang an schwerpunktmäßig einsetzte: Orgel und Klavier. In der Anfangszeit ist es zuerst eine Farfisa Compact und danach vor allem das 2-manualige Modell Compact Duo, die einen erheblichen Anteil am Pink Floyd Sound hat. Neben den onboard Effekten wie Vibrato verwendete er vor allem ein Binson Echorec, das er on top stellte und während der Gigs bedienen konnte. Daneben war regelmäßig eine Azimuth Co-ordinator Poti-Box positioniert, mit der er quadrophonische Panning-Effekte erzielte.

Bei der Durchsetzung seiner Ansprüche in Sachen Klavier war Rick nicht besonders zurückhaltend: Er verlangte einen Flügel, nicht nur für die Studioaufnahmen, sondern auch für den Live-Einsatz. Sicherlich zur Freude der Roadies und Toningenieure. Dabei setzte er auf Steinway und Yamaha, was in der späten Phase insbesondere ab den 90ern jedoch durch Samples ersetzt wurde.

Alternativ zum Flügel gab er Electric Pianos eine Chance und hier besonders dem Wurlitzer EP-200. Man kann es etwa bei Dark Side of the Moon hören. Jazzig wird es, wenn er das Fender Rhodes Mk1 bei Animals und The Wall spielt.

Obwohl das Clavinet zu jener Zeit recht populär ist, Rick benutzt es nicht gar zu oft. Jedoch sind rhythmische Grooves bei Have a Cigar und Shine on You crazy Diamond ziemlich prägnant geraten, er dachte halt immer songdienlich und wählte die jeweils seiner Ansicht nach passenden Sounds offenbar sehr sorgfältig aus.

Die Orgelabteilung bekam zeitig Zuwachs mit Hammond Modellen. Während sein erklärtes Lieblingsinstrument die C-3 war, die mit den Leslies 145 oder 122 angetrieben wurde, benutzte er aber noch andere. Insbesondere das kompakte Konsolenmodell M102 hatte es ihm offenbar angetan, und gelegentlich spielte er noch eine RT3 und natürlich die legendäre B3.

Synthesizer waren zu Beginn von Pink Floyd noch nicht besonders dominant, außer dem VCS3 bzw. AKS bei One Of These Days und Echoes auf Meddle kamen welche nur selten zu Einsatz. Das sollte sich erst ab Dark Side of The Moon ein wenig ändern. Bei On the Run verwendet er einen und später bei Wish You Were Here ebenfalls. So richtig im Spotlight steht vor allem der Minimoog bei dem Song Shine on You Cracy Diamond, und von da ab bekommt der öfter eine Chance. Live hatte Rick manchmal gleich 3 davon auf der Bühne stehen, was wohl den Arrangements und dem Bedarf an unterschiedlichen Sounds geschuldet ist, die mit nur einem Instrument nicht flott genug umregistriert werden können. In der Folgezeit greift er immer mehr zu Synthesizern, besonders als die polyphonen auf den Markt kommen. Sequential Circuits Prophet-5 und Roland JX10 sind es, die man bei den The Wall Sessions und  Shows hören kann.

In der Spätphase verlegte er sich gerne auf digitale Instrumente, speziell die Keyboards von Kurzweil waren es. Neben Orgeln als Flächenleger kennt man ab Shine On … sein Solina String Ensemble, die Chord Layer sind unter Insidern ein Highlight geworden.

Trotz der klaren Ausrichtung „Keyboarder“ mit Schwerpunkt Klavier und Orgel, dazu Lead Synths und einige Flächensounds, war Rick stets auch experimentierfreudig. Während er sich in der Frühzeit von Obscured by Clouds über Dark Side of the Moon bis Animals mit VCS3 bzw. AKS und bei Umma Gumma und für Sysyphus auf Atom Heart Mother Melltoron mit Klangeffekten befasste, für Animals auch einen Korg VC-10 Vocoder, so setzte er vor allem für sein letztes Solo-Album auf computer-gestütztes Recording samt Fairlight CMI IIx. Bei Shows griff er gelegentlich zu Alternativen, etwa einem ARP Quadra und Yamaha CP70.

Als Multi-Instrumentalist war offenbar kaum ein Instrument vor ihm sicher, denn auf all den Produktionen sind in Nebenrollen aktenkundig auch Celeste, Penny Whistle, Kazoo, Vibraphon, Gong, Querflöte, Posaune und Harmonium. Fun Facts zum Schluss: Rick ist immer wieder als Besitzer der legendären Yamaha GX1 gelistet, jedoch ist kein Titel bekannt, wo sie jemand als Klangerzeuger identifizieren konnte. Und er selbst gab sich in Interviews bei Gear Fragen nicht selten ziemlich vergesslich.

Auf seine sehr individuelle Weise hat Rick Wright neben all seinen Kompositionen auch einige Sound-Klassiker geschaffen, darunter das Intro bei Echoes, wo er einen Sonar-artigen Flügelton durch ein Leslie mit schneller Geschwindigkeit jagt, in The Great Gig in The Sky ein traumhaftes Piano spielt, unterstützt von Clare Torrys ekstatischen Vocals, und bei Shine on You Crazy Diamond dem Minimoog einen Horn-ähnlichen Leadsound entlockt, den so mancher Keyboarder gerne in seiner Library hätte. Und mit der On the Run Sequenz vorgeführt hat, wie man ein absolut spannungsgeladenes Intro macht, auch wenn das erst der dritte Titel dort ist. Sein Wirken bei Pink Floyd war meisterhaft und er war der ideale Counterpart zu Dave Gilmour und dessen virtuosem Gitarrenspiel. Rick Wright gehört definitiv in den Olymp der einflussreichsten Keyboarder der letzten Jahrzehnte.

Und falls Sie meinen, die Geschichte sei damit endgültig geschrieben, dann ist das ein Irrtum. Manche Dinge werden vererbt, zumindest ideell, und im Falle Rick Wright Equipment ist das auch so. Fragen wir also einfach Bernd Pfeffer, denn der hat dazu was zu sagen. Er war schon mal Keyboarder der Band Floyd Reloaded, betreibt ein kleines Mastering Studio, und dort habe ich mich auch mit ihm getroffen.

Klaus: Wie kommt man dazu, typische Rick Wright Instrumente zu erwerben?

Bernd: Seit meinem 6. Lebensjahr spiele ich Klavier und liebe Musikelektronik. Das bedeutet, ich sammle auch gerne Musikinstrumente. Als ich einige Jahre bei Floyd Reloaded, einer Pink Floyd Cover Band in Frankfurt, die Tasten spielte, lag es natürlich nahe, mal nachzuforschen, was Rick so spielte. Ich dachte, wenn man so nahe wie möglich ans Original kommen will, gibt es eigentlich nur eine Option: Das Original muss her. <lacht>

Klaus: Um welche Instrumente handelt es sich und was gibt es zu denen jeweils zu sagen?

Bernd: Eine Hammond/Leslie Kombination hatte ich bereits. Ich spielte damals auch bei Cheap Turtle, einer Deep Purple Cover Band. Im einzelnen waren das eine Hammond XK3c mit dem Untermanual XLK3. Zwar hat dieses Modell digitale Tongeneratoren, klingt aber dennoch unglaublich echt. Die Verstärkung übernahmen ein Reussenzehn Organ Preamp und ein Reussenzehn Organ Amp. Das Ganze ging dann an einen original Leslie 145.

Farfisa Orgel mit Binson Echorec und Hallspirale

Charakteristische Sounds von Rick in der früheren Ära wurden oft von einer Farfisa Compact Duo Orgel erzeugt. Diese phantastisch klingende Orgel mit den vielen Germanium Transistoren ist natürlich auch als Sample-Instrument erhältlich. Wobei eine echte Orgel fast immer lebendiger klingt als ein Plug-in oder ein auf Samples basierter Sound etwa eines Nordwave, finde ich! Um den Charme eines Originals zu genießen, braucht’s ein Original. <lacht> Meine Farfisa habe ich übrigens höchstpersönlich in L’Aquila in Italien bei einem befreundeten Techniker grundüberholt gekauft und auch abgeholt. Ein wunderbares Instrument, gebaut 1965!

Die charakteristischen Delay Effekte wurden damals hauptsächlich von einem Binson Echorec erzeugt. Übrigens benutzten auch David und Roger ein solches. Auch hier wurde ich im Internet fündig und habe mir ein Gebrauchtes gekauft. Das Binson klingt sehr eigen, ziemlich zerrig und hat einen richtigen Vintage Charme.

Der markante Arpeggio-Sound von On the Run wurde mit einem EMS AKS Synthesizer erzeugt. Das war natürlich ein Problem, denn erstens sind diese Synthis sehr selten und dann auch leider fast immer nur für einen fünfstelligen Preis zu haben. Nach langem Suchen und Rechnen hab ich dann doch ein hervorragendes Exemplar gefunden. Direkt von Ludwig Rehberg, dem EMS Pabst hier in Deutschland. So konnte ich auch diese Sounds hundertprozentig erzeugen.

Die On the Run Sequenz

Bei Echoes spielte Rick ein Piano über sein Leslie, das ja sonst für mit der Hammond verbunden war. Dies erzeugt den sofort erkennbaren schwurbligen Piano-Intro-Sound.

Den Bass-Sound bei Time habe ich übrigens mit meinem Moog Taurus 3 erzeugt. Der stand dann einfach unter meiner Hammond.

Bei Shine on You crazy Diamond spielte Rick auch einen Minimoog D, den ich allerdings abgesampelt habe und dann als Sample-Instrument live spielte.

Übrigens sind die Intro-Akkorde damals im Abbey Road Studio auch mit einem (!) Minimoog erzeugt worden. 4-Klang Akkorde benötigten dann halt 4 Spuren mit den jeweiligen Einzeltönen, da der Mini ja monophon ist.

Dann habe ich  noch ein Solina String Ensemble, welches später im Vertrieb von ARP verkauft wurde. Das Solina wurde auch öfters mal über einen Phaser gespielt. Ich glaube es war ein Mu-Tron Phaser, bin da aber nicht ganz sicher. Markant und unverwechselbar zu hören bei Dogs von der LP Animals. Mein Solina ist leider ziemlich abgerockt, funktioniert und klingt aber immer noch einwandfrei.

Tja, und dann habe ich noch ein Mellotron M4000D, das aber eher selten zum Einsatz kam.

Klaus: Kannst Du mir eine Vorstellung davon geben, wie Du diese Instrumente in Deiner Musik einbaust und was deren Herkunft für Dich bedeutet?

Bernd: Als Keyboarder von Floyd Reloaded war der Einsatz der einzelnen Instrumente natürlich schon vorab definiert. Allerdings hatte ich dann doch Bedenken, ob diese alten Schätze auch noch den rauen Bühnenalltag absolvieren sollten. Nach längerem Hin und Her habe ich dann doch die ganzen Sounds abgesampelt und als VST-Instrument in meinen Muse Receptor Hardware-Player geladen. Jetzt schmücken die schönen Vintage-Instrumente mein kleines Musikzimmer.

Wenn mich ab und zu die Muse küsst, schalte ich diese alten Schätze an und freu mich, dass ich so viele geschichtsträchtige und geniale Instrumente spielen kann. Alle funktionieren übrigens perfekt und sehen auch noch sehr passabel aus. Ab und zu spiele ich für befreundete Musiker und Bands die Tasten bei Studio-Recordings. Dann kommen immer wieder mal so alte Schätze zum Einsatz.

Klaus: Besten Dank, dass Du uns diese Einblicke gegeben hast!

Forum
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    costello  RED

    Danke Klaus für diesen wirklich schönen Überblick über den genialen Rick Wright. Er hat gezeigt, dass man nicht wie Wakeman oder Emerson über die Tasten wieseln muss, um als Keyboarder einzigartig zu sein. Sein jazziges Klavierspiel auf San Tropez (Meddle) oder E-Piano auf Sheep (Animals) ist perfekt reduziert – keine Note zu viel. Auch die Hammond hat er sehr geschmackvoll eingesetzt. Leider hat ihn der Egomane Roger Waters wohl sehr zugesetzt und ihn bei „The Wall“ praktisch aus dem Set gedrängt und durch Session-Musiker ersetzt. Schön, dass David Gilmore ihn später wieder mit auf die Bühne geholt hat. Wright gehört ein fester Platz im Keyboard-Olymp.

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    AMAZONA Archiv

    Hervorragender Artikel über einen grossartigen Musiker. Danke Klaus!

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    psv-ddv  AHU

    Danke für den super Artikel.
    Wright war schon ein ganz besonderer Keyboarder. Er hat bewiesen, daß man sich für zurückhaltend, songdienliches Spiel noch lange nicht als Flächenleger missbrauchen lassen muss. Trotz der Alpha-Tiere an Bass, Gitarre und Schlagzeug hatte er seine eigene, durchsetzungsfähige Stimme entwickelt und so die besten Floyd Werke massgeblich geprägt.

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    Synclavier  

    Was für ein schöner Bericht. Vielen Dank dafür! Ich hab heute zufällig wieder meine Pink Floyd Vinyls durchgeschaut, Rezensionen durchgelesen und (mal wieder) festgestellt, wie sehr ich doch Richard Wright vermisse. Er war schon ein toller Musiker. Neben Tony Banks mein Lieblings-Keyboarder. Ihm ist es auch zum Teil geschuldet, dass ich hier ein Kurzweil PC3X rumzustehen habe. ;-)

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    iggy_pop  AHU

    Rick Wright mochte seine Songs nie. Dabei finde ich „See-Saw“ oder „It would be so nice“ wirklich gelungen — nicht unbedingt das, was man von Floyd erwarten würde.
    Allerdings vertrete ich nach wie vor die Auffassung, daß Pink Floyd in dem Augenblick uninteressant wurden, als sie anfingen, Synthesiser einzusetzen. Das konnten andere dann irgendwie besser.
    Ob er wirklich eine so tragende Rolle spielte bei der Realisierung von „On the run“, halte ich für fraglich — Waters hatte schon lange zuvor viel mit Geesin gearbeitet, der ebenfalls den Synthi A(KS) im Arsenal hatte. Ich würde daher auch Waters die Hauptverantwortung in die Schuhe schieben (zumal alle PF-Quellen Wright da ausklammern — Wright hatte zwar gelegentlich einen VCS-3 hinter sich stehen, aber er war eher der Mini Moog Mann).
    Einer der charakteristischsten Effekte der Compact Duo ist der „Reiterator“, der eine Art Zerhackereffekt erzeugt — deutlich zu hören am Anfang von „Astronomy Domine“.
    „Animals“ ist von 1977, der VC-10 kam erst 1978 in die Läden, wenn hier nicht Wunder am Werk waren.

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      Organist007  

      Vllkmmen richtig, on the run tonfolge am vcs3 kam von waters. Wie kann man den zerhackereffekt der compact am besten nachbilden ? Ein boonar von dawnerprince für die binsondelays hab ich schon .

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      k.rausch  RED

      Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von Quellen für On the Run, auch mit unterschiedlichen Angaben. In der Mehrzahl ist es Dave Gilmour, der die Basis auf dem VCS3 entwickelt hat, und Roger Waters soll das weiterentwickelt haben. Den Feinschliff fürs Album dann Wright. Und Parsons meint im SOS Interview, dass es entgegen anderer Angaben der AKS war, der für die Aufnahmen verwendet wurde. Wenn man übrigens Bernd Pfeffers yt clip anschaut, dann klingt das sehr nach DotM. Als ich ihn besucht habe, hatte er freundlicherweise die Einstellungen am AKS schon vorgenommen. Und siehe da, the real thing. Was die Entstehungsweise der Sequenz angeht, muss man ein wenig zurückschauen, Anfang der 70er wurde auch eine Menge geraucht und nicht nur das. Könnte auf das Erinnerungsvermögen der Macher Einfluss gehabt haben. Siehe Parsons und seine Einlassung AKS :)

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      costello  RED

      Ich persönlich finde nicht, dass Pink Floyd uninteressanter wurden, als sie anfingen Synthesizer einzusetzen. Viele ihrer Klänge wurden ikonisch: Das „On the Run“-Motiv ist da nur ein Beispiel. Ich denke etwa an das Intro von „Welcome to the machine“ mit der Fahrstuhlsimulation ( geht in Richtung Musique concrète), die weichen Leadsounds bei „Wish you were here“ und „Shine on“ oder der depressive Syncsound von „One of my turns“, um nur einige zu nennen.

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        iggy_pop  AHU

        Damals war es sehr leicht, etwas Ikonisches zu schaffen: Wenn man alleine auf weiter Flur ist und niemand sonst Zugang zu den Mitteln hat, sind selbst hemdsärmelige Brot-und-Butter-Arbeiten epochal.
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        Dinge aufzugreifen, die zu diesem Zeitpunkt in der „ernsten“ Musik gelehrt wurden, ist auch nicht unbedingt visionär, eher pragmatisch.
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        Gibt es irgendwo Bilder von Wright mit der Vox? Vielleicht hat er mal bei irgendeinem Gig irgendwann irgendwo in England mal leihweise auf eine Vox ausweichen müssen, aber er ist und bleibt fest mit der Compact Duo verbunden, genauso, wie Ray Manzarek fest mit Vox Continental und Gibson K101 Kalamazoo verbunden bleibt.
        .
        Den Reiterator der Compact sollte man mit einem äußerst schnellen und schmalbandigen Tremolo nachbilden können.

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    AMAZONA Archiv

    Super Typen, super Band, zeitlos.
    Schöner Artikel, wieder viel Pink Floyd gehört. Danke!

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    Marko Ettlich  RED

    Toller Mann, tolle Band, unglaublich tolle Musik. Ich mochte PF immer. Mit und ohne Synthesizer. Animals ist mein Favorit. Musik mit Seele. Sehr schöner Bericht, danke.

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    Son of MooG  AHU

    Mir geht es ähnlich wie Iggy; ab „Dark Side…“ wurde mir PF auch zu seicht und nach „Animals“ völlig uninteressant. Das letzte Album „Endless River“ gefiel mir wohl auch deshalb wieder, weil es eindeutig ein Wright-Tribute-Album ist (und als BD ein absoluter Klang-Genuss). Völlig unerwähnt ist die Vox Intercontinental Orgel, die Wright alternativ zur Farfisa spielte. Ob es da ein Zufall ist, dass mein Nord E4D neben Piano alle drei Modelle bietet und somit das gesamte Setup von „Live at Pompeii“?

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        Wellenstrom  AHU

        @ son of moog

        Für solche Fälle empfehle ich immer das englischsprachige Wikipedia. Gerade im Fall von Pink Floyd ist bei jedem Album haarklein aufgeführt, welche Instrumente verwendet wurden. Und nein; eine VOX spielte da NIE mit.

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              Organist007  

              Kein problem, vox ist natürlich auch eine tolle orgel, gerade jetzt kam vox mit einem super orgelkeyboard raus, schaut sehr retro aus ;-)

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              k.rausch  RED

              Keine Sorge, die klanglichen Unterschiede jener Transistor-Orgeln sind zwar hörbar, aber doch marginal. Wahrscheinlich wird mich ein Doors Fan dafür schlagen, da deren Sound von der Vox definiert wurde. Die Farfisas klingen etwas sanfter plus Rauheit, haben vor allem einen Tick weniger Balls untenrum. Vielleicht sollten wir bei Amazona mal ein Transistor-Orgel Special machen, um die klassischen Typen zu listen und deren Unterschiede zueinander zeigen. Wesentlich bei Wright war vor allem der Einsatz des Echorec, denn die Farfisa alleine klingt wirklich nicht gerade cool, sondern ist nah dran am Funky Town Sound von Lipps Inc. Was eine Philicorda war. Also eine ganz andere Geschichte :)

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                Wellenstrom  AHU

                „Keine Sorge, die klanglichen Unterschiede jener Transistor-Orgeln sind zwar hörbar, aber doch marginal. Wahrscheinlich wird mich ein Doors Fan dafür schlagen, da deren Sound von der Vox definiert wurde.“

                Alles klar, kannst runterkommen, steh‘ vor der Tür. ;-)

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                Organist007  

                Stimmt. Habe versucht, die Ummagumma wabbersounds nachzubauen mit einer yamaha yc 20 orgel und einem boonar von dawnerprince, das kommt schon ziemlich nahe heran. eine von mir erworbene farfisa compact in grauenvollem zustand wird gerade restauriert, dann versuche ich diese Kombination. T Rex bringt übrigens eine replica vom binson echorec heraus.

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                  k.rausch  RED

                  Eine erstaunlich gute Figur als Alternative zum echten Binson macht das Catalinbread Echorec. Ist ein Bodentreter und eigentlich als Gitarreneffekt gedacht. Und auch da ist es der Hammer, man kriegt per Presets nicht nur direkt den Gilmour Sound sondern obendrein die typischen Wright Effekte für die Cheesy Orgel. Kostet 279,–, also durchaus erschwinglich.

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                      Dirk Matten  RED

                      Wie lautet der entsprechende Begriff im Deutschen?

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                      Wellenstrom  AHU

                      hahaha… irgendwie drückt man sich um ’ne direkte Antwort….

                      muss man im Kontext betrachten… das Wort ist mehrdeutig (siehe gepostetes englischsprachiger Link,

                      Auf diesen Fall bezogen, vielleicht so was, wie suboptimal in Sachen Sound, in gewisser Weise schräg. schwach bis schlecht, aber nicht schlecht genug,um von ’nem kompletten Totalausfall zu sprechen. „cheesy“ beinhaltet so’n bissken ’nen Tätschelfaktor.

                      Es kann aber auch von ’nem kitschigen, klischeebeladenen Sound z.B. die Rede sein.

                      Cheesy ist eine fast universell einsetzbare Formel. ;-)

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                      Dirk Matten  RED

                      Ich vertrete die Auffassung, dass Texte so abgefasst werden, dass sie leicht verständlich sind und nicht einer zusätzlichen Interpretaion oder Kenntnis von Bedeutungen in anderen Sprachen bedürfen. Also was bedeutet „cheesy“ in diesem Fall?

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                      Wellenstrom  AHU

                      So verhält es sich nun mal mit Anglizismen. Die verwendet man ja im Regelfall ähnlich wie Fachterminologien. Man komprimiert im Idealfall komplexere Bedeutungen und Zusammenhänge in einem Wort.
                      Aber anstatt zu fragen und auf die für Dich perfekte Antwort zu warten, wäre es vielleicht ratsamer gewesen, wenn du mal nach diesem Begriff im www gesucht hättest (nennt man auch auf neudeutsch „googeln“).;-)
                      https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-cheesy-uebersetzt

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                      Dirk Matten  RED

                      Das habe ich, dennoch hätte ich gerne gewusst, wie der Begriff in diesem Zusammenhang zu verstehen ist. Ich möchte mir beim Lesen nicht Gedanken machen müssen, was der Autor unter Umständen meinen könnte.

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                      Wellenstrom  AHU

                      Dann solltest Du deine Fragen aber auch konkreter formulieren….

                      Also, nicht:

                      „Wie lautet der entsprechende Begriff im Deutschen?“

                      sondern:

                      „Was meinst Du konkret mit cheesy bei Deiner Aussage?“

                      oder so…

                      Du siehst, es gibt nicht nur mehrdeutige Begriffe, sondern auch mehrdeutige Fragen. ;-) Kann man beides vermeiden.

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                      Dirk Matten  RED

                      Das stimmt, die Frage war doof formuliert. Und wie lautet die Antwort?

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                      k.rausch  RED

                      Cheesy ist ein umgangssprachlicher Begriff vorwiegend aus dem amerikanischen Kulturkreis, der unter Keyboardern auch in Deutschland verstanden wird. Die oft als Combo Organ bezeichneten Transistor-Orgeln haben einen etwas dünnen, manchmal kratzigen Klangcharakter. Der ist es, der mit cheesy bezeichnet wird. Im Deutschen wüsste ich keinen, der sich genauso durchgesetzt hat. Hierzulande spricht man gerne von Weltraumorgel und dergleichen, aber das trifft es im Falle cheesy nicht, denn auch größere Heimorgeln wie Yamaha D85 oder welche von Wersi werden gelegentlich so genannt. Deren Klangcharakter ist aber eben nicht cheesy. Die typischen Combo Orgeln der Kategorie cheesy findest du hier gelistet: https://en.wikipedia.org/wiki/Combo_organ

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                      Dirk Matten  RED

                      Hatte zwar seit 1971 beruflich immer mit Keyboardern zu tun, wohl aber mit denen der anderen Sorte, insofern war mir der Begriff nicht geläufig. Aber man könnte sich ja was Passendes ausdenken, bin für Vorschläge offen. Hatte mal privat eine Vox Orgel und aus künstlerischen Gründen mit Goldbronze angepinselt. Ist nicht getrocknet – Riesensauerei.

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                    iggy_pop  AHU

                    Das Catalinbread ist nett, aber nicht für den Pegel von Keyboards ausgelegt — es macht keinen Spaß, ständig in der Angst vor unerwünschten Verzerrungen am Mastervolumen rumregeln zu müssen, damit man stets mit minimalstem Pegel in das Catalinbread geht.
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                    Das Boonar ist wahrscheinlich die bessere Wahl für Tasten. Oder der Echorec-Clone von T-Rex — wenn das kein Aprilscherz war.
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                    Die Compact hat m. W. keinen Reiterator, den hatte — wenn überhaupt — nur die größere Compact Deluxe. Die Compact Duo hatte ihn mit Sicherheit. Sehr schön ist der Rasierapparatsound der Compact Duo am Anfang von „Candy and a currant bun“ zu hören.
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                    Die Klänge, die die Floyds nur mit dem Standardset Gitarre, Bass und Orgel plus Echorecs erzeugt haben, ist um Längen spannender als alles, was sie aus Synthesisern geholt haben. Das hatte für mich keine Atmosphäre mehr bzw. andere haben Spannenderes mit Synthesisern gemacht. Da konnten mich die Floyds nicht mehr mit locken.
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                    „cheesy“ ist „albern“, „kitschig“, „billig“ oder „schrottig“, aber durchaus positiv besetzt im Camp-Sinne einer Susan Sontag.

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                      Dirk Matten  RED

                      Bin kein Elektroniker, aber ein passender Widerstand vor das Effektgerät geschaltet, könnte helfen.

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                      Wellenstrom  AHU

                      „Das hatte für mich keine Atmosphäre mehr bzw. andere haben Spannenderes mit Synthesisern gemacht. Da konnten mich die Floyds nicht mehr mit locken.“

                      Yep! So isses, jedenfalls auch von meiner Perspektive aus gesehen.

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                      psv-ddv  AHU

                      Jo, „kitschig“ passt in diesem Zusammenhang perfekt. Das entspricht auch der Hauptbedeutung in der Englischen Umgangssprache. Die Schweineorgel ist kitschig, weil sie den Charakter einer „echten“ Orgel künstlich überzeichnet und dabei am Ziel vorbeisegelt. Was wiederum künstlerisch vielfältig nutzbar wird. Herr Matten weiss das natürlich natürlich selber, weswegen ich die Frage auch etwas flach fand. Aber hey, wtf. to each his own cheese, sailor…

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                      Dirk Matten  RED

                      Ich weiß alles.

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                      k.rausch  RED

                      Für cheesy eine deutsche direkte Entsprechung zu finden, wird schlecht klappen. Die Liste der Synonyme ist einigermaßen überschaubar und keines davon trifft es. Zudem ist das etabliert genug, zumindest unter Organisten, so dass es auch verstanden wird. Alle anderen haben nun automatisch was gelernt. Im Artikel kommt cheesy gar nicht vor, sondern umgangssprachlich im Forum. Sollte da jemand immer noch nicht klarkommen, dann gibts ein paar Youtube Clips, die den cheesy Orgeln Tribut zollen und da kann man dann auch hören, wie das klingt. Ansonsten empfehle ich die unten verlinkte Website, die, Zitat: „(…) „combo organ“ or „cheesy organ“ (…)“, genau beleuchtet. Hoffe damit abschließend geholfen zu haben :) http://www.combo-organ.com/

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                      Organist007  

                      Stimme vollkommen zu. Die compact du/echorec zeit war am spannensten.bei live in danzig hatte wright wieder eine farfisa auf der bühne stehen (echoes mittelteil nach dem seagull- part).

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                    Organist007  

                    Ich hatte auch das catalinbread, war aber für orgel eher unbrauchbar, weil es sofort unschön verzerrte. Dawnerprince boonar hingegen funktioniert super. Ich kenn kaum was besseres. T.c. Alter ego funktioniert auch super, zwar nicht so authentisch, aber dafür stereo und mit dem pegel passt es auch.

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                      k.rausch  RED

                      Der Nachteil beim Catalinbread ist der nicht vorhandene Input Pegelregler. Sorgsam den Ausgangspegel vom Instrument eingestellt, dann klappts.

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                      Dirk Matten  RED

                      Widerstand vor den Eingang, lässt sich problemlos in den Klinkenstecker des Verbindungskabels einbauen.

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                      Organist007  

                      @k. rausch: sobald ich den Pegel beim cb runterregelte rauschte es ziemlich. das boonar hingegen funzt total. super Firma in Kroatien, super customer care.

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                    swissdoc  RED

                    Es gibt intern ein Gain-Trimmer und noch ein paar Tricks (siehe https://www.youtube.com/watch?v=RAWF5nfMJAY) Vielleicht hilft das schon. Weiter kann man eine günstige DI Box entsprechend nutzen, das Signal im Pegel herunterzubekommen. Hilft dann auch noch gegen Brumschleifen. Details bei sequencer.de im Forum.

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      k.rausch  RED

      Mit der Vox lassen sich wohl durchaus Farfisa Compact ähnliche Registrierungen erzeugen, obwohl die Farfisa noch mehr cheesy ist, als die Vox. Wright hatte meinen Recherchen nach nie eine Vox. Gestützt habe ich mich für den Artikel unter anderem auf diese Liste hier, da hat sich jemand auf nicht weniger als 38 Seiten die Mühe gemacht und alle Alben auf Keyboards durchforstet: http://spa.....rev156.pdf

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        t.bechholds  AHU

        Die Liste ist fragwürdig. (Neben dem VC10 EIntrag )
        Auf „Final Cut“ hat Wright gar nichts gespielt.
        Auf ANIMALS höre „ich“ das Wurlitzer raus.
        Bei der Momentary Lapse of Reason haben so viele Sounddesigner mitgewirkt … ( Das Intro z.B. ist von einem JD800).

        Trotzdem, danke für diesen schönen Bericht :) !
        Kleine Anekdote am Rande: Als 1978 Wright sein 1. ( kaum beachtetes ) Soloalbum veröffentlichte, , wurde der US Markt mit einer Fehlpressung bestückt. Auf beiden LP Seiten waren nur die Stücke der A-Seite zu hören. Es fehlten also 5 Songs.

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          k.rausch  RED

          Der Macher der Liste weist ja auch extra darauf hin, dass der eine oder andere Eintrag fehlerhaft sein kann. Bei so einer Datenerfassung auch keine Überraschung.

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          psv-ddv  AHU

          Nö, das mit dem Intro stimmt definitiv nicht.
          Monetary Lapse of Reason = 1987
          Roland JD800 = 1991
          Live erinnere ich mich bei Wright an einen Super JX-10, eine B3, ein Kurzweil Midiboard und einen Roland MC500 Sequencer. Bob Ezrin hat eine M1 gespielt, die gab es bei der Studioproduktion aber auch noch nicht. Bin kein ausgewiesener Floyd Fan aber die Show war der Hammer, eines der besten Konzerte, die ich je sehen durfte!

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    Wellenstrom  AHU

    Interessantes Feature, auch wenn ich mit Pink Floyd nie wirklich was anfangen konnte und sich in diesem Leben wohl auch nichts mehr daran ändern wird.

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      Marcus_Kiel   1

      Dachte ich auch immer, seit einiger Zeit kaufe ich mehr und mehr Pink Floyd Alben, aber chronologisch von hinten nach vorn.
      Die PF Alben sind unglaublich gut produziert. Ich bewundere diesen klaren Sound. Momentaner Favorit ist tatsächlich „Wearing the inside out“, gesungen von R.Wright.

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    TobyB  RED

    Super, Klaus!

    Neben dem Schlagzeug war mir Wright immer der sympathischste der Floyds. Und einer der, mit einer Spannbreite von Orgel bis Synth oder einfach nur ein Klavier, alles schön distinguiert und mit Soul gespielt hat.

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    Saxifraga  

    Rick Wright ist einer meiner absoluten Helden was Keys aller Arten angeht. Er setzt Töne in emotionale Aussagen um. Melancholie pur und ohne Kitsch! Was für ein Kontrast zu einem Virtuosen wie Jordan Rudess, der es schafft mit Millionen an Noten nichts aber auch garnichts zu erzählen.

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