Korg M1 – it's a Synth!
Ach, nicht schon wieder ein Artikel über den KORG M1! Doch, glaubt mir! Er ist notwendig! Wird doch dieser meistverkaufte Synthesizer aller Zeiten oft nicht als vollständiger Synthesizer bezeichnet. Was für ein Schwachsinn. Über den M1 und über die Geschichte der ganzen M- und T-Serie, welchen Stellenwert sie für die Musik der 90er gehabt haben und wie sie Heerscharen von Musikern begeisterten, gibt es hier schon einen Artikel auf den ich kurz hinweisen möchte.
Vintage-Digital: Korg M1, T3, M1Rex Synthesizer (1988)
Korg M1
Hersteller: Korg Inc.
Herstellungsjahr: 1988-1995
Digitale Workstation mit Ai Synthese (PCM Synthese mit ca. 4 MB Wave ROM), 8-facher Multimode (Combination Mode) und 8-Spur-Sequencer, 5 Oktaventastatur mit Velocity und Aftertouch
Oszillatoren: 2 digitale (16-stimmig Single-Mode, 8-stimmig Double-Mode)
Filter: digitales 12 dB Tiefpassfilter ohne Resonanz
Hüllkurven: 3, Pitch, Filter und Lautstärke, Multi-Stage-Envelopes mit zusätzlichem Breakpoint
Effekte: 2 Effektprozessoren mit jeweils 33 Effekten
LFO: 2, Filter und Tonhöhe, 4 Wellenformen
Sequencer: 8 Spuren
Besonderheiten: erste digitale Workstation, auch als Rack-Version erschienen, sonst aus heutiger Sicht gesehen keine.
Inhaltsverzeichnis
Korg M1
Mit dem 1988 vorgestellten M1 gelang Korg ein großer Wurf. Die erste Workstation war geboren. Die Verbindung von Samples mit einer Synthesizer-Engine, Drummachine, Effektprozessor und Sequencer – alles in einem Gerät. Allen Modellen der Korg M- und T-Serie gemeinsam ist die so genannte AI Synthese-Engine, die auf Samples basiert. Pro Single-Mode-Program arbeitet ein Oszillator, der mit drei Hüllkurven geformt werden kann. Diese sind den Parametern Volume, Filter und Pitch fest zugeordnet.
Der M1 gilt bis heute als Meilenstein, läutet er doch die Ära der „Rompler“ (Wortspiel aus ROM und Sampler) und die Ära der Workstations ein. Im Vergleich zu seinen erfolgreichen Kollegen der 80er, dem ROLAND D-50 und dem Yamaha DX7, verfügt er über eine verhältnismäßig einfache Klangerzeugung. Seine Oszillatoren können nicht speziell kombiniert werden und dem Filter fehlt die Resonanz. Genau das wird oft als Hauptkritikpunkt am Korg M1 angeführt. Doch es gab auch andere Synthesizer, denen der Resonanzparameter fehlt, etwa die Roland U-Serie und ein Großteil der fantastisch klingenden Ensoniq Synthesizer.
Meine M1-Zeit
Mein großer Korg M1-Moment war in Graz, als ich bei einer Präsentation den Synthesizer gehört habe. Für mich war klar: Den muss ich haben. Es war kein resonanzlastiger Filtersweep oder Arpeggio-Sound, der es mir angetan hatte (beides kann der M1 nicht), sondern der Sound einer akustischen Gitarre, die der Vorführer geschickt in einem „Spanish guitar style“ gespielt hat.
Bei meiner ersten erfolgreichen Band, den „Ausseer Hardbradlern“ (2x Gold in Österreich, Amadeus Award) habe ich den M1 in den ersten Jahren sehr intensiv eingesetzt. Erst als ich eigene Samples einsetzen wollte, musste er einem Ensoniq TS-12 weichen.
Doch die Zeiten, in denen ein Synthesizer, der wir eine Gitarre klingen konnte, einen weggeblasen hat, sind definitiv vorbei. Trotzdem hat der M1 auch heute noch seinen Reiz, vor allem, wenn er in Produktionen eingesetzt wird. Ob man dafür die Originalversion oder ein Software-Plug-in verwendet, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Testbericht: Korg Legacy Collection M1 PlugIn (VST/ AU)
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Warum ist der M1 ein Synthesizer?
Ein Sound des KORG M1 heißt Program und besteht aus einem oder zwei kompletten Klangverarbeitungssträngen mit Oszillator, Filter und Hüllkurven. Der Oszillator spielt Samples ab, die entweder Multisamples von akustischen Instrumenten oder auch aufgezeichnete Wellenformen wie z. B. Sägezahn oder Rechteck sein können. Es gibt auch verschiedene Pulsbreiten und DWGS-Wellenformen (bekannt aus dem KORG DW-8000 Synthesizer, später auch verwendet z.B. im KORG microKorg). Bis auf die fehlende Resonanz arbeiten die Synthesizer aus der Yamaha Motif-Reihe genauso. Hier gab es aber nie ein Problem damit, diese als Synthesizer zu bezeichnen.
Beim M1 spricht man nicht von einem DCO, sondern einfach von einem Oszillator oder Sample-Oszillator. Es gibt ab Werk 100 Wellenformen im M1 bzw. 200 im M1Rex und in der T-Serie (ohne Drumsounds). Der Einsatz des zweiten Oszillators kann zeitlich verzögert werden (Delay start).
Man kann also genauso einen Sägezahn und eine Rechteck-Welle mischen, diese verstimmen und mit einem Filter bearbeiten. Wie bei allen späteren Romplern bzw. Workstations gibt es für jeden Strang ein eigenes Filter. Warum ich das erwähne? Synthesizer vorher hatten das ja nicht. Dort gibt es ein Filter für beide DCOs oder VCOs (z. B. Roland JX8P).
Das Filter
Bleiben wir beim Filter, das Korg „VDF“ (variable digital Filter) genannt hat. Es ist zwar „nur“ ein 12 dB Lowpass-Filter ohne Resonanz, dafür packt es kräftig zu. Mein Tipp: Unbedingt die Klangbeispiele anhören!
Was mir sehr gut gefällt, ist, dass man die Attack-Time und die Release-Time der Hüllkurve über die Anschlagdynamik verändern kann. Das bedeutet: fester Anschlag – kurze Attack-Time, softer Anschlag – lange Attack-Time. Zwar ist das bei den meisten aktuellen Workstations Standard, doch einige aktuelle VA-Synths können das nicht.
Die Hüllkurven
Die Hüllkurve ist keine klassische ADSR-, sondern eine sogenannte „Multi Stage Envelope“, also eine Hüllkurve mit mehreren Stufen. Wie das klingt, hört ihr wieder in den Klangbeispielen. Das Filter oder die Lautstärke können anschwellen, abfallen und dann noch einmal anschwellen. Hüllkurven gibt es für Filter, Amp und Tonhöhe. Und das natürlich für jeden Oszillator extra.
Minimoog inside – Jack Hotop
Nachdem ich wissen wollte, warum einige Waves im M1 einen mehr als soliden Sound haben, habe ich Jack Hotop kontaktiert. Dieser ist Sounddesigner und war damals unter anderem für die Auswahl der Samples für das ROM des Korg M1 zuständig. Die DWGS-Wellenformen wurden direkt vom Korg D-8000/6000 übernommen. Für einige der Basicwaveforms hat Jack damals seinen Minimoog gesampelt. Es steckt also auch etwas Moog im Korg M1.
Was sonst noch?
Der Korg M1 hat zwei LFOs. Einer wirkt auf das Filter, der andere auf die Tonhöhe. Die Geschwindigkeit lässt sich für den Joystick (Korg hat damals kein Modwheel verbaut) nochmals extra einstellen. Der LFO heißt beim M1 im Übrigen Modulationgenerator (MG).
Ein Manko, wie ich finde, ist der Joysick, bei dem sich gerne die aufgesetzte kleine Kappe aus Kunststoff verabschiedet. Oben steht dann nur mehr ein Metallstift heraus.
Die Effekte sind für die damalige Zeit ok. Mit aktuellen Geräten bei Weitem nicht mithalten kann der Hall. Wird dieser durch einen externen Hall oder durch ein Plug-in ersetzt, wertet das den Sound noch einmal deutlich auf, vor allem bei Pads. Die Modulationseffekte finde ich hingegen gut und würde sie nicht ersetzen wollen.
Der Sequencer lässt auf jeden Fall den Blutdruck höher schnellen. Ich kann mich daran erinnern, als Jugendlicher damit einen Song von Toto nachgebaut zu haben. Doch aufgrund des geringen Speichers war nach diesem einen Song Schluss. Zeichnete man Aftertouch Informationen mit auf, konnte man der Prozentanzeige des Sequencer-Speichers überhaupt beim freien Fall zusehen. Auch die Bedienung ist mehr als umständlich und das Timing bei voller Stimmenauslastung sehr schlecht.
Combination Mode
Man kann bis zu 8 Sounds als Split oder Layer kombinieren. Velocity-Switching ist natürlich auch möglich. Bei 16 Stimmen im Single- bzw. 8 Stimmen im Double-Mode kommt man hier nicht weit. Aber für ein Pad links und eine Mundharmonika rechts reicht’s. Durch das schlechte Timing bei voller Stimmenauslastung gewöhnt man sich umfangreichere Stacks ziemlich schnell wieder ab.
Der Einsatz der beiden Effekte wird hier zur Sonderprüfung. Folgendes Prozedere: Hat man sich für einen Sound entschieden, der mit einem anderen kombiniert werden soll und wechselt man in den Combination Mode, kann es vorkommen, dass man den Sound nicht wiedererkennt, weil vorerst die Effekte fehlen. Es heißt nun, Kompromisse einzugehen und zu versuchen, durch serielle oder parallele Verschaltung der Effekte die Sounds, die man kombinieren möchte, einigermaßen wieder hinzubekommen, wie sie vorher geklungen haben.
Ich habe den Combination Mode live in den 90ern exzessiv verwendet. Mittlerweile brauche ich ihn so gut wie gar nicht. Heute mische ich vielleicht einmal zwei Sounds, das war’s aber dann auch schon.
Bedienung
Da dem M1 die Regler und Potis fehlen und es meines Wissens keinen Programmer dafür gab, beschränkte sich der schnelle Eingriff in den Sound auf einige Parameter, die man über kleine Tasten unter dem Display erreichen kann. Diese sind sehr geschickt gewählt und machen dann doch einiges möglich:
- OSC Balance
- VDF Cutoff (für beide Oszillatoren gemeinsam)
- VDA Level
- Keyboard Tracking (für Filter und Amp gemeinsam)
- Velocity Sensitivity
- Attack Time (für Filter und Amp gemeinsam)
- Release Time
- Effect Balance
Wie arbeite ich damit? Mit der Oszillator Balance checke ich schnell ab, welcher Oszillator welches Sample spielt. Dann tausche ich eines davon aus, ändere die Oktave, dunkle einen Oszillator mit dem Filter ab und schon ist man mitten im Editieren. Der Menüaufbau ist klar und einfach. Die Stärke des M1 ist für mich eindeutig die geschmackvolle und mitunter sehr druckvolle Auswahl der Samples, die dem Gerät spendiert wurden. Der Sägezahn beispielsweise klingt in meinen Ohren wunderbar.
Der M1 wird oft auf seine typischen, in Produktionen der 90er zigfach verwendeten Sounds reduziert. Er kann jedoch viel mehr. Vor allem liefert er wunderbare Pads, tolle analoge und hybride Brass-Sounds, funkige perkussive Sounds und vieles mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr in allen Klangbeispielen den Klangcharakter des M1 heraushören könnt, der ihm gerne unterstellt wird. Bin insofern gespannt auf eure Kommentare!
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Die Korg M1-Familie
Zur Vervollständigung findet ihr hier alle Korg-Synthesizer, die zur M1-Familie gehören:
- Korg M1 (61 Tasten)
- Korg M1ex (61 Tasten / erweitert auf (8 MB ROM)
- Korg M1R (Rack des Korg M1)
- Korg M1Rex (Rack des Korg M1 erweitert auf 8 MB ROM)
- Korg T3 (61 Tasten, bereits erweitert auf 8 MB ROM)
- Korg T3ex (61 Tasten, (8 MB ROM, zusätzlich 1 MB RAM)
- Korg T2 (73 Tasten, bereits erweitert auf 8 MB ROM)
- Korg T2ex (73 Tasten, 8 MB ROM, zusätzlich 1 MB RAM)
- Korg T1 (88 gerichtete Tasten inkl. 8 MB ROM und zusätzlich 1 MB RAM)
Tipps zum Kauf
Wie schon gesagt, wer sich einen echten M1 zulegen möchte, sollte aufgrund der größeren Zahl an Multisamples auf ein Modell der T-Serie bzw. auf einen M1ex oder einen M1Rex zurückgreifen. Ich selbst besitze die Rack-Variante M1Rex. Die Tastaturmodelle verfügen über eine ausgezeichnete Tastatur, von der Qualität sich andere Hersteller und auch Korg selbst sogar heutzutage noch ein Scheibchen abschneiden können.
Bei der Tastaturmodellen muss man nur darauf achten, dass alle runden Taster noch funktionieren. Nach 30 Jahren kann schon mal einer seinen Geist aufgeben und dann muss Arnold Schwarzenegger draufdrücken, um noch ein neues Programm auszuwählen.



































Wunderbare Frühmorgens-Nostalgie-Kaffeelektüre, vielen Dank! Da vermisse ich meinen M1 gleich wieder. Aber es gab diesen sinnstiftenden Moment der Trennung von einst nun mal, und das ist auch gut so.
Eine tolle Liebeserklärung. Und wirklich sehr cool gemachte Klangbeispiele. Muss jetzt direkt mal auf meinem Korg M1 Plugin suchen wie sich das im Vergleich dazu anhört. Allerdings fehlt mir die Virtuosität. Wenn ich drüber nachdenke dass die Klänge auf einer Maschine von 1988 erzeugt werden…beeindruckend. Und wenn jemand davor sitzt der es drauf hat und ich höre zu und weiss dass ich selbst mit dem neuesten „besten“ fortschrittlichsten Plugin/Synth nichts cooles hinbekomme…naja ok, dann weiss ich dass alles so ist wie immer:-)
Ich würde mir aber trotzdem keine Hardware mehr besorgen die so alt ist. Viele sind früher oder später harte Pflegefälle. Nehmen Platz weg und verstauben. Synths aus späteren Jahren bluten Weichmacher aus und begeistern mit den klebrigen Oberflächen den begeisterten Sammler und Liebhaber. Und überall Kabel und Racks…. ist wie ein zweites Leben das alles zu pflegen. Aber nichts desto trotz schönes Spiel mit schönen Klängen. Ein Jugendlicher der 80er ins Nostalgie-Koma versetzt:-)
„Wird doch dieser meistverkaufte Synthesizer aller Zeiten oft nicht als vollständiger Synthesizer bezeichnet. Was für ein Schwachsinn.“
Hehe, konkret diese Aussage!
Ich hatte die M1 damals mehrfach ausgeliehen und die Qualität des Waveroms kam mir immer sehr direkt und wenig abgespeckt vor, eher wie ein Sampler. Ich mochte die Percussion und besonders das Fingerschnippen und Peitschensample. Peitsch mich! 😂
Kaufen würde ich mir sowas nicht mehr, auch wenn die Tastatur damals eine der besten war.
Mein heutiger Tastatur-Tip wäre die Arturia Essential mk2 88.
@Kazimoto „Mein heutiger Tastatur-Tip wäre die Arturia Essential mk2 88“
Kein Aftertouch. Wäre für mich no-go. Den hätte der M1, auch wenn da ein paar Tasten fehlen.
Schöne Beispiele, Franz. Das Sledgehammer Intro kommt sehr gut. Hätte ich nicht schon einige Einspieltastaturen, könnte ich mir den M1 auch als Tastatur + gelegentliche Soundquelle vorstellen. Er hat schon seine Qualitäten. Ich spiele ja auch immer mal mit der App auf dem iPad, da ist immer was zu finden.
echt vintage :)
vielen Dank für die Vorführung
Ja, der M1 war damals ein wirklicher Meilenstein.
Toller Sound, sehr gute Tastatur, und dazu eben das Workstation-Konzept:
Endlich konnte man Brot und Nudeln bunkern, sich einschließen und seine ganzen Ideen nicht nur skizzieren, sondern auch ausarbeiten, bis man wirklich DAS hat, was es werden sollte…!
Ich hatte auch eine Weile mit ihm geliebäugelt, mich dann aber für den Yamaha V-50 entschieden. War für mich als bekennender FM-Fanboy schlüssiger… 🤔🙂
Ich denke, die fehlende Resonanz hat damals nicht viele Leute gestört, es war ja die Zeit, als wir ENDLICH(!) nicht mehr analog mussten und Naturklänge ganz andere Bandbreiten versprachen!
Und da lag der M1 eben ganz vorne…
Aus heutiger Sicht hat er etliche Limitierungen, aber als er herauskam, waren das, was er mitbrachte, Killer-Features. Und das Konzept trägt ja bis heute Früchte.
Seinen Sound kann man heute noch gebrauchen, ob als Hardware oder im Rechner.
Da hat Korg Vieles richtig gemacht. 👏👏👏
Danke, Franz, für den Artikel…! 👋🙂👍
Ich verwende den M1 heute noch gern. Genauer gesagt nur zwei Presets:
Piano 16 und Organ 2. Diese beiden sind absolute classics der house music, die man in zahllosen Tracks hören kann. Heute noch gut!
Aber dafür habe ich das M1 Plugin von Korg. Das hat diese Sounds eins zu eins!
@Jante Loven Ich habe auch das PlugIn von Korg. Das macht wirklich Spass. Ab und an. Aber um genau diese zwei von dir erwähnten Sounds mache ich einen großen Bogen. 😉
@Jante Loven
> Ich verwende den M1 heute noch gern. Genauer gesagt nur zwei Presets: Piano 16 und Organ 2. […]
Hahaha … 😅 … das sind genau die Sounds, die ich absolut nicht mehr hören kann. 😁
„Erste Workstation“ ist eher nicht korrekt. 1988 war der Zug schon ca. 10 Jahre abgefahren.
Das war ein cleverer Marketing Schachzug von Korg.
Erste Rompler-Workstation vielleicht passt besser.
Das Erscheinen der M1 hat uns damals alle umgehauen. Sie war sexy, kompakt und im Gegensatz zum Fairlight oder auch den günstigeren Sampler-basierten Workstations von Roland oder Akai viel erschwinglicher.
Absolutes top Feature der M1: Man hatte endlich auch die schicken roten Leuchtknöpfe des Synclaviers! :)
…die Begeisterung legte sich dann aber, zumindest bei uns, aufgrund der doch eher eingeschränkten Sounds und der mittelmässigen Effekte recht zügig.
@ach herrjemine Ja: 250.000 enttäuschte Kunden ;)
Nee, ernsthaft, andere Beurteilungen haben natürlich immer Raum.
Unsere Erfahrung mir der M1 war damals halt einfach enttäuschend. Man dachte endlich hat man das Werkzeug um so zu klingen wie die Erwachsenen.
Einzelsounds gingen grad noch aber ganze Arrangements aus der M1 klangen dann schon richtig grottig. Wir haben vielleicht auch aufgrund der grosspurigen Werbung zu viel erwartet.
Da waren die Ergebnisse mit günstigen Samplern wie dem Ensoniq EPS16+ in Kombination mit einem gebrauchten Atari und einem Synthesizer kurze Zeit später schon ganz erheblich näher an den grossen Vorbildern.
@ach herrjemine Ach ja, die regelmässigen Besuche im Musikgeschäft (bei mir Sound&Drumland)…fast immer nur zum „Antesten“.
Der T1 war damals schon grosses Kino. Finanziell ausser Reichweite aber man durfte ja träumen…
@ach herrjemine Ich wurde damals schon hin und wieder aus dem Musikgeschäft „hinauskomplimentiert“.
Der „besch…eidene“ Sequenzer des M1 war dann der Grund, warum ich mir einen Atari gekauft habe. Ich war jedoch nie darauf aus, eine gesamte Produktion mit einem Gerät zu machen. Live war er für mich jedoch die Waffe schlechthin.
Kann mich noch gut erinnern, wie ein Musiker nach einem Gig zu mir gekommen ist und mich nach meinen Soundmodulen gefragt hat. Ich hab gesagt „Das kommt nur vom M1″😎
@ach herrjemine Gerne übersehen wird da der ESQ-1. Der hatte zwar keine eingebauten Effekte, war aber auch 8-fach multitimbral und hatte einen besseren Sequenzer. Drums mussten auch mit der Tonerzeugung umgesetzt werden. Aber er kam vor der M1. Fairlight/Synclavier war noch davor. War aber keine Alternative, schon rein preislich gesehen.
@Tai Stimmt, der ESQ-1 hatte auch einen Sequencer. Den hatte ich garnicht mehr auf dem Schirm. Die Ensoniq Geräte waren bezahlbar und klangen immer ziemlich anständig.
Ausserdem gab es ja 1986 schon den Roland S50 Sampler mit optionaler Sequencer Software, Grafiktablett und Bildschirmanschluss ging das schon ziemlich in Richtung Fairlight :)
lustig Grad auf YouTube eine Doku geschaut 🤣
Danke!
ist es wirklich fix, dass er noch immer der meistverkaufte synth ist?
den Microkorg gibt’s nämlich seit 24 Jahren zu kaufen.
@Numitron Diese Listen, die du überall findest, geben eine ziemlich konkrete Zahl für die M1. Nicht aber für den DX7. Oft lest man 160.000, aber einige schreiben dazu, dass es noch deutlich mehr sein könnten. Bis zum Vielfachen. Yamaha äussert sich offensichtlich nicht dazu. DX7 und M1 waren zu ihrer Zeit fast alternativlos. So einen Status erreichst du seit Mitte der Neunziger nicht mehr. Deshalb ist der MicroKORG bestimmt nicht annähernd in deren Regionen. Eine der Listen:
https://tinyurl.com/2cbx8v5g
@Tai OK!
danke!
ja, man sieht ihn wirklich sehr oft 😂
Sounds sind das eine.. aber man muss es auch in die Tastatur bringen & das ist hier eindeutig der Fall 🖐
Die Rackvarinate M1/r war mein erster Synth den ich neu bei Amptown in HH erstanden habe – glaube für 4100,- DM.
Ich hatte ebenfalls den Korg M1R und die Wavestation, bin aber irgendwann aus Platzgründen auf die Plugins gewechselt. Ich finde beide auch heute noch interessant.
Wo ich hier Ensoniq geslesen habe, den SD und VFX gibt es auch als MAME-Emulation. Wer Lust hat sowas auszuprobieren ohne sich gleich die Hardware hinstellen zu müssen. Einfach MAME-VST googeln, da gibt es auch ein how to wie man sowas in die DAW integriert.
@Kazimoto Auf die Gefahr hin als Klugscheißer zu gelten: Es gibt VFX und VFX-SD als MAME-Emulation, nicht den SD1. Die Unterschiede sind zwar gering, aber der SD1 enthält mehr Wellenformen und auch mehr Effektalgorithmen als der VFX-SD. Die weiterentwickelte Hardware spielt indes in diesem Fall ja keine Rolle. 😄 Die MAME-Emulationen der Ensoniqs klingen allerdings spektakulär gut. Hätte nicht gedacht, dass es sowas mal geben würde. Die Nachbildung der Transwave-Architektur war sicher keine Kleinigkeit.
@UAP Gibt es.
https://share.google/g0nbiybt6Uy2ORjAo
Da die Firmware des OG genommen wird ist das auch 1:1, die müssen nix entwickeln.
@Kazimoto Oh, cool! Bisher hatte ich nur VFX und VFX-SD gespotted, aber ja, das sieht aus wie ein SD-1. Toll! Ich habe hier das Original rumstehen, und ich liebe ihn innig. Die MAME-Sachen klingen echt 1:1 wie das echte Ding. Absolut genial. Hoffen wir mal, dass die weitermachen. Die Ensoniq-Palette hab ich so ziemlich komplett in Echt, aber es gibt ja auch noch andere interessante Sachen, die man auf diese Weise emulieren könnte. Z.B. Kawai K4/K5. Das wär’s…
@UAP Fizmo kommt!
Kein Witz, aber die gängigsten Sounds einer M1 (und weitere wie DX7) findet ihr in jedem gängigen Native Instruments Bundle, wer eines hat. Das Problem ist, das die Presets einen anderen Namen haben und man natürlich mit Namen aka „M1 Piano/+Orgel“ nicht weit kommt. Da hilft nur rumstöbern in den ganzen Kontakt Instrumenten und Paketen wie auch dem Massive X und genau dann, wenn man Bock darauf hat, findet man es natürlich nicht! Aber bevor sich jeder ein M1 Plugin oder gar das Original zulegt, erst mal schauen was man so hat. Ich wollte mir das Original auch schon besorgen. Der Preis von durchschnittlich 300-400€ ist sehr attraktiv und das kühle Design zeitlos. Aber digitale Hardware mit Samples in Zeiten von Software? Na ja! Man kann es auch übertreiben, ohne das Gerät und seinen kult zu schmälern.
„Wird doch dieser meistverkaufte Synthesizer aller Zeiten oft nicht als vollständiger Synthesizer bezeichnet. Was für ein Schwachsinn.“
Estens ist der M1 nicht der meistverkaufte Synth aller Zeiten, das war, bevor der Microkorg ihn überholt hatte, der DX7.
Zweitens ist es eines Redakteurs unwürdig, von der eigenen abweichende Ansichten als „Schwachsinn“ zu betiteln. Es gibt Leute, die Wave-ROM-Synths grundsätzlich nicht als vollwertige Synthesizer sehen, trotzdem sind diese Leute nicht schwachsinnig sondern höchstens mangelhaft informiert.
@Mac Abre Vorab bemerkt handelt es sich hier um keinen Artikel in der FAZ.
Ich bewerte eine Aussage als schwachsinnig. Das impliziert nicht, dass die Personen die das glauben schwachsinnig sind.
Ob sich der Microkorg öfter verkauft hat als der M1, wird eine Anfrage bei Korg ergeben (insofern sie das beantworten können). Bis jetzt habe ich nur das Internet danach gefragt – und das mehrfach.
@Franz Kreimer Keys Wo das steht, spielt überhaupt keine Rolle. Wer andere Meinungen als schwachsinnig bezeichnet, sollte nicht öffentlich schreiben.
Ich habe das Internet ebenfalls mehrfach befragt. Immer wird der Microkorg als der meistverkaufte Synthesizer, der DX7 als sein Vorgänger und der M1 als „die meistverkaufte Workstation ihrer Zeit“ bezeichnet.
@Mac Abre eben. danke! microkorg dachte ich mir 😎🤘
@Numitron Die Anfrage an Korg bezüglich Verkaufszahlen der Synthesizer
KORG M1
KORG Microkorg
ist draußen. Ab 12.4. sind sie wieder erreichbar. Dann hoffe ich, genaue Zahlen zu haben und nicht auf das angewiesen zu sein, was man im Internet findet.
@Franz Kreimer Keys Und Du glaubst wirklich, dass Korg ausgerechnet Dir Verkaufszahlen mitteilt, die sie seit Jahrzehnten geheimhalten?
@Franz Kreimer Keys danke 😎
bin gespannt.
@Numitron Bitte – einen Versuch ist es wert.
@Numitron Hallo. Der deutsche Korgvertrieb schreibt mir, dass er keine Zahlen vom Konzern bekommt. Also jeder googelt was er will, und das ist dann das Ergebnis😂
@Mac Abre Das hängt von der Rechnung ab:
Der Yamaha DX-7 wurde angeblich um die 160.000 mal verkauft und knapp drei Jahre lang produziert. Dann kamen die Nachfolger, die eigene Modelle waren, mehr Features hatten etc. Diese werden leider fälschlicherweise oft hinzu gerechnet.
Von der M1 wurden angeblich um die 250.000 Einheiten verkauft.
Beim MicroKorg kann man nur vermuten, die genannten inoffiziellen Zahlen gehen sehr weit auseinander. Nach über 20 Jahren ist von hohen Stückzahlen auszugehen, mehr weiß man aber nicht.
Ich finde auch, dass der Vergleich hinkt:
1. komplett andere Preisklasse
2. moderne Massenproduktion. Hohe Stückzahlen sind heutzutage kein Problem mehr, in den 80ern war das anders und Yamaha und Korg haben ihren Augen nicht getraut, denn beide Hersteller und auch kein anderer Hersteller haben jemals geschafft, über niedrige vierstellige Stückzahlen zu kommen.
3. Produktzyklen waren ganz andere. Ob sich der DX-7 noch länger gut verkauft hätte, kann keiner sagen, da Hersteller keine Produktionskapazitäten hatten, um mehrere Linien gleichzeitig über längere Zeit laufen zu lassen. Auch die Teile gab es nicht in den Stückzahlen. Wenn ein Nachfolger kam, ist der Vorgänger eingestellt worden. So etwas wie Behringer es heutzutage macht, war damals undenkbar.
Für Korg wäre es besser, wenn sie die Legende der M1 als meistverkaufter Synth am Leben erhalten. Sie werden sich vermutlich weiter in Schweigen hüllen und die Musiker spekulieren lassen 🙂 Und egal ist‘s ohnehin.
@Markus Galla Ich wollte gerade bei den Stückzahlen ähnliches posten. Wenn man natürlich einen ROMpler grundsätzlich nicht als Synthesizer ansieht (obwohl er modulierbaren Oszillatoren, jede Menge Wellenformen, Filter, LFOs und Hüllkurven hat), ja, gut, dann passt die M1 halt nicht. Ich finde den Artikel sehr erfrischend, weil er eben mal vom umgekehrten Fall ausgeht (was auch genau meiner Erfahrung entspricht).
@Markus Galla würde gerne wissen, warum Korg das nicht verrät.
ist halt unglaubwürdig.
@Numitron Verraten die anderen ja auch nicht.
@Markus Galla schade. Transparenz wäre gefragt.😉
sie könnten dann ja eine schöne Werbung machen „nach 24 Jahren noch immer erhältlich!“ microkorg! vocoder, synth im kompakten Gehäuse! jung und alt lieben es wenn es knallt!
@Markus Galla < "Und egal ist‘s ohnehin." >
Gut auf den Punkt gebracht…! 🤔🙂
Ich hatte u. a. einen 01W/FD. Meine Erfahrungen mit Workstations würde ich eher als „gemischt“ ansehen.
Anfangs waren alle begeistert, was man mit dem Teil machen konnte; nur – dann musste man das auch machen und alles organisieren, was die Band sonst nicht hatte, von Intros über tastenuntypische Instrumente bis zu automatisierten Einlagen. Am Anfang war jeder begeistert, später war es selbstverständlich und letztendlich hat es keinen mehr interessiert. Der Keyboarder war jetzt „Jack of all trades“. Ob er sein Instrument wirklich spielen konnte, war zweitrangig.
Es gab eine gewisse Soundvielfalt; die Qualität kam jedoch nie an die jeweiligen Vorbilder heran, und man musste versuchen, das Beste daraus zu machen.
Den halbtoten Sample-Gaul reiten die Hersteller bis heute. Es soll auch Bands geben, die einen Keyboarder für „Flächen und Gebimmel“ suchen – na dann, viel Glück.
@ukm schade..
ich mag nur Flächen😎
gebimmel nur am Schlagzeug ☺️
@Numitron Für Flächen ist das Katasteramt zuständig, und für Gebimmel gibt es auch schon eine Institution.
Da weiß man jetzt auch, warum Sounds „amtlich“ und „angesagt“ sein müssen.
@ukm , aber nur wenn der Stempel „amtlich“ geprüft vom Ministerium für Schwermetal verwendet wurde.
@ukm Der Begriff „amtlich“ tauchte schon im letzten Jahrtausend im Fachblatt auf, ist halt genretypisch. Wie „angemessen“ bei Revisoren.
Meine »M1« (ja, ich sage immer »die M1«) war mein erster richtiger Synthesizer, den ich mir Anfang der 90er gekauft habe. Die Workstation wird vermutlich nie verkauft. Nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weil ich das ganze Gerät nach wie vor klasse finde. Mir geht der Artikel runter wie Öl, weil die M1 immer irgendwie als Preset-Schleuder angesehen wird (und das typische House-Klavier und die House-Orgel kann ich echt nicht mehr hören). Aber wenn man mal anfängt, die Maschine zu programmieren … uiuiui! Klar, die M1 ist trotz der DWGS immer noch kein MiniMoog, kein Jupiter-8 und auch kein PolySix. Sie hat auch das etwas lasches Filter und wenig knackige Hüllkurven. Aber man kann, gerade für Lead-Sounds, die 16 Stimmen hemmungslos stacken.
Aber wenn man sich da trotzdem heran wagt, bekommt man immer noch eine Menge aus dem Gerät heraus. Ach, was für ein geiler Artikel! 😃👍
@Flowwater , besorg dir mal ne WaveReX Karte für den M1. Damit kann man die M1/M3R wirklich beyond Lore und Universe betanken. Man kann dann auch Schwingungsformen aka Samples vom Jupiter-8 und PolySix laden.
Der M1 hat mich nie losgelassen, hatte 2x die Keyboardversion und jetzt wieder das Rack. ich liebe die sounds. Aber weiß einer ob sich die ex Erweiterung nachrüsten lässt?
weinflasche geöffnet
wein…der nicht korgt🙂
@Viertelnote haha.
🎉
@Viertelnote 😂
@Viertelnote darauf einen Tusch mit einem Holzbläser aus Korg-Eiche 👍
Super Artikel und unterhaltsames Youtube-Video hast Du da gemacht. Hatte meinen M1 schon 1988 für – ich glaub 4200DM gekauft, und das als Gitarrist. Aber ich war einfach zu begeistert vorallem von den Features und Klängen, sowie brauchbare Hälle und Effekte. Als Anhörtip Quincy Jones „Back on the Block“ Album von 1989, da ist sogar das Saxophon prominent. Mit Notator und einer 4-Spur-Bandmaschine zusammen unschlagbar zum komponieren. Das Rackteil habe ich bis heute noch.
Hallo Franz, ich muss dir in allen genannten Punkten zustimmen. Ich habe meinen M1/M1r, später beide +Ex und besonders danach meinen T3 geliebt und liebe die Sounds auch heute noch, die ich aus Platzgründen mit der offiziellen Korg M1-app nutze. Viele der Samples klingen einfach unglaublich gut im Sinne von prägnant und brauchbar, auch heute noch. Was mich ausser der fehlenden Resonanz gestört hat war das Fehlen von Portamento. Daher hatte ich immer noch einen Analogen Synth nebenher. Aber den Joystick mochte ich sehr für „Vibro-Pichtchbends“.
Übrigens: schon Yamahas CS-80, die ersten polyphonen Korg und sicher noch ein paar weitere hatten 2 oder mehr Stränge mit separaten VCO-VCF-VCA! Liebe Grüße aus Bottrop!😊