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Test: Korg MS-20 Mini, Analoger Synthesizer

6. Mai 2013

Rückkehr eines Klassikers


Korg ist mutig – der Korg MS20 mini beweist es!
Unter den großen Herstellern ist Korg offenbar die einzige Firma, die auch ungewöhnliche Dinge wagt. Die ersten Bilder wirkten fast wie ein „Fake“. Sie haben es gewagt und haben tatsächlich den MS20 wieder erweckt. Aber kleiner als bisher. Das ist natürlich alles bereits bekannt. Die größte Frage der meisten wird wohl sein – klingt er so wie der MS20 von 1978? Gibt es doch andere Dinge, die eine Werbeanzeige nicht transportiert?

Alle Artikel fangen mit der Beschreibung der Struktur an. Der MS20 ist bekannt wie kaum ein anderer, dennoch müssen wir da jetzt durch. Es tut auch nicht weh …

Dieses Mal ist Vintage nicht die richtige Kategorie, dieser Synthesizer ist brandneu. Und doch auch klassisch.

Der Aufbau des Korg MS-20 mini

Ganz nüchtern gesehen ist der MS20 Mini ein wirklich klassischer Vertreter seiner Zeit. Er ist es sogar jetzt noch. Er bietet zwei Oszillatoren mit Dreieck, Sägezahn und Rechteck. Der erste Oszillator hat auch noch Puls mit einstellbarer Pulsbreite anzubieten, die jedoch nicht modulierbar ist. An dessen Stelle befindet sich im zweiten Oszillator eine fest eingestellte Pulsschwingung als Gegenpart zum 50:50-Rechteck. Rauschen erhält man als weitere Schwingungsform aus dem ersten Oszillator, während der zweite eine Ringmodulations-Stellung hat. Sie bewirkt, dass der erste Oszillator als Rechteck verwendet wird. Dies ist schaltungstechnisch einfacher als eine Ringmodulation mit anderen Schwingungstypen. Die Oktavlage kann über 4 Oktaven verteilt werden und ist gegenüber dem anderen Oszillator um eine Oktave versetzt, um die Ringmodulation für metallische Klänge gut nutzen zu können.

 

Die Lautstärken der Oszillatoren sind regelbar. Danach folgt die wohl bekannteste Baugruppe des MS, das Doppelfilter. Damals wie heute. Bei vielen analogen Synthesizern ist eine solche Kombination selten. Wenn, dann haben sie heute 12/24dB/Oktave-Kombinationen. Nicht so beim MS20 Mini. Die beiden in Reihe geschalteten Filter bieten jeweils eine eigene Resonanz-Einstellung (Peak) und können auch selbst in Eigenschwingung gebracht werden. Etwas in der Art gab es sonst nur bei Yamahas CS30 und CS15, jedoch mit geringerer Flankensteilheit und bei weitem nicht so drastisch im Klang und vergleichsweise clean. Nein, sogar absolut clean, wenn man den MS20 dagegen hält. Bei Yamaha kann man den Filtertyp umstellen, beim MS20 hat man sich für je einen Hochpass gefolgt von einem Tiefpass entschieden. Das ist nicht einmal eine schlechte Idee, denn man vermisst es nicht all zu oft, dass es anders sein müsste. Die gern hinzugewünschte Ausnahme wäre ein doppeltes Tiefpass-Filter. Der Trick beim MS20 ist, tatsächlich alles einfach zu halten aber dennoch recht viel anzubieten. Das wird auch durch den Modulationsgenerator (=LFO) deutlich.

Moduliert wird im MS20 durch einen LFO mit einer Symmetrieschaltung. Für den Sägezahn gilt, dass eine stufenlose Einstellung von steigendem Sägezahn über Dreieck bis zum fallenden Sägezahn möglich ist. Für das Rechteck ist die Änderung exakt wie bei der Pulsbreitensteuerung. Dafür benötigt Korg nur einen Knopf. Das Rechteck muss man patchen, während die für LFOs wichtigste Sägezahn/Dreieck-Schwingung ohne Kabel zur Wirkung kommt. Geschwindigkeiten und Verhalten sind exakt gleich geblieben, selbst die maximale LFO-Geschwindigkeit ist so wie im Original. Das bedeutet durchschnittlich und nicht so schnell, dass man Audio-Tempo erreichen könnte.

Die Hüllkurven besitzen beide eine Delay-Vorstufe. Dies ist eine Zeitkomponente, bis die Hüllkurve einschwingt. Danach folgt ein klassisches ADSR und eine AR-Struktur. Möchte man es schnell und perkussiv, empfiehlt sich die DADSR-Hüllkurve zu nehmen. Die AR-Hüllkurve ist eher für die Tonhöhensteuerung oder für das Hochpassfilter geeignet. Über das Patchfeld kann auch eine negative Version beider Hüllkurventypen genutzt werden. Das bietet sich besonders für das Hochpassfilter an.

MS20 Mini Hüllkurven

MS20 Mini Hüllkurven

Die Oszillatoren, jeweils die beiden Filtern sowie der Lautstärke (VCA = Voltage Controlled Amplifier) haben einen Steuereingang. Dafür können sie nicht frei arrangiert oder verschaltet werden. Deshalb hat Korg den Begriff Semimodular (=Halbmodular) ins Leben gebracht. Abgreifen kann man die Signale nicht – wohl aber die der Modulationsquellen und einige Zusatz-Möglichkeiten über das Patchfeld anbinden. Diese sind faktisch komplett modular einsetzbar. Dazu gehört eine Sample & Hold Einheit, ein Rauschgenerator mit Ausgängen für weißen und rosa „Krach“. Außerdem gibt es einen VCA, um alles beliebig steuern zu können. Es liegen auch das Handrad und ein kleiner Taster als Quelle an.

Bewertung der Elemente

Über den VCA kann beispielsweise der LFO langsam ein- und ausgeblendet werden. Auch der Rauschgenerator könnte gleichermaßen kontrolliert werden. Stellt man das geschickt genug an, muss man nicht einmal auf den ersten Oszillator verzichten, wenn man das Rauschen einsetzen möchte. Der Sample & Hold Bereich wartet auf eine Taktung. Es handelt sich nämlich um eine vollständige echte Variante, wie man sie in Kompaktsynthesizern nicht oft findet. Hier wird man meist den Rechteck-Ausgang des LFOs verwenden. Mit der Quelle „Rauschen“ als Eingangssignal bekommt man den bekannten Zufalls-Effekt, den LFOs heute standardmäßig anbieten. Aber da das Modul offen ist, kann man auch jede andere Quelle anschließen. Beispielsweise eine Hüllkurve, die im Takt des LFOs das Hüllkurvensignal in Stufen zerlegt. In dem Zusammenhang ist es wichtig, dass es die beiden Rauschtypen gibt. Pink eignet sich besser für die LFO-Zufalls-Schaltung.

 

Möglichkeiten für die Audiobearbeitung

Der untere Patch-Bereich ist für die Einspeisung externe Signale gedacht. Genauer gesagt, ist es eine sehr vollständige Einheit zur Verarbeitung von Audiosignalen. Abhängig vom Signal können die Hüllkurven getriggert werden, die Tonhöhe des Signals in Steuerspannung umgesetzt werden, um die Tonhöhe den Oszillatoren zuzuführen und auch selbst eine Hüllkurve sein. Die Begriffe dafür sind Hüllkurvenfolger (Envelope Follower) und Pitch-to-Voltage Konverter. Um bestimmte Frequenzbereiche diese auslösen zu lassen, sind auch zwei Filter vorgeschaltet. Hier können nur hohe oder tiefe oder auch mittlere Frequenzen die Hüllkurven auslösen. Gitarren, Stimme und Drumloops können hier verarbeitet und in die Synthese eingebracht werden. Das ist mehr als viele andere Synthesizer anbieten, besonders analoge haben so etwas eher selten zu bieten. Am seltensten ist die Pitch-to-Voltage Abteilung.

Der Mini Sektor – Unterschiede 1

Nun geht es endlich um das, was den Mini vom Originalgerät unterschiedet. Er kommt mit dem klassischen Anleitungsbuch und dem Patch-Beispiel-Büchlein. Es stimmt, der Mini ist auch kleiner als das Original. Genau gesagt ist er 14% kleiner. Er ist dennoch etwas größer als der Legacy-MS20 Controller für die Software-Version, der vor einigen Jahren von Korg angeboten wurde. Der Controller ist einen halben Finger kleiner als der Mini. Die Tastatur ist größer, jedoch kleiner als die des Originals. Dies ist eine Sondergröße, die sich recht gut und zielsicher spielen lässt. Die neue Größe ist extrem praktisch, besonders wenn man ihn transportieren muss. Die Bauform mit dem abgeschrägten Bedienpanel braucht durchaus mehr Platz als beispielsweise ein Microkorg, dabei ist dieser eigentlich mit der kleineren Tastatur ausgestattet. Ganz so wie der Legacy-Controller. Ein Microkorg hat jedoch zwei Handräder und ist deshalb etwas breiter als ein MS-Mini.

MS20 Mini und Controller

MS20 Mini und Controller

Korg MS-20 mini vs Korg MS-20 Controller USB

Leute, die nur große Tastaturen akzeptieren oder es nicht versuchen wollen, auf der neuen Tastatur zu spielen, mögen die einzigen sein, denen die neue Größe nicht gefällt. Der andere Grund könnte der Wunsch nach Veränderung der Schaltung sein. Modifikationen brauchen Platz und Bedienelemente anzubauen noch mehr. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich die ansonsten identischen Modifikationen nicht auch mit dem Mini machen ließen. Es wird nur ein größerer Kampf, Potis oder Buchsen anzubauen.

Wieso ist man überhaupt fähig, den MS zu schrumpfen? Er ist doch analog?

Das liegt an der Verwendung von sehr viel kleineren Bauteilen, die schon seit vielen Jahren verwendet werden. Sie sind heute sogar Standard. Die so genannten SMD-Komponenten werden zwar ungern von Amateuren verlötet, aber es ist machbar und auch beim Synthesizerbau üblich geworden.

Es gibt auch andere Firmen, die etwas in der Art tun. Der Cwejman S1 oder auch das neue SEM von Tom Oberheim ist in SMD aufgebaut. Beim Cwejman ist es notwendig, beim SEM hätte man darauf verzichten können. Das Beispiel zeigt nur, wie selbst winzige Hersteller damit heute arbeiten.

 

Ansteuerung und MIDI

Die Klangerzeugungstechnik hat sich in der Tat nicht geändert. Nicht ein Schalter oder Baugruppe ist anders als beim Original. Es sind wirklich die gleichen Bauteile, nur kleiner. Das hat zur Folge, dass die Steuerspannung auf Hertz/Volt und die Triggerung auf Kurzschlusstrigger (S-Trig) reagiert. Moog und der EDP Wasp arbeitet ebenfalls mit dieser Trigger-Form. Möchte man die heute durchgehend übliche Technik, nämlich Volt pro Oktave verwenden, so muss man den Tonhöheneingang nehmen. Übrigens ist leider wirklich nur ein Steuereingang für beide Oszillatoren vorhanden. Getrennte Kontrolle ist unmöglich ohne Modifikation. Damit sind auch keine FM-Klänge möglich, außer man führt beiden Oszillatoren eine Modulation durch einen externen Oszillator zu und nutzt beide als FM-Ziel.

Die Rückseite ist wirklich anders, denn hier findet man MIDI- und USB-Anschlüsse. Außerdem kommt der Strom aus einem Steckernetzteil. Mitgeliefert werden 10 Korg-gelbe Patchkabel. USB dient als MIDI-Schnittstelle. Die MIDI-Buchse ist als Eingang ausgelegt, da keine Realtime-Informationen gesendet werden außer den MIDI-Noten. Es gibt deshalb weder MIDI Out noch Thru. Die Tastatur sendet keine Dynamik oder Aftertouch. Die USB-Verbindung bringt jedoch Ein- und Ausgang von MIDI-Signalen ein. Noten werden empfangen und gesendet. Das Rad und der Schalter werden nicht gesendet oder empfangen. Der MS-Mini ist deshalb nicht dafür ausgelegt, als kleines mobiles Keyboard oder als Controller zu dienen. Der Mini sollte wie ein klassischer MS20 mit eingebautem MIDI, allerdings mit USB ausgestatteten Nachfolger gesehen werden .

 

Sehr interessant könnte auch die Kombination mit der Korg Volca-Serie sein, denn die haben ebenfalls MS-Filter, jedoch weniger komplexe Klangmöglichkeiten, dafür aber im Modell Volca Bass sogar drei Oszillatoren. Sie könnten als „FM-Modulator-Oszillator“ eine gute Hilfe sein. Die Ansteuerung müsste dann jedoch über MIDI erfolgen. Oder dem Mini einfach zusätzlich hinzugefügt werden und ins Filter geleitet werden. Dann wären 5 VCOs am Werk.

Die Frage der Fragen:

Wie ist der Klang der einzelnen Komponenten

Oszillatoren – Der klangliche Unterschied zwischen Original und Korg MS20 mini ist nicht übermäßig groß , obwohl die Oszillatoren des original MS20 schon einen eigenen Charakter haben und wenn dieser fehlte, so fehlte auch der typische MS-Sound.

Filter – Es näselt, es schreit. Die Selbstresonanz arbeitet gut. Beim Testgerät verhält sich das Tiefpassfilter wie man das auch von diversen Originalen kennt. Ja, ein Vergleich des MS20 muss an mehreren Alt-Geräten getestet werden. Generell gibt es kaum einen MS20, der genau gleich klingt wie ein anderer. In diesem Rahmen ist auch der Filterklang im Mini identisch mit dieser Reihe von Originalen. Das Hochpassfilter verhält sich etwas anders. Hier ist im ganz tiefen herunter gestimmten Bereich mit ausreichend viel Resonanz nicht mehr viel Pegel festzustellen. Der Ton bei Selbstresonanz fällt deshalb unterhalb dieser Stellung zusammen. Es geht dabei um Cutoff-Werte unterhalb der Stellung 1,5. Das Verhalten jedoch ist sowohl mit Aufnahmen als auch mit den MS20, die dem Tester je zu Ohr gekommen sind, vergleichbar. Es handelt sich beim Testgerät um eines von zwei in Deutschland umlaufenden Modellen. Außerdem ist die innere Justierung möglicherweise dafür verantwortlich. Dennoch sollte man dies beim Kauf prüfen. Typische MS-Sounds nutzen beide Filter und nicht selten den Hochpass als Bass-Anreicherung. Besonders wichtig ist jedoch, dass beim Drehen und Spielen von Sounds, die mit viel Resonanz arbeiten, sich diese gegenseitig ergänzen durch das, was sie hinzufügen und den Eigenklang so bekannt machten. Dieser Grundsound übersteigt auch die Überzeugungs-Fähigkeiten sämtlicher Soft-Simulationen. Alle bisherigen Versuche und Hardware-Clones liegen sehr weit hinter diesem Ergebnis.

Hinweis: Das erste Audiodemo ist ein originaler MS20, zum Vergleich eignet sich das Being Boiled Sounddemo vom MS20 Mini.

 

VCA – Nun wird es wirklich spannend. Dieses Bauelement ist das einzige, welches nicht komplett identisch aufgebaut werden konnte. Man hat sich mangels Machbarkeit und wegen heute verbotenen Materialien für eine andere Lösung entschieden (Cadmium). Schon der alte MS20 hatte zwei Versionen. Die zweite und neuere hatte ebenfalls dem Mythos nach geänderte VCAs und sollte damit rauschärmer werden. Ähnlich wie dies, bringt der Mini ohne einen Tastendruck sehr wenig Rauschen aus seinem Ausgang. Erst wenn die Hüllkurven gestartet sind, gibt es das typische Mitrauschen eines Analogsynthesizers – ein Vorteil gegenüber dem Original. Er klingt deshalb nicht viel braver – aber direkter. Da ein VCA alleine relativ schwer zu testen ist, kommt nun die DADSR Hüllkurve ins Spiel, die die Lautstärke steuert. Die Reaktion ist direkt, sehr direkt. Es scheint, als sei dies der direkt klingendste MS20, der je gebaut wurde. Die Hüllkurve greift durchaus gut zu, scheint aber ein wenig längere kleinste Decay-Zeiten zu haben. Zap-Sounds überzeugen dennoch. Ebenso Bässe oder Drum-Sounds.
Zusammen mit den Filtern und deren „dreckigem“ Sound können je nach Schwingungsform-Wahl und Resonanz viele Bassdrum-Soundwünsche erfüllt werden. Bei der DAR-Hüllkurve fallen keine besonderen Unterschiede auf. Sie ist in Sachen Knackigkeit allerdings auch nicht all zu relevant. Natürlich kann der MS Mini auch sanft klingen.

Behalten oder erneuern?

Wer bereits einen MS20 hat, ringt vielleicht mit der Idee, ihn zu erneuern. Vielleicht auch den alten zu verkaufen? Dafür spricht zum ersten die Haltbarkeit eines Neugerätes und zum anderen der Sound selbst. Abstand nehmen sollte man dann, wenn Modifikationen geplant sind. Diese sind schwerer zu integrieren als in das große Gerät. Klanglich wird der neue Mini ein wenig anders als ein vorhandener 35 Jahre alter MS20 sein. Seine Kondensatoren und Trimmpotis im Inneren könnten bereits ihre Werte geändert haben und damit auch das Verhalten. Ein perfekt kalibrierter Mini sollte den Klang des alten erreichen und nur die beschriebenen etwas direkteren subtilen Verhaltensweisen aufweisen. Theoretisch ließen sich Minis auch so kalibrieren, dass sie einen entsprechend Zeit-gedrifteten MS20 nachempfinden könnten. Schon seinerzeit hat Chrislo Haas von Liaisons Dangereuses viel an seinem MS20 verändert. Genau das ginge auch hier, nur die Werkzeuge sind kleiner. Natürlich ist das nichts für Hobbyelektroniker. Für den Preis eines heutigen MS20 Altgeräts kann man zwei MS20 Minis kaufen. Der Gegenwert ist klar höher. Die Tasten- und Gerätegröße ist ebenfalls eher ein Vorteil, nachteilig mag nur sein, dass Audiosignale ebenfalls über kleine Klinken laufen müssen. Das monophone Spiel ist sicher nicht schwerer mit diesen Tasten – es ermöglichst sogar schnelleres Spiel und größere Intervallsprünge. Selbst Puristen sollten hier wenig Meckergrund finden können, denn hier muss man keine Abstriche machen, wie man das vielleicht von Minimoog zu Voyager machen muss. Nicht ohne Grund haben die Korgs an dem Teil 1 Jahr herumgebastelt. Sie haben offensichtlich nicht einmal das alte Gehäuse des Controllers recycled.

Das Original – mit vielen Modifikationen und echt schön konfiguriertem Staub.

Das Original – mit vielen Modifikationen und echt schön konfiguriertem Staub.

Klanglich spricht nicht all zu viel für das Festhalten am alten Gerät. Um den Bereich sprachlich einzugrenzen, handelt es sich um den Unterschied zwischen der alten MS20 Modellen untereinander oder auch den Unterschied anderer Synthesizer der gleichen Baureihe. Deutlich mehr als irgendeine Software-Emulation im Vergleich zum Original. Sogar weniger als der Unterschied zwischen Matrix-6 und Matrix-12 oder Voyager gegen Minimoog.

Es ist nicht leicht für jeden eine abschließende Beurteilung abzugeben, weshalb die Erklärung der Details sehr genau gelesen werden müssen. Noch mehr sollte man die in einigen Wochen in den Geschäften stehenden Geräte mit den eigenen Kopfhörern prüfen. Wir haben es hier mit einem technisch nahezu identischem Instrument zu tun. Wie groß ist der Unterschied zwischen einem klassischen Oberheim SEM und dem heute von Tom Oberheim angebotenen SEM? Diese Kategorie ist die, die man beim Mini ansetzen muss. Die Unterschiede sind für Nerds, die genau schauen und hören. Ich meine sehr sehr gut hinhören! Es lässt sich für gut 99% der MS20 Fans sagen, dass der Mini perfekt ist.

Korg MS-20 Bands und Trends

Die Sounds sind von Depeche Modes letzten beiden Alben (SOTU / Delta Machine), den ersten Alben von Human League mit Heaven 17 Mannschaft (als Ersatz für deren Korg 700s), allem von Liaisons Dangereuses, der mittleren und alten Phase von Klinik (Plague etc.) oder auch Aphex Twin und Squarepusher vor einigen Jahren oder auch Air steht nichts im Wege. Man hört den Sound in vielen Produktionen von Techno bis Industrial. Auch sehr morbide Klänge sind möglich und solche, die normalerweise mit dieser Ausstattung nicht möglich ist. Die MS-Besonderheit im Mini und allen MS20s dieser Welt – die Filter haben eine ungewöhnliche Charakteristik, die mehrere Kerben nach Art eines beinahe Phasers/Kammfilters entstehen lässt. Dies kommt durch die Konstruktion und ist für viele der wundervoll näselnd-krachigen Klänge mit etwas bis viel Resonanz verantwortlich. Auch „schöne“ Klänge und Sweeps sind freilich auch des Minis Stärke. Dann freilich mit weniger Resonanz, sonst wird der Kleine böse. Er ist heute so nicht zuletzt deshalb aktuell wie zuvor und folgt absolut dem Trend vieler neuer Analog-Synthesizer, nämlich mit Sättigung und anderen Methoden den Klang individueller zu bekommen. Der MS20 hatte das schon früher eingebaut und hat es jetzt wieder.

MS20mini 2

Und hier kommen wir zu einem nicht erstaunlichen Ergebnis – der MS20 Mini ist ohne Änderung für aktuelle Musik fast aktueller als neue Konzepte. Er mag technisch alles andere als perfekt sein, alle Baugruppen klingen anders als andere. Genau das hat ihn so beliebt gemacht. Das gilt für den Mini und das Original. Es fallen sicher einige Dinge ein, die man auch neu gestalten könnte, die Tastatur ist definitiv kein Ersatz für einen Controller wegen der fehlenden Oktav-Schalter, Anschlagdynamik, Aftertouch und dem zweiten Handrad. Es wäre sicher auch nett gewesen jene Räder auch über MIDI automatisieren zu können. Aber dafür folgte Korg nahezu komplett unserer Idee von der Analog-Umfrage, aus der bisher der Tyrell Nexus V3 entstand, da wir natürlich keine Synthesizer bauen können. Auf der anderen Seite wünschten sich viele eher einfache Synthesizer mit nur wenig Wünschen wie Speicher und vielleicht Sync. FM stand seltener auf der Agenda. Genau das hat der Mini auch. Aber das Ziel war, endlich einen Klassiker nachbauen, der auch genau so klingt und dem Original in nichts nachsteht.

Das ist aus heutiger Sicht BWL-technisch mutig für eine Firma, die in mehren Tausenden von Einheiten denkt. Wir freuen uns darüber und ich auch, da ich immerhin das Konzept für den Tyrell machen durfte und er hätte auch ein Analoger werden können, natürlich nur theoretisch. Das MS-Konzept ist wendig, livetauglich, flexibel und für alle Arten von populärer Musik geeignet. Für Akademiker ist er nicht geeignet, da er nun mal ein MS20 ist, er ist unkonventionell und sicher das Gegenteil einer mathematischen Klarklang-Anlage. Man arbeitete etwa ein Jahr an diesem Gerät und es würde vermutlich viele Musiker freuen, wenn sich andere Hersteller diese Idee abschauen würden. Nicht wenige lieben genau diese Nicht-Perfektion. Korg wusste das offenbar und sie haben schon öfter überrascht. Übrigens sind speicherbare Analoge und noch weniger Polyphone sofort zu erwarten. Es ist aber heute eindeutig anhand der neueren Welle gut ausgestatteter Analoger erkennbar, dass der Traum vielleicht doch deutlich plastischer und machbarer geworden ist. Sollte Korg sich dazu durchringen, einen 3-4 stimmigen MS20 zu bauen, so wäre das sogar heute für manche mindestens so attraktiv wie ein Microkorg I, vielleicht mehr? Es ist wohl nicht untertrieben auch als eher in die Zukunft schauender Musiker mit ein wenig Nerdblut in den Adern, den Mini zu empfehlen. Die Frage, ob der Original Hersteller mit so viel Mühe nicht den Fehler macht, Geräte mit bekannten Namen mit vollkommen falschen Erwartungen zu belegen hat Korg nicht gemacht. Er klingt nicht „nahe“, er klingt wie ein MS20. Er sieht aus wie ein MS20, nur kleiner und vielleicht ist es einfach ein MS20?

 

Zur Ansteuerung eines alten MS20 ist der Mini auch geeignet. Auch für den umgekehrten Weg. Ebenso allen anderen Geräten mit Hertz/Volt Spannungsnorm (Yamaha CS Serie, Korg 800DV, 770, 700/s). Wer die Stimme des MS20 doppeln möchte, kann ohne Probleme zwei Geräte verkoppeln. Mehrstimmige Verteilungsmethoden gibt es leider nicht. Das wäre bestimmt ein Spaß für den Preis. Das wäre erheblich reizvoller als viele Moogs zusammenzuketten, da diese oft als Akkord zu fett für die meiste Musik klingen wird. Der MS20 wäre dieser Aufgabe gewachsen. Er ist nicht für seine „Fettheit“ bekannt, sondern eher für seinen extrem eigenständigen unverkennbaren Klang. Hüllkurvennuance und direkterer Klang – das ist der Mini-Aspekt, um den sich der Mini vom ersten MS20 unterscheidet. Der zweite klingt etwa irgendwo dazwischen. Nicht mehr ist der Abstand zwischen den Modellen!

Fazit

Wer noch keinen hat und immer einen MS20 wollte, der sollte gar nicht erst nach einem Original suchen, sondern den Korg MS20 mini unter die Lupe nehmen. Es spricht beim Neukauf wirklich zu wenig dafür, um den doppelten Preis eines Neugerätes zu bezahlen, man bekommt dafür weniger MIDI und kein USB. Wer seine MS-Serie vervollständigen will, wird sich freuen. Es ist sicher zu bezweifeln, dass Korg den verrückten Mut hätte, den MS50 ebenfalls neu aufzulegen. Aber man weiß nie. Die Volca-Serie hat auch kaum einer erwartet. Dafür verdienen sie Respekt. Denn diese Geräte sind neu. Womöglich sehen wir ja sogar noch perfekte Kompositions- und Performance-Electribes mit vielen Spuren und analoger Filterung und Synthesizer wie MS20 oder King Korg inside? Wie auch immer – wer hier nicht zugreifen sollte? Die, die den MS-Sound nie mochten, denn er klingt einfach genau so. Nun bin ich auf Kommentare gespannt. Kaum mehr als bei diesem Gerät!

Plus

  • charaktervoller Klang
  • 2 Filter mit Resonanz
  • analog
  • Original mit MIDI und USB-MIDI
  • sehr guter Preis für einen Klassiker
  • toller Formfaktor

Minus

  • nur ein Handrad
  • keine Anschlagdynamik
  • MIDI unterstützt nur Noten an/aus

Preis

  • Straßenpreis: 599,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mira

    Konnte dem Klang des MS20 bisher nicht viel abgewinnen, trotzdem Anerkennung!
    Ein Beispiel, was neue Vintageinstrumente kosten dürfen (können).
    Trotzdem hätte ich ein zusätzliches Modulationsrad mit eingebaut, soviel „Orginalität“ darf sein.

    • Profilbild
      jaxson  

      Respekt an Korg…die machen es genau richtig…kann den MS20 Sound zwar garnicht leider(für mich der schlecht klingenste SemiModularSynth)aber sie zeigen z.b mit den Volcas, was alles, zu welchen Preisen „heute“ möglich ist…
      Wenn nur Roland….. ;-)

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo jaxson,

        Roland könnte uns mit einem kompletten System 100 erfreuen, einer Neuauflage der Mc303 und so weiter und so fort, ich persönlich glaube aber eher das es zur nächsten Musikmesse einen analogen Polyphonen zu sehen gibt. Gerüchteweise macht Korg ja Platz in der Produktreihe und streicht die Electribes. Platz wäre also und die derzeitige Popmusik will das ja auch und kann das gebrauchen. Ich würde mir sicher auch einen hinstellen. Weil ich mittlerweile das Analoge Klangerzeugen nicht mehr als so frustrierend empfinde und in Verbindung mit den digitalen Möglichkeiten hier interessante Ansätze sehe.

        Mal sehen welcher Hersteller da mal Mut zum füllen der Lücke hat.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Mal ganz ehrlich, wie geil ist das denn!?? Dieses Monstrum war (zusammen mit der 303) einer DER Acid-Maschinen überhaupt. Das jetzt als Neugerät kaufen zu können, bringt mich in echte Probleme, vor allem monetärer Natur :D

  3. Profilbild
    studiodragon  

    Ja, wird wohl wieder ein guter Streich von Korg werden und das mitten in einer Analogen Renaissance. Ich hoffe nachdem die kleine Sachen gut laufen, trauen Sie sich auch mal wieder an was großes, z.B. die PS 31/32/3300 Serien. Das wäre auch noch was …
    Merci Mic für deinen Test !

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Na, die PS Serie werden sie wohl nicht machen. Eher würde ich auf den Einsatz der Filter und anderer Elemente in anderen Synths denken, zB. in einer kommenden Electribe, die quasi mehr dem Geist der bisherigen folgt, also eine Groovebox für Komposition mit MS-Sound. Halte das für machbar.

      Alles alt wäre echt eine Nummer zu viel verlangt. Aber Neu mit Alt.. Siehe Volca was da geht – und ich tippe durchaus auf einen Polyphonen mit ein paar Stimmen, das wäre nämlich mit rel. wenig Aufwand bereits machbar. Goofy sagt schon was von Flächen, darin könnte der MS-Poly sehr gut sein..

      Grade diese softeren Sounds könnten erst im polyphonen Spiel noch einiges gewinnen. Außerdem – aber gern mit neuem Konzept.. ;)

  4. Profilbild
    Goofy

    Als Korg-Fan freut es mich natürlich, daß der MS-20 wieder da ist.
    Auch um meinen ‚Alten‘ etwas zu entlasten wird wohl der ‚Mini‘ demnächst bei mir ein neues zu Hause finden.
    Klar ist der MS-20 Sound nicht Jedermanns Sache und oft wird der MS-20 auch zu hoch bewertet. Und die hier angeführten Soundbeispiele finde ich recht besch..eiden – der MS kann ’ne ganze Menge mehr als nur die immer gleichen Bässe liefern.
    Das sogenannte ‚Böse‘ des Filters ist hier auch wieder Thema, nur mal ganz ehrlich – wer kann das Filterkreischen (anders kann ich es nicht bezeichnen) schon vernünftig in einen Song einbauen? Ich z.B. nutze meinen alten MS mehr für Leadsounds und One-Note-Pads. Und auch das kann die Kiste richtig gut – verglichen mit meinem Minimoog Voyager Old School sogar erstaunlich gut.
    Ich hab‘ ’nen Alten und der bekommt wohl bald Nachwuchs – ääähm einen ‚Mini‘.

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Also einige der Beispiele sind absichtlich an einigen Sounds von Depeche Mode, Human League, Haus Arafna und Klinik orientiert.

      Aber man könnte in der Tat noch mehr machen. Das ist sicher richtig. Aber deine Leads und 1Note-Pads würd ich gern mal hören. Kannst du ja bei mir im Forum mal posten oder hier als Link, weeeeenn du Bock hast.

      • Profilbild
        Goofy

        Darf ich mal lachen?
        Ein popeliger Amateur-ProgRocker soll einem Elektro-Profi ein paar Lead-Sounds und so’n Zeugs zumailen? Ich glaube Du brauchst so etwas bestimmt nicht – aber ich mach’s trotzdem. :-)

  5. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Moogulator,

    Sehr guter Bericht, da gibts mal nichts. Wenn ich dem Weihnachtsmann die MS 20 nicht schon auf den Zettel… Aber ich werd nicht versuchen „Being Boiled“ mit der MS 20 zu machen, Sakrileg, der Bass ist mit dem Korg 700s boiled. ;-)

    Die Verbindung analoger Technik mit den Vorzügen heutiger Fertigungstechnik machts möglich.

    Vielleicht folgen andere Hersteller auch dem Beispiel.

  6. Profilbild
    Tyrell  RED 2

    Wir bekommen jede Menge Anfragen ob und wann Korg nun die restliche MS-Vintage-Serie auf den Markt bringt, vor allem auch den SQ10 Sequenzer dazu. Wir wissen es nicht! Und meines Erachtens weiß es KORG auch NOCH nicht. Wahrscheinlich hängt das schwer vom Erfolg des MS20mini ab.

    Bzgl. polyphonen Vintage-Produkten wird die Sache aber erst richtig kompliziert, da es hierfür keine Chips mehr gibt (Ausnahme Dave Smith, der sicherte sich den Restbestand von Curtis).

    Wir haben mal mit Behringer durchgespielt wie aufwendig es wäre um einen eigenen Chip in Auftrag zu geben um einen Juno 106 Clone produzieren zu können. Das Resultat war ernüchternd. Die Menge regelt den Preis: Bei den aktuell erzielbaren Stückzahlen in dieser Branche, würde sich das nicht lohnen, vor allem nicht für Geräte in der Preisklasse unter 1000 Euro.

    Nicht ohne Grund hat einst der Andromeda knapp 9.000 DM gekostet. Und wer jetzt denkt, dass sind 4.500 Euro, der irrt. Inflationsbereinigt würde der Alesis Andromeda heute sicher in Euro fast das selbe kosten wir damals in DM.

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    filterfunk  

    Hallo Tyrell,
    das ist ja mal interessant.
    Auf was für einen Preis ist man denn – bei einer Mindesstückzahl X – für einen Juno 106 Clone gekommen?
    Wenn Moog für den Voyager schon mind. 3000€ verlangt, dann muss es doch einen Markt für Polyphone im Bereich 3000 – 4000€ geben, oder? Und wenn dann auch noch Roland, oder Yamaha draufstehen würde….!
    Es muss ja nicht gleich ein 16-stimmiges Monster wieder der Andromeda sein, 6-stimmig wäre doch absolut ausreichend….
    Man stelle den Mehrwert eines Polyphonen in Relation zu einem doch sehr reduzierten Gerät wie den MS20.
    Ist dann nicht der MS20 mini überteuert, wenn man die Ziegruppe der Monophonisten und MS20 Fans mal aussen vor lässt?
    Und genau darin sehe ich das Problem.
    Diese Zielgruppe scheint mir nicht mehr zu existieren.
    In der Wahrnehmung der meisten Musiker scheint es den Synthesizer im klassischen Sinne nicht mehr zu geben.
    Nur als Software, oder als Hardware gadget, dass man zum electro-frickeln oder zum posen auf der Bühne benutzt.
    Und für den Rest der übrig bleibt, will 95% nicht mehr als 1000€ ausgeben.
    Deshalb ist man Korg für so ein – tschuldigung- mickriges Gerät auch noch dankbar.
    Stand der Technik 2013.
    Hat denn keiner das Bedürfnis, spannende, polyphone Akkorde auf einer anständigen Tastatur zu legen?

    • Profilbild
      Saxifraga  

      Mal im Ernst: Wenn ich auf mein Ultranova haue (local off) und auf meinem MacBook Minimonsta läuft, dann klingt das über die PA wie ein polyphoner Minimoog. Warum also 3000..4000,-€ für ein Statussymbol ausgeben?

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Saxifraga,

        warum klettern einige auf Berge? Und deine Lösung ist nur um ca. 1000€.
        Es gibt halt sehr haptische Leute, die wollen das was sie spielen auch anfassen, nur weils neu virtuell analog ist, ist es nicht besser. Es ist was anderes, aber nicht zwangläufig ein Ferrari, mein PowerMac 7400 war mal zu schnell, aber ein Ferrari würde mir jetzt unpassend erscheinen.

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      Tyrell  RED 2

      Das Problem bleibt die Stückzahl. Voyager und Co. sind Liebhaber-Instrumente – aber Stückzahlen (wie sicher jetzt beim MS20 mini) werden dabei keine gemacht. Nochmals, einen polyphoner Alesis Andromeda heute neu zu produzieren, würde am Ende im Laden 9.000 Euro kosten. Für monophone Analoge braucht es keinen speziellen Chips, für einen analogen polyphonen müsste man die erst mal neu auflegen.

  8. Profilbild
    Filterpad  AHU

    1. Wenn er tatsächlich nahezu wie das Original ist, wie ist es dann kalkulationstechnisch möglich, ihn für gerade mal 600 € zu produzieren?

    2. Kann man ihn jetzt nur als MIDI-Keyboard (für VST) verwenden oder auch den Sound des MS 20 per MIDI übertragen? – Oder ist nur eine Live-Einspielung per Audio möglich – sorry für die Frage, aber das habe ich jetzt nicht ganz verstanden!

    Danke für Antworten.

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Das liegt daran, dass man jetzt mit SMD und Lötbad oder anderen Fertigungstechniken, sehr viel genaueren Bauteilen und anderen Sachen heute einfach mehr erreichen kann. Es geht da meist um Menge. Was einfach ist, kann man auch eher in Massen bauen.

      Der MS20 hat damals 1490DM gekostet,wäre in der Tat heute mehr. Und die Käuferschicht ist klein, dh – so ein Teil muss noch so einen Mitnehmfaktor haben und Nutzen.

      2) Das ist ein Analoger Synthesizer, wie ich schrieb kann man mit ihm schon auch spielen, aber die Tastatur ist nicht dynamisch, seine Klangerzeugung ist nunmal das, was er eigentlich machen soll. Als Steuerkeyboard fehlt ihm die Dynamik, zumindest den meisten die spielen wird das fehlen. Aber man kann Plugins damit „spielen“. Steht so im Bericht .

      MS20Rack: Bin sicher, dass wäre weniger attraktiv. Das Gefühl einen vollständigen Synth zu haben mögen einfach sehr viele Leute.

      Was den Markt angeht: Ja, es ist denkbar. Das Problem: Entwicklung. Wenn man 1:1 baut hat man halt ein altes Ding und wenn man neu macht, muss man entwickeln. Der Mini hat auch einiges an Neuentwicklung gekostet aber eben nur bei der Umsetzung. Dh – ein neues Gerät hat auch neue Gedanken. Einen Klassiker nachzubauen ist auch einfach neu. Eigentlich war Synthesizer lange das, wo man das Neueste wollte, mehr Sound, mehr Möglichkeiten.

      Dh – wir haben hier ein wenig eine Lücke zwischen den Leuten und Gesellschaft früher – man kauft einen der eigentlich wenigen Neuinstrumente und hat aber das was halt aktuell möglich war. Heute hat man technisch in so mancher Software sicher mehr Innovation, in Hardware ist das Risiko auch höher und die Stückzahlen müssen andere sein, wenn man in einer bestimmten Kategorie denkt. Ist man hier offener, so kann man hier natürlich auch bewusst für 4000 Leute oder auch 1000 herstellen.

      Auch müsste ein Polysynth eben eine Entwicklung hinter sich bringen und das ist immer noch viel mehr Arbeit. Wieso? Weil jeder Oszillator wirklich physikalisch da sein muss, ein VA hat halt ein Standard-Board oder sowas, meist nicht mal das schnellste und beste sondern eher Industrie-MAssenware, man verdient also mehr dran.

      Das ist also schon alles noch mit drin und noch mehr.
      Das Problem ist daher schon nicht NUR wie viele Stimmen, sondern noch viele andere Dinge..

      ASICS machen ging bei Alesis ja auch. Man hätte sogar Chips für „Alle“ machen können, also ein neues Curtis. Aber wie gesagt, das ist heute anders als früher, heute gibt es einfach mehr Angebot, dh die Kundschaft ist einfach kleiner bei einem überschaubaren maximalen Potential an möglichen Kunden.

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    AMAZONA Archiv

    Da USB und Midi vorhanden sind hätte ich auf eine Tastatur verzichtet.
    Quasi ein MS20 Mini-Rack:-)

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    bloop

    Bist du dir sicher mit dem Delay-Stufe des zweites Hüllkurvengenerators? Mein alter MS20 hat eine HADSR Hüllkurve mit Hold, nicht Delay.
    Ansonsten schöne geschriebener Bericht, aber ich werden meinen alten MS20 trotzdem nicht durch einen neuen ersetzen.

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    Saxifraga  

    Ist die Retro- und Sentimentalitätswelle jetzt endlich vorbei?
    Was ist an dem quieckenden krächzenden Imitat denn so toll?
    Das es quiekt und krächzt wie das Original?
    Erinnert mich alles ein wenig an den Stadtschloßneubau hier in Berlin.
    Etwas ist nicht nur deswegen gut weil es alt ist oder man es heute billiger nachbauen kann. ;)

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      iltis30  

      Moin, heute billiger Nachbauen und dann als Beispiel das Berliner Stadtschloss? Du hast echt Humor.

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    AMAZONA Archiv

    Und wenn ich in meinem Fiat sitze und brumm brumm rufe, dann habe ich doch fast einen Ferrari. Warum also TEUR 200 für einen Ferrari ausgeben.

    Einbildung ist alles…

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    Atomicosix  

    Der Korg MS 20 hat schon immer Polarisiert…!

    Aber die Firma Korg verstehe ich einfach nicht. Seit Februar macht sie Werbung für ihr neues Produkt, aber man kann es nicht kaufen oder selber testen. Laut Ankündigung ab April lieferbar. Jetzt muß man wahrscheinlich bis Weihnachten warten.

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      motone

      Bei Idealo sehe ich seit einigen Tagen immer mind. 2-3 Shops, die den MS-20 mini als „sofort lieferbar“ gelistet haben. Es lohnt sich auch mal abseits der großen Drei zu schauen…

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    Oliver Fiedler

    sehr nice sache wollte schon immer mal eine, preis is auch ok, wird wohl bald auf meinem tisch stehen, freu und danke an korg :D

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    bimba

    Der MS 20 war mein erster Synthi und bis heute stehe ich auf den Sound. Leider ist er bei einem Brand abgeraucht.

    Der Sound ist schon sehr eigen und das ist gut. Übertroffen im Sound und was Dreck angeht wurde er bisher nur von meinem Arp Prosoloist, dem ich bis heute nachweine.
    Die Nachricht, daß der MS 20 wieder aufgelegt wird, und der Preis, sind für mich die Sensation des Jahres.

    Ab sofort wird vorläufig nicht mehr Geld in das ewige Formant Projekt gesteckt sondern beim MS20 zugeschlagen.

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    snowcrash

    Es gibt offenbar einen markanten Unterschied beim Sustain von EG2 im neuen MS20 Mini: Erhoeht man den Sustainlevel, senkt sich die Frequenz des Filters, anstelle gleich zu bleiben. Hier ein Test mit einem ungemodded MS20 und dem neuen MS20 Mini: http://youtu.be/40jOD0qkvlg

    Interessant dabei ist, dass sich bei dem Test alle Emulationen von Korg inkl iMS20 so verhalten wie die Vintage Geraete und nicht so wie der neue MS20 Mini.

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