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Legendäre Gitarren, Teil 1

Greeny, Jessica und andere Gitarren mit einer besonderen Geschichte

28. September 2025

Legendäre Gitarren In legendäre Gitarren der Musikgeschichte: In der Rockmusik gibt es immer wieder ganz besondere Instrumente – wir haben mal einen Blick riskiert. Über die interessante Story der Les Paul von Peter Frampton, der sie nach über 30 Jahren nach dem Absturz und Ausbrennen eines Flugzeugs wiederbekam, haben wir hier ja bereits berichtet. Aber einige Gitarren wandern auch von einem Musiker zum nächsten und werden dadurch selbst zu Stars. Doch auch selbstgebaute, mehrfach modifizierte und umgebaut Gitarren beeindrucken mit ihren ganz eigenen Geschichten. Ein paar dieser Anekdoten habe ich daher hier mal zusammengetragen.

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Gibson Les Paul „Greeny“

Zu den legendärsten und wohl auch teuersten Gitarren gehört zweifelsohne die Gibson Les Paul mit dem Namen „Greeny“. Es handelt sich um eine 1959er Gibson Les Paul Standard mit einem umgedreht eingebauten Humbucker in der Neck-Position. Peter Green, Gitarrist von Fleetwood Mac, kaufte diese Les Paul Mitte der 60er in einem Gitarrenladen in London. Green spielte sie während seiner Zeit bei John Mayall’s Bluesbreakers.

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Epiphone Kirk Hammett
Epiphone Kirk Hammett "Greeny" LP Std.
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Später verkaufte er eben jene Les Paul Standard an den jungen Gary Moore. Moore setzte sie sowohl für sein Soloprojekt als auch bei Thin Lizzy ein. Mit dem Album „Blues for Greeny“ hat er sogar eine ganze Platte dieser besonderen Gitarre gewidmet. Und sie ist auf zahlreichen legendären Alben zu hören. Im Jahr 2006 verkaufte auch Gary Moore die „Greeny“ und so ging die Reise der Les Paul mit den bekannten Vorbesitzern bei verschiedenen Händlern immer wieder an Sammler über den Ladentisch. Der Preis schoss natürlich immer weiter in die Höhe.

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Kein Geringerer als der Gitarrist von Metallica und bekannte Gitarrensammler Kirk Hammett liebäugelte eine Zeit lang mit dieser besonderen Gibson Les Paul. Allerdings war der Preis selbst für ihn oberhalb der Schmerzgrenze. Erst als der Sammler, der gerade in Besitz der „Greeny“ war, selbst Geld benötigte, war der Preis so, dass Kirk zuschlug. Gerüchten zufolge soll dieser, für Kirk Hammett annehmbare Preis bei sage und schreibe zwei Millionen Dollar gelegen haben. Das ist selbst für eine 1959er Gibson Les Paul schon sehr viel. Hammett hat „Greeny“ aber dann wenigstens auch sowohl im Studio als auch live auf der Bühne gespielt.

Greeny Gitarre Kirk Hammett

Kirk Hammett mit der Greeny auf einem Fleetwood Mac-Tribute-Konzert. (Quelle: Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)

Der markante Sound der „Greeny“-Les Paul entsteht unter anderem durch den bereits erwähnten verkehrt herum eingebauten Humbucker in der Neck-Position. Er war nicht ab Werk so verbaut, sondern wurde von einem Techniker so eingebaut. Ob dies absichtlich passierte oder eher ein „Unfall“ war, kann ich hier nicht mit Sicherheit sagen.

Wie dem auch sei. Durch den verdrehten Einbau entsteht in der Mittelposition des Pickup-Wahlschalters, wenn also beide Humbucker aktiv sind, eine Art phasenverdrehter Sound. Dieser ausgedünnte und nasale Klang ist auf vielen Alben der genannten Gitarristen zu hören. Natürlich klingt diese 1959er Les Paul aber auch jenseits dieser Besonderheit sehr gut.

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Gibson Kirk Hammett
Gibson Kirk Hammett "Greeny" LP Std.
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Die „Greeny“-Les Paul wurde auch als Signature-Modell angeboten. Wer keine Unsummen für seine nächste Gitarre ausgeben möchte, könnte aber einfach bei seiner Les Paul den Neck-Pickup umdrehen. Dafür benötigt man lediglich einen Schraubenzieher und muss die Saiten etwas lockern. Gelötet werden muss hier gar nichts. So kann man den Sound dieser Mittelstellung der Pickups einmal nachempfinden.

Billy Howerdel – Gibson Les Paul

Als Kontrast zu dieser extrem teuren Les Paul kann auch ein günstiges Standardmodell einen gewissen Status erreichen. Und da kommt mir Billy Howerdel von „A Perfect Circle“ in den Sinn.
Howerdel war Gitarrentechniker und betreute einige der großen Bands auf ihren Touren. Darunter befanden sich unter anderem Faith No More, David Bowie, Tool, The Smashing Pumpkins und auch Nine Inch Nails.

Seine legendäre Gibson Les Paul bekam Billy 1994 von Trent Reznor (Nine Inch Nails). Es war eine Gibson Les Paul Standard 60s Reissue, die während eines NIN-Konzerts einen Kopfplattenbruch erlitt.

Billy Howerdel durfte die kopflose Schönheit behalten und ließ sie reparieren. Die Kopfplatte hat jetzt einen etwas geringeren Winkel, was den Saitendruck auf den Sattel und damit sicherlich auch den Sound beeinflusst. Die Humbucker wurden durch Pickups von Tom Anderson ersetzt. Diese scheinen sehr gut auf das Volume-Poti zu reagieren, sodass Howerdel für seine cleanen Sounds einfach das Volume-Poti zurückregelt. Der Ton klart auf und behält dennoch seine Fülle.

Legendäre Gitarren

Billy Howerdel zeigt, dass auch eine Standard-Gitarre zum Ruhm und Ehre gelangen kann. (Quelle: © Markus Felix | PushingPixels (contact me), CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)

Mit der Gitarre von Trent Reznor und seinen auf den Touren geknüpften Kontakten zu den Smashing Pumpkins und Tool gründete Billy die Band „A Perfect Circle“. Ich persönlich liebe seinen Gitarren-Sound und das Album „Thirteenth Step“ gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsalben.

Diese Les Paul in Verbindung mit einem klassischen 100-Watt-Marshall-Rig und ein paar TC-Electronic-, Lexicon-, Digitech- und Eventide-Rack-Geräten, gesteuert über einen MIDI-Controller, erzeugt ihren ganz eigenen Signature-Sound.

Mit einer tiefer gestimmten Les Paul, Distortion und etwas Delay kommt man dem Sound auch ohne gebrochene Kopfplatte schon recht nahe – vorausgesetzt, man spielt entsprechend eingängige Riffs.

Slash – „Jessica“

Ein anderes ursprünglich eigentlich absolutes Standardinstrument ist die „Jessica“-Gibson Les Paul von Slash. Er bekam sie von Gibson für seine Tour Ende der 80er-Jahre geschenkt. Eigentlich handelte es sich bei dieser Gitarre um eine B-Ware aus dem Jahr 1987. Daher hat sie auch diese ungewöhnliche und asymmetrische Decke.

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Hier zeigt sich aber, dass eine ganz normale Standard-Les-Paul in den richtigen Händen zur Legende werden kann. Für echte Slash-Fans wurde diese „Jessica“-Les Paul als Signature-Modell neu aufgelegt. Man kann aber auch mit jeder anderen Les Paul eine ähnliche, eigene Beziehung aufbauen. Selbst alte Les Pauls aus den späten 80ern sind noch nicht so teuer – und möglichweise könnte man eine Vintage-Gitarre erwerben und vielleicht auf „Jessicas“ Schwester stoßen.

Slash Jessica Gitarre

Slash mit seiner „Jessica“. (Quelle: Agencia de Noticias ANDES, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons)

Von seiner „Jessica“ hat sich Slash bis heute nie getrennt. Anders erging es der 59er Gibson Les Paul, die er einst dem Aerosmith-Gitarristen Joe Perry abkaufte, als dieser in finanziellen Nöten war. Lange versuchte Joe, die Gitarre dann wieder zurückzukaufen, aber Slash lehnte immer wieder ab.

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Gibson Les Paul Slash
Gibson Les Paul Slash "Jessica" HB/RB
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Schließlich hat er ihm die Gitarre dann zum Geburtstag geschenkt. Da sieht man, dass persönliche Vorlieben und eine langjährige, innige Beziehung zu einem Instrument manchmal mehr wert sein können als das Instrument selbst.

Brian May – „Red Special“

Wer sich keinen Klassiker leisten kann, baut sich eben selbst seine Traumgitarre. Nach diesem Motto handelte Brian May. Er wollte gerne eine Fender Stratocaster oder Gibson Les Paul haben. Aber wer ein echter DIY-ler ist und sich das teure Original nicht leisten kann, baut sich seine Gitarre eben einfach selbst. Der Legende nach soll dafür ein alter Tisch für den Korpus, die Mahagoniverkleidung eines 100 Jahre alten Kamins für den Hals und Inlays aus alten Knöpfen aus Muttis Schublade hergehalten haben.

Brians Vater war Handwerker und arbeitete nach dem Motto: „Wenn du etwas machst, mach‘ es richtig.“ Und obwohl der damals 17-jährige Brian May und sein Vater keine Ahnung vom Gitarrenbau hatten, probierten sie viel aus und fertigten alle Teile von Hand. Der Hals war sehr dick geworden, die Gitarre hat einen Nullbund und die Schaltmöglichkeiten waren damals ein Novum: Pro Pickup gab es einen An/Aus-Schalter und einen Phasenschalter. Damit sind viele Sound-Varianten möglich.

Der Korpus besteht aus Blockboard, auch Sperrholz genannt. Dieser wurde mit Mahagoni ummantelt. Die drei Pickups sind keine selbstgebauten, sondern Burns-Pickups, die gewachst wurden, um Mikrofonie zu reduzieren. Der mittlere wurde dabei in der Phase gedreht, um den legendären Sound zu erzeugen.

Die legendäre Gitarre von Brian May is die Red Special. (Quelle: Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)

Das Tremolo besteht aus Stahl und wird von Motorradfedern gehalten, der Tremolohebel stammt von einem Motorradsatteltaschenhalter. Die Brücke hat Rollen, wodurch sich die Gitarre beim Nutzen des Tremolos weniger verstimmt.

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Harley Benton BM-75 Trans Red Deluxe Series
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Ursprünglich war auch einmal ein Vox-Distortion-Schaltkreis in der Gitarre verbaut. Aber Brian May mochte den Sound seiner voll aufgedrehten Vox-Amps lieber und entfernte diesen daher wieder.

Brian spielt diese Gitarre noch heute und sie wurde sogar einmal als Signature-Serie aufgelegt. Da scheinen sie wohl irgendetwas richtig gemacht zu haben. Eine wirklich tolle Gitarre, die es so kein zweites Mal gibt.

Eine sehr preiswerte Version der Red Special hat Stephan Güte hier mal für euch getestet.

Vielleicht ist ein DIY-Kit ein guter Anfang, um seine eigene E-Gitarre zu gestalten und individuell anzupassen. Das wäre doch ein schönes Winterprojekt.

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Harley Benton Electric Guitar Kit Single Cut
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(1343)

Man sieht also, dass nicht immer die teuren und seltenen Gitarren zu den besten und beliebtesten gehören. Manchmal sind es besondere Fehler, eigene Modifikationen oder ein komplett selbst zusammengestellten oder designtes Modell.

Also, sei gespannt auf den zweiten Teil dieser Reihe, denn es gibt noch mehr legendäre Gitarren mit spannenden Geschichten.

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Über den Autor
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DelayDude RED

Zur Musik kam ich über meinen Dad und seine alte Klampfe, die sich nicht vor meinen dreckigen kleinen Kinderhänden verstecken konnte.
Es war Liebe auf den ersten Ton (auch wenn davon sicher viele ziemlich schief waren).
Über Cover-Versionen von Guns N’Roses und Aerosmith ging es zu Pantera, Sepultura und Metallica.
Nach einem kurzen Intermezzo in der obligatorischen Grunge-Phase und einem Besuch beim Frisör in den 90ern landete ich zielsicher beim Nu Metal (Korn, Deftones ...

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  1. Profilbild
    chardt AHU

    Tolle Idee!

    „Billy Howerdel“? Watt nich all gift. Freue mich jedenfalls schon auf Lucille, Blackie und die Frankenstrat!

  2. Mehr anzeigen
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