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Eurorack – Der maßgeschneiderte Synthesizer

… oder, wie ich zu einem Modular-Synthesizer kam.

Die Vorgeschichte

Mein Einstieg in die Welt der Synthesizer-Konfektionsware verlief wenig spektakulär und absolut vorhersehbar.

• Es passierte als ich ca 18 Jahre alt war.
• Die Einstiegsdroge war ein gebrauchter Korg MS-20.
• Mich hatten die Sounds von Jean-Michel Jarre, Kraftwerk und Tangerine Dream verzaubert.

So weit so beliebig. Danach hatte ich noch Geräte wie einen DW-6000, einen SH-101, einen JX-8P, einen Pro-One und eine TR 606. Den JX-8P habe ich immer noch. Der wird mit mir begraben. Alles andere hat mich mit mehr oder weniger tränenreichen Abschieden wieder verlassen.

Der MS-20 war (für mich) die totale Enttäuschung. Eine fürchterliche Tischhupe mit widerlichem Filter. Aber: Auf dem Teil habe ich „Synthesizer“ gelernt. Nicht nur, sondern auch wegen des Patchfeldes. Es ließ sich lustig stecken so ganz ohne Ahnung. Aber wie ich mal in einem Forum gelesen habe, am Ende klingt er halt immer irgendwie nach Hubschrauber.

Dann habe ich, wie viele andere aus der Zeit auch, eine längere Pause gemacht. Etwa um 2007 ging es dann wieder los. Seit dem hat sich wieder ganz schön was angesammelt. Vor allem analoge Synthesizer, aber auch alte Schätzchen wie ein Roland D-50, oder ein kleiner EMU-Sampler.

Nur eine Synthesizer-Gattung hat mich nie wirklich interessiert: Modular-Synthesizer. Wozu auch? Ich konnte ja mein aktuelles Equipment kaum ausreizen. Was sollte ich mich da mit einem Synthesizer-Bausatz herumschlagen. Und außerdem … aber dazu später mehr. Inzwischen ging das Eurorack-Format weltweit steil. Viele kleine Firmen machten viele kleine, ungewöhnliche Module, mit noch viel viel ungewöhnlicheren Namen. Manche Modularsysteme schienen eher eine Sammelleidenschaft zu illustrieren, und nicht ein brauchbaren Musikinstrument. Für mich waren die Modularen das Pannini-Sammelalbum der Synthesizer.

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    tomcr

    Die griechische Synth-Schmiede heißt Dreadbox und der Erebus ein Produkt der selben.
    Ansonsten sehr schöner kurzweiliger Artikel.

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    changeling AHU

    Genial, nur 1 Oszillator, aber ein Ring Modulator drin.

    Wenn Mini-Patchkabel OK sind, dann wäre ein gebrauchter Tinysizer von Anyware Instruments oder der neue Minisizer eine Alternative. Oder ein Synth von Analogue Solutions (z.B. der Leipzig).

    Die Lowcost Cases von Doepfer gibt’s übrigens auch schon lackiert für ein bisschen mehr

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    daniel müller

    „…denn der wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit anders aufgebaut sein als Deiner …“ ….ein schöner Schlusssatz!

    So habe ich das noch nie gesehen… Ein bisschen so, als würde man sich (um beim Vergleich der Pannini´s zu bleiben ;-)…) seine Traummannschaft selber zusammenstellen, samt Auswechselspieler.

    Ein Modularsystem ist nicht für jedermann/frau aber es macht wirklich Spass. Vorausgesetzt man befasst sich mit der Materie.

    Ich würde möglicherweise auch den Moog Werkstatt samt CV Expander (ca.260€) als Einsteigergerät empfehlen…
    Dazu noch einen Sequencer (z.B. Korg SQ-1, gebraucht ca.80€) ..ist erstmal ein geschlossenes System, aber durch CV/Gate Anbindung erweiterbar…

    Bei mir war es der Microbrute, welcher mich neugierig gemacht hat, danach kam der Erebus als Semimodularer dazu. Und dann die ersten Module….mittlerweile sind es knapp drei Reihen an Modulen.

    Fluch und Segen an einem Modularsystem ist natürlich die Tatsache dass man im Grunde nie bei „einem“ System bleiben wird, sondern auf Grund der Tatsache dass es modular aufgebaut ist, expandiert bzw. neu zusammensetzt…doch genau das finde ich eben auch das Schöne daran, es kein in sich geschlossenes System sondern Bausteine…ich vergleiche es auch gerne mit Lego.

    So..genug geschwafelt. Und danke für den Artikel!

    Alle Kabel raus und wieder bei Null anfangen…

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    costello RED

    Hi polyaural, danke für diesen tollen Artikel. Habe ich sehr gerne gelesen, ich fand’s auch gut, dass Du nochmal beschrieben hast, wozu ein Attenuator oder Multiplier eigentlich gut ist. Für Nutzer festverdrahteter Geräte sind das böhmische Dörfer ;-) Jedenfalls hast Du mir richtig Appetit auf ein kleines Modularsystem gemacht.

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    Son of MooG AHU

    Mein Modular-Einstieg war der Doepfer Dark Energy Mk l und der MFB Nanozwerg. Für eine sinnvolle Verbindung der beiden (die sich wunderbar ergänzen) wurde das erste Mini-Case mit Abschwächern, Multiples & Mixer gefüllt. Dann kam noch ein Microzwerg Mk ll und ein MicroBrute dazu; mittlerweile sind an die 50 Module in 6 Cases verbaut. Ende offen. Der Artikel sprach mir aus der Seele…

    • Profilbild
      polyaural ••••

      Ich hoffe, bei mir wird es nicht ganz so ausufernd. Aber sicher sage lässt sich das im Moment nicht. Das nächste Case steht an. Und warum nicht gleich zwei Reihen? :-)

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    Ralle373

    Hallo,
    wirklich nett geschriebener Artikel! Hat Spaß gemacht diesen zu lesen.
    Ich hole morgen von Schneidersladen in Berlin mein Wunschsystem ab! Preis??? Einiges!
    Bei mir liegt aber ein anderer Grund für die Anschaffung vor. Ich bin blind und ich war es leid bei den meisten Synthesizern auf gezielte Modulation zu verzichten und lediglich bisschen am Filter zu schrauben! Mit meinem Wunschsystem habe ich mich am DSI Evolver orientiert.
    Gruß Ralle

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      polyaural ••••

      Blind? Ich bin immer wieder erstaunt wie blinde Menschen sich im Internet zurechtfinden. Respekt.
      Wie machst Du das bei den Modulen? Du musst doch jedes Modul auswendig lernen, jeden Regler, jede Buchse. Das stelle ich mir massiv aufwändig vor.
      Auf der anderen Seite, wenn ich einen Sound wirklich beurteilen will, dann schließe ich die Augen. Ich höre dann mehr. Der Modulare wird Dir Spaß machen.

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    Son of MooG AHU

    Wenn ich heute erst ein Modular-System aufbauen wollte, würde ich auch die Mother-32 statt des DE als Basis nehmen, allein schon ihres Sequencers wegen. Es gibt übrigens einen Roland Plug-Out-Synth System 100, kein 700 (schön wär’s). Hat auch seinen Reiz…

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polyaural ••••

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Aktuelle Kommentare

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weirdfish
am 23.10.2017 22:29 Uhr
Ich rede nicht von Nanosekunden, sondern von der Grössenordnung 2-5ms! Klar, das ist nicht die Welt, summiert sich aber zu anderen Latenzen und wird irgendwann störend.

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Kyotonic AHU
am 23.10.2017 21:35 Uhr
Ich lese die Beiträge mit einer gehörigen Portion Latenz.....tenz....tenz..tenz.

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Kyotonic AHU
am 23.10.2017 21:07 Uhr
Womit wir wieder bei der Q300 von KEF sind. :)

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Stephan M. RED
am 23.10.2017 19:26 Uhr
Ich schrieb ja auch nicht, dass es keine messbaren und theoretischen Latenzen gäbe. Ich höre sie aber nicht und darf von mir behaupten, ein von biologischer Natur sehr gutes Gehör zu haben. Und das ist doch, was zählt. So gibt es physikalisch betrachtet bei der Signalübertragung stets Latenzen, es sei…

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psv-ddv ••••
am 23.10.2017 19:24 Uhr
Klar wird über Studiomonitore eingespielt. Das ist bei der Verwendung von Instrumentenplugins am modernen DAW Arbeitsplatz der Normalfall. Auch bei einer reinen Mischanwendung soll es Leute geben die Ihre Faderautomationen nicht einzeichnen sondern live aufnehmen von der Verwendung analoger Pulte nebst Outboard für den Mixdown mal ganz abgesehen. Auch dafür…

Test: Roland TD-50KV, E-Drumset

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DerSchlagzeuger
am 23.10.2017 19:14 Uhr
Hallo Oliver Schulte, Gerade auch im professionellen Bereich wird man es grundsätzlich vermeiden wollen, überhaupt erst ein E-Drumsystem nutzen zu müssen. DAS ist der springende Punkt! Auch diese E-Drums von Roland werden in erster Linie dafür konzipiert, um die häusliche Kundschaft im Wohnzimmer zu erreichen. Entsprechende Anforderungen wie für den…

Test: KSdigital C8 Reference, Studiomonitor

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Franz Walsch AHU
am 23.10.2017 18:02 Uhr
Das Video zur Box ist sehr aufschlussreich. Dort erfährt man das aufgrund der Bassreflexöffnung der Wandabstand 10-15cm betragen sollte. Das ist eine sehr ärgerliche Einschränkung. Außerdem strahlt ja die Öffung angewinkelt zum Boden bzw. zur Raumecke. Das in Summe schleisst dieses Modell für mich als Box aus. Schade, ich mag…

Test: BOSS MD-500, Effektgerät

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Johannes Krayer RED
am 23.10.2017 17:48 Uhr
Hallo mar beso, ob eine VST Einbindung geplant ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Das H9 ist deutlich kostenintensiver, qualitativ sicherlich sehr hochwertig und bietet ja auch noch Reverb und Delay. Da fällt ein Ratschlag aus der Ferne nicht leicht, da ich Deine persönlichen Bedürfnisse nicht genau kenne. Besser Du…

Test: Roland TD-50KV, E-Drumset

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Oliver Schulte RED
am 23.10.2017 17:04 Uhr
Hi dertrommler, gerade im professionellen Bereich macht das TD50 für mich Sinn. Am Theater, in der Galaband...immer mit kontrolierter Lautstärke und somit aufgeräumtem PA Sound. Klar, Weiterentwicklungen sind immer gut. Aber die Triggertechnologie funktioniert schon mehr als ordentlich. Gerade in diesem Fall. Die Pads sind unförmig? Wie meinst Du das?…

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JohnDrum
am 23.10.2017 16:55 Uhr
Mein Ziel ist ein älteres Rolandsystem, ein umgebautes Akkustikset und SuperiorDrummer3. Ist zwar auch nicht billig, aber man kann es andersweitig verwenden: MacBook, SD3, Set. Das Meiste besitzt man ja sowieso schon. Best buy for me.

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Oliver Schulte RED
am 23.10.2017 16:47 Uhr
Das die Presets nicht alle überzeugen ist nicht verwunderlich. Letztendlich ist´sdoch Geschmackssache. Auch habe ich schon sehr gute Meinungen zu den Werkssounds gehört. So unterschiedlich sind die Menschen eben...;-) Bei deinem Messebesuch 2016 müßte es sich noch um das TD30 gehandelt haben. Hier gibt es klanglich wie preislich natürlich große…

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Oliver Schulte RED
am 23.10.2017 16:37 Uhr
Das TD50 ist sicher nicht mit der Norddrum zu vergleichen. Es ist als robustes Arbeitstier zu verstehen, das wirklich erstaunlich schön zu spielen ist.