Wenn Tasten Geschichte schreiben, Folge 1
Heute startet ein neue Serie: „Magic Vintage Moments“. Ich möchte darin Momente präsentieren und bahnbrechende Auftritte oder Studioaufnahmen zeigen, die Musikgeschichte geschrieben haben. Ob das nun Jon Lord von Deep Purple an der Hammond war, Steve Wonder am Minimoog oder Joe Zawinul, der schon 1966 für seinen Hit „Mercy, mercy, mercy“ das Klavier mit einem Wurlitzer Piano tauschte.
Inhaltsverzeichnis
Magic Vintage Moments – Wenn Tasten Geschichte schreiben, Folge 1
Einleitung
Diese Momente der „Tastenpioniere“ haben eines gemeinsam: Sie entstanden nicht durch Zufall. Sie wurden von Musikern erschaffen, die die Grenzen ihrer Instrumente ausloteten und dabei Klangfarben, Groove und Emotionen entdeckten, die man vorher so noch nie gehört hatte. In den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren waren diese Instrumente oft noch neu und mitunter unberechenbar. Musiker mussten lernen, mit deren Macken umzugehen, um das größtmögliche Potenzial aus diesen Instrumenten zum Vorschein zu bringen.
Diese Folge 1 startet vorerst mit Momenten, die mich persönlich schwerst beeindruckt und geprägt haben – eure eigenen „Magic Vintage Moments“ schreibt mir bitte in die Kommentare. Gerne nehme ich sie an einer anderen Stelle auf, um mehr über die Entstehung, die Künstler und den Sound zu erfahren. Es muss aber gar nicht der populäre Hit sein, interessant wären auch unbekannte Aufnahmen oder Auftritte, die euch persönlich beeindruckt haben. Oft stellt sich ja die Frage: Wie haben die das wohl gemacht? Wobei: Es ist vermutlich nicht möglich, immer hinter die Geheimnisse der Entstehungsgeschichte zu kommen. Der Sound steckt ja nicht nur in der Technik der Geräte, sondern vor allem in den Fingern und dem „Soul“ des Ausführenden.
Jon Lord – Intro von „Lazy“ auf „Made in Japan“
Dieses berühmte Album wurde im August 1972 (ich erblickte erst einen Monat später das Licht der Welt) in Osaka und Tokio aufgenommen. Es war die klassische „Mark II“-Besetzung von Deep Purple am Start mit Ian Gillan (voc), Richie Blackmore (git), Jon Lord (keys), Roger Glover (bass+voc), Ian Paice (dr). Dieses Album hatte ich Anfang der 1980er-Jahre auf Kassette, vor allem die Ballade „Child in Time“ mit den hohen Vocals hatte es mir damals angetan. Dieses Live-Konzert strotzt nur so vor Spielfreude und Improvisation. Der Song „Space Trucking“ dauert im Original ca. 4:30 Minuten, auf „Made in Japan“ waren es hingegen nahezu 20 Minuten!
Der Jon-Lord-Sound
Jon Lord spielte meistens eine Hammond C3. Diese wird eigentlich mit einem 6-poligen Kabel an ein Leslie angeschlossen. Will man hingegen einen Line-Ausgang haben, muss man seine Hammond modifizieren lassen. Diesen Line-Ausgang braucht man aber, um z. B. Effekte einzuschleifen oder wie bei Jon Lord die Orgel über Marshall-Stacks zu spielen. Jon Lord ist ja bekannt für seinen verzerrten Hammond-Sound.
Der Ringmodulator-Sound bei „Lazy“
Der erste von drei Magic Vintage Moments ist das Intro zu „Lazy“, das sich zuerst anhört, als würde ein UFO landen. Dann geht es gleich gewaltig zur Sache. Innerhalb von einer Sekunde kann Lord von diesem Brachial-Sound auf den warmen, cleanen Hammond-Sound wechseln. Dann schickt er die C3 mit dem Ringmodulator wieder 10 Oktaven höher (es gibt kein Video von diesem Konzert, aber ich verlinke euch einfach die Aufnahme auf YouTube).
Schon auf dem Studioalbum gibt es ein langes Hammond-Intro von Lord, auf dem Live-Album geht er aber noch einen Schritt weiter. Er verwendete den RM1 Ringmodulator von Maestro, der eigentlich von Tom Oberheim entwickelt wurde. Auf verschiedenen Videos von damals sieht man auf der Orgel einen kleinen Kasten (den RM1), den Lord sehr gut mit der linken Hand steuern konnte. In Kombination mit der Verzerrung der Marshall-Amps ergibt das ein unglaubliches Soundgewitter, das seinesgleichen sucht!
Dazu habe ich selbst schon ein kurzes Tutorial gemacht. Allerdings verwende ich einen Moogerfooger Ringmodulator. Es kommt dem Originalsound relativ nahe, wie ich finde, aber der Spielwitz und die Virtuosität von Jon Lord bleibt für mich unerreichbar.
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Stevie Wonder – Superstition
Stevie Wonder, einer der einflussreichsten Musiker der Pop-, Soul- und Funk-Geschichte, ist ein echtes musikalisches Genie. Mit 25 Grammy Awards, mehr als 100 Millionen verkaufter Alben hat es der Multiinstrumentalist, der Keyboards, Drums, Bass und Mundharmonika spielt, in die Hall of Fame geschafft.
Der Hohner Clavinet-Sound
Nun zu unserem Magic Vintage Moment: Das Intro zu „Superstition“. Gespielt ist es auf einem Hohner Clavinet D6. Der im baden-württembergischen Trossingen ansässige Produzent von Mundharmonikas und Akkordeons war eigentlich nicht so der Funk-Innovator. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, wie Hohner sich das mit dem Clavinet-Sound vorgestellt hat (also gar nicht so im Sinne Stevie Wonders), habe ich mir erlaubt, einen kurze Ausschnitte der originalen Schallfolie, die dem Hohner Clavinet 1 beigelegt war, einzufügen.
Stevie Wonder hat den Spieß einfach umgedreht und das Clavinet in einem funky Kontext verwendet. Das Riff besteht aus mehreren Spuren, deswegen ist es auch nicht möglich, es zu spielen wie im Original. Ein klein wenig ist dieser Riff schon eine Art „Sonderprüfung“ geworden, ob man auf dem Clavinet funky spielen kann oder nicht. Der Riff klingt einfach – er ist es aber nicht. Punkt.
Auf meinem YouTube-Kanal findet sich ein Video, bei dem ich versucht habe, beide Spuren so gut es geht auf einmal zu spielen. Als Clavinet verwende ich allerdings kein D6, sondern ein älteres Modell, ein Clavinet 1 (quasi der Großvater des D6).
Über den Original-Sound gibt es ja viele Thesen. Oft lese ich, Stevie Wonder habe ein Envelope-Filter verwendet und dann lese ich wieder, er hätte es mit einem Wah-Wah gespielt. Ehrlich gesagt kann ich das ENV-Filter nicht hören, es ist durchaus möglich, dass dieser Effekt verwendet wurde.
Der Sound lässt sich heutzutage mit fast jedem Keyboard einfach nachstellen. Meistens bieten schon die Presets einen vernünftigen Clavinet-Sound an. Je nachdem, wonach mir gerade ist, verwende ich verschiedenste Effekte wie einen Phaser, ein Wah-Wah oder ich spiele es komplett clean. Es bleibt immer derselbe Riff, den man sofort erkennt. „Wackelt“ einmal beim Solo-Intro etwas, was vorkommen kann, sind einem die Blicke der ganzen Band sicher.
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Jean-Michel Jarre – Oxygène
Jean-Michel Jarre veröffentlichte dieses Album 1976, es gilt als eines der prägendsten Werke der elektronischen Musik und machte ihn weltweit bekannt. Auf dem Album spielt er unter anderem einen ARP 2600, EMS VCS3 oder einen der seltenen RMI Keyboard Computer. Das Album verkaufte sich über 18 Millionen Mal.
Für mich war dieses Album (natürlich auf Kassette – eine schwarze BASF mit orangem Etikett, um genau zu sein) in den frühen 1980er-Jahren die erste Begegnung mit elektronischer Musik. Beim Hören der Kassette bin ich regelmäßig in den Weltraum entschwebt.
Die Eminent 310
Doch nicht der Sound des ARP oder die Windgeräusche des EMS waren für mich so prägend, es war der String-Sound der Eminent 310 Orgel, der hier den Magic Vintage Moment erzeugt. Ist doch dieser Sound dafür verantwortlich, dass eine Verbindung vom Weltraum zur Erde und zur Welt mit den uns bekannten Klängen hergestellt ist. Jarre spielt diese Orgel bei fast jedem Song auf dem Album. Dabei spielt er entweder Akkorde, aber auch Lines oder doppelt bei „Oxygène, Part 4“ das berühmte Synth-Thema.
Eminent war ein niederländischer Hersteller von elektronischen Orgeln und Keyboards. Im Jahr 1972 erschien die Eminent 310, die nicht nur typische „Heimorgel-Sounds“, sondern auch einen besonderen String-Sound an Bord hatte. Das weit berühmtere Solina String-Ensemble erschien erst 1974. Jarre hätte sich also auch für diese entscheiden können.
Leider ist mir nicht bekannt, ob sich die Technik in der Solina String-Machine von der in der Eminent unterscheidet, es klingen beide fantastisch. Eine Solina kostet im Jahr 2026 ca. 1.000,- bis 1.500,- Euro. Eine Eminent 310 bekommt man mitunter sogar geschenkt. Sie braucht natürlich deutlich mehr Platz.
Im Vorjahr bin ich über Umwege zu einer Eminent 310 gekommen – ein Enkel hatte das Instrument seiner Großmutter auf eBay inseriert und ich hatte zugeschlagen. Die Orgel hat mehrere eingebaute Lautsprecher, einen wunderbaren Federhall und die String-Section klingt wirklich fantastisch! Da sie einen Line-Ausgang hat, lässt sich ein Smallstone Phaser anhängen und schon ist man auf den Spuren von Jean-Michel Jarre unterwegs.
Diese String-Machine Presets finden sich heutzutage auch auf allen gängigen Keyboards. Sie klingen nicht schlecht und im Mix würde man einen Unterschied wahrscheinlich gar nicht feststellen. Trotzdem, in diesem Fall muss ich sagen: „Only the real thing!“



































Da freut man sich auf die nächsten Teile deiner Serie!
Mein Magic Moment: Das erste Album von Greenslade
Der Small Stone Phaser fügt den Weltraum-Strings dann noch den Sternenstaub hinzu… 😍
Für mich waren die ersten Synthesizer Magic Moments relativ einfach:
1985 brachte meine Großmutter mir eine Kassette aus Kanada mit: Born in the USA von Bruce Springsteen. Die ersten Töne des Titelsongs waren beeindruckend. Zwei Akkorde, der Synthesizer und ein Snare Sound, der knallt ohne Ende. Auch einige weitere Sounds auf dem Album hatten es mir angetan. Später erfuhr ich dann, dass das ein Yamaha CS80 war, der auch auf der Tour gespielt wurde und bis heute in Springsteens Studio steht.
Bei Hammond war es natürlich A Whiter Shade of Pale.
Bei Synths dann die NDW und Synth Pop:
Yazoo, Only you
Pet Shop Boys, It‘s a sin
Erasure, Sometimes
Duran Duran, A View to a Kill (Sampler!)
Nena, 99 Luftballons
Marcus, Ich will Spaß
Peter Schilling, Major Tom
Spider Murphy Gang, Skandal im Sperrbezirk
und auch:
Dire Straits, Money for nothing (DX7 und Emulator)
Wow! Danke für Deinen Artikel!
Da war in vielen Songs Synth-Magie! Besonders die Synthesizer-Klänge bei „Sunshine Reggea“ sprachen mich bei den Pop-Songs an.
Vorher war es „My Soul Unwrapps Tonight“
Es waren unter anderem folgende Synths genutzt SH-101, Pro One, GR-500, die ich dann im Musikhaus Tagelang antestete und bestaunte. Zum Kauf kam es aufgrund fehlender Mittel damals bei keinem der Kandidaten… 😱
@CDRowell Bei My Soul Unwrappes Tonight musste ich nachsehen, was das war und erinnerte mich danach vage. Ist aber gar nicht übel. Ich bin alt genug, dass meine allerersten Syntherinnerungen die ersten Synths waren. Ich hörte Walter/Wendy Carlos‘ Switched on Bach vor fast 60 Jahren. Das erste mal Live erlebt habe ich Synthesizer bei der Tarkus Tour 71 von ELP. Beides hat mich nicht so sehr überzeugt, dass ich von der Gitarre zum Synthesizer gewechselt hätte. Genauso wenig wie die Tangs, der Rest der Berliner oder Jarre, die jeder in den 70ern zwangsläufig mitbekam. Das kam einige Jahre später vor allem mit New Wave und der roten und der gelben Kraftwerk, DAF, Yello.
@Tai Jau! DAF!!
Wie cool war das?
Neben MenschMaschine und radioaktivität, gab es anshceinend viele Krautrocker, die sich mit Synthesizer versucht haben.
Was ich damals leider nicht verfolgt habe war Popol Vu bei den Florian Fricke irgendwie involviert war.
Es waren für mich wirklich stark beeindruckende Zeiten des musikalischen Neuerlebens.
@CDRowell Gehörten auch zu der Gruppe, die man allgemein Berliner Schule nennt. Alle spielte da irgendwann mit allen. Siehe Schulze. Der Kern dürfte Tangerine Dream gewesen sein, aber das wissen einige hier genauer. Berliner Schule war nie so meins.
@Tai Wie immer sammeln sich gleichgesinnte mit gleichgesinnten…😂🤙
Sehr interessantes Thema…!
Dieses „Wie hat er/sie DAS denn hinbekommen“ hat wohl viele von uns schon umgetrieben.
Schön, wenn man dazu dann mal ein paar Denkanstösse bekommen kann… 🤔
Was Keyboards angeht, war ein großer Aha-Moment das Album „Time“ von E.L.O. Höre ich mir immer noch gerne an.
Dann kamen Depeche Mode, die ersten Scheiben geradezu minimalistisch und dann „Some great reward“ mit dem Industrial-Sound.
Ab da ging es dann in Fahrtrichtung Synthesizer… 🚀
Bin gespannt, was noch so alles kommen mag.
Vielen Dank, Franz…! 👋🙂👍
danke!
sehr interessant!
ich habe übrigens mit dem behringer dual Phase auch sehr schöne stringsounds rausbekommen.
@Numitron Bei mir ging tatsächlich mit Depeche mode und dann Ri New Wave / Electroni Body Music. Bin erst spät zu den Klassikern und auch dann wieder zur Orgel gekommen.
Sehr schöner Artikel, der mich auch wieder in meine selige Kindheit zurück katapultiert hat. Ich muss richtig ernsthaft im Gedächtnis kramen, bis ich mich an meinen eigenen privaten »Magic Moment« mit Synthesizern erinnern kann. Ich glaube, das Früheste war so etwas wie »Popcorn« (Gershon Kingsley?), bei dem ich mir gedacht habe »Wo zum Geier kommen die Töne her?«. Richtig los ging es dann aber entweder mit Kraftwerk »Autobahn« oder bei mir tatsächlich auch mit Jean-Michel Jarre »Oxygene«. Kurz danach kam dann Tangerine Dream … und danach habe ich Klaus Schulze entdeckt (erst »Blackdance«, was mich noch nicht so beeindruckt hat, und dann »Trancefer«, das bis heute mein liebstes Werk von ihm ist) … und dann war’s endgültig um mich geschehen. 1980 habe ich dann auch noch meine Liebe für Computer entdeckt (damals noch TI 99/4, später dann Atari 800, PCs gab’s damals ja noch nicht) … und dann war auch der weitere Lebensweg vorgegeben.
Mein Gott … habe ich damals die Sachen von JMJ und Kraftwerk rauf und runter gehört.
Der Stringsound des Eminent 310 ist auch der einzige brauchbare Sound aus der Kiste. Bei den anderen Tönen weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll.
Die käsigsten Sounds die man sich vorstellen kann, ich war ganz entsetzt.
Bei dem Clavinet Demo Song wird mir wieder klar, warum ich damals dieses klapprige Teil auf seinen dünnen Beinen nicht ernst genommen habe. Dann doch lieber Rhodes oder Wurlitzer. Da musste erst Stevie Wonder kommen, um mich eines Besseren zu belehren. :-)
Die Magic Vintage Moments Serie finde ich eine tolle Idee! Meine Momente waren damals eher die Keyborder die in Bands gespielt haben und weniger die reinen Elektromusiker. Mir fällt da sofort Tony Banks, Manfred Mann, Eddie Jobson und Rick Wakeman ein. Das Equipment dieser Musiker war allerdings kein großes Geheimnis, stand es doch meistens auf den LP’s bei den Credits. Heute steht da meist nur noch lapidar Synthesizer oder Keyboards.
Aber es gab einen ganz besonderen Moment als ich von Vangelis das Stück Pulstar von der LP Albedo 0.39 gehört habe. Flash! Wir hatten damals Vangelis anfangs für eine Band gehalten. Das Intro von I, Robot von Alan Parsons Project war auch so ein Moment. So einen Sound hatte ich vorher noch nie gehört.
Und last and not least in Sachen reiner Electronic haben mich die ersten beiden LP‘s von Synergy extrem beeindruckt. Dahinter steckte der amerikanische Musiker Larry Fast. Er war unter anderem auch Bandkeyborder auf den frühen Tourneen von Peter Gabriel. Sein Soloprojekt war damals das krasse Gegenteil zur Berliner Schule.
Meine Magic Moments waren in der zweiten Hälfte der Siebziger der Chor in „Radioaktivität“ von Kraftwerk in irgendeinem Beitrag über AKWs als Hintergrundmusik und der Anfang von „Shine on…“ von Pink Floyd, bevor die Gitarre das erste Mal kommt, ich vermute mal, Solina Strings und Minimoog.
Der dritte war dann Anfang 1984 der Flächensound in Thomas Dolby‘s „Screenkiss“, ich vermute hier irgendwas aus dem Fairlight.
Alle drei prägen bis heute meine Soundauswahl.
Mhmm, wie kriegt man Stevland Wonders Clavinet-Sound von „Superstition“ nun hin?
Vor langer Zeit tauchten mal Multitracks des Songs in den Tiefen des Internets auf.
Da gibt es: zwei Gesangsspuren, eine Synthbaßspur, drei Schlagzeugspuren, zwei Bläserspuren. Der Rest der 16 Spuren: Clavinet 😂
Der deutsche Boxer Henry Maske wurde an seinem Höhepunkt bzw. gegen Ende seiner Karriere von RTL stark vermarktet bzw. auch umgekehrt. Es kamen CD’s auf den Markt unter dem Namen ‚Power & Glory‘. Dort waren Songs darauf wie die beiden Superhits von Vangelis (Conquest und Chariots) oder auch Enigma: I Love You… I’ll Kill You. Ich würde sagen, dass war so mein erster Earcatcher bezüglich toller Melodien mit Synthesizer. Mir war natürlich noch nicht klar das es Synthesizer waren. Btw. Popcorn finde ich persönlich auch eines der besten Synthesizersongs ever. Endgültig beflügelt war ich dann durch die Clubmusik Ende der 90er. Ab da ließ mich das Thema nicht mehr los! Das Internet machte es Anfang der Nuller möglich, mich dem Thema tiefer zu widmen. Ich hatte dutzende Fragen und wollte mitreden. Das Ergebnis war die Anmeldung bei Amazona. Seit dem bin ich im Thema, so mehr oder weniger.
…mein Magischer Moment fand 1976 bei einem Konzert von “ The Who“ in Zürich statt. Hatte zu der Zeit nichts mit Tastenvirtuosen am Hut und bin mehr auf „straighten“ Gitarrensound gestanden… aber das Sequenzer/ Arpeggiatorenmässige Intro von “ Baba O’Riley “ und die Synthparts in „Won’t Get Fooled Again“ haben mich total getriggert…
https://www.youtube.com/watch?v=VB8Qnk5YkLI&list=RDVB8Qnk5YkLI&start_radio=1
…bloss war da nirgends ein Synth-Turm bzw. ein Spieler auf der Bühne zu entdecken…
(später habe ich dann mal erfahren, dass Pete Townshend die Sounds mit irgendwelchen Tüfteleien an einer Heimorgel erstellt hat )…
…jedenfalls habe ich mir damals den Virus eingefangen und 1980 war es dann soweit… ich habe mir einen „Electro Harmonix EH0400 Mini Synthesizer“ erstanden….
https://www.youtube.com/watch?v=vS_gpMaWaKw
…mit diesem habe ich fortan den Sound unserer Punk-Band veredelt, was zu erbitternden Streitereien mit der Punkpolizei geführt hat…🔥
Als langjähriger Fan von Synthsounds musste ich echt mal in mich gehen. Drei für mich wirklich nachhaltige und prägende Sounds waren:
Minimoog bei „Lucky Man“ von ELP
Sync-Sound in „Let’s go“ von The Cars (Prophet 5???)
Oberheim in „Jump“ von Van Halen (Ja, ich weiß…)
Danach das ganze Zeug von Gary Numan, Manfred Mann, Supertramp, Styx, Saga, DM, Nena, New Order, Yazoo u.s.w.
@LeSarrois Ups, war ein Moog Modular und kein Minimoog bei „Lucky Man“
Tolle Idee mit den Magic Moments – bin sehr gespannt auf die nächsten Teile!
Fantastische Kolumne ! Ich freue mich über diese Idee und die Umsetzung eines wirklich interessanten Themas ! sehr guter Artikel über Jon Lord ! Toll ! Ich bin begeistert !
Beste Grüße !