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Making of: In The Court Of The Crimson King (1969)

10. November 2019

Ein König sieht rot

In The Court Of The Crimson King

KING CRIMSON – In The Court Of The Crimson King (1969)

Hand aufs Herz: In diesem Jahr könnten wir unserer Making-of-Reihe ausschließlich Alben widmen, die ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. So großartig war die Ausbeute in jenen Gründerjahren, zu denen auch 1969 zählte. Und wenn in der letzten Ausgabe Queen an der Reihe war (einen Prinz hatten wir auch schon!), erscheint uns nur logisch, in adligen Gefilden zu bleiben – und zwar im Hof des karminro … ach, was soll‘s: In The Court Of The Crimson King! Dass das Erstlingswerk der Mannen um Robert Fripp in diesen Monaten ein halbes Jahrhundert alt und zum zigsten Mal wieder aufgelegt wird (später mehr dazu), ist eigentlich eine Ausrede, um die Geschichte eines Albums näherzubringen, das bis heute womöglich mehr Künstler beeinflusste als Exemplare absetzte, jedoch nach wie vor für einen kompromisslosen Ansatz in dieser manchmal recht domestizierte Sache steht, die wir „Rockmusik“ nennen.

King Crimson – A king is born

Eines Tages kam der junge Gitarrist Robert Fripp vom südenglischen Dorset nach London mit dem Wunsch, Berufsmusiker zu werden und dem prägenden Eindruck von „Sergeant Pepper’s“, Hendrix und den Streichquartetten des Béla Bartók im Gepäck.

Aus der noch warmen Asche seines gescheiterten Giles, Giles & Fripp-Projekts und mithilfe einiger Namen aus dessen Umfeld formte Fripp im November 1968 eine neue Band, zu deren Urbesetzung – neben Fripp und Schlagzeuger Michael Giles – Multi-Instrumentalist Ian MacDonald und Greg Lake (Bass und Gesang) gehörten; als fünftes Mitglied wurde Peter Sinfield aufgeführt, der nicht nur die Musik mit Texten ergänzte, sondern auch mit einem konsensfähigen Vorschlag für den Bandnamen aufwartete: King Crimson. Wie es von einem akribischen Archivaren wie Robert Fripp nicht anders zu erwarten war, gibt es ein genaues Gründungsdatum: den 30. November 1968.

Das alles geschah in einer Zeit – den späten 60ern -, in der der Begriff progressive rock noch nicht erfunden worden war, obwohl einige britische Rockbands von den Beatles über Procol Harum bis zu The Moody Blues sich bereits auf erste Spielereien mit Klassikelementen eingelassen hatten. Dennoch braute sich in der englischen Szene in dieser Richtung etwas Besonderes zusammen. An der Spitze waren Yes, Genesis und eben King Crimson – alles junge, aufstrebende Bands mit einem Faible für aufwendige Songstrukturen, episch anmutende Poetik und Virtuosität. Schlagzeuger Giles beschrieb das Vorhaben der Band rückblickend: „Wir wollten Musik machen, die wie die Musik von niemand anderem klang. Unsere Absicht war, eine neue Musik zu machen, die stark und risikofreudig wie keine andere zuvor war und so ein eigenes Zeichen in der Welt setzen.“

Um diese Vorstellungen umzusetzen, gingen die vier Musiker + Texter/Beleuchter Sinfield in den Keller eines Cafés in West London, um mit den Proben anzufangen – dafür gibt es selbstverständlich auch ein präzises Datum: den 13. Januar 1969. In der sich verändernden Musikszene des swinging London wurden die ungewöhnlichen Klänge, die von jenem Keller ausgingen, allmählich zum Thema. Und exakt einen Monat später bekam die Band Besuch von einem Vertreter der Decca Records und Tony Clarke, Produzent und Labelboss von Threshold; sie hatten einen Plattenvertrag anzubieten, obwohl King Crimson noch keinen richtigen Liveauftritt absolviert hatte. Letzteres geschah erst im April und mit zu erwartendem großen Erfolg im legendären Szeneklub The Speakeasy.

Eine Stunde der besonderen Art schlug für das aufstrebende Quintett im Mai, als Radio-Guru John Peel – ein richtiger Influencer schon 50 Jahre bevor es den Begriff gab – ihnen eine Einladung für seine prestigeträchtige Show zukommen ließ – wohl doch den Hype glauben …?

Aller guten Dinge sind drei

Der erste Versuch, das ersehnte Debütalbum aufzunehmen, fand in den Londoner Morgan Studios zwischen dem 12. und den 18. Juni unter der Aufsicht von Produzent Tony Clarke, der dank seiner Arbeit mit The Moody Blues auf dem erfolgreichen Days Of The Future Passed an Profil gewonnen hatte. Die Band konnte sich jedoch mit der akustischen Beschaffenheit des Studios nicht anfreunden und das Unterfangen endete ergebnislos.

Am 7. Juli und nach einem krönenden Auftritt als Vorgruppe der Rolling Stones im Hyde Park vor über 250.000 Zuschauern wechselten die Musiker in den Wessex Studios, um einen neuen Anlauf zu nehmen – erneut von Tony Clarke betreut. Sehr schnell wurde klar, dass die unterschiedlichen Arbeitsansichten zwischen Produzent und Band eine Quelle für Unzufriedenheit darstellten – die Musiker hatten das Gefühl, Clarkes Ansatz würde die raue Energie ihrer Musik zähmen, um daraus eine neue Version der Moody Blues zu machen. Schließlich verabschiedete sich King Crimson am 16. Juli von Tony Clarke und damit von der Aussicht, das Album unter dem Threshold-Label rauszubringen.

Eine finanzielle Vereinbarung des Managements mit den Betreibern der Wessex Studios ermöglichte der Band, im dritten Anlauf die Mission „Debütalbum“ in Eigenregie („wir wussten, wir würden Fehler machen, fanden es aber besser, unsere eigenen Fehler zu machen”) anzugehen. Am 21. Juli gestartet, gelang es den Musikern, mit technischer Unterstützung von Toningenieur Robin Thompson die Aufnahmen in zehn Tagen abzuschließen.

Der erste Arbeitstag im Studio wurde den Backing Tracks von „The Court Of The Crimson King“ gewidmet. Mit einem ordentlichen Pensum von einem Stück pro Tag folgten „I Talk To The Wind“, „Epitaph“ und „Moonchild“ mit seinem langen improvisierten Anhängsel.

Die mithilfe eines Ampex AG440b 8-Spur-Recorders auf 1-Zoll-Band aufgenommene Musik musste anschließend auf zwei Spuren abgemischt werden, um weitere, unzählige Overdubs vornehmen zu können. Ende Aug … Pardon, am 20. August wurde die friemelige Arbeit letztlich abgeschlossen. Und auch einen Deal mit Island Records konnte King Crimson ihr Eigen nennen.

Mit ihren Einflüssen aus Jazz und Klassik samt Spuren von Psychedelia setzte sich die Musik auf In The Court Of The Crimson King ein ganzes Stück von dem ab, was man damals unter „Rockmusik“ verstand.

21st Century Schizoid Man

Es steht nirgendwo geschrieben, aber das Gebot „das Auge hört mit“ gehört der Rock-Kultur seit jeher und es dürfte auch für den Hobbykünstler Barry Godber als leitender Gedanke gedient haben, als ihm Texter Sinfield den Auftrag gab, etwas für das Cover des Debütalbums von King Crimson zu entwerfen. Die Identität des männlichen Gesichts mit der verzweifelt-hysterischer Miene war für Robert Fripp sofort klar: „The face on the outside is the Schizoid Man“ – eben das Subjekt des Stücks, an dem die Band gerade arbeitete, als Godber mit seinen Bildern unter dem Arm an die Tür der Wessex Studios klopfte.

„21st century schizoid man“, von Robert Fripp einmal als „allererstes Heavy-Metal-Stück“ bezeichnet, wurde als Letztes und – mit Ausnahme vom nachträglich eingespielten Gitarrensolo – in einem einzigen Take aufgenommen. „Anstrengend“, könnte man angesichts des Ergebnisses meinen, aber Ian Mcdonald relativierte diese Vorstellung: „Verglichen mit anderen Tracks war es eigentlich ein Kinderspiel.“

Der Song, dessen Text den damals aktuellen Vietnam-Krieg kommentierte und gleichzeitig eine dystopische Beschreibung des heutigen Durchschnittsmenschen versuchte, balancierte nicht nur lyrisch zwischen Gegenwart und Zukunft, zumal das musikalische Format weniger Kontaktpunkte zum anderen Material auf In The Court Of The Crimson King aufwies als zu späteren Großtaten des karminroten Monarchs („Pictures Of a City“, „Red“, „ProzaKc Blues“, u. a.).

Das Material aus In The Court Of The Crimson King blieb von vielen der unzähligen Inkarnationen King Crimsons größtenteils unangetastet. Erst mit der seit 2013 mehr oder weniger stabilen 8-köpfigen Besetzung finden die Stücke aus den Urzeiten der Band ihren Weg ins aktuelle Repertoire. Und von all diesen Stücken ist „21st century schizoid man“ bis heute ohne Zweifel das am meisten gefeierte – nicht nur von der Crimson‘schen Anhängerschaft: Ozzy Osbourne, Gov‘t Mule und EL&P trauten es sich zu und machten passable Versionen. Im Rap-Milieu wurde der Song mit den vielen Taktwechseln mehrmals gesampelt – am prominentesten von Kanye West, der 2010 mit seinem „Power“ einen Welthit landete.

King Crimson – Das Arsenal seiner Majestät

Robert Fripp verließ sich für In The Court Of The Crimson King und alle Alben der frühen Phase (bis ca. 1973) auf eine Gibson 1959 Les Paul Custom, die er erst Ende 1968 erworben hatte. Für elektronische Verstärkung der schwarzen Paula sorgte ein Hiwatt DR 103 – der legendäre 100-Watt-Topteil aus britischer Manufaktur, der damals auch bei zeitgenössischen Bands wie The Who und Pink Floyd auf der Bühne zu sehen war. Damit wäre die Gitarren/Amp-Frage schnell geklärt.

Ist von einem frühen King-Crimson-Album die Rede, muss man die aufwendig zusammengestellten Prozessoren-Racks in Kühlschrankgröße hinter oder neben Fripps Gitarrenstuhl (der Mann spielte schon damals nur im Sitzen) vergessen. Auch die Gerätschaften, mit denen er seine berühmten “Frippertronics” in den 70ern erzeugen würde, glänzten noch durch Abwesenheit. Nein, 1969 war Fripp sehr genügsam und das bisschen Extra-Koloratur in seinem Gitarrensound verdankte er einer Handvoll Fuzz-Pedale: Möglicherweise einem Guild Foxey Lady und einem Baldwin Burns Buzzaround, aber je nach Quelle ist auch von einem Colorsound Tone Bender die Rede. Nichtsdestotrotz war – und in diesem Punkt darf man sich auf Fripps eigene Aussagen verlassen – ein Volume-Pedal vom italienischen Herstellers Farfisa, der einzige Effekt (!), der zumindest 1969 auch bei Liveauftritten zum Einsatz kam.
Dem Vernehmen aus verschiedenem Interview- bzw. Rezensionsmaterial nach sollen bei den Sessions zu In The Court Of The Crimson King auch ein Univox Uni-Vibe-Pedal sowie ein Watkins Copicat Bandecho mit von der Partie gewesen sein. Hört man jedoch Fripps Gitarrenparts aufmerksam zu, kann man davon ausgehen, dass von besagten Effekten nur spärlichen Gebrauch gemacht wurde – wenn überhaupt!

Wenn es aber einen Musiker gibt, der auf In The Court Of The Crimson King dank der geschmackssicheren Virtuosität seiner Beiträge glänzt, dann ist es Ian McDonald.
Nach fünf Jahren im Dienste einer Militärkapelle der Royal Army kehrte der Multi-Instrumentalist 1968 zum “zivilen” Musizieren zurück und stellte den frisch formierten King Crimson seine Vielseitigkeit zur Verfügung. Da McDonald an den Holzblasinstrumenten (sein Flötenspiel – entwaffnend!) genauso zu Hause war wie an den Tasten, war sein voller Einsatz auf den alles andere als Gitarren-lastigen Kompositionen vorprogrammiert. Will heißen: In den Passagen, in denen er weder Saxofon noch Flöte bedienen musste, konnte er die charakteristischen Klangflächen mit dem Mellotron MKII kreieren, das die Band gekauft hatte. Und das auf so prägende Art und Weise, dass das Album allein aus diesem Grund unter Mellotron-Liebhabern als Klassiker gilt.

King Crimson – Krönung und … Abdankung?

Am 10. Oktober 1969 kam In The Court Of The Crimson King auf dem Markt und die bahnbrechende Musik auf dem Album löste das Versprechen ein, das die Gruppe innerhalb von wenigen Monaten seit ihrer Gründung abgegeben hatte.

Das britische Publikum begrüßte das Release wohlwollend mit einer Top-5-Position in den einheimischen Charts – auf Anhieb, wohlgemerkt! Währenddessen schien der amerikanische Verleger des Albums, Atlantic Records, auch die Neugier mancher Klassik-Liebhaber anzupeilen, indem er ihnen in einer Anzeige „die schwersten Riffs auf Platte seit Mahlers 8. Sinfonie“ zusicherte. Ob es am Ende Mahlers Fanbase war, die dem Album in den USA eine Gold-Zertifizierung und langfristig den Status als bestverkauftes Crimson-Werk bescherte, kann dieser Autor zwar nicht belegen, fände es aber lustig.

Apropos Fans: Über In The Court Of The Crimson King meinte ein damals von größtem Erfolg verwöhnter Pete Townshend, es sei ein unheimliches Meisterwerk. Auch Jimi Hendrix, ein anderer Zeitgenosse, der die Gunst eines breiten Publikums genoss, pflegte über King Crimson zu erzählen, sie sei die beste Gruppe der Welt – kein schlechter Einstand für eine Band, die zu jenem Zeitpunkt noch keine neun Monate zusammen war.

Aber offensichtlich auch zu viel des Guten, zumindest für Michael Giles und Ian McDonald, die am Ende der ersten USA-Tour am 16. Dezember das Handtuch warfen, geplagt von Heimweh und dem atemberaubenden Wirbel rund um die Band.

Bald kamen die immer wieder zitierten “künstlerischen Differenzen” hinzu – diesmal im verbliebenen Bandkern von Fripp und Lake. Die Folge? Die Besetzung von In The Court Of The Crimson King war Geschichte und auf dem ein halbes Jahr später erschienenen Nachfolge-Album In The Wake Of Poseidon King Crimson de facto zur One-Man-Band um Robert Fripp geschrumpft.

Die Rückkehr der verlorenen Schätze

Im Einklang mit der kalendarischen Akribie eines Robert Fripps sei hier festgehalten, dass die ersten Zeilen dieses Artikels am Freitag, den 25. Oktober 2019 geschrieben wurden. Ob das so wichtig ist? Nun, vielleicht nicht für die Welt, aber in der Zeitlinie des Crimson-Universums ist der Tag als Veröffentlichungsdatum für die In The Court Of The Crimson King: 50th Anniversary Edition verzeichnet – eine üppige (definitive?) Neuauflage, die alle Liveaufnahmen, erweiterte Multitrack-Sessions sowie ein neues 5.1-Remix des Albums umfasst.

Es liest sich wie ein typischer Fall für Komplettisten, zumal 2009 – man ahnt es, zum 40. Jubiläum – In The Court Of The Crimson King einer aufwendigen Remaster/Remix/5.1-Behandlung unterzogen worden war. Und dennoch dürfte sich der ganze Aufwand für Fripp als Hüter des Vermächtnisses seiner Band wie eine unerlässliche Richtigstellung anfühlen.

Was war passiert? Für die verschiedenen (und nicht wenigen!) Ausgaben des Albums ab 1969 diente eine Zweite-Generation-Kopie als Quelle. Diese wies wiederum Fehler im hohen Frequenzbereich auf, welche während des Abmischens eingetreten waren und – hm – etwas spät entdeckt wurden. Erst 2003 wurden die originalen Stereo-Masters, die als verschollen galten, wieder gefunden. Sie waren nämlich gleich nach Fertigstellung des Mixes zu den Akten gelegt worden – wahrscheinlich an einem dieser unmöglichen Orte, wo Gitarrenplektren zu landen pflegen …

 

Fazit

In der Geschichte des Namens King Crimson stand das Jahr 1969 gleichzeitig für Ereignisreichtum und Kurzlebigkeit. Quasi nach Veröffentlichung ihres Debütalbums verwandelte sich die Band fortan in eine Schule für Virtuosen und ein Vehikel für Robert Fripps meistens nonkonformistische musikalische Vorstellungen.

Und auch wenn Fripp-Kenner sich darin einig sind, er habe King Crimson immer eher als eine Liveband betrachtet, legte diese mit In The Court Of The Crimson King den Grundstein für eine Diskografie (und für ein ganzes Genre gleich mit!), die bis heute den Hunger derer zu stillen weiß, die nach der “etwas anderen Rockmusik” suchen.

Forum
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    gaffer  AHU

    Super Beitrag Cristian, ich gratuliere. Und das, als jemand, der die volle Wucht dieses Albums bei Erscheinen live miterlebt hat. Bin bis heute Fan der Musiker um Fripp, eine der wenigen Gruppen, bei denen heute das Adjektiv progressiv nicht sofortige Fluchtinstinkte weckt. Die Integration von Jazz und Klassik, vor allem letzteres ist in massig Beispielen grandios gescheitert. Und Fripp selbst ist im besten Sinn „marottig“. Wenn ich mir nur die Liste der singenden Bassisten in den ersten sechs oder sieben Alben ansehe. Konnte der Bassist nicht singen, musste halt der Sänger Bass lernen (wie bei Islands). Ich habe ihn mal in einem Londoner Club als Mitglied der League of Gentlemen (er war Mitglied, nicht ich) kurz sprechen können. Ein very british distinguished Gentleman.

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      Cristian Elena  RED

      Vielen Dank, gaffer!

      Durch einen Schüler/Jünger von ihm, der aus dem gleichen Gebiet kommt wie ich, pflegt Fripp seit ca. 30 Jahren einen herzlichen Austausch mit seinem Publikum in meiner Heimat, Argentinien. Nach dem, was Leute erzählen, die dort Zugang zu ihm hatten, ist er – wie du sagst – in der Tat ein „very distinguished Gentleman“. Bei aller Pedanterie, die man ihm zuschreiben könnte, scheint er sich ein Stück Bescheidenheit bzw. Respekt gegenüber dem, der Interesse für seine Kunst zeigt, bewahrt zu haben. Keine Selbstverständlichkeit!

      Anekdote am Rande: Dieser argentinische Schüler, den ich vorhin erwähnte, überredete Fripp Anfang der 90er, einige Solo-Auftritte in Argentinien zu absolvieren. Diese Shows wurden dann für alle Beteiligte zu einem Achtungserfolg und Fripp, der dabei war, KC als Doppel-Trio zu reformieren, versprach ihm, das KC-Comeback würde in Argentinien stattfinden. Ein gutes Jahr später (1994) stand Fripp zu seinem Wort und KC spielten an 14 (!) Abenden in einem der wichtigsten Theater in Buenos Aires, aus denen später das Live-Bootleg „Live in Argentina“ kompiliert wurde.

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        gaffer  AHU

        Ja, eines dieser Doppeltrio Auftritte habe ich in Mannheim gesehen, mit Levin, Bruford, Mastelotto, Belew. Den 2. Bassisten habe ich vergessen. Die ersten 3 Stücke, naja, dann switch und Bombensound. Klappte erstaunlich gut.

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          psv-ddv  AHU

          Kann ich nur bestätigen. In den grösseren Besetzungen (Doppeltrio wie auch 3-fach Drummer) brauchte es immer zwei drei Songs zum Warmspielen und dann steht da auf einmal die beste Liveband der Welt vor einem. Gigantisch grosses Kino.

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    iggy_pop  AHU

    Ganz großes Mellotron-Kino — da, wo The Bloody Moose flauschig und kitschig waren, waren King Crimson spröde und gegen den Strich gebürstet.
    .
    Ich durfte vor 20 Jahren mal ehrfürchtig das ehemalige King Crimson Mellotron Mk. 2 spielen. Sehr beeindruckender Moment.
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    Ich bin übrigens für den Vox/Solasound Tone Bender, weil der diesen dünnen, kniepeligen, schneidenden Klang produziert. Am Synthesiser völlig unbrauchbar, deshalb habe ich meinen auch vor 25 Jahren gegen einen Small Stone getauscht. Was wahrscheinlich nicht die weiseste Entscheidung in meinem Leben war…
    .

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    Roller  

    Es hat sich nicht geaendert und wird sich wohl auch nicht mehr aendern, dass ich bei dem Namen immer zuerst an eine Metal Band denken muss. Es liegt wohl an King Diamond und Crimson Glory :)

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    moogist  

    DAS Album, das den Progressive Rock (mit-) begründete! Großartiger, weil toll recherchierter und geschriebener Artikel! Ganz herzlichen Dank!

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    MidiDino  AHU

    Auch ich freue mich, dass King Crimson vorgestellt wurde, auch wenn ich spätere Alben besser, interessanter fand. Aber ein Einstand wurde durch „In The Court Of …“ 1969 geschaffen. Anders als in den vormaligen, jedoch niemals gelungenen Versuchen, Rock und Klassik zu ‚versöhnen‘, bot der ‚Progressive Rock‘ von Fripp inmmer wieder an, scheinbar fremde Elemente zu integrieren, ob 1974 in „Starless and Bible Black“ oder 1981 in „Discipline“ oder …
    Für die Rockmusik hat Fripp viel erreicht, wirklich Neues jedoch nicht geschaffen. Dazu hätte er die ausgetretenen Pfade des ‚Abendlandes‘ verlassen müssen, wäre aber nicht mehr kommerziell interessant gewesen. Wie dem auch sei, ich freue mich, dass King Crimson hier auf Amazon.de Erwähnung fand, was durchaus nicht selbstverständlich ist. Danke dafür.

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    psv-ddv  AHU

    Und wieder ein grossartiger von Artikel Herrn Elena zu einer, in diesem Fall, besonders grossartigen Band!

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    swift  

    In The Court Of The Crimson King und Epitaph höre ich immer wieder ganz gerne. Das Besondere an 21st Century Schizoid Man habe ich nie verstanden. Ich fand die Nummer immer irgendwie anstrengend und nervend. Aber vermutlich bin ich auch nicht der Nabel der Musikwelt.

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      Cristian Elena  RED

      Titel und Text von „21st Century Schizoid Man“ entstanden nach der Musik; wenn man sich also den Text anhört, beschreibt er eine anstrengende/nervende Stimmung. Man muss aber nicht alles toll finden (*vor allem nicht bei 7 Minuten Spiellänge! ;-) )

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    Analog Twin

    Ich habe die LP 1974 oder 1975 gehört. Neben vielen anderen, wie Van der Graaf Generator, White Noise und Greenslade und es war alles anders als das früher gehörte. Der Prog-Virus hatte mich für immer infiziert.

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    Son of MooG  AHU

    King Crimson ist eine der wenigen Bands, deren Wandlungen mir immer gefallen haben, während andere wie Genesis und Pink Floyd zu massentauglichen Stadion-Acts wurden. Als Steven Wilson die ersten Alben neu abgemischt hat, habe ich mir gleich „In the Court…“ und „Starless and Bible Black“ besorgt und war begeistert. Mit Brian Eno machte Robert Fripp auch sehr interessante Alben wie die 2014 erschienene 3-CD-Box „Live in Paris 28.5.1975“ mit Fripp an der Gitarre und Eno an den „Enotronics“.

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