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Marktüberblick Software Pianos, Plug-ins, VST & Standalone


Software- und VST-Pianos im Überblick

 

Software Pianos

Software Pianos gibt es eigentlich noch gar nicht so lange, auch wenn sie uns heute als vollkommen selbstverständlich erscheinen. Das waren noch Zeiten, als jedes Klavier und jeder Flügel aufwendig für Musikproduktionen mikrofoniert und aufgezeichnet werden musste. Ok, das Ganze wird aus diversen Gründen auch heute noch gemacht – ein abgenommener Flügel ist soundtechnisch einfach immer noch die Wucht, aber die Mehrzahl der Hobby-Musiker und Semi-Profis hat in der Regel erstens überhaupt kein Klavier/Flügel zur Hand, zweitens leisten sich immer weniger Tonstudios, in die man ausweichen könnte, einen eigenen Flügel und drittens sind die Kosten nicht ganz unerheblich, vor allem im Vergleich zu Software Pianos, die es mittlerweile in einer großen Auswahl zu kaufen gibt.

Piano-Sounds zu emulieren, stand schon ganz früh auf der Liste der Soundschaffenden. Und obwohl die Speicher der ersten Keyboards und Soundmodule sehr begrenzt waren (vielleicht auch genau deswegen), haben es einige Piano-Kreationen schon fast in die „Hall of Fame“ geschafft. Man denke nur an die legendären Sounds der Korg und Kurzweil Workstations, die auch in den aktuellen Produkten der Hersteller weiterhin ihren Platz bekommen und teilweise sehr charakteristisch für bestimmte Zeitperioden sind.

Vor allem das Kurzweil K250, das seinerzeit durch Steve Wonder persönlich mitentwickelt wurde, war damals 1984, STATE OF THE ART für Bühne und Studio.

Korg M1

Korg M1

Die Korg M1 besaß bei ihrem Erscheinen 1988 gerade einmal 4 MB ROM, die auf 144 PCM-Samples und Wellenformen verteilt waren. Gegenüber den heutigen Gigabyte-großen Software Pianos ein Witz.

Als die Computer dann nach und nach über mehr Rechenleistung und Speicherplatz verfügten, erschienen die ersten Software Pianos. Zunächst ebenfalls noch mit überschaubarem Speicherplatz ausgestattet, ging die Kurve des benötigten Festplatten-Speicherplatzes in den letzten Jahren steil nach oben. Eines der speicherintensivsten Produkte sind die Pianos des amerikanischen Herstellers Synthogy, diese belegen pro Piano rund 40-50 Gigabyte an Daten, bieten dafür aber bis zu 18 Velocity-Layer. Dies bedeutet, dass alle 88 Tasten des Original-Instruments mit bis zu 18 in der Lautstärke unterschiedlichen Anschlägen aufgezeichnet und digitalisiert wurden. Ein ungemeiner Aufwand, den sich Synthogy allerdings auch bezahlen lässt, die Ivory Pianos II gehören mit zu den teuersten Software Pianos.

Synthogy Ivory II Pianos

Dass es nicht immer so speicherintensiv und teuer sein muss, zeigen die mit den DAWs Cubase, Logic etc. auf den Computer wandernden Pianos. Diese klingen ebenfalls sehr hochwertig, auch wenn sie vielleicht nicht an die Ausdrucksstärke und Authentizität anderer Software Pianos herankommen. Als Alternative bietet Steinberg beispielsweise das „The Grand 3″ an, fast schon ein Klassiker, das bereits auf unzähligen Produktionen zum Einsatz kam.

Steinberg The Grand 3

Steinbergs The Grand 3

Bei Software Pianos gibt es grundsätzlich zwei Arten: Samples oder Physical Modeling. Während Samples die gängigere Methode ist, d.h. echte Instrumente werden gespielt, aufgezeichnet, bearbeitet und in Form einer Software digitalisiert, setzt Physical Modeling ganz auf die Computerleistung, der auf Basis von algorithmischen Modellen das Klangverhalten von Klavieren und Flügeln simuliert. Dies hat den Vorteil, dass eine Unmenge an Parametern editiert werden kann, die Grenzen liegen hier in der Regel bei der Leistung des Computers. Führend ist in diesem Bereich die Firma Modartt, die ihr Software Piano Modartt Pianoteq mittlerweile in der sechsten Version anbietet. Eine Alternative, die ebenfalls auf Physical Modeling setzt, sind die Truepianos des Herstellers 4Font Technologies.

Modarrt Pianoteq 6

Pianoteq 6

Dass Physical Modeling nicht nur für Software, sondern auch für Hardware interessant ist, zeigt die Firma Roland, die bereits 2009 ihr erstes V-Piano vorstellte. Nachdem der Hersteller das Konzept einige Jahre schleifen lies, kam 2017 das Roland RD-2000 auf den Markt, dieses Stagepiano kombiniert Physical Modeling mit Samples.

Roland RD-2000

Das Roland RD-2000 kombiniert Physical Modeling und Samples

Gerade im Bereich der Film- und Videospielmusik sind oft exzentrische Pianos gefragt, sei es, um bestimmte Stimmungen zu kreieren oder einfach mit Effektsounds zu arbeiten. Die Software-Schmiede Native Instruments hat hier u.a. The Giant im Programm, das einerseits wunderbare Flügelsounds, aber auch cinematische Soundpresets bietet. Oder Una Corda, einem auf Basis des von David Klavins entwickelten Klavier, das alle Töne mit nur einer Saite pro Taste erzeugt.

Letztlich bieten auch alle Hersteller von Orchester-Samples auf ihre Produkte abgestimmte Software Pianos. Sei es der Vienna Imperial der Vienna Symphonic Library, die EastWest/Quantum Leap Pianos oder das Hans Zimmer Piano von Spitfire Audio.

M-Audio Code 25

Mit 25 Tasten zwar etwas eingeschränkt, aber dennoch brauchbar: Das M-Audio Code 25

Doch egal wie gut das Software-Pendant eines Flügels auch sein mag, spielen muss man es ja auch irgendwie. Es muss also ein USB/MIDI-Controllerkeyboard her und auch hier ist die Auswahl nahezu unüberschaubar. Vom kleinen 25-Tasten Keyboard bis hin zum 88-Tasten Hammermechanik Modell wie beispielsweise dem Kawai VPC1 ist alles zu haben. Die wichtigsten Informationen zum Kauf eines USB/MIDI-Controllerkeyboards findet ihr in unserem Special: Controllerkeyboards

Kawai VPC1

Das Kawai VPC1 ist ein Controllerkeyboard für echte Pianisten, 88 Tasten reinste Hammermechanik

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Auswahl der Software Pianos immens groß, daher haben wir euch alle getesteten Produkte – egal ob schon etwas älter oder brandaktuell – zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen.

Testartikel zu diesem Beitrag

  1. Profilbild
    The-Sarge

    zur Info:
    The Grand 3 sind auch 35GB (laut Eurem hausiegenen Test 32GB laut Steinberg-Seite) und hat sogar 20 Velocity-Samples pro Taste…
    .
    und was hat es mit „Dass es nicht immer so speicherintensiv und teuer sein muss, zeigen die mit den DAWs Cubase, Logic etc. auf den Computer wandernden Pianos“ auf sich? wär mir neu, daß The Grand3 bei Cubase dabei ist…

  2. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Bei einem Konzert von Steven Wilson sah ich erstaunt, dass Keyboarder Adam Holzman neben einem Korg SV-1 auch Piano- & Mellotron-Sounds über ein Behringer UMX610 Keyboard aus dem Mac spielte. Wer Wilsons Solo-Alben kennt, weiß, das er auch ein hervorragender Produzent ist; dass er live Software nutzt, spricht für deren Qualität…

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