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Marktübersicht: Cab-Simulations und Cab-Sim-Pedale

Auf der Bühne, ohne Krach - Cab-Simulation

6. September 2022

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Schleppen, schleppen, schleppen; „mach‘ ma‘ leiser“: Das Lebensmotto jedes live spielenden Gitarristen und jeder Gitarristin. Wenn man dann seinen ganzen Kram auf der Bühne hat, den Streit mit dem Kabel Wirrwarr gelöst hat und endlich die ersten Töne spielen kann, kommt wahrscheinlich direkt der Hinweis (von Keys oder FoH; sorry für das Klischee an dieser Stelle; wir mögen euch alle natürlich dennoch total gerne! No Joke!) man solle doch bitte etwas leiser machen. Da ist natürlich auch was Wahres dran (Stichwort: Übersprechung von anderen Mikrofonen), aber Spaß machen tut es weniger mit leisem Amp und es geht natürlich auch etwas an der Arbeitsweise (mancher) Amps vorbei. Gerade Röhrenamps muss man etwas anblasen, dass sie in die Sättigung (der Endstufe) fahren und den von vielen ach so geliebten Sound produzieren. In Zeit von InEar-Monitoring und überwiegend digitalen Setups müssen auch hier Alternativen her. Gerade in kleineren Clubs oder zu Hause beim Üben sind Cab-Simulations, also analoge oder digitale Nachbildungen (IR = Impulse Responses) von Speakercabinets eine mögliche Alternative zum „echten“ Cab samt Mic oder vollständig digitalen Setup (à la Kemper, Axe-FX oder Quad Cortex). Vorteil: Man kann sein gewohntes Setup spielen und – mit entsprechendem IR – sogar seine eigene Box mit gewohnter Mikrofonierung. Was viele nämlich nicht wissen (oder unterschätzen) ist, dass das Cabinet bzw. v. a. der Speaker einen extrem hohen Anteil am Endsound hat (Randnotiz: Man nehme das gleiche Setup aus Gitarre und Amp und schließe verschiedene Cabs an. Du wirst erstaunt sein, wie anders das klingt!)

Cab Simulations gibt es in den verschiedensten Formaten. Bekannte (schon fast Klassiker) kommen aus den Häusern Universal Audio (OX Box) oder Two Notes (Torpedo Studio & Live). Viele Hersteller bauen mittlerweile aber auch kleinere Varianten dazu, die praktisch auf das Board passen (würden).

Heute sind in der Marktübersicht im Rennen:

FACTS – Cab-Simulation

Erstmal muss man unterscheiden zwischen analogen und digitalen Cab-Simulations und ob es sich um eine reine Cab-Simulation handelt oder auch eine Loadbox verbaut wurde.

Loadboxen „verbrennen“ die Energie, die eigentlich die Lautsprecherbox antreiben soll in Wärme und ermöglich so eine geräuschlose Nutzung eines Röhrenverstärkers. Ist keine Loadbox in einem Cab-Simulation-Pedal verbaut, so muss unbedingt darauf geachtet werden, dass am Thru des Pedals ein Lastwiderstand (also ein Cabinet oder eine Loadbox) hängt.

Analoge Cab-Simulations sind Frequenzkorrekturen, die den groben Frequenzgang eines Speakercabinets nachempfinden. Diese sind meist nicht so detailgetreu wie ihre digitalen Brüder und Schwestern. Kann aber natürlich im entsprechenden Genre auch charmant sein! Was gefällt, ist erlaubt!

Digitale Cab-Simulations arbeiten meist mit IRs, also Impulse-Responses. Dieses Prinzip misst quasi den Unterschied zwischen Eingangssignal und Ausgangssignal der Messung und rechnet dann aus, wie das Signal an unterschiedlichen Stellen verändert werden muss, um auf das gleiche Resultat zu kommen. Hierbei wird meist die Signalkette nach einer neutralen Endstufe gemessen und berechnet. Auch lassen sich durch dieses Verfahren andere Bauteile wie Mikrofone, Mischpultpreamps etc. digital „nachbauen“.

Aber nun zu den Geräten, den Stars des heutigen Tages (ergänzt die Liste gern in den Kommentaren und berichtet von euren Erfahrungen):

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Two Notes Torpedo C.A.B. M+ – Cab-Simulation

Produkt nicht gefunden!

Two Notes hat sich schon seit Jahren einen guten Namen mit Cab-Simulations gemacht, wie den beiden „Klassikern“ unter den Rackerten dieser Art: LIVE und STUDIO. Seit einiger Zeit sind mit den Captor und C.A.B. „Pedalen“ auch nicht Rack-Geräte erhältlich.

C.A.B. M+ ist dabei die perfekte Lösung für einen konstanten Sound am FoH, da das Gerät einfach zwischen Amp-Speaker-Out und Cabinet gehängt wird. Der Speaker muss aber angeschlossen werden, da C.A.B. keine Loadbox ist. Durch die breite vorinstallierten 32 Two Notes Boxen mit 8 Mikrofon-, 8- Endstufen- und 8 Raumsimulationen hat man direkt ab Werk ein breites Spektrum an Sounds zu Verfügung. Diese lassen sich sowohl am Gerät selbst als auch via Torpedo Remote Software bequem editieren und individuell anpassen. Die geringe Größe des Geräts ist äußerst praktisch. Zusätzlich bekommt man eine Lizenz für die Cab Sim Software „Wall Of Sound“ inklusive 32 DynIR Cabinets kostenlos dazu.

Two Notes Torpedo Captor 8 Ohm – Cab Simulation

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Möchte man absolute Ruhe auf der Bühne, so müsste man vor den C.A.B. M noch eine Loadbox schalten. Bleibt im Hause Two Notes so wäre z. B. die Captor 8 Ohm eine Option. Diese bis 100 Watt belastbare Loadbox hat eine integrierte analoge Cab-Simulation, sprich eine Frequenzkorrektur (je eine für Bass und Gitarre), die natürlich nicht an die Details eines IR herankommt. Dennoch tut sie einen ordentlichen Dienst. Möchte man aber beispielsweise im Studio aufnehmen und dann via „Wall Of Sound“ verschiedene Cabs nutzen oder das Ausgangssignal des Amps (nach der Endstufe) abgreifen, durch diverse Effekte schicken etc., so wäre die recht günstige Box eine gute Wahl. Man kann wählen, ob man ein Cab anschließen möchte oder nicht. Schließt man eine Box an, so hat man die Wahl diese mit 100 % der Leistung zu speisen oder die -20 dB Variante zu wählen. Praktisch!

Two Notes Torpedo Captor X – Cab Simulation

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Captor X vereint nun einige Funktionen von Captor 8 Ohm und C.A.B. M+. Die ebenfalls bis 100 Watt belastbare Loadbox (8 Ohm Variante) hat sechs abrufbare und anpassbare Preset-Speicherplätze. Ebenfalls integriert wurden Stereo-Expander (Reverb, Double Tracker), Enhancer, Space, Noise Gate, sowie verschiedene Routing-Optionen (Stereo, Dual Mono oder Dry/Wet). So lässt sich das Gerät individuell an die eingesetzte Situation anpassen. Durch die eingebaute Loadbox kann man den Amp an seinem „Sweet Spot“ spielen (sprich aufreißen) und via Attenuator leise regeln.

Mesa Boogie CabClone IR+ – Cab Simulation

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Im kleinen Format viele Funktionen liefert die Mesa Boogie Variante einer DI/Speakersimulation Box. 16 Mesa hauseigene Impulse-Antworten sind hier in zwei Banks abrufbar vorinstalliert. Die interne Library lässt sich aber manuell erweitern und aufstocken. Der CabClone lässt Amps bis 150 Watt zu und lässt sich dennoch ohne angeschlossene Box betreiben. Praktisch an dieser Unit: Per MIDI lassen sich die 16 Presets mit verschiedenen Cabinets abrufen. So kann man verschiedene Cabinets in verschiedenen Presets einer Show verwenden!

Hughes & Kettner Redbox 5 – Cab Simulation

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Eine der einfachsten Bedienungen bei niedrigem Preis bietet die Redbox von Hughes & Kettner. Amp rein, an die Box raus und XLR ans Pult. Über vier DIP-Switches lassen sich einige Funktionen wählen, wie Ground/Lift, tigth/loose, large/small und 0 dB/-26 dB, um die abgebildete 4x12er Box anzupassen. Praktisch, dass sich die Box alternativ zum Netzteil über Phantompower mit Strom versorgen lässt.

T.C. Electronic Impulse IR Loader – Cab Simulation

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Auf sehr geringer Größe vereint der Impulse von T.C. Electronic doch einen Haufen Funktionen. So bietet das kompakte Gerät 25 eingebaute IRs (davon 12 Celestion Speaker, 8 TC IRs und 5 zur Verwendung mit Akustikgitarren) und 74 weitere leere Speicherplätze. Zwischen zwei dieser insgesamt 99 Presets kann man bequem per Fußschalter hin und her schalten. Über den Regeler, zwei Taster und das kleine LED-Display lässt sich das Gerät steuern / Presets auswählen und zeigt an, was geladen ist. Über USB IRs laden.

Tsakalis AudioWorks Multicam MK 3 – Cab Simulation

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Das handmade Pedal der griechischen Firma Tsakalis AudioWorks bietet 8 virtuelle Custom-Speakercabinets: 1×10″, 4×10″, 1×12″, zwei 2×12″, zwei 4×12″

Diese lassen sich durch die verbauten Schalter und Regler anpassen. Es stehen drei verschiedene Mikrofonierungsarten (dynamisch, Bändchen und eine Kombi aus beidem) zur Verfügung sowie die Beschaffenheit der Cabinetrückwand (open, close, semi). Des Weiteren bietet das Pedal eine Ampsimulation mit PWR (OFF, EL34, 6L6) und PRE (OFF, CLN, HOT). Diese lässt sich nochmals durch einen Tone-Regler leicht anpassen. Es handelt sich um keine Loadbox!

GFI System Cabzeus Cab Sim/DI – Cab Simulation

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Das sowohl als Mono- als auch Stereo-Variante erhältliche GFI System Cabzeus Pedal bietet verschiedene Funktionen. Das hier vorliegende Stereopedal arbeitet mit zwei unabhängigen Kanälen, die sich mischen lassen. So kann man einem Kanal beispielsweise eine leichte Verzögerung hinzufügen, sodass eine Art Double-Tracking-Effekt für „breite“ Gitarrensounds entsteht. Als Hands-on-Regler steht je ein Edge/Center (Reglung der Mikrofonposition) zur Verfügung sowie ein Regler, um acht Presets aufzurufen. Die hauseigene zugehörige Software lässt viele tiefgreifende Einstellungen (Mikrofone, Speaker etc.) zu und so lassen sich Sounds tweaken und im Detail abstimmen. Spannendes Teil!

Mooer Radar – Cab Simulation

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Eine weitere sehr günstige Variante ist von Mooer erhältlich. Das „Radar“ bietet 30 Speaker-Simulationen, mit 11 Mic-Preamp-Modellen und zusätzlich 4 Poweramps. Darüberhinaus werden Drittanbieter-IRs unterstützt, die über die hauseigene Software hinzugefügt werden können. Die IRs lassen sich auf 36 User-Presets abspeichern und aufrufen. Die Navigation erfolgt über ein kleines Display sowie den Drehschalter/Kontrolltaste.  So lassen sich auch Editings am Gerät vornehmen.

Universal Audio OX Amp Top Box – Cab Simulation

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Die – leider nicht mehr im Pedalformat gebaute – Deluxe-Lösungen sind Gerät wie das UAD OX. Neben einer verbauten Loadbox kommen hier beste Emulationen zum Einsatz. Mit viel Liebe zum Detail wurden Speakercabs sowie Mikrofone nachgebaut, inklusive der spezifischen „Macken“ bzw. positiv ausgedrückt unique machenden Resonanzen bestimmter Boxen. Zusätzlich bietet die UAD Box integrierte EQ-, Kompressor-, Delay- und Halleffekte. Mit einer max. Belastbarkeit von 150 Watt an 4, 8 oder 16 Ohm ist die OX Box für so gut wie jeden Gitarren-Röhrenamp bestens gerüstet. Ein schönes Tool sind die über WIFI steuerbaren Funktionen via OX Mobile App oder die zugehörige Desktop-Anwendung für Windows und Mac. Etwas unpraktisch ist nur das Design der Box, die weder aufs Board, noch in ein Rack so wirklich passen will. Aber gut, sie heißt ja auch Top Box. Man stelle sie also auf den Amp.

BOSS WAZA Tube Amp Expander – Cab Simulation

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Wenn man im Bereich Cab-Simulation nach der sprichwörtlichen Eierlegendenwollmilchsau sucht, dann kommt das ebenfalls nicht im Pedalformat gebaute BOSS WAZA dem aber recht nahe. Auch hier lassen sich – wie beim OX – 150 Watt Amps an 4, 8 und 16 Ohm anschließen, in ihrer Lautstärke drosseln, mit Effekten (EQ, Kompression, Delay, Reverb) versehen und durch Speaker-Emulationen direkt an die PA schicken. Ebenfalls eingebaut ist die Steuerung via Editor-Software (Mac/Windows). Was WAZA aber noch mehr kann als OX, ist die Möglichkeit, kleine Amps durch eine eingebaute 100 Watt starke Class-AB-Endstufe „aufzublasen“ sowie externe Effekte via FX-Loop zu integrieren. Auch die Steuerbarkeit via MIDI lässt eine professionelle Integration in jegliches Live-/Studiosetup zu. Cool sind auch die mitgelieferten Rackmounting-Brakes.

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Forum
  1. Profilbild
    susuexp

    Mich persönlich würde interessieren, wie lang die IRs bei den Geräten die Benutzer-IRs erlauben maximal sein dürfen, einfach weil Cab-IRs meist eher kurz sind, längere IRs aber eine zweckentfremdete Benutzung als Reverb oder als ziemlich seltsamen Sampler erlauben. Um das zu testen, will ich kein Gerät kaufen und im Zweifel zurückschicken.

  2. Profilbild
    Davy

    Ich will eigentlich kein Traditionalist oder Purist sein, dennoch tu ich mir schwer mit Cab-Sims. Hab es ausprobiert und war klanglich, aber auch haptisch einfach nicht zufrieden. Mir fehlt das Gefühl, ein Instrument zu spielen. Die Vorteile sind aber nach wie vor erdrückend… Ein Anlass, mich nochmal damit zu befassen.

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