MFB-301 Pro, analoge Drumbox im Vintage-Stil

14. April 2019

Schwarze 301 Pro geht in Serie

Das ging aber sehr fix. Die erst vor einer Woche angekündigte MFB-301 Pro zum Jubiläum des Berliner Herstellers war bereits nach wenigen Tagen komplett vergriffen. Die bestellten Exemplare werden Ende April ausgeliefert.
Da es deutlich mehr Nachfragen als erwartet gab, wird MFB die 301 Pro nun doch kurzentschlossen in Serie produzieren. Die Nachauflage ist technisch identisch, einziger Unterschied ist das schwarze Gehäuse. Somit bleibt die limitierte Aufage im originalen, grauen OKW-Gehäuse in gewisser Weise exklusiv. Die schwarze Version soll ungefähr ab Mitte Mai im Fachhandel erhältlich sein und 149,- Euro kosten.

 

Ab hier die ursprüngliche Meldung:

Vor 40 Jahren stellte der Berliner Ingenieur Manfred Fricke seinen ersten Drumcomputer vor. Dieses Jubiläum wird jetzt mit dem MFB-301 Pro gefeiert.

MFB-301 Pro

MFB-301 Pro

Der alte MFB-301 Drumcomputer war seinerzeit ein richtiger kleiner Rebell, denn er bot nicht nur das übliche Standard-Programm aus der Tanzschule, wie die allermeisten Geräte dieser Zeit, sondern hatte auch Hard Rock, Blues und andere „moderne“ Beats im Festspeicher. Und mit einem Preis von 175,- DM war er extrem günstig. Trotz des billig aussehenden Plastikdosengehäuses und der eigenwilligen Bedienung waren schnell über 1.000 Stück verkauft, und das sogar nur im Inland, denn an eine internationale Vertriebsstruktur war zu der Zeit im Hause Fricke noch nicht zu denken. Doch dank dieses Erfolges entwickelte MFB zahlreiche Drummaschine und -module sowie Synthesizer und Sequenzer.

Der neue MFB-301 Pro ist äußerlich eine Reminiszenz an den ersten Erfolg. Damit passt das Gerät so was von wunderbar überhaupt nicht in die aktuelle, üppig gedeihende Drummy-Landschaft. MFB ist offenbar nicht nur auf die eigene Vergangenheit stolz, sondern beweist auch Humor.
Doch aus technischer Sicht hat der MFB-301 Pro nicht mehr viel mit dem Vorbild zu tun und erweist sich als eine moderne Analog-Drummaschine. Die tonalen Sounds Kick, Tom, Bongo, Clave werden mit der Eigenresonanz von so genannten T-Filtern realisiert. Bei der Schaltung hat sich MFB für C-MOS-Gatter entschieden, da sie weniger verzerren als Transistoren oder Operationsverstärker.

MFB 301/II

MFB 301/II – das Original

Das Drumkit der MFB-301 Pro besteht aus acht Sounds. Es handelt sich um modifizierte bzw. weiterentwickelte Klänge des MFB-301, ergänzt um die Claps des MFB-401. Alle Sounds können in Tune (außer Clap), Decay und Level sowie jeweils einem Klangparameter wie Noise oder Attack verändert werden. Tune, Decay und Level lassen sich auch via MIDI-Controller steuern und sogar im Sequenzer pro Step programmieren. Die Level sind pro Spur programmierbar, außerdem reagieren die Sounds auf Velocity via MIDI.

Der Sequenzer umfasst 108 Pattern mit jeweils 16 Steps. Es lassen sich 36 Songs abspeichern. Die Pattern können in Echtzeit oder Step-by-Step programmiert werden und es gibt einen Shuffle-Modus mit fünf Stufen.
Der Sequenzer kann zu einer MIDI-Clock oder alternativ zu einer analogen Clock synchronisiert werden. Als Audio-Out gibt es einen Stereo- und einen regelbaren Kopfhörerausgang. Die Stromversorgung erfolgt über ein USB-Netzteil (Ministecker) und über USB können auch eventuelle Updates vorgenommen werden. Die Möglichkeiten einer Pattern-Verwaltung über USB wird noch ausgelotet und gegebenenfalls nachgereicht.

MFB-301 Pro Rückseite

MFB-301 Pro Rückseite

Wem die Old-School-Bedienung am MFB-301 Pro zu friemelig ist, kann das Gerät auch via MIDI mit der MFB Tanzmaus bedienen und sogar programmieren. Zusammengenommen ergeben die Sounds beider Geräte das Drumkit des MFB Tanzbär 1.

Der MFB-301 Pro wird in Kürze erhältlich sein und 149,- Euro kosten. Das Gerät wird es zunächst im originalgetreuem OKW-Gehäuse nur in limitierter Stückzahl geben und kann nur direkt von MFB bezogen werden.

Preis

  • 149,- Euro
 Beats  Keys  Studio  Vintage
Forum
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    gaffer  AHU

    Die 501 war mein erster eTrommler, die große Schwester der 301. Mochte ich sehr, trotz umständlicher Bedienung

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    Atarkid  AHU

    ich mochte das Original, und das hier liest sich für mich sehr, sehr gut. Gerade die etwas anachronistische Form der Pattern-Programmierung reizt mich ungemein. Die Möglichkeiten ein paar Parameter pro Step programmieren zu können ist echt lecker. Und wenn das Teil klingt wie seine Ahnen, komm ich da wahrscheinlich nicht dran vorbei… Die Optik ist der Hammer!

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    Son of MooG  AHU

    Ich hatte mal für kurze Zeit eine 501, die zwar super klang, aber ziemlich umständlich zu bedienen war. Daher tauschte ich sie gegen eine Soundmaster SR-88 ein, mit der ich weitaus besser klar kam. Eine Neuauflage der 301 hätte ich nie erwartet; für viele dürfte die Einbindung an die Tanzmaus verlockend sein, um so der eigenwilligen Bedienung zu entgehen. Für andere ist sie eine Herausforderung, die mit sehr gutem Klang belohnt wird. Bei dem Preis ist sie mir jedenfalls eine Überlegung wert…

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    Ashatur  AHU

    Wow… Ich mag fummelig und fricklige Kisten.. Hm und Manfred Fricke baut fricklige Kisten :-D So jetzt mal Spass beiseite. Ich finde das ist ein Jubelwurf der ganz besonderen Art und ich hoffe ich kann noch 150 Euro aufbringen. Das einzigste was mich momentan bei MFB verwundert sind diese alten Mini USB Ports für die Stromversorgung.

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      Atarkid  AHU

      Das mit den USB Ports verstehe ich auch nicht. Mechanisch belastbar ist leider anders. Live möcht ich sowas nicht verwenden ^^,,,

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        Ashatur  AHU

        Kann man bei einem Gerät wie dem 301 pro auch durchgehen lassen aber bei einem Tanzbär 2 der knapp unter 1000 Euro angesiedelt ist finde ich das schon etwas fragwürdig.

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          #n3rd4l3r7  

          Ich kenne den Tanbär 2 leider nicht daher weiß ich auch nicht was der für einen Stromanschluß hat. Aber sollte das auch so ein USB Dingens sein .. gebe ich dir uneingeschränkt Recht.

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      Steppenwolf  

      Ich verstehe euch nicht. USB ist doch die praktischste Stromversorgung überhaupt. So kann ich die kleine Kiste wunderbar in ein mobiles Setup einbinden und bin dabei völlig unabhängig von sperrigen und mitunter teuren oder schwer zu kriegenden Netzteilen. Kann die Kiste mit einer mobilen Ladebank wie sie für Handys mehr als üblich ist betreiben oder spare in einem Tonstudio eine menge Platz bei der Verkabelung. Geht das USB Kabel oder das Netzteil vom 301 Pro kaputt nehm ich halt das von meinem Fairphone oder so. Genialer gehts doch gar nicht.

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    dAS hEIKO  

    Ach war das noch lustig, Anfang der 80er. Hab mir als Schüler alle möglichen Prospekte von Herstellern kommen lassen. MFB ist da besonders herausgestochen. Erstens waren die Informationen sehr umfangreich und als optischer Teaser gabs statt gedruckten Prospekten einfach Farbfotos. Sehr sympatisch.

    Die Bauart war aber schon damals „gewagt“. Einfach ein Industriegehäuse und die fiesen Kippschalter – das hatte was von Conrad-Elektronik und Hobbythek.

    Schön, dass es Fricke in über die Jahre hinweg geschafft hat, dass es immer genügend Intusiasten gab.

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    Coin  AHU

    Ähm, wie ist denn das, wenn ich eigene Sequencen erstellen möchte ?
    Bleibt da nur samplen ?
    Wenn ich das richtig verstehe hat die Kiste ja nur „feste Beats“ ?

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    Ashatur  AHU

    Oh liebes Amazona Team wie wäre es mit einem Mfb 301 PRO für euer Jubiläumsgewinnspiel?

    *ganzliebschau*

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    dubsetter  

    nettes kistchen…

    und alleine das eigenwillig „billige“ design
    lässt mein herz höher schlagen.

    preis auch voll okay !

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    Atarkid  AHU

    MIST! hab’s verpasst…. Dass das SO schnell geht, hätt‘ ich nicht gedacht… Na wenigstens gibt’s das gute Stück noch in Schwarz. Mehr Charme hat’s allerdings in „Conradgrau“ ^^….

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    Andrew McLoud

    Weiss man schon was zu der Bauart? Wenn nicht SMD dann eieieieieieieiei
    Hab hier dieses alte Pamflet gefunden und da gabs noch Bausätze hierzu …

    Dann wären direct outs und einzeltrigger drin!
    (Link wurde von der Red. gelöscht. Bitte Link-Shortener verwenden)

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