40 Jahre Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten
MIDI- und MPE-Controller gehören heutzutage zur Standardausrüstung eines jeden Studio- und Live-Setups. Die meisten Leser denken bei MIDI- und MPE-Controllern an die üblichen Verdächtigen: Masterkeyboards, Pad-Controller, Controller mit Fadern und Encodern. Doch es gibt und gab noch weitaus mehr. Unser Autor Alexander Neversal ist nicht nur ein echter Studio-Crack, sondern auch ein Musiker, der nach immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten sucht. Im Laufe seiner beruflichen Karriere sind ihm zahlreiche MIDI- und MPE-Controller unter die Finger gekommen, die er in diesem Artikel vorstellt.
- Vielfalt & Innovation: Von der Digitar bis zum Osmose, von MIDI 1.0 bis MPE – die Bandbreite an MIDI-Controllern zeigt eindrucksvoll den kreativen Erfindergeist der Entwickler.
- Langlebigkeit: Produkte wie Zendrum oder Continuum Fingerboard beweisen, dass durchdachte Konzepte und gute Bauweise Jahrzehnte überdauern können.
- Technik & Risiko: Je komplexer die Software, desto höher das Risiko – nachhaltige Systeme wie Kyma oder EaganMatrix sind hier die Ausnahme.
- Spielgefühl entscheidet: Ob Gummi, Silikon oder Neopren, Controller müssen sich erspielt werden. Rückgabemöglichleiten helfen beim Finden des passenden Instruments.
Inhaltsverzeichnis
- MIDI-Controller von 1985 bis zur Gegenwart
- Dynacord Rhythm Stick Rhythm Controller (1985)
- Zendrum Rhythm Controller (1993)
- Charlie Lab Digitar Gitarren-Controller (1994)
- Continuum Fingerboard/Kyma Paca MIDI-Controller (1999)
- ROLI Seaboard Rise MK II MIDI-Controller (2009)
- Eigenlabs Tao MIDI-Controller (2010)
- Expressive Osmose Synthesizer und MIDI-Controller (2023)
- Embodme Erae 2 MIDI-Controller und Looper (2025)
- Video
- Zusammenfassung
MIDI-Controller von 1985 bis zur Gegenwart
Die Suche nach neuen Ausdrucksformen bestimmt die Geschichte der elektronischen Musik von Beginn an. Mit MIDI wurde 1982 ein Standardprotokoll zur Ansteuerung elektronischer Instrumente wie Drumcomputern, Samplern oder Synthesizern eingeführt. Zuvor konnten elektronische Klangerzeuger über Control-Voltages und Gate-Signale angesteuert werden. Bei Live-Performances waren es Sonderanfertigungen, die besonders hervorstachen – wie etwa Kraftwerks erste elektrische Drumpads oder Jean-Michel Jarres Laser-Harp.
In den Heimstudios der frühen 80er- bis 90er-Jahre war die vorrangige Nutzung natürlich die Ansteuerung von Synthesizern und Expandern im 19-Zoll-Format über die DAW, damals hauptsächlich in Form eines Atari ST. Steuerzentralen waren meist Masterkeyboards, damals noch mächtige, schwere Kisten in Metallgehäusen, oft mit Hammermechanik oder zumindest gewichteter Tastatur, nicht vergleichbar mit den leichten Plastikbombern von heute. Eines der Schlachtschiffe war das Roland A-90, eine mächtige Studio- und Live-Zentrale mit Hammermechanik und vier MIDI-Ausgängen. Ein Gerät, das man heute für sehr kleines Geld bekommen kann. Die einzige Schwachstelle bei Heavy-Usern, die Hammergewichte, sind über eBay immer noch zu bekommen. Ein Tipp für Leute mit viel Platz und gesundem Rücken.
Aber zurück zu den Controllern: In den späten 1980ern gab es bereits erste Ansätze zu teils „exotischer“ Hardware.
Im folgenden Artikel beschreibe ich mehr oder weniger detailliert Geräte, die im Lauf der Jahre durch meine Hände gewandert sind oder besser gesagt, die sich unter meinen Händen befunden haben. Alles streng subjektiv. In Ergänzung gibt es ein Video, in dem ich einige der Controller anspiele.
Dynacord Rhythm Stick Rhythm Controller (1985)
Dieser Umhänge-Controller in Gitarrenform sollte es Ende der 80er Drummern und Perkussionisten ermöglichen, einmal hinter dem Schlagzeug hervorzukommen und am Bühnenrand zu jammen, so weit die Theorie. In der Praxis machte mir das Gerät beim Spielen zwar Spaß, die Bedienung war jedoch nicht überzeugend gelöst.
Die Note wurde über ein anschlagsdynamisches Gummi-Pad in der Mitte des Sticks getriggert, die Notenwerte über acht „Taster“ am Hals des gitarrenartigen Controllers aus Plastik gegriffen. Eben dieses „Griffbrett“ war die Schwachstelle des Systems: Es bestand aus acht Mikroschaltern mit einer Art laminierter Plastikfolie darüber, haptisch so grausam wie die Folientaster eines Yamaha DX7 der ersten Generation. Für mich damals der Dealbreaker.
Wer sich für einen der mittlerweile sehr raren und leider entsprechend hoch gehandelten Rhythm-Stick interessiert: Diese acht Taster unbedingt auf Funktion prüfen. Über Trigger- und MIDI-Out lassen sich ältere Drum-Machines und MIDI-Instrumente ansteuern.
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Zendrum Rhythm Controller (1993)
Die Zendrum wurde erstmals gegen Ende der „US“-Tour von Peter Gabriels Drummer Manu Katché live eingesetzt. Der Grundgedanke, dass der Drummer mit einem Controller gemeinsam vorne mit der Band performen kann, wurde hier ungleich besser umgesetzt.
Auf einem in mehreren Formvarianten gefrästen Holzstück wurden viele kleine Drum-Trigger ergonomisch clever verteilt angebracht, die gefühlvolles Finger- und Handdrumming ermöglichen. Die anschlagsdynamischen Trigger senden frei definierbare MIDI-Noten über MIDI-Out des kleinen Controller-Kästchens zum Klangerzeuger. Daten und Strom werden über ein langes fünfpoliges MIDI-Kabel zum Controller übertragen.
Die Hardware ist hochwertig und absolut roadtauglich. Auch 2026 ist der Zendrum-Controller eine absolute Empfehlung – er wird noch gebaut und ist über die Herstellerseite erhältlich. Dort können auch Controller der Baujahre 1994–2009 auf neue, aktuelle Circuitboards upgegradet werden, die Abtastrate und Dynamik nochmals verbessern. Zudem lässt sich pro Triggerpad nach dem Upgrade ein eigener MIDI-Kanal einstellen.

Der Zendrum Controller: einfache, aber zeitlose Technik, die auch nach 20 Jahren problemlos funktioniert
Charlie Lab Digitar Gitarren-Controller (1994)
Dank Samplern gab es 1994 durchaus schon brauchbare Gitarren-Sounds für Keyboarder – diese auf den Tastaturen authentisch einzuspielen, war jedoch durchaus anspruchsvoll. Hilfe bei Strumming und Picking versprach die Charlie Lab Digitar, ein Kästchen mit sechs Metallstangen, das man sich mit einem Gurt um den Bauch schnallen konnte. Verbunden war es über ein Telefonkabel mit einem weiteren Kästchen, das die Stromversorgung und ein MIDI-Trio beinhaltete.
Gespielt wurde so: Über eine über MIDI-In angeschlossene Tastatur wurde der Akkord gegriffen, angeschlagen wurden die Noten über die Metallstangen der Digitar, die dann über MIDI-Out an den Klangerzeuger geschickt wurden. Mit etwas Übung konnte man durchaus gute Resultate erzielen, allein der Show-Effekt war bescheiden.
Charlie Lab brachte auch ein „Splitboard“ genanntes Keyboard heraus, in dem rechts seitlich neben der Tastatur der Digitar-Controller verbaut war. Dieses Instrument taucht noch seltener auf dem Gebrauchtmarkt auf als die Digitar selbst. Wer in die Tiefe gehen will: Die Digitar wurde auf AMAZONA hier getestet.
Continuum Fingerboard/Kyma Paca MIDI-Controller (1999)
Das Continuum Fingerboard wurde ursprünglich von 1983 bis 1998 an der Universität von Illinois entwickelt, um Sounds der Kyma Capybara-Workstation anzusteuern. 1999 startete der kommerzielle Verkauf des Fingerboards, ausgestattet mit einer IEEE-1394-FireWire-Schnittstelle zur Ansteuerung von Paca Workstations, aber auch mit einem klassischen 5-poligen DIN-MIDI-Out zur Ansteuerung externer Klangerzeuger über MIDI.
Die Paca-Workstations sowie die Kyma-Software und ihre Möglichkeiten hier zu beschreiben, würde jeden Rahmen sprengen. Kurz zusammengefasst: Sie sind ein digitaler Modulbaukasten, mit dem sich so gut wie jeder denkbare elektronische Klangerzeuger und Audioeffekt umsetzen lässt – in Echtzeit, generativ oder über MIDI und das Fingerboard angesteuert.
Die Verwendung der FireWire-Schnittstelle ermöglichte aufgrund des wesentlich höheren Datendurchsatzes eine umfangreichere und präzisere Steuerung, als es mit MIDI möglich gewesen wäre. Die Möglichkeiten entsprachen in etwa dem, was heute über MPE realisierbar ist, nur 20 (!) Jahre früher.
Das Fingerboard wird über eine Neopren-Oberfläche gespielt, auf der klassische Halbtonintervalle, wie man sie von Klaviaturen kennt, aufgedruckt sind. Über Druck auf die Neopren-Oberfläche kann in Z-Richtung moduliert werden wie bei polyphonem Aftertouch, nur viel feiner und freier. Bending in X-Richtung ist jederzeit möglich, von fein bis über ganze Oktavbereiche. In Y-Richtung kann ein weiterer Parameter moduliert werden.
Da die Oberfläche komplett eben ist, bedarf es anfangs etwas Übung, die Töne präzise zu treffen. Man kann sich dabei vom System helfen lassen, sollte aber nicht zu stark auf gerade Töne totquantisieren – denn gerade die feinen Tonhöhenabweichungen, die beim Spielen automatisch entstehen, ermöglichen eine sehr lebendige Performance.
Für mich immer noch einer der besten MIDI-Controller, obwohl dieses Modell kein MPE über MIDI senden kann. Klar, das war ja noch nicht erfunden. Die Fingerboards wurden über die Jahre weiterentwickelt und später wurde die Haken Audio Engine in die Geräte integriert. In dieser Form sind sie heute im Handel und weiterhin in Entwicklung.

Das Continuum Fingerboard der ersten Generation steuert die Symbolic Sound Paca Prozessoreinheit im Hintergrund
ROLI Seaboard Rise MK II MIDI-Controller (2009)
Die erste Generation der ROLI Seaboards erschien 2009. Hier bespreche ich das Nachfolgemodell MK II, das zwei wesentliche Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger aufweist: Es kann neben der USB-Verbindung zum Rechner auch standalone MIDI über einen MIDI-Out mit Miniklinke ausgeben und es verfügt über eine Markierung in der Mitte der Gummitasten, die hilft, die Töne exakter zu treffen.
Neben weiteren kleineren Optimierungen ist das Seaboard Rise 2 identisch mit dem Vorgängermodell. Es ist erhältlich in der Mini-Key-Variante Block sowie in den Varianten Rise 25, Rise 49 und Grand mit entsprechend erweitertem Tonumfang.
Die Spieloberfläche der Seaboards besteht aus einer flexiblen schwarzen Gummioberfläche, die auf einer Sensorfläche liegt. Es gibt keinerlei mechanische Komponenten in der Spielfläche selbst, die Spieldynamik entsteht rein durch das weich-elastische Verhalten der Gummioberfläche und den ausgeübten Druck auf die Sensorfläche darunter.
Das Seaboard erkennt dabei:
- den Anschlag (Strike),
- Aftertouch bzw. Nachdrücken (Press),
- Bewegungen rechts und links der Tastenmitte sowie zwischen den Tasten (Glide, Pitchbend-Informationen),
- vertikales Gleiten entlang der Tasten in Y-Richtung (Slide),
- und die Geschwindigkeit, mit der die Spieloberfläche losgelassen wird (Lift).
- In Verbindung mit MPE-fähigen Synthesizern wie z. B. dem speziell für die ROLI Seaboards entwickelten Equator 2 lassen sich Sounds sehr ausdrucksvoll spielen. Das genaue Intonieren und die Umsetzung der Dynamik benötigen am Anfang ein wenig Übung. Dank der haptischen Markierung der Tastenmitten geht das Spielen jedoch leichter von der Hand als beim Vorgänger.
ROLI hat aus früheren Fehlern und den daraus entstandenen finanziellen Schwierigkeiten gelernt und mit dem Seaboard Rise 2 ein grundsolides Produkt geliefert, das man nur empfehlen kann. Ob man mit der Haptik der Gummioberfläche umgehen kann, ist freilich ein individuelles Thema.
Eigenlabs Tao MIDI-Controller (2010)
Die Eigenlabs-Controller wurden 2010 in drei Darreichungsformen ausgeliefert:
- Pico: 18 Trigger in zwei Reihen, Touchstrip, Blaswandler, direkter Anschluss über USB
- Tao: 64 Trigger in vier Reihen, großer Touchstrip hinten, Anschluss über Converter-Box
- Alpha: 120 Trigger in fünf Reihen, großer Touchstrip hinten, Anschluss über Converter-Box
Der eigentliche Clou der Instrumente waren und sind die Trigger-Buttons: extrem sensible, anschlagsdynamische Buttons, die schon bei leichtester Berührung triggern, aber durchaus auch hart angeschlagen werden können. Da die Buttons eine Wölbung nach innen aufweisen, liegen die Finger sehr sicher darauf. Intonationsprobleme wie beim Fingerboard oder dem noch folgenden ROLI Seaboard gibt es hier nicht.
Mit dem reinen Triggern ist es jedoch nicht getan: Die Buttons sind nicht starr, sondern lassen sich in X- und Y-Richtung bewegen. So kann jeder gehaltene Ton entlang der X-Achse separat gepitcht und moduliert werden, entlang der Y-Achse lässt sich ein weiterer Parameter steuern.
Die Lernkurve für das reine Spielen ist bei den Eigenlabs-Controllern sehr flach. Leider aber hat sich Eigenlabs bei der Software – bei mir betrieben unter Windows – selbst ausgedribbelt. Gedacht war das Ganze als Live-Instrument, das VSTs und eine interne Library, die im Wesentlichen auf Samples basierte, abspielen kann. Die Software scannte zunächst alle VSTs auf der Platte, danach konnte man diese in das EigenD genannte Programm laden und mit dem Controller direkt ansteuern. Dabei gab es mit einigen Plug-ins leider Kompatibilitätsprobleme, die nicht alle vor der Pleite von Eigenlabs behoben wurden.
Heute, 15 Jahre später, ist das Thema noch schwieriger. Windows 8 ist das letzte offiziell unterstützte Betriebssystem für die Windows-Treiber. Unter macOS benötigte EigenD keine Treiber.
Mit einem einfachen Workaround lassen sich die Eigenlabs-Controller aber auch 2025 noch sehr gewinnbringend einsetzen: Bei mir läuft EigenD auf einem separaten alten Laptop mit Windows 10. Der Eigenlabs Tao ist über seine Breakout-Box per USB mit dem Rechner verbunden. Der letzte stabile Release von EigenD – Pro 2.0.74 – läuft problemlos. Ich setze keine Plug-ins ein, sondern habe ein Setup programmiert, das MIDI über ein angeschlossenes MIDI-Interface, in meinem Fall ein sonst nicht mehr genutztes N.I. Kore, ganz klassisch über MIDI-Out in die Studioumgebung schickt.
Eigenlabs-Controller im Jahr 2026? Funktioniert und überzeugt noch immer.
Expressive Osmose Synthesizer und MIDI-Controller (2023)
Die grundlegende Technik des Osmose stammt aus dem Vorgängerprodukt Touché, einem MIDI-Controller, den man entlang dreier Achsen bewegen konnte. 49 solcher Controller sind im Keyboard des Osmose in Form zunächst herkömmlich wirkender Klaviertasten verbaut.
Als einziger hier beschriebener Controller verfügt der Osmose auch über eine eigene Klangerzeugung in Form einer angepassten Haken Audio EaganMatrix Engine, die sich über den integrierten Farbbildschirm mithilfe von Drehreglern als Makros editieren lässt. Wer die Klangerzeugung in ihrer Tiefe bearbeiten möchte, kann dies über den EaganMatrix Editor mittels eines angeschlossenen Computers tun.
Der Osmose lässt sich großartig spielen und dank USB-Verbindung kann man auch MPE-fähige Plug-ins und Instrumente damit ansteuern. Das Gehäuse ist robust, besteht jedoch, im Gegensatz zu den Aluminiumgehäusen des Eigenlabs Tao und des ROLI Seaboard, aus Kunststoff. Die Tasten ragen konstruktionsbedingt über die Bedienoberfläche hinaus und haben deutliche Spaltmaße untereinander. Inwiefern dort eindringender Staub langfristig zum Problem wird, wird sich zeigen.
Die Knöpfe um das Display haben ein leichtes Spiel, auch hier regiert Plastik. Die Plexiglasscheibe über dem Display zerkratzt leider sehr leicht. Die Hardware ist insgesamt betrachtet durchaus professionell, sollte aber unbedingt in einem Case transportiert werden.
Ich persönlich spiele den Osmose leidenschaftlich gern, die Spielweise muss man sich allerdings auch hier aneignen. Jedes Patch ist ein eigenes Instrument in sich und will erfühlt und erlernt werden.
Die Firmware ist nach wie vor in Entwicklung, ebenso wie die EaganMatrix-Klangerzeugung selbst. Wer sich für die EaganMatrix als Klangerzeugung generell interessiert, für den ist der Osmose aufgrund der Makrosteuerung der niederschwelligste Einstieg, den ich kenne.

Expressive Osmose: hoch über die Gehäuseoberfläche ragende Tasten, kratzempfindliche Display-Oberfläche, grandioses Spielerlebnis
Embodme Erae 2 MIDI-Controller und Looper (2025)
Da ich einen Erae 1-Controller im Studio habe, wurde mir der Nachfolger Erae 2 als Vergleichsobjekt zugeschickt. Der Erae ist ein MPE-Controller, der über eine Silikon-Touch-Oberfläche anschlagsdynamisch gespielt wird, die auch Nachdrücken (Aftertouch) ermöglicht und durch eine LED-Matrix hinterleuchtet ist.
Der Clou ist hier, dass sich die LED-Matrix über eine Software konfigurieren lässt, mit der man sich maßgeschneiderte Controller-Oberflächen aus Tasten, Pads und Reglern bauen kann. Ein wenig erinnert das an den legendären JazzMutant Lemur-Controller, nur dass die LED-Matrix des Erae deutlich gröber aufgelöst ist als der Touchscreen des Lemur.
Die Silikonoberfläche des Erae 2 lässt sich sehr weich und sensitiv spielen, verträgt aber auch intensive Performances. Das optische Feedback der LEDs ist dabei großartig in Szene gesetzt und prädestiniert für Live-Performances. Im Vergleich zum Vorgänger lässt sich der Erae 2 sensitiver spielen.
Der Erae MK1 ist in einem robusten Gehäuse verbaut und hat keine mechanischen Bedienelemente. Das Plastikgehäuse des Erae 2 wirkt dagegen filigraner. Die Bedienung des Erae 2 ist dank des zusätzlichen kleinen Farb-Displays samt Encodern flüssiger. Auch die Konnektivität ist mit 24 CV-Anschlüssen deutlich besser, zudem wurde ein achtspuriger Looper integriert.
Der Erae kann mit zwei verschiedenen Skins bezogen werden. Das weichere, transparentere Skin ist im Werksauslieferungszustand dabei. Ergänzend kann ein robusterer, lasergeätzter Skin aufgezogen werden, der weniger lichtdurchlässig ist, dafür aber mehr Grip bietet und für schweißtreibende Live-Performances besser geeignet ist. Dieser Skin ist von der Haptik her dem Skin meines Erae 1 Controllers ähnlicher.
Wer auf den Looper und die CV-Ausgänge verzichten kann, ist mit dem Erae 1 Controller nach wie vor gerade im Livebetrieb sehr gut bedient.
In jedem Fall ist der Embodme Erae, egal ob MK1 oder MK2, ein sehr empfehlenswerter MPE-Controller für Studio und Live. Durch seine LED-Matrix mit visuellem Feedback und die Möglichkeit, sich eigene Oberflächen zu bauen, ist er der flexibelste Controller unter den hier beschriebenen Geräten.
Video
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Zusammenfassung
Es ist erstaunlich, welch großartige Instrumente und Controller die Kreativität und Genialität von Technikern und Musikern hervorgebracht haben – von den Anfängen mit dem Theremin oder Trautonium bis heute.
Charlie Lab Digitar und der Dynacord Rhythm Stick sind dabei sicher nur Randerscheinungen, die aber zu ihrer Zeit ihre Berechtigung hatten und auch heute noch Spaß machen können.
Dass unscheinbare, aber grundsolide Produkte aus dieser Ära bis heute gebaut werden können, hat die Zendrum bewiesen: Sie vereint einfache Technik, gute Spielbarkeit und absolute Road-Tauglichkeit.
Je mehr Entwicklungsaufwand und je komplexer die Technik und vor allem die Software dahinter, desto schwieriger die Erhaltung der Systeme. Hier gibt es nachhaltige Produkte wie die Symbolic Sound Kyma/Paca-Workstations, die Continuum Fingerboards und die Haken Audio EaganMatrix, die von ihren Anfängen in den späten 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute fortgeführt werden, inklusive regelmäßiger Software-Updates. Die Kyma-Software ist weiterhin erhältlich, die Workstations wurden erst kürzlich mit einer neuen Prozessorgeneration neu aufgelegt, die EaganMatrix-Klangerzeugung wurde in die Continuum Fingerboards integriert und hat mit dem Osmose eine weitere, niederschwelligere Heimat gefunden. Ein Paket mit Zukunft.
Auch wenn die Software-Entwicklung längst eingestellt ist, lassen sich Controller mit großartigen Spieleigenschaften wie etwa die Eigenlabs Alpha oder Tao mit ein paar Workarounds auch heute noch mehr als gewinnbringend einsetzen.
Wie auch immer: Das subjektive Spielgefühl ist das ausschlaggebende Entscheidungskriterium. Hersteller wie Embodme, ROLI oder Linn setzen auf druckempfindliche Gummi- oder Silikonoberflächen, die auf Sensorplatten liegen oder über diese gespannt werden. Bei Embodme ist die Oberfläche glatt, bei Linn ist eine fühlbare Teilung vorhanden. Die Oberfläche des ROLI ist weicher, „wobbly“, da sie die Erhabenheit einer Tastatur mit starken Rundungen abbildet, damit findet sich nicht jeder zurecht. Auch mit dem tiefen, weichen Aftertouch und dem seitlichen Spiel der Tasten eines Osmose kommt nicht jeder klar. Ebenso ist es anfangs schwierig, sich auf der glatten Neoprenoberfläche eines Haken Continuum Fingerboards zu orientieren.
Für all diese Controller gilt: Man muss sie wie klassische Instrumente spielen lernen und üben. Die heute üblichen 30 Tage Rückgaberecht sollten aber in jedem Fall ausreichen, um herauszufinden, ob man mit dem oder den gewählten Controllern weiterarbeiten möchte.
Dann beginnt die Reise und man betritt musikalische Welten, die mit einem herkömmlichen Masterkeyboard unerreichbar geblieben wären.






























Auf so einen Artikel habe ich gewartet, vielen Dank!
Am Ende denke ich mir immer, die Gitarre ist deswegen so erfolgreich.
@Kazimoto Gilt genauso für ein Saxofon oder ein Akkordeon und fast jedes akustische Instrument. Irgendwann wurde uns halt eine Tastatur wie von einem Piano als Eingabeinstrument hingestellt. Und wir haben die Grenzen dieser Eingabemethode ausgelotet und festgestellt, da ist noch Luft nach oben.
Schöner Artikel, toneup. Etwas, das mich immer schon interessiert. Bei mir sind es im Endeffekt zwei ROLI Blocks geworden. Seaboard und Lightpad. Aber schon bei diesen beiden gibt es stark unterschiedliche Ergebnisse, einfach nur, weil der Input anders ist. Die gleiche Linie klingt im Ergebnis anders. Beides hat Vor-/Nachteile. Ich weiss, das lässt sich anpassen, das macht mir allerdings gar keinen Spaß.
Diese Entscheidung ist natürlich im Preis begründet. Preise wie der vom Haken ist sowas von over the top, da könnte auch 86.944€ stehen. Da brauche ich schon einen Geldscheisser oder meine Risikofreudigkeit muss in einem Bereich jenseits von gut und böse sein. Osmose habe ich mal probiert, die kurze Zeit erlaubt eigentlich kein faires Urteil, aber mir hat es sofort nicht gefallen. Da spiele ich viel lieber Gummiwülste.
@Tai Das ist ja das schöne an der Vielfalt die uns heute zur Verfügung steht. Bei mir ist es eher umgekehrt. Je länger ich das Seaboard gespielt habe, desto weniger habe ich es gemocht, der Ausdruck des Osmose hat mir da eher zugesagt, wei da haptisch mehr Widerstand da ist. Für ganz feines Dosieren ist hingegen der Erae 2 meine Wahl, abgesehen von der Möglichkeit sich die Spieloberfläche frei zu definieren. Was meiner Erfahrung nach absolut zutrifft, ist das jeder Controller zu anderen Ergebnissen führt oder nicht jeder Controller zu jedem Instrument oder Plugin passt.
@toneup „Für ganz feines Dosieren ist hingegen der Erae 2 meine Wahl”
Das hat mich natürlich auch sofort angesprungen. Aber wenn ich es mir ansehe, gerade mit dem abgebildeten Layout, denke ich als erstes, da ist irgendwie wenig drauf für ein so grosses Tablet. Vor allem das virtuelle Keyboard brauch unsinnig viel Platz. Da werde ich mit einem Tasender in der Hand doch sehr zurückhaltend
@Tai Das Keyboard Layout ist da auch nicht meine erste Wahl, man kann den Erae aber wie ein Linnstrument layouten und da auch auf Skalen eingrenzen. In so einem Layout spiele ich auch im Video.
@toneup , ich hab mittlerweile 2 Erae2. Einen für die Tasten und einen als Drum-Controller mit dem Drum-Fabric. Was ich am Erae so genial finde ist die Flexibilität und das ich in einem Layout sowohl MIDI als auch CVs habe. Und ich kann halt mit Skalen und Grundton sehr flexibel spielen. Was ich jetzt noch gerne hätte, wäre das man den internen Looper pimpt und auch eine Oberfläche und Funktion spendiert. Vielleicht als Stepsequenzer mit 16 Steps a la Antonus Stepbrother. Für modulare Systeme ist der Erae2 für mich das non plus ultra. Selbst ein BARP2600 gewinnt.
Eigentlich habe ich den Artikel angeklickt wegen dem Frontbild, derweil ist das bei genauerer Betrachtung ein KI generiertes Bild. – Sowas aber auch. :o Bei dem Bild steht MIDI 3.0. Dies wird aber vermutlich erst in gefüllt 40 Jahren erscheinen bzw. wird das typische 5Pol-MIDI meiner Ansicht nach abgelöst durch USB bzw. genauer gesagt USB C. Aber was ist aus MIDI 2.0 geworden? Es gibt Geräte die inzwischen MIDI 2.0 haben, aber das Thema als solches ist wieder in der Versenkung verschwunden. Entweder es liegt daran das es keinen interessiert oder es es wird standardmäßig verwendet. Unabhängig davon sind feinfühlige Controller überhaupt nicht mein Feld. Ganz in Gegenteil. Selbst bei meinem Midikeyboard habe ich die Velocity abgeschaltet. Ist vermutlich meinen favorisierten Genres geschuldet und natürlich auch Geschmackssache. Dynamische Spielereien mache ich dann feinfühlig mir der Maus. Daher: Ein Continuum käme mir weder geldtechnisch noch spielerisch ins Haus. Trotzdem feiere ich natürlich solche Innovationen und so ein Roli Seaboard hätte ich dennoch gerne mal angetestet. Vielleicht wird es Liebe auf den ersten Blick… wer weiß das schon!
@Filterpad 👍Yes…
@Filterpad Ja, das ist ein KI-Bild, das ich absichtlich so habe generieren lassen. Die KI sollte ein Bild erstellen, wie sie sich einen MIDI Controller in Zukunft vorstellt. Das ist das Ergebnis inkl. MIDI 3.0.
@Markus Galla Schon ein ziemlicher Clickbait ;)
Mir ging es ähnlich wie Filterpad und ich war total verwundert, dass jetzt schon 3.0 in den Startlöchern steht. Daher erfolgte sogleich der Klick. Insgesamt bin ich kein großer Freund der KI-Bilder hier (und auch sonst überall). Aber das lässt sich wohl nicht mehr wegdenken.
@Basicnoise Hat ja dann funktioniert.
Es ist nicht alles KI. Und irgendwie wieder doch, denn Photoshop nutzt heutzutage auch für viele Operationen KI. Man entfernt Teile eines Bildes, generiert neue, erweitert Bilder, stellt per KI frei, lässt Ebenen per KI aufeinander abstimmen und vieles mehr. Ich weiß nicht, ob sich die Zeit wieder zurückdrehen lässt.
@Markus Galla Ja, das ist aber doch auch in Ordnung. Ist ja keine Glaubensfrage. Erleichtert eine Werkzeug meine Arbeit, nehme ich es. Ist es nur ein Poser, weg damit.
@Markus Galla Das ist mir schon auch klar. Ich nutze es zB innerhalb von Adobe ja auch als Werkzeug. Ich meine damit hauptsächlich komplett generierte Bilder. Aber ich denke mal, dass das eben nun so ist und immer mehr sein wird. Muss man sich mit abfinden. Und wenn man an den Stellen vorher „Stock“ Material genutzt hat macht es das ja nur genauer. Dennoch – ein Teil von mir sträubt sich einfach :)
@Filterpad „ […] Unabhängig davon sind feinfühlige Controller überhaupt nicht mein Feld. Ganz in Gegenteil. Selbst bei meinem Midikeyboard habe ich die Velocity abgeschaltet. […] ”
😎 Da fällt mir spontan der gute alte Cassettenrecorder ein. Maximal fünf Tasten, garantiert ohne Velocity. Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.🎹🎸💀
„ […] Dynamische Spielereien mache ich dann feinfühlig mir der Maus. […] ”
Eine Maus 🐭 ist feinfühlig ?????
@herw Eine Maus 🐭 ist feinfühlig ?????
ja, da darfst du nicht drauf hauen, geht kaputt/ Tod.
@herw Bei meiner Automation ist sie feinfühlig.😁
@herw Logo. Aber noch besser: Computertastatur. Auf jeden Fall feinsinniger als dieser altmodische Klaviatur-Quatsch. Viel zu unpräzise! 😁
Toller Bericht. Sehr interessant.
Schade, dass diese Teile oft so maßlos teuer sind, was sicherlich auch an der geringen Nachfrage liegen dürfte. Gerade der Osmose klingt jetzt nicht nach „Hochwertigen Komponenten“.
Ich habe bei solchen Geräten nur Angst, dass sie hinterher bei mir ungenutzt herumliegen, weil die Gewöhnung zu lange dauert oder am Ende nur „Spielerei“ ist.
In den Produktvideos sind die immer perfekt gespielt..
Ich hatte mal eine Vorführung von „The Pipe“ (Soma Lab.) auf der Superbooth gesehen, das war zwar kurz ganz interessant und witzig, aber auf Lange Sicht auch recht langweilig.. Auch wenn es finanziell „noch tragbar“ wäre.
Diese Blasinstrumente sind ja auch immer schwierig um sie mal eben auszuprobieren :)
@Andreas Evolution UC-Series oder Novation Zero
kann man ruhig mind. 10 Stück haben🙂
Behringer Control kenne ich leider nicht, aber ähnlich so, gut sein soll.
freundlicher lieber Gruß und einen schönen Tag🙂
@Viertelnote Kenne ich nicht, aber sehen aus wie normale DAW-Controller? Dafür habe ich einen Faderport 16.
Sowas ist ja auch „standard“. Ich meinte ja Eingabegeräte, die mal eine neue Spielweise offenbaren.
@Andreas sorry … hab das falsch aufgefaßt, sind natürlich Standartcontroller.
Du meintes neues in Ausdrucksform.
@Andreas The Pipe kann sehr ungewöhnliche Ergebnisse liefern und ist wie vieles von Soma innovativ und außergewöhnlich, man muß sich wie ebenfalls bei vielem von Soma aber ausführlich damit auseinander setzen. Aber man muß da ja keine Grifftechnik uns Skalen lernen, das ganze basiert ja auf einem Kontaktmikrophon.
Schöner Artikel.
Zum Eigenlabs Hinweis: Ja, Treiber und Software wirken inzwischen deutlich überaltert.
Ich habe die genannte Eigenharp Pico und betreibe diese schon länger insbesondere live unter Windows 11.
Da ich Windows für minimale Latenzen kürzlich noch einmal frisch installiert habe, kann ich bestätigen, daß ich außer der obligatorischen Legacy-Treiberwarnung keine Probleme hatte.
Allerdings nutze ich die von Eigenlabs gelieferten (angestaubten) Sw-Klangerzeuger und Looper nicht, sondern nutze die Pico tatsächlich als reinen chromatischen Blaswandler-MIDI-Controller mit anderen VST (zumeist „Respiro“ im „Cantabile“ VST Host), sowie meinem guten alten Yamaha VL1-m Solo Synth (ein absolutes Traumpaar). Dazu nutze ich ein virtuelles MIDI Interface (in meinem Fall LoopBe), um seine MIDI Daten nach Cantabile (und von dort zum VL1-m) zu leiten.
Die Grund-Konfiguration ist natürlich reichlich komplex, z.B. ist es gar nicht so trivial, den korrekten MIDI Out auszuwählen, weil die Konfigurator-GUIs etwas „eigen-„willig gestaltet sind, und auch die reichhaltigen Mapping Funktionen erst einmal mit dem Klangziel abgestimmt werden müssen.
Dafür habe ich aber einen wirklich intuitiv spielbaren Blaswandler mit überragender Modulations-Kontrolle, den ich nicht mehr hergeben will.
Heute abend in der Gospelband-Probe ist der nächste praktische Einsatz ;-)
@Metaphistopheles „Eigen“ willig beschreibt die Eigenlabs Software sehr gut, es ist leider wirklich ein rumgebastel, bis man es schafft midi aus der Eigenlabs Software rauszubekommen, aber wenn es läuft dann läuft es. Die größeren Eigenharps haben noch einen zusätzlichen Controller, der dann über usb am Rechner hängt, während der Pico direkt über usb am rechner hängt. VL1-m ist natürlich ganz toll. Wie findest du die Eigenlabs-Taster? Ich finde es schade, das niemand diese Idee wieder aufgegriffen hat oder diese Taster lizensiert und einen neuen Controller damit baut. Eigenlabs haben das leider mit ihrer zu akademischen Software verhaut. Damit war die Masse der Musiker nicht zu erreichen. Gilt im übrigen auch für die Eaganmatrix.
@toneup Na klar, die Taster sind absolut genial.
Mein Controller Mapping auf den Tasten ist – z.B. bei Saxophon:
+ Growl mit Aftertouch – völlig intuitiv um dem Sound Nachdruck zu verleihen
+ Seitwärts kippen: Vibratosimulation – muß man auch nicht für nachdenken
+ Längs kipppen: Pitchbend – zumeist +- 1/2 Ton – was würde mehr Sinn machen?
und halt Breath für die Dynamik und rhythmische Artikulation.
Durch die genialen Buttons läßt sich alles sehr präzise und gezielt steuern, alles ist sehr schön sensibel ohne ein ungewolltes EIgenleben zu entwickeln.
Dadurch ging auch das Erlernen sehr schnell. Folgende Demo hatte ich damals, als ich die Pico neu hatte, für meine Band eingespielt – mit der schönen VL1-Shakuhachi :-) :
https://youtu.be/ueAaIGR9KGE
Das Sw Design schoß ja an vielen Stellen weit über’s Ziel hinaus: Die Entwickler hatten ja sogar eine Art musikalische Programmier-Logik erfunden – man sollte bestimme Melodiefolgen lernen, um so ziemlich alle Settings ohne Blick auf den Laptop abändern zu können. Extrem innovativ – aber halt auch extrem aufwendig zu erlernen – und m.E. auch unnötig, weil man mit der Maus eben doch schneller einen Knopf oder Regler schieben kann, ohne daß man dem Gerät die Kommandos vorzwitschern muß…. Daran litt dann wohl die Haptik der GUI, weil wohl zuviel Aufwand ins Innovative floß…. Naja, kennt man heute von Tesla&Co :-D
@Metaphistopheles Ja, eben viel zu verkopft und zu kompliziert und deswegen am Musiker der kein Programmierer sein will vorbei, was sehr schade ist, weil die Hardware wirklich großartig und extrem feinfühlig ist. Sehr cooles Video!
Als Keyboarder kommen für mich nur Controller in Frage, bei denen man etwas wie Tasten fühlen kann. Also Osmose und Seaboard. Das es den Osmose immer noch nicht als Controller gibt, besitze ich zwei Seaboard Block und ein Seaboard M, die ich miteinander verbunden habe. 72 Tasten reichen für das Allermeiste aus.
hm … Keys als Controller reicht mir so nicht. Habe nicht nur Hände und Füße.
Mir fehlt da, so ich meine, ein wichtiger Teil.
@Viertelnote Hm, ok, also
– ein Mikrofon, das statt Vocoder-Funktion die Stimme in MIDI Controller-Events übersetzt?
– oder eine KI Kamera die Tanzbewegungen in Echtzeit in Klang übersetzt?
– eine Turnmatte als riesiger 3D Ribbon-Controller?
– ein Bällchenbad, das die Position bunter Bällchen in Töne wandelt?
– Touch-Sensitive Kleidung?
– Scent&Taste Wandler, um Koch-Performances hörbar zu machen?
ich experimentiere gerne da. Okay…Music / Midi events meinst Du.
Mir geht es aber mehr um visuelle Effecte.
Mit Licht geht da einiges, aber 3D Turnmatte kenn ich noch nicht🙂 gefährlich solls aber, meine Überzeugung, nicht sein.
Danke für Inspiration von Dir
lg🙂
@Viertelnote Vielleicht sowas? ;-)
https://www.youtube.com/shorts/zehd2pEYKa8
Hinweis: Ist auch nur eine Quick&Dirty Demo.
Mein Experiment, die MIDI Controls der Eigenharp nach DMX zu wandeln und in Licht&Bewegung zweier Moving-Washer zu übersetzen:
Breath: Leuchtstärke (die Washer hatten leider einen etwas „abrupten“ Dimmer)
Taste horizintal kippen: Pan-Bewegung
Taste vertikal kippen: Tilt-Bewegung.
Habe ich auf diese Art so nie live eingesetzt, aher nur daß Soundwechsel auch die Lichtszene wechseln oder das Abfeuern einzelner Samples einen Lichteffekt auslöst.
@Metaphistopheles jetzt wirds criminal und hochinteressant:-)
Okay..meine Zunge kann auch als Lichtschranke / Unterbrecher functionieren.
Das geht, hab ich getestet.
Gib mir jetzt noch was für Blizzards / Blitz auslösen, und, so bin ich fest überzeugt,
meine nächste Choreography steht so fix:-)
@Viertelnote Was genau schwebt Dir denn vor?
Etwas wie die Laser-Harp von Jean Michel Jarre, wo Du Bunte Beams unterbrichst und damit die Performance steuerst?
Musik und DMX so zu kombinieren, daß mit MIDI Gadgets ausgelöste Events eine Einheit von Sound & Light live erzeugen?
Entwicklung von Haste-Nicht-Gesehen-MIDI-Gadgets, die sich in eine bewegte Bühnenperformance einbinden lassen?
@Metaphistopheles Danke das ich offen reden darf zu Dir
und es macht mir auch nichts aus🙂
Ich es so sagen möchte, das ganze in 3 Teilen, so ich das empfinde und es auch ist,
mein persönliches Universum ist Music – Communication ohne Worte – Liebe – Man kann so sagen Urkräfte für meine Singularität Menschsein.
Okay…
grundsätzlich arbeite ich mit meiner Lebensgefährtin zusammen, nur
Ihr vetraue ich und sie kennt das ganze so auch, Soloperformance geht da schlecht.
Music – Mein Lieblingssong: Zsa Zsa – your love will take me higher
perfomen wir gemeinsam durch das tanzen – getestet kommt an,
kann jeder und reicht mir so nicht.
Music – Keys hat sie besser im Griff so man sagt, ich komme von der Gitarre
aber Harmonie durch pads kann man live – naja, ich es so sagen
muß, kann jeder reicht mir so nicht
Communication: der schwierigste Part, da ich ohne Worte viel sagen möchte, also nur Augen,kontact und Bewegung.
Ich bin mit Kampfsport aufgewachsen und da machen wir einen Kunstkampf erst in slow motion dann so schnell wir können dann wir fahren zurück auf moderates Tempo – dann soll es einen Megaknall mit Blitz geben. Aus dem Dunkeln steigt ein brennendes Herz und wir umarmen uns. Ich möchte gerne damit sagen im leben der liebe Gefühle
es ruhig sein kann stürmisch man kämpft und dann siegt die Liebe liebe so braucht kein wort man muss diese nur offen zeigen.
mein Gott, okay Teil2 ich habe so sagt man dich zugetextet:-)
Final soll dann sein, egal wer das im Publicum ist, ich sie/ er einfach umarme um zu zeigen
das man vor Fremden keine Angst haben muss.
Ich denke Music – Licht – Tanzen – Sport kann man verbinden.
Kann alles ohne Zusammenhang Junk sein, okay dann werf ich das weg
Kann auch einfach nur Bullshit sein:-( was ich da so denke.
In Teilen habe ich das schon gemacht aber das Mißverständis ist zu groß. Weißt Du, ich möchte viel ausdrücken:-)
Und das ist meine Angst und Bedenken, daß man so mich in eine Schublade gibt wo ich nicht
hingehören möchte.
Sollte PM werden … auch egal nun:)
@Viertelnote Ich denke, das sollte ja genau die Funktion eines fachlichen Forums wie Amazona sein, daß man die Erfahrungswerte verschiedener kreativer Menschen nutzbar macht, um Lösungsansätze zu diskutieren und Lösungsalternativen vorzuschlagen.
Deine Schilderung klingt sehr vielversprechend und macht neugierig, eine solche Performance live mitzuerleben. Ich denke der Erfolg von Künstlerinnen wie Tori Amos oder Hiromi beruhte auf ihrere Fähigkeit, ihre eigenen Emotionen live auf vielfältige Weise spontan auszudrücken, und dies mitzuerleben war das besondere bei den Konzerten. Kate Busch ist für mich das Paradebeispiel für die Verbindung mit Tanz.
Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest Du aus diesem Blickwinkel Deine künstlerische Spontanität mit entsprechenden Bühneneffekten bis hin zu Pyro unterschtreichen.
Hier sehe ich erst einmal zwei Felder, für welche eine ganzbare Schnittmenge gefunden werden muß:
a) Technische Komplexität braucht sehr exakte Planung und Koordination bei der Ausführung
b) Eine emotionale Live Performance mit vielen spontanen Elementen muß die KünstlerIn möglichst von a) entlasten.
Daher wäre es interessant, wie Du und Deine Partnerin diese Aufgaben aufteilt. Dementsprechend sollte die Lösung für die Showtechnik zu dieser Aufteilung passen – oder falls Ihr beide eher b) braucht, an eine dritte Person (Bühnentechniker) ausgelagert werden, der Eure Performance „lesen“ kann und b) passend umsetzt.
@Metaphistopheles Bei meinen beiden Hauptbands bin quasi ich diese technische Schnittstelle aus a) und b), da ich während der Performance an Keyboard und Gitarre eben auch den bandeigenen DMX-Zirkus steuere.
Ich erreiche diesen Kompromiß durch weitgehende Automation, die auf vier Kernelementen fußt:
1. Alles wird im PC zusammengeführt, wo mehrere verschiedene Softwares zusammen wirken
2. Mein Helix LT Floorboard übernimmt neben dem Gitarrensound die Funktionen MIDI Foot Controller (Footswitches & Expression-Pedal), VST-Audio-Interface, MIDI Schnittstelle, Violine-Vorverstärker, InEar Mixer – quasi all-in-one
3. Die VST Host Sw „Cantabile“ übernimmt auch das Routing von Audio- und MIDI-Signalen. Dabei „übersetzt“ sie u.a. die Foot-Controls auch in Kommandos für die …
4. DMX Sw (QLC+). Hier sind ist für jeden Song 1 – 4 Lichtszenen mit BPM Taktung und ggf. Spezialeffekten vorprogrammiert, die auch durch MIDI Signale z.B. von Samples oder Soundwechseln z.B. die Vertikalnebler abfeuern können.
Klingt komplex, ist es auch. und es erfordert viele Stunden Planung, Tests mit dem komplett aufgebauten Equipment, sauberer Aufbauplanung – um ausreichende Zuverlässigkeit zu erzielen.
@Metaphistopheles Im Ergbebnis ist dann aber live die Lichtsteuerung für mich kaum noch eine zusätzliche Belastung: Da für jeden Song ein Patch in den Helix/Cantabile Playlisten steht, und ich im Helix pro Song sowieso mehrere Sound-Szenen per Fußschalter umschalte (Intro – Strophe – Refrain – Bridge), ändert jeder Song / Soundszenen-Wechsel damit eben auch die Lichtszene.
Die einzige Zusatzaufgabe, auf die ich noch achten muß, ist am Ende des Songs das Licht wieder auf „dunklere Grundstimmung“ zurückzu“treten“.
Ggf, habt Ihr aber auch schon ein entsprechendes Setup, welches ihr in eine solche Richtung erweitern könntet. Wobei meine Lösung halt auch sehr speziell ist, einen entsprechenden Nerd-Faktor hat und nicht für jeden eine passende Lösung sein dürfte.
Zum Themo „Pyro“ sollte man sicherlich entsprechende Profis einbinden. Wir haben zwar in einer Band auch zwei „Laien-zugelassene“ Vertikalflammen, die aber bisher kaum in realen Konzerten eingesetzt werden konnten.
Ich könnte mir vorstellen, das Gas-basierte Pyro sich am am präzisesten starten und stoppen läßt, aber eben auch Verpuffungsgefahr hat, wärend Gel-basiertes Feuer sich nicht mal eben von selbst löscht. Aber ggf. gibt es hier ja noch Experten dazu?
@Metaphistopheles
Vielen Dank das Du Dir Zeit genommen hast!
Ich habe mir mehrmals durchgelesen und Du hast Recht, da es nur geht
wenn man Controlle abgibt. Ich gebe gern Controlle ab, weil ich ja Verantwortung trage
So gesagt das Wohlbefinden aller beteiligt sind ist am wichtigsten.
Pyrotechnic kann ich nicht controllieren das ist mir zu gefährlich und Preis und Risico viel
zu hoch. Aber es gibt da Experten.
Licht: Nun, so ich habe nur experientiert mit different – verschieden Edelsteinen Feinschliff oder Grob
auch Hohlspiegel, btw. Zeiss Optic das geht gut, kann man zwischen Zähne nehmen und mit der Zunge drehen. 2 Personen schwierig aber geht auch.
Ich sehe meine Partnerin selten, beheimatet ist sie in Israel, wo ich auch herkomme. Okay Skype.
Rest würde ich gerne wenn Du mir Erlaubnis gibts via PM sagen. Öffentlich ist nicht immer gut.
Danke!🙂
@Viertelnote Gern, PM ist auf dem Weg zu Dir!