MODMATRIX #1 – Basiswissen für Eurorack-Synthesizer

20. September 2017

Premiere unseres Eurorack-Magazins


Trari trara, die Modmatrix ist da!

Willkommen zur Modmatrix, dem Modular-Magazin auf AMAZONA.de. In regelmäßigen Abständen werden hier Module, Techniken und Basiswissen für Eurorack-Synthesizer vorgestellt, die einem den Einstieg in die Modularwelt erleichtern sollen. Es stehen zudem Themen auf der Liste, wie algorithmisches Sequencing (aka Noodling), dem man immer mal wieder ein kleines Kapitel widmen kann. Auch wird es Testberichte geben, die dann Teil der Ausgabe sind. Dabei soll der Einsteiger, genau so wie der Fortgeschrittene angesprochen werden. In den ersten Folgen wird es dabei hauptsächlich um das „Modmatrix-Rack“ gehen. Dieses – so darf schon verraten werden – wird auf AMAZONA.de in einer Gewinnaktion zu ergattern sein.

Modmatrix Rack I

Hello world!

Die Welt der modularen Synthese. Wer sie einmal betritt und daran Gefallen findet, kommt aus der Nummer nicht so schnell wieder raus. Zu verführerisch sind die gebotenen Möglichkeiten, Sounds, die über die gängige subtraktive Synthese weit hinausgehen, zu erschaffen. Das bedeutet aber auch – Modular ist nicht für jedermann. Wer einfach Brot und Butter will, holt sich (und jetzt muss ich mich ganz schnell wegducken) eine riesige Sample-Library mit allen Synthesizern, die es je gab. Na ja, oder halt eines der unzähligen Software-Plug-ins. Ach ja, fast vergaß ich die Dingens, äh, ja die Hardware-Synthesizer.

Modular heißt in erster Linie, dass den potentiellen Klängen kaum Grenzen gesetzt sind. Tatsächlich, so habe ich das bei mir beobachtet, ist die Grenze meist im eigenem Kopf. Denn was man sich nicht vorstellen kann, kann auch nicht patchen. Doch halt. Natürlich kann man einfach wild darauf lospatchen und erwischt dann irgendwann einen Sound, den man sich so nicht hätte ausdenken können. Dabei ist die Grundvoraussetzung lediglich, dass man zwischen Ein- und Ausgängen unterscheiden kann. Synthese allerdings zu verstehen, bedeutet für mich: Ich habe einen Sound im Kopf, den ich nicht mit Brot und Butter realisieren kann und bin in der Lage, ihn zu analysieren und daraufhin dann zu patchen – der schwarze Gurt im Patchen sozusagen. Aber auch das ist wahr, gerade das Experimentieren macht einen Heidenspaß.

Vorsicht – extreme Suchtgefahr inside!

Wer ein modulares System aufbauen will, muss sich zwangsläufig Gedanken über den Einsatzzweck und damit die Bestückung machen. Möchte man einen kompletten Synthesizer haben oder soll das Eurorack als Effekteinheit dienen? Auch gibt es mittlerweile einige Sampler (z.B. 1010music bitbox). Oder möchte man eine Mischung haben, um z.B. den FM-Eingang des Oszillators mit Samples zu füttern?

In unseren BASICS vermitteln wir Grundwissen rund ums Eurorack.

Fakt ist, es gibt genügend Module, um sich alles Erdenkliche zusammenzustellen. Das Schöne (und Gefährliche) an einem Modularsystem ist ja, dass man sich die Komponenten nach und nach kaufen kann. Üblicherweise wird man sich zunächst einen Grundstock zulegen, der bei Bedarf erweitert werden kann. Das kann auch ein komplettes Synthesizermodul sein, wie es z.B. Studio Electronics mit den Tonestars anbietet. Meist sind diese sogar günstiger als entsprechende Einzelmodule – haben aber die Einschränkung, dass sie häufig vorverdrahtet, sprich semimodular sind. Damit wird man natürlich einiger Patch-Optionen und somit Klangmöglichkeiten beraubt.

Satte Packung – die Komponenten des Modmatrix Racks I

Entscheidend ist die Ansteuerung des Systems. Diese hängt ganz davon ab, was man schon im Studio stehen hat. Besitzt man schon einen Sequencer mit CV/Gate-Ausgängen, wird man diesen benutzen. Hat man keinen Sequencer, so gibt es eine ganze Reihe von Sequencern fürs Rack mit unterschiedlichen Ausstattungen und in verschiednen Preislagen. Will man das System aber direkt von einer DAW aus steuern, kommt man nicht um ein MIDI-to-CV-Interface herum. Diese gibt es auch für das Rack, sodass eine komplette Einheit entsteht, die sich wie jeder MIDI-Synthesizer steuern lässt.

Eine letzte Option zur direkten Steuerungen bietet das SilentWay Plug-in-Bundle von Expert Sleepers. Dieses erzeugt die Steuerspannungen und gibt diese dann an einem gleichstromgekoppelten Ausgang (wie z.B. die Motu-Interfaces) aus. Hat man ein „einfaches“ Audiointerface, das lediglich Wechselspannungen ausgeben kann, muss man hinter den Audioausgang einen Gleichrichter schalten, bestehend aus zwei Dioden und zwei Kondensatoren. Diese machen aus der Wechselspannung eine der Wechselspannungsamplitude proportionale Gleichspannung, die dann in die CV-Eingänge der einzelnen Module gepatcht werden können.

Zusammenstellung

Kommen wir nun zum Setup des Modmatrix-Racks. Die Vorgaben waren hier, bestimmte vorhandene Module einzubauen und eine direkte Steuerung über die DAW zu ermöglichen. Dazu noch, dass alle anderen Module von Doepfer sind.

Die vorhandenen Module stammen alle von Rossum Electro Music (REM) und wurden bis auf Satellite bereits alle auf AMAZONA.de getestet. Als da wären:

Für die Steuerung über die DAW wurden dann zwei unterschiedliche MIDI-to-CV-Interfaces von Doepfer ausgewählt.

Control Forge und Satellite sind universelle CV-Generatoren. Was soll das eigentlich sein? Man kann sich das so vorstellen, dass mit diesen Modulen die Funktion aller erdenklichen zyklischen und azyklischen CV-Erzeuger erreicht werden kann. Sprich: LFO, Hüllkurven, Sequencer. Der Clou dabei ist, dass man acht Segmente mit unterschiedlicher CV-Spannung und Länge einstellen kann, wobei man mit zwei Segmenten schon einen einfachen LFO oder eine Hüllkurve realisieren kann. Ganz wichtig sind dabei die maximalen und minimalen Längen der einzelnen Segmente, sie reichen von 9999 Sekunden bis zu 0,1 ms. Es lassen sich dadurch auch CV-Verläufe bis weit in den Audiobereich hin realisieren, denn 0,1 ms entspricht der Schwingungslänge von 10 kHz. Und wer immer schon mal ein Ambient-Stück machen wollte, dessen Filter-LFO über 10 Stunden für einen Zyklus braucht – bitteschön!

Im Verlauf der MODMATRIX werde ich immer mal wieder auf diese und andere Module zu sprechen kommen, um auch vielleicht nicht ganz so offensichtliche Aspekte zu beleuchten.

Morpheus und Evolution sind beides Filter, Morpheus ist jedoch besonders, da erstens stereo, zweitens digital und drittens Z-Plane-Filter. Über die Besonderheiten dieses Geräts kann man sich im Testbericht informieren, um einen Einblick zu bekommen. Hier steht die Anwendung im Vordergrund.

Nun gut, nur mit diesen Modulen könnte man schon ein veritables Effekt-Rack bauen. Aber die Zielvorgabe, die ich mir gesetzt habe, sieht noch mehr Module vor. Zielvorgabe ist: ein kompletter Synthesizer, von der DAW aus steuerbar und mit einer „Effektsektion“.

Der Reihe nach habe ich dann folgende Module ausgewählt:

Alles fürs Rack – die einzelnen Module

1 x Doepfer A-190-4 MIDI-to-CV-Interface
– 1 Clock-, 1 Gate-, 2 CV-Ausgänge

1 x Doepfer A-190-3 MIDI-to-CV-Interface
– 1 Gate-, 3 CV-Ausgänge

3 x Doepfer A-110-2 Basic VCO
– denn drei Stimmen sind besser als eine

1 x Doepfer A-118 Noise und Random Voltage
– Rauschen braucht der Mensch

1 x Doepfer A-140 ADSR
– auch diese Hüllkurve zeichnet sich durch einen weiten Zeitbereich aus und ist zudem retriggerbar und so als LFO zu nutzen

2 x Doepfer Dual VCA
– möchte man die Verstärkung/Abschwächung eines Signals mit den LFOs und Hüllkurven erreichen, benötigt man dazu eben VCAs und am besten viele

1 x Doepfer A-138m 4×4 Matrix Mixer
– passend zur Serie und gute Routingmöglichkeiten machen das Modul sehr vielseitig

1 x Doepfer A180-3 Dual Buffered Multiple
– was machen, wenn man ein CV-Signal an verschiedene Quellen gleichzeitig senden will? Dann benutzt man diese Vervielfacher.

1 x Doepfer A-180-2 Unbuffered Multiple
– das Gleiche wie oben, jedoch nicht gepuffert. Auf den Unterschied komme ich noch zu sprechen.

1 x Doepfer A-101-6 Opto FET-Kompressor
– ein Filter auf Basis von Vactrols, das als Hi-, Lo- und Allpassfilter genutzt werden kann

Der Aufbau

Man kann natürlich hingehen und einfach das erste greifbare Modul nehmen und einsetzen. Es ist aber besser, sich vorher Gedanken zu machen, wie man das Rack bedient. Welche Module gut zugänglich bleiben müssen, auch wenn Dutzende Patchkabel verbraucht wurden und welche nicht. Die digitalen REM-Module haben z.B. alle Displays, deren Informationen gelesen werden wollen. Bei der ersten Bestückung habe ich dann also zunächst alle Module ausgepackt und dann erstmal nach einer groben Vorstellung in den Rahmen gesetzt, aber noch nicht verschraubt oder verbunden. Wenn man das komplett bestückte Rack dann vor sich hat, ergeben sich Änderung quasi von ganz alleine.

Die untere Reihe steht also

Als Beispiel nehme ich mal das Control Forge Modul. Ursprünglich wollte ich das in die obere geneigte Reihe setzen, damit ich das Display gut lesen kann, denn das ist bei der Programmierung von CV-Presets unerlässlich. Damit wären aber auch die Knöpfe zur Steuerung und Programmierung dort gelandet. Und allein das höhere Greifen, um die Knöpfe zu betätigen, verbietet nahezu einen Einbau dort. Zudem laufen die meisten Patchkabel dort lang, sodass es immer wieder zu Berührungen kommen würde. Also wanderte Control Forge nach unten, wo ich die Knöpfe zur Programmierung gut erreichen kann, ohne gestört zu werden. Dass dabei die Sicht auf das Display eingeschränkt wird, ist dann das kleinere Übel.

Q-TIP

Wenn man einen Patch erstellt hat, mit dem man länger arbeiten möchte, ist das Zusammenbinden von Kabelsträngen eine gute Idee. Kleine Kabelbinder sind dabei aber Overkill. Erstens kann man sie nicht wiederbenutzen und zweitens besteht die Gefahr, die Kabelbinder zu stark anzuziehen und somit evtl. die Patchkabel zu quetschen. Die bessere Alternative sind hier die Drahtähnlichen Kabelbinder, die einem bei den meisten gekauften Elektronikprodukten in den Schoß fallen. Diese sind leicht wieder zu entfernen und wiederverwendbar.

Hat man die optimale Position für alles gefunden (was sich natürlich erst nach einiger Benutzungszeit mit Sicherheit feststellen lässt), geht es nun darum, die Module mit der Busplatine zu verkabeln.

Bussystem – Stromversorgung

Bus? Halte? Ich versteh nur Bahnhof. Das Eurorack zeichnet aus, dass es die Stromversorgung für die Module übernimmt, die dann selber kein Netzteil benötigen. Ein Bus ist eine Leitung, auf die mehrere Geräte Zugriff haben. Eine dieser Leitungen ist in diesem Fall die Stromversorgung. Das Eurorack bietet drei Versorgungsspannungen an: +12 V, -1 2V, +5 V. Nicht jedes Modul benötigt alle drei Spannungen, oft wird sogar nur der +12V-Bus angezapft. Wird in einem solchen Modul eine 5 V Spannung benötigt, so leitet das Modul die 5 V daraus ab.

Das ist das Ergebnis der logistischen Überlegungen

Das bringt uns nun zu dem Problem der benötigten Stromstärke. Grundsätzlich würde dies in die Sektion der Auswahl der Module gehören, jedoch scheint hier ein eigener Absatz nötig. Jedes der Module, mit Ausnahme der wenigen rein passiven Module (wie der A-180-2 Multiple), benötigt eine Versorgungsspannung. Wieviel Ampere das Modul verbraucht, ist stets von Hersteller angegeben. Dabei gilt grundsätzlich: Digitale Module und solche mit vielen Anzeigen, seien es LEDs oder OLED-Bildschrime oder wie bei den 1010music-Modulen handflächengroße Touch-TFTs, verbrauchen auch entsprechend viel Strom. So verbraucht das rein analoge Evolution-Filter von REM 85 mA auf +12 V und 75 mA auf -12 V, der bitbox Sampler von 1010music braucht jedoch satte 350 mA auf +12 V und benötigt weder -12 V, noch +5 V.

Der Eurorack-Bus im Detail

Beim Zusammenstellen notiert man sich alle Angaben über den Stromverbrauch der einzelnen Module und kommt so zu dem Ergebnis, wieviel Ampere das gesamte Rack auf jeder Schiene braucht. Mit diesem Ergebnis kann dann das richtige Netzteil geordert werden. Denn je mehr Leistung das Netzteil hergeben soll, desto teuerer ist es. Im Fall des MODMATRIX-Racks griff ich auf das größte Doepfer Netzteil zurück, das für die +12 V 2 A zur Verfügung stellt, 1,4 A für die -12 V und 4 A für die +5 V. Allerdings gibt es auch Netzteile anderer Hersteller, die noch mehr Ampere bereitstellen, diese Riesenracks mit fünf Etagen wollen ja auch versorgt werden.

Das Netzteil versorgt dann die Busplatinen, die einfach als Mehrfachsteckdose fungieren. Allerdings ist es wichtig, dass das Kabel des Moduls auch richtig eingesetzt wird.

Minus 12 Volt kommen nach unten und sind mit der roten Leitung markiert

Auf der Busplatine gibt es nämlich keine Führung oder Arretierung, die das falsche Aufsetzen des Steckers verhindern würden. Auch bei vielen Modulen gibt es das nicht. Allerdings ist die Stelle, an der -12 V benötigt werden, in den allermeisten Fällen mit einer Kennzeichnung (-12 V) versehen. Eine Regel besagt, dass dort, wo die erste Leitung auf dem Flachbandkabel rot markiert ist, auch die -12 V anliegen. Aber selbst wenn man mal was falsch macht, viele Module haben einen Verpolungsschutz, der bei falschem Anschluss dafür sorgt, dass das Modul keinen Schaden nimmt.

Hier ist die Markierung deutlich (Rossum Evolution), außerdem ist zusätzlich eine richtige Führung für den Stecker vorhanden

Bussystem – CV/Gate

Der Bus hat aber auch noch eine andere Funktion. Die oberen beiden Busleitungen sind nämlich dafür ausgelegt, ein CV- und ein Gate-Signal über den Bus zu verteilen. Ganz so wie die Stromversorgung: Gibt ein Modul, wie hier das MIDI-to-CV-Interface, eine CV-Spannung und ein Gate-Signal auf den Bus, können alle daran angeschlossenen Module die Signale über den Bus empfangen. Nicht alle Module haben diese Funktion, die verwendeten Oszillatoren und ADSR-Hüllkurven von Doepfer jedoch schon. Der Vorteil liegt natürlich darin, dass man weniger Patchkabel benötigt. Unterbrochen wird die Steuerspannung über den Bus, wenn man den eigentlichen CV-Eingang für die Tonhöhe (meist als 1 V/Oct bezeichnet) manuell mit einem Kabel patcht. Beim Modmatrix-Rack spart der Bus so vier Kabel und ein Multiple-Modul.

Q-TIP

Ob eine Modul den CV/Gate-Bus nutzt kann man am mitgelieferten Kabel abschätzen. Ist es 10-polig, nutzt es den Bus nicht. Ist es 16-polig nutzt es den Bus vielleicht, denn ob die zusätzlichen Leitungen tatsächlich benutzt werden, kann man nur der Anleitung entnehmen.

Wichtig ist dabei, dass nicht mehrere Signalgeber auf einen Bus zugreifen. Das führt unweigerlich zu Problemen oder Defekten. Zu diesem Zweck ist die Busplatine in der Mitte mit einem Jumper bestückt. Wird dieser abgenommen, teilt sich der CV/Gate Bus auf die zwei Hälften der Busplatine auf. Im Modmatrix-Rack sind zwei Busplatinen verbaut, die untereinander nicht verbunden sind, was CV/Gate betrifft. Deswegen habe ich ein MIDI-to-CV-Interface in die obere und eins in die untere Hälfte gepackt.

Diese Jumper sorgen für die Verteilung der CV/Gate Signale auf dem Bus

Das erste Mal

Juhu! Endlich hat alles im Rack seinen Platz gefunden. Damit die erste MODMATRIX nicht ohne Patch bleibt, erstelle ich ein Basis-Patch, um zu sehen, ob auch alles funktioniert. Dabei hat es sich natürlich, dass Fotos von Patches höchstens bis zu dieser Komplexität Sinn machen. Deswegen wird ein MODMATRIX Patch immer auch schematisch dargestellt. Um einen besseren Überblick zu behalten, werden verschiedene Signaltypen auch verschiedenfarbig dargestellt.

  • rot: Audiosignal
  • blau: Steuersignal
  • gelb: Logik/Gate-Signal

Dieses Patch soll ein einfacher Synthesizer sein, mit 3 Oszillatoren, VCA vom ADSR gesteuert und ein Filter. Wie bereits angesprochen, brauchen die 1 V/Oct-Eingänge, sowie der Gate-Eingang keine Verkabelung, da sie über den Bus verbunden sind. Um die Oszillatoren dem VCA zuzuführen, müssen sie zunächst über den Matrix Mixer zu einem Audiosignal zusammengefasst werden. Der VCA-Eingang CV1 wird mit dem Output der ADSR-Hüllkurve verbunden, diese Verbindung steuert dann die Lautstärke. Der Ausgang des VCAs kommt dann in den Audioeingang des Opto FET-Filters, der als Lowpass konfiguriert ist. Und damit schon ein wenig Dynamik in die Sache kommt, wird der Cutoff-Eingang des FET-Filters an den CV2-Ausgang des oberen MIDI-to-CV-Interfaces angeschlossen. An dieser Buchse des Interfaces liegt eine der MIDI-Velocity proportionale Steuerspannung an. Am Ausgang des Filters nimmt man das Signal dann ab und führt es über das Audiointerface in die DAW.

Der erste Patch ist Brot und Butter: 3x VCO in VCA und VCF

MODMATRIX #1 – Patch 01

TODO

In der nächsten Ausgabe geht es dann primär um den Satellite von REM, sozusagen ein Abspielgerät für auf dem Control Forge erstelle Patches. Ein anderes wichtiges Thema wird die Stimmung der Oszillatoren sein. Denn wer möchte schon verstimmt sein?

Bis dahin, Pitche, switche, patche

P.S.:
Das Snippet stammt schon aus einer der nächsten Ausgaben, da natürlich etwas Zeit vom Schreiben bis zur Veröffentlichung vergeht. So kann man aber schon mal sehen, wo die Reise hingehen mag.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ein Modular-Magazin? :) Schönes Rack, nur sehe ich da keinen Platz mehr für den Assimil8or. ;)
    Viel Spaß damit und auf ein regelmäßiges erscheinen deiner neuesten Erkenntnisse über Klangsynthese abseits der festen Verkabelungen.

    • Profilbild
      t.goldschmitz  RED

      Besten Dank,
      ja das wird ein ganz schöner Ritt (no pun intended). Bin auch für Anregungen und Kritik offen.

      Der Assimil8tor ist ja leider noch nicht fertig, ist aber auch schon fest anvisiert!

  2. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Sind heuer „Brot und Butter“ Tage? Die Formulierung findet sich auch im aktuellen Wampler Test.
    Da mag es ja zutreffend sein, aber diese Brot und Butter Analogie hier in den ersten Absätzen macht doch, mit Verlaub, überhaupt keinen Sinn. Viel zu kurz gesprungen.
    1. Gibt es auch modulare Softsynths
    2. lässt sich alles layern, verknüpfen, synchronisieren…. in sofern ist alles NICHT Modulare im Endeffekt auch bis zum geht nicht mehr flexibel.
    3. finden sich doch viel mehr Einschränkungen bei den Modularen (z.B. Monophonie, nicht oder schlecht(ere) realisierbare Syntheseformen außerhalb der subtraktiven Synthese)
    Wenn es ein Scherz gewesen sein soll, gut. Aber du schreibst ja auch „dass die Grenzen im eigenen Kopf sind“, insofern haken wir die Äußerungen mal ab. Lass Dir nur gesagt sein, du kannst auch mit Nichtmodularen die Klänge schrauben, die über „Brot und Butter“ hinaus gehen – notfalls im Verbund mit anderen Klangerzeugern.
    Ansonsten – schöne Sache, viel Spaß und das Potential für viele interessante Artikel.

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      t.goldschmitz  RED

      Danke, den werde ich haben!

      …manchmal meine ich’s im Scherz, zweideutig und ironisch – Obacht…

      Ich benutze schon lange den Nord G2x, und hätte ich dort nicht gelernt, würde ich auch mit einem analogen System erst mal rumkrebsen.

      Und das ich nie ein Bread’n’Butter, sondern eher Drum’n’ButterBread-Fan war, sollte man auf meinen alten Veröffentlichungen gut hören. Mann, was haben wir den Sampler verbogen :).

      Na klar ist heute quasi alle Software modular – deswegen nutze ich auch gerne Reaper, denn der kann aus dem Stand heraus VST-Parameter von irgendeiner Audiospur steuern lassen.

      Und auch ansonsten bin ich undogmatisch: Gut ists, wenns Spaß macht und klingt!

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      Son of MooG  AHU

      Deinem dritten Punkt muss ich heftig widersprechen. Ich habe selbst nur zwei Beispiele für alternative Synthesen eingebaut: die Module „Clouds“ und „Rings“ von Mutable Instruments. Die hier realisierten Granular Synthesis- und Physical Modeling-Verfahren sind absolut hochwertig und erweitern mein ansonsten analoges System ungemein.

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        Wellenstrom  AHU

        Ja, super… wie sieht es da mit Handling und Speicherbarkeit aus, geht da was? Gerade in Sachen Granularsynthese habe ich da viele Fragezeichen im Kopp….

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          Son of MooG  AHU

          Die beiden Module sind recht einfach zu bedienen; die beigefügten Quick-Starts, die downloadbaren Manuals und viele YT-Videos tun da ihr Übriges. „Clouds“ bietet darüber hinaus 4 Speicherplätze für „frozen audio buffers“, was mich anfangs selbst überrascht hat. Die Tatsache, dass man Eurorack-generierte Sounds nicht speichern kann, ist meiner Meinung nach eher eine Garantie für wirklich individuelle Klänge, die kaum reproduzierbar sind, denn jedes Eurorack-System an sich ist ja ein Unikat. Solche Klänge sind daher für mich umso wertvoller.

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    penishead  

    Hallo Thilo,
    toll, das sich endlich jemand mal der Sache hier bei Amazona annimmt. Ich selbst hätte auch schon die Möglichkeit gehabt hier Tests von Eurorackmodulen oder Eurorackgeneralitäten zu schreiben. Aber das ist sehr sehr anspruchsvoll, da sich ein ganzes Universum auftut und es keine Grenzen gibt, und dann lieber doch abgelehnt. Leserlich soll es ja auch bleiben. Es ist schwer darüber etwas zu schreiben, ohne das es zu kompliziert wird. Das zeigt sich leider auch hier. Ich ziehe den Hut vor Dir, keine Frage, aber ich habe das alles nur überflogen, weil viel zu detailliert und mit technischen Werten übersät. Wir Eurorack User wissen, das niemand auch nur annähernd irgendwas nachpatchen kann, geschweige denn dieses System. Insofern, ist das für die Nerds pillepalle und für die Anfänger oder Interessierten des Artikels zu tiefgreifend. Meiner Meinung nach muss man sich entweder auf etwas Spezielles einschießen, oder recht allgemein bleiben. Hut ab für den Mut sich dieses Thema ausgesucht zu haben. Ach, und das die meisten Module einen Schutz vor Falschanschluss hat, suggeriert einem Neuling, „ach komm ich stecks einfach irgendwie rein“, und das ist absolut fatal. Nur wenige Module von den „großen“ Herstellern haben diese Sicherung. So ziemlich jeder hat mal ein Modul ausversehen falsch angeschlossen und den Knall oder das zischen mit Rauch bemerkt.

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      t.goldschmitz  RED

      ..wohl wahr, die Balance wird sich noch finden – und irgendwo muss man ja mal anfangen.

      Bei der Stromversorgung hoffe ich deutlich gemacht zu haben dass man eben NICHT davon ausgehen kann, dass der Hersteller mit einer Schutzschaltung vorgesorgt hat (ja mei, die paar Dioden).

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        mdesign  

        hallo thilo,

        danke für den interessanten artikel. ich habe zwar kein modularsystem und will auch keines. trotzdem spannend zu lesen. und – da muss ich bscooper widersprechen – keinesfalls zu technisch. wer dieses thema attraktiv findet, der ist auch entsprechend technik-affin.

  4. Profilbild
    fritz808  

    klasse idee und sehr schön geschriebener erster teil. freue mich schon auf weitere ausgaben. wann soll es denn weitergehen?

  5. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ein Eurorack-Magazin war ja eigentlich schon überfällig; ich musste mir in jahrelanger Kleinarbeit die Kenntnisse erarbeiten. Für Einsteiger wichtig zu erwähnen halte ich auch spezielle Ausgangs-Module wie „Outs“ von Pittsburgh Modular und/oder DI-Boxes. So viele Sounds stehen und fallen durch einen falschen Ausgangs-Pegel; darüber hinaus hat man damit auch einen eigenen Phones-Output.

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    JohnDrum  

    Da wächst wohl eine neue Generation heran!
    Euroracks und Mini- Keyboards mit Spielzeugtastatur. Das Rad wird neu erfunden!?

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      mort76  

      …ich würde sagen: das Rad wird endlich bezahlbar.
      Als ich angefangen habe, gab es eine kleine Auswahl zu großen Preisen.
      Jetzt gibt es eine große Auswahl zu kleinen Preisen.
      Von sowas wie „DAWs“ will ich garnicht anfangen.

      Und wenn ich jetzt bedenke, wie begeistert die Leute auf einmal auf Presets und sowas verzichten…Respekt!

      ICH dachte, die Zukunft liegt bei Motor-Potis, Motor-Fadern und 10.000 Presets in EINEM analogen Synthi…ich bin wirklich überrascht.

      Wer heute mit dem Hobby beginnt, ist relativ im Himmel…

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        JohnDrum  

        Da hast du zum Teil recht:
        Als Jugendlicher bestaunte ich im Musikgeschäft die Korg- Keyboardburgen und die Vorführungen vom DX7.
        Andererseits hatte ich dann später ein Haufen Schnäppchen: TR808, MS20, Prophet5 – alles zu einem Preis, den man bekam, weil sich niemand dafür interessierte.
        Heute bekommst dan ebay garnichts mehr günstig!
        Die Miniaturisierung ist nicht mein Ding! Alles, was weniger als 61 Tasten hat und vielleicht noch mit Minitasten ist für meine Generation ziemlich frustrierend! (Ich denke, dass andere, die älter als 50 sind, auch so denken!)

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        Wellenstrom  AHU

        Hätte mir jemand vor 15 Jahren gesagt, dass es im Jahre 2017 so’nen großen Run auf Modularsynthesizer gibt, dann hätte ich dem guten Menschen ein Taxi zur nächsten Klapsmühle spendiert.
        So richtig verstehen tue ich es auch immer noch nicht, mir wäre es zu limitierend, so Tracks zu bauen, aber cool ist es trotzdem.

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          AMAZONA Archiv

          Spaß an Sound/Musik haben und mal wieder 1-2 Tracks basteln geht bei mir untrennbar mit den Modulen einher. Von mir eine 100% Empfehlung pro Modular. Sicher ist heute quasi alles per VST formbar, häufig aber auch sinnfrei bis belanglos reproduzierbar. Bitwig bietet nun sogar Audio als Modulationsquelle an. Toll! Der Rossum Assimil8or ist jetzt schon mein Gerät des Jahrtausends. Warum? Weil ich den ganzen Samplekram nun derartig verballern kann, das allen Beteiligten bei einer Klangsession schlecht wird. Die Energie und Erfahrung die in solchen Modulen steckt ist unfassbar. Das ist nicht mehr der 60er Moog, sondern ganz doll jetzt! Music for the brain! https://www.youtube.com/watch?v=aPEj9Z2Baxc. :)

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