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MODMATRIX #2 – Das Eurorack Magazin


Nature Boy und Tuning Spektogramme

Editorial

Nachdem die erste Modmatrix-Ausgabe ja sehr voll mit Basics und Bauarbeiten war, wird die zweite Ausgabe wieder gemischter werden. Zunächst gilt es, die Stimmung durch einen Oszillatortausch zu heben, die doch zunächst etwas im Keller war. Wie angekündigt folgt ein Kurztest des Satellite Moduls von Rossum Electro Music, das als reine Ergänzung zum großen Bruder CF konzipiert ist. Später begeben wir uns auf eine Reise in den Dschungel des synthetischen Schlagwerks, der Nature Boy ruft. Abschließend wird es erstaunlich virtuell, denn mit dem VCV-Rack kommen Eurorack-Module in den Rechner, und das auch noch mit offenem Quellcode. Na dann – auf geht‘s.

Hardware-Tausch

Von der Hardware-Seite gibt es eine Änderung, denn die drei Doepfer Standard VCOs sind nun High End VCOs gewichen. Damit das Rack nicht platzt, stecken jetzt ein A-111-2 und zwei A111-3 (eine schmale Variante des A-111-2 mit weniger CV-Eingängen und Reglern) im Kasten. Das ließ dann Raum für noch ein A180-3 Buffered Multiple.

Die High End Oszillatoren haben eine wesentlich weitere Stimmstabilität (über 7 Oktaven) und sprechen auch besser auf FM an.

Die zweite Änderung betrifft die Konfiguration Multiples. Ein Jumper erlaubt es, die untere Hälfte der Multiples auf den internen CV-Bus zu legen, so dass an den unteren drei Outputs dann immer die Pitch-CV anliegt. Das ist praktisch, spart es doch wieder einige Kabelverbindungen. Wird der zweite Input jedoch extern gepatcht, so wird die Voreinstellung übergangen.

Der Jumper in der Mitte legt fest, ob Bus-CV an den unteren drei Ausgängen anliegt. Praktisch, um Kabel zu sparen.

Miese Stimmung? Muss nicht sein!

Ein Instrument kann natürlich nur richtig eingesetzt werden, wenn es vernünftig gestimmt ist. Dazu gehören immer zwei: der Verstimme und der „Verstimmer“. Will sagen, der Oszillator und das entsprechende CV-Interface, in diesem Fall das A-190-4 MIDI-to-CV-Interface.

Um festzustellen, ob nun das Interface oder die Oszillatoren nachjustiert werden müssen, erstelle ich ein von mir sogenanntes „Stimmungs-Spektogramm“. Ich eiche alle OSCs auf C3 und oktaviere dann nach oben und unten. Die Tonhöhen der drei Oszillatoren bilde ich dabei mit einem Tuning Plug-in (hier ReaTune von Cockos Reaper) nebeneinander ab. Bei diesem Plug-in ist wichtig, dass man das Analysefenster entsprechend groß wählt, da sonst Noten unterhalb von C3 nicht erkannt werden. Wenn das Analysefenster (in ms) kleiner ist als die Wellenlänge der Oszillatorschwingung, kann der Algorithmus natürlich auch nichts erkennen.

Ist die Schwankung über alle drei Oszillatoren einheitlich, so wird das Interface neu kalibriert. Weichen auch die Oszillatoren beträchtlich voneinander ab, so kann man den Müßiggänger so identifizieren. Beim ersten Messvorgang kommt zunächst folgendes Spektogramm heraus.

Hier stimmt was nicht mit dem CV-Konverter, mal ist die Note zu hoch, dann wieder zu niedrig – vielleicht ein Defekt?

Das ist ein untrügliches Zeichen, dass die Einstellungen am MIDI-to-CV-Interface derbe verstellt sind oder eben dass es einen Defekt aufweisen muss. Denn die Schwankungen sind absolut nichtlinear, mal ist der Ton höher, dann wieder nicht. Und tatsächlich, da meine Module schon vorher in Testgeräten verbaut waren und nicht mit der Werkseinstellungen zu mir kamen, war das A-190-4 völlig seltsam eingestellt. Die Referenznote z.B. viel zu tief (im negativen Volt-Bereich). Beim Stimmen gibt es zwei Parameter, die es zu beachten gilt: die Referenznote und die Oktavspreizung. Nachdem ich die beiden Werte zunächst in den Werkseinstellungsbereich gebracht habe und dann nachjustiert habe, sah das Ergebnis wesentlich besser aus.

Das sieht doch schon besser aus. Ergebnis nach Neukalibrierung des A-190-4.

Natürlich kann man Oszillatoren auch vorsätzlich gegeneinander verstimmen, jedoch sollten sie grundsätzlich nicht zu sehr voneinander abweichen, möchte man musikalisch tonale Ergebnisse erzielen.

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Klangbeispiele

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    amazonaman AHU

    Diese Modular Geschichte hat mit Musik ehrlich gesagt weniger zu tun, eher mit Technik. Frag ich mich für was ich mühsam die dudelei erlernt habe. Okay für Technik freaks super Sache hier. Mit mich persönlich zu weit vom Schuss.
    Und klare Verkaufsveranstaltung. Denn Modular systeme sind ein Fass ohne Boden. Okay das gibt es in der Musik leider immer wieder.
    Kenn da so einige Gitarristen mit ner echt üblen Sammlung an Klampfen…. Serientäter eben.

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    Wellenstrom AHU

    Jo, ich werde auch nie was mit Modularsystemen anfangen können, weil anderer Ansatz und zielorientiertes Arbeiten an einem Track so für mich nicht funktionieren würde.
    Aber für die Modular-Bastelnerds ist das doch okay, dass es hier so’ne Modulecke mit den neuen Produkten und deren Funktionsweisen gibt. War schon längst fällig. Und reinhören tue ich immer gerne… egal, ob bei den Gitarrentests oder den Modulen…
    also, spannend ist das Thema schon, so isses nicht…

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    fritz808 ••

    wieder sehr schön geworden. einige sachen waren sogar für mich neu – und die Rossum-teile scheinen es dir anscheinend richtig angetan zu haben.

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