Moog Music Spectravox – Ein semimodularer Vocoder

29. April 2019

Moog Vocoder mit Mother-Feeling

Moog Spectravox Vocoder

Moog Spectravox Vocoder

Moog Music war offensichtlich sehr fleißig im vergangenen Jahr und überrascht uns aktuell mit einer weiteren Neuheit, die wir mit etwas Glück auch auf der Superbooth 19 sehen dürfen, dem Moog Vocoder Spectravox.

Ganz offensichtlich ist der Moog Spectravox ein Kind der Moog-Mother-Serie. Der Moog Spectravox steckt im handlichen Gehäuse, ist mit 16 Patch-Punkten ausgestattet, bietet 10 Bänder, die sich über die Fader editieren lassen. Auffällig sind auch die 9 Potis über den Faden für weitere Einstellmöglichkeiten.

Der Moog Spectravox wird wohl nicht nur als Desktop-Unit angeboten werden, sondern scheint auch Eurorack-kompatibel zu sein.

Vocoder – was ist das?

Bekannt wurden Vocoder vor allem durch die Möglichkeit, menschliche Stimmen in Roboter-Stimmer zu verwandeln. Eindrucksvoll demonstrierte das die Band KRAFTWERK in ihrem Song WIR SIND DIE ROBOTER.

Wobei das Spektrum klanglicher Möglichkeiten deutlich größer ist – natürlich auch wieder abhängig von den jeweiligen Features des Vocoders.

Auf Grund des aktuellen Vocoder-Hypes haben wir für Euch ein Vocoder-Special veröffentlicht, um Geschichte und Einsatzweise des Vocoders zu erläutern. DIESE FINDET IHR HIER

Der Moog Spectravox on YouTube

Und hier auch schon die ersten Videos zum Moog Specteavox:

Der Vocoder Hype?

Aktuell sind folgende neue Vocoder in Produktion oder soeben auf den Markt gekommen. Für die entsprechenden Informationen, bitte den Produktnamen anklicken:

Unsere Meldung zum neuen Moog-Vocoder vom 20. März 2019:

Es ist bei Moog inzwischen Tradition, dass auf dem alljährlich stattfindenden Moogfest, in Durham/North Carolina, ein neues Gerät in einem exklusivem Workshop von interessierten (und solventen) Fans gebaut werden kann. Die meisten dieser Projekte haben es früher oder später in die Serienproduktion geschafft. Dieses Jahr wird es ein semi-modularer Spectral Vocoder sein, der die Mother-Reihe ergänzt.

Das Moogfest 2019 findet vom 25. bis 28. April statt. Ein Teaser-Video kündigt dabei, wie üblich, das Highlight des zweitägigen Workshops an. Unter Anleitung von Moog-Ingenieuren können die Teilnehmer ihr Gerät eigenhändig fertigen.
Auch wenn der Teaser sich bemüht, den Namen des gezeigten Vocoders durch Unschärfe und Schnitt zu verbergen, lässt sich zumindest das Wort „Spectral“ im Video gut erkennen. Der Nachname könnte mit etwas Phantasie „Modulator“ lauten.

Der Vocoder verfügt über 10 Bänder, einen Oszillator als Carrier, bei dem zwischen Puls (mit PWM) und Noise übergeblendet werden kann. Und auch ein resonanzfähiges Filter ist zu erkennen. Wie auch bei den anderen Geräten der Mother-Serie ist ein Patchfeld vorhanden, um den Vocoder mit den Familienmitgliedern und anderen modularen Synthesizern und Sequencern verbinden zu können. Offenbar ist auch eine Shift-Funktion, also das Verschieben der Bänder für Analyse und Synthese, vorhanden. Im Video wird diese Funktion mit einem Sequencer angesteuert, was interessante Formantverschiebungen bewirkt.
Ein Mikrophon lässt sich direkt auf der Frontplatte über einen XLR-Eingang anschließen. Im Video ist es das obligate Schwanenhalsmikro, wie es sich bei Vocodern eingebürgert hat.

Der Spectral Modulator besitzt das gleiche Gehäuse wie Mother 32, DFAM und BFAM oder auch das Subharmonicon, welches bislang leider nicht das Licht der Serien-Welt erblickte. Im Video sind die Geräte der Serie in einem praktischen Rack kombiniert.
Der Workshop ist mit dem nur limitiert erhältlichen Engineer-Pass zugänglich, welcher immerhin 1.500 Dollar kostet, aber auch als VIP-Ticket mit bestimmten Vergünstigungen für das gesamte Moogfest gilt.
Bleibt zu hoffen, dass aus dem Moog Spectral Modulator später auch mal ein allgemein erhältlicher Vocoder wird.

Forum
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    Emmbot  AHU

    Ich finde die selbstbau Synths zum Moogfest immer echt spannend. Ist bestimmt ein schönes Erlebnis wenn man sein eigenen Synth baut. Für 1500 Dollar sollte man ja entsprechend unterstüzt werden. Für Fans eine schöne Sache.

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    penishead  

    Wo findet das denn statt? Steht nichts darüber im Text. Wahrscheinlich in den USA?
    Na ja, das nützt uns wohl allen nicht wirklich so eine Info!

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      Florian Anwander  RED

      Der Wert der Information liegt natürlich immer im Interessenrahmen des Rezipienten, aber davon abgesehen, lautet die Information schlicht: „Könnte sein, dass Moog irgendwann einen Eurorack-kompatiblen, analogen Vocoder auf den Markt bringt“. Und das ist dann – gemessen an der Content-Sucht der Medienlandschaft – durch aus ein legitimer Grund, diese Information zu bringen…

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        penishead  

        Das war die Überschrift: Moog Spectral Vocoder auf dem Moogfest 2019
        Und das war die zweite Überschrift: Das diesjährige Workshop-Projekt

        Und mein erster Gedanke war: „das wäre was für mich!“, also Artikel aufgemacht und gelesen um rauszufinden wo das ist. Steht da aber nicht. Also, auf die Webseite vom Moogfest und auf Tickets, und da steht auch nicht genau, wo das ist. „Dunham“ steht dort. Ist das in England? Klingt zumindest so. Aber Moog sitzt in den USA. Hhm, England wäre möglich. USA zu aufwendig für mich. Machen die evtl. einen europäischen Event? Wo waren die letzten Workshops? Ich glaube mich zu errinnern, das die in Europa waren, oder doch nicht. Kein Ahnung! Und mit „keine Ahnung“ steht ich immer noch da.
        Also, hat mir der Artikel leider nichts gebracht, obwohl ich ein potentieller Teilnehmer bin.

        Fühlt sich so an, wie auf ein Tourplakat zu schauen auf dem eine Datum steht, aber nicht der Veranstaltungsort.

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    der jim  RED

    Das Moogfest findet, so wie jedes Jahr, bei Moog selbst bzw. in der Nähe statt, d.h. in North Carolina, wie es auch auf der Moogfest-Seite steht. Wegen der Entfernung werden wohl nur wenige Leser eine Reise planen und deshalb fokussiert sich diese Meldung natürlich auf das neue Gerät.

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    Florian Anwander  RED

    > Und auch ein resonanzfähiges Filter ist zu erkennen

    Ich habe mir das Beispiel jetzt noch mal angehört und das Video im Fullscreenmode angesehen. Man beachte mal die Knopfbeschriftungen, die man zwischen 0:21 und 0:24 lesen kann:
    „Spectral Shift“
    „Shift Mod Rate“
    „Shift Mod Amount“
    „Resonance“
    Das bedeutet: da ist nicht „ein resonanzfähiges Filter zu erkennen“ (sorry, Jim). Vielmehr ist dieser Vocoder nicht mit Festfiltern aufgebaut, sondern mit spannungssteuerbaren Bandpässen, die zudem mit steuerbare Resonanz haben.
    .
    Das könnte einer der technisch interessantesten Vocoder werden, die es jemals gab!

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      iggy_pop  AHU

      Vor allem, wenn man ihn nicht einsetzt wie oben im Video zu sehen, sondern als ausgefuchste Filterbank.
      .
      Die Sprachverständlichkeit des Geschnarres da oben würde jeden Dalek zur Verzweiflung treiben und mittelfristig in die self-extermination.
      .

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        Florian Anwander  RED

        > nicht einsetzt wie oben im Video zu sehen, sondern als ausgefuchste Filterbank.
        eeehmm… er setzt ihn zu 90% als ausgefuchste Filterbank ein. Das was in der zwei Hälfte wie ein Zwischending aus resonierndem Filter und außerirdischem Phaser klingt IST der Vocoder…

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          iggy_pop  AHU

          Frequency Shifting.
          .
          Ich meine den Electro Harmonix EH 0300 Vocoder, 19″-Rackteil (oder Tischgerät, so gewünscht), von 1979.
          .

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    Marcel Halbeisen  

    „Auf Grund des aktuellen Vocoder-Hypes werden wir nun sehr zeitnah ein Vocoder-Special zusammenstellen, um Geschichte und Einsatzweise des Vocoders zu erläutern.“

    GOIL :-)

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    tomk  AHU

    Das Subharmonicon vom Moogfest 2018 wurde bisher nicht released, mal schauen ob es der Vocoder schafft.

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