Test: Native Instruments Maschine Studio & Maschine Software 2.0

Mixer und Plug-in-Strip

Wollte man in Maschine 1.x die Lautstärke der Sounds und Gruppen regeln, musste man dies separat über den Kanalausgang oder mittels der Kombination Pad und Mastervolume einzeln pro Sound oder Gruppe bewerkstelligen. Einen Mixer gab es schlichtweg nicht. NI hat nun Erbarmen mit den Benutzern und Maschine einen kompletten Mixer spendiert. Mit „Shift + Navigate“ (Hardware-Controller) kann ich zwischen der Arrange-View und der Mixer-View hin- und herschalten.

Die Mixer-View - oben Mixer unten Plug-in-Strip - Soundebene der Gruppe F1

Die Mixer-View – oben Mixer unten Plug-in-Strip – Soundebene der Gruppe F1

Oben der Mixer und unten der Plug-in-Strip – so lässt sich auf Sound-, Gruppen- und Masterebene mischen, während gleichzeitig die zugehörigen Plug-ins angezeigt werden. Das Ganze ist durch eine gute Farbkodierung und Struktur übersichtlich gestaltet. So weiß ich im Produktions-Dschungel zwischen Sounds und Gruppen immer, wo ich mich gerade befinde. Sehr gut gelöst! Übrigens können die Aux-Sends bei Bedarf im Mixer angezeigt und nun wesentlich logischer innerhalb des Mixers editiert und zugeordnet werden. Für den Live-Einsatz wurde ein Cue-Channel spendiert, mit dem man Sounds und Samples vorhören kann. Ein Klick auf das Vorhör-Symbol im Mixer und der Kanal wird auf den Cue-Bus geleitet. Die Vorhör-Funktion im Browser, Samples im Slice-Modus oder das Metronom werden automatisch auf den eingerichteten Cue-Kanal geroutet.

Im Plug-in-Strip tummeln sich jetzt alle Instrumenten- und Effekt-Plug-ins – egal ob hauseigene (von Maschine), von Native Instruments reichem Software-Fundus oder von Drittanbietern. Damit bekommen die hauseigenen Plug-ins ein „Gesicht“ und wabern nicht im Control-Bereich als seelenloses Regler-Setting umher. Native Instrument hat für alle Komplete Plug-ins eine eigene Maschinen-Ansicht kreiert. Plug-ins von Drittanbietern bekommen eine Default-Ansicht im Plug-in-Strip und fügen sich so in das Maschine Konzept ein. Bei Bedarf kann das Plug-in (mit einem Klick auf das Pfeilsymbol ganz rechts) ganz normal geöffnet werden.

Steinbergs Padshop in Maschine

Steinbergs Padshop in Maschine

Im Plug-in-Strip ist es nun möglich, wie bereits erwähnt, zu jedem Sound (Instrumenten-Plug-in) oder jeder Gruppe unendlich viele Effekt-Plug-ins hinzu zufügen. Die Plug-ins können editiert, gelöscht, verändert oder auf Bypass geschaltet werden. Im Control-Bereich oder mit dem Maschine Controller ist es zusätzlich möglich, das Routing per Drag’n’Drop zu verändern.

Drum-Synths

In 2.0 haben nun zum ersten Mal mit den Drum-Synths hauseigene Instrumenten-Plug-ins, wenn ich jetzt mal von dem Sampler absehe, in Maschine Einzug gehalten. Für Kick, Snare, HiHat, Tom und Percussion gibt es jeweils ein maßgeschneidertes Plug-in, das wiederum spezifische Synth-Engines enthält. So besitzt das Kick-Plug-in drei elektronische und fünf akustische Synth-Engines, die jeweils ihren eigenen Klangcharakter besitzen und (für das eigene Sounddesign wesentlich) ihren jeweiligen spezifischen Parametersatz mitbringen.

Akustische Bass-Drum

Akustische Bass-Drum

Roland 808 Bassdrum

Roland 808 Bassdrum

Die Programmierung auf den Maschine Controllern geht leicht von der Hand und dürfte selbst für Ungeübte keine Hürde darstellen, einen eigenen Sound zu kreieren. Auf welche Syntheseformen die Drum-Synths basieren, konnte ich leider nicht feststellen – ich vermute eine Mischung aus Sample und Modeling -, aber der Klang und die Möglichkeiten, die zusammen mit den hauseigenen Effekt-Plug-ins zur Verfügung stehen, haben mich sehr beeindruckt. Manche Synth-Engines lassen sich sogar als Lead- oder Bass-Synth missbrauchen.

Weitere kleine maßgeschneiderte Instrumenten-Plug-ins wünsche ich mir für die nächsten Updates. Ich kann mir von einem simplen Bass- bis hin zu einem Granular-Sampler eigentlich alles vorstellen. Dies würde das Maschine Konzept sinnvoll erweitern und bedeutet für Native Instruments ehrlicherweise nur ein leichtes Schulterzucken, wenn man auf den sonstigen NI Software-Park schaut.

Sampler

Der Sampler hat nicht nur eine schöne neue Ansicht im Plug-in-Strip bekommen, sondern wurde an einigen Stellen verbessert. Nun lassen sich bei einer Aufnahme mehrere Takes in einer Sampler-Instanz platzieren und mit einer Funktion automatisch auf die Tastatur legen oder per Drag’n’Drop in eine andere Sampler-Instanz einer Gruppe ziehen. Im Edit-Bereich des Samplers ist es möglich, die Bearbeitungen nur für bestimmte Bereiche des Samples vorzunehmen, z.B. lässt sich in einem Drum-Loop bei Bedarf nur die Snare stretchen und umkehren. Da braucht man für Stotter und Glitch kein zusätzliches Plug-in.

Es lassen sich bei einer Aufnahme mehrere Takes in einer Sampler-Instanz platzieren

Es lassen sich bei einer Aufnahme mehrere Takes in einer Sampler-Instanz platzieren

Der Slice-Modus wurde um einige Werkzeuge und Features ergänzt. Einzelne Slice-Bereiche eines Samples können nun überlappen und das Mapping auf die Tastatur bzw. Gruppen wurde vereinfacht.

Browser

Zugegeben, das Thema Browser lässt mich normalerweise kalt, aber der neue tagbasierte Browser hat es wirklich in sich. Er ist simpel und einfach zu bedienen. Je mehr Produkte von Native Instruments bzw. eigene Presets und Samples ich besitze, umso wertvoller ist der neue Browser.

Der neue Browser ist eine große Arbeitserleichterung.

Der neue Browser ist eine große Arbeitserleichterung.

Der Browser unterscheidet nun zwischen einer Native Instruments Library und einer User Library. Alle gekauften Produkte von NI und deren Gruppen (Kits), Instrumenten-/Effekt-Presets sowie Samples werden gemeinsam gelistet. Mittels Kategorien, Produktnamen, weiteren Tags und Attributen, die sich bei der NI Library leider nicht ändern lassen, kann die stattliche Anzahl an Daten bewältigt werden.

Ich habe Maschine Studio mit NI Komplete getestet und mit dieser unüberschaubaren Anzahl an Presets war dieser Browser wirklich Gold wert. Ich habe z.B. beim Einspielen eines E-Pianos gemerkt, dass der Klang noch ein Vintage Tape Delay vertragen könnte. Im Browser als erstes die Effekte gewählt, dann das Attribut Delay und daraufhin Space Echo. Die nun erscheinenden Presets reichten von Reaktor Effekten über GuitarRigs Tape Echo bis hin zu Maschine hauseigenen Effekten. Dabei findet man oft Instrumente und Effekte aus der Reaktor Library, von denen man gar nichts mehr geahnt hatte. Was dies für den Workflow beim Produzieren und Musikmachen bedeutet, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Genial! Ich bleibe ständig im Arbeitsfluss, während ich Ideen ausprobieren und umsetzen kann.

In der User Library werden alle eigenen Presets von Maschine, NI Produkten und Drittanbieter Plug-ins angezeigt. Hier lassen sich selbstverständlich eigene Tags vergeben. Nicht zu vergessen: Alle Plug-ins, egal ob von NI oder Drittanbietern, und alle hauseigenen Maschine Plug-ins können in der Software und über die Hardware (Shift+Browse) mit Default-Einstellungen geladen werden.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Teufelskerl  

    Also das Update der Software würde ich wirklich jedem Maschine – Nutzer ans Herz legen.
    Einfach nur Klasse das Teil!

    Ob man jetzt den Maschine Studio Controller braucht, wenn man jetzt schon ne Maschine MK II hat?
    Meiner Meinung nach nicht unbedingt.
    Ich finde, dass man mit den Shift – Shortcuts auch super einfach klarkommen kann.

  2. Profilbild
    smoo  

    Sehr guter Test, der einzige Test, der ziemlich genau das vermittelt, was ich über den Maschine Studio Controller denke.
    Eine kleine Ergänzung (Ich glaube das wurde nicht erwähnt). Reaktor-Instanzen (z.B. Space Master 2) kann man laden, ohne Reaktor. Und sie sofort editieren, als sitzt man vor einem Hardwareteil. In der DAW stört mich, dass immer auch Reaktor geladen wird, so ist das viel schneller.
    Schön wäre es allerdings, wenn man Reaktor-Instruments direkt anwählen könnte, oder z.B. im Guitar-Rig den Deflector. Das geht nicht, nur via Presets. Ausserdem habe ich bisher keine Ahnung, wie man eigene Presets von FX-Modulen dann speichern kann (z.B. Ein eigenes Reverb im Space Master 2).

    • Profilbild
      j.rauner  RED

      smoo, ich glaube, da irrst du dich. Während du eine „Reaktor-Instanz“ öffnest, wird automatisch Reaktor im Hintergrund geladen. Nur wird dies grafisch ausgeblendet. Mittels dem Stiftsymbol auf der jeweiligen Instanz kannst Du dies auch nachvollziehen und natürlich die Instanz auch editieren sowie speichern.

      Ich würde es auch gut finden, wenn man die einzelnen Plug-ins von Guitar-Rig laden könnte. Bei den Reaktor-Instrumenten kann man das ja indirekt, indem man sich einfach ein Default-Preset reinlädt.

  3. Profilbild
    Olaf Olafson

    Seltsam, dass hier niemand darüber schreibt, ob dieses „Groove Production Studio“ nun wirklich auch groovt? Wenn man sich die Klangbeispiele hier anhört, kann man nur sagen: nein, groovt nicht! Ich habe die Maschine auch selbst testen können und bin zu dem gleichen Schluss gekommen: Tolle Hardware, stabile Software – aber feeling gleich null. Kein Charakter, schlimmer noch, ich finde das Timing absolut nichts sagend. Und durch das grobe Quantisierungsraster hilft auch das Verschieben von einzelnen Instrumenten so gut wie nichts. Nun wird der Einwand kommen, dass ja eigentlich der jeweilige Computer den Groove bestimmt…, ja richtig. Aber zum Beispiel macht Akai mit der MPC Studio vor, wie das auch gehen kann, denn das groovt absolut. Nein, ich bin kein Akai-Mitarbeiter und es gibt sicherlich auch noch andere Mitbewerber, die das viel musikalischer angehen, als Native Instruments das gemacht hat.

    • Profilbild
      kritik  

      das ding hatt noch nie gegroovt
      irgendwie hängt das timing
      oder zu exakt .keine ahnung
      auch die swings helfen nur selten
      andere software wie motu bpm oder spark in der 1.6.1 version groovt sehr viel besser
      schade um so eine geile software
      es fehlt 80 -99 prozernt inputquantisierung
      auf alle noten
      oder groove quantize in echtzeit

    • Profilbild
      kritik  

      die mpc ren groovt nur wenn du sie beim einspielen mit weniger als 100 prozent
      quanti input einstellst
      ansonsten ist das microtimming ähnlich steiff.

      nicht so bei geist imaschine impc .und motu bpm
      die ipad versionen der apps grooven ganz ernorm anders.
      für mich sehr viel besser .
      ich hab nur pc windows -vielleicht ist es auf dem mac anders
      oder das ipad app timing ist über midi intern getriggert-keine ahnung

    • Profilbild
      DuncanMcDope

      ja das mikrotiming und die quantisierung sind nun wirklich nicht roger linn mäßig, .Aber treibende grooves bekomm ich auch mit der Maschine hin.Drums grob einspielen, den ersten und dritten Grundschlag quantisieren , alles andere dazwischen so lassen, hier n bisschen verschieben, da n bissel wegnehmen,
      nochn paar Shaker dazu ….gerade für hip hop ist es ja wichtig das die drums groovie sind, und das ist mit der Maschine definitiv machbar,auch wenn man nicht Jeremy ellis heisst =P

  4. Profilbild
    der nick  

    Hallo zusammen,

    bin auf der Suche nach nem Logic ProX Controller. Kann man mit der NI Maschine Studio, Logic anständig und ohne Hürden steuern? Die mitgelieferte Software interessiert mich weniger. Ich will möglichst oft Logic`s eigene Werkzeuge und Möglichkeiten nutzen und nur bei Bedarf auf Plug In`s ausweichen. Den Mixer und einige andere Funktionen steuer ich mittels iPad Remote App, das klappt prima. Aber insbesondere für das arbeiten an und mit der Timeline, einige Tastaturbefehle und das Einhämmern von Beats fehlt mir ein vernünftiger Controller.
    Ist die NI Maschine Studio das richtige oder was nehmt ihr dafür?

    Vielen Dank für eure Tipps und Infos im voraus.

    Nick

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo der Nick,

      das was du vor hast sollte gehen, auf Youtube gibt es hierzu etliche Video dazu, ich arbeite wenn es dann sein muss mit den nano Pads und dem Novation Launchpad. Das Logic steuere ich mittels Ipad, Tastatur Shortcuts und Trackpad. Ich denke das Machine schon ein guter Kontroller ist. Wie von Teufelskerl geschrieben kann auch Maschine Mk 2 für dich ne Alternative sein, ich würde das erstmal ausprobieren. Ich habe im NI Forum zu dieser Thematik auch schon Threads gelesen, vielleicht liest da auch,

      Gudde ToB

  5. Profilbild
    kritik  

    shift hatt immer genervt
    ohne ist besser
    neue externe soundpacks sind erste sahne .
    allerdings find ich die neue software oberfläche wenig intuitiv sondern eher ne art verstau kunst .
    verschlimmbessert
    auch der reimport von weggemachten features
    kommt mir wie zeitschinden vor .
    es fehlen immer noch n haufen standarts .
    die ich als komponist ,beatmacher oder arrangeur erwarte .

  6. Profilbild
    kritik  

    soundbeispiele allerdings keine daNCEMUKKE :
    SONDERN SEHR PERSÖHNLICH
    und manschmal versi orgel keyboard mässig

    • Profilbild
      kritik  

      hier wollte wohl jemand seine eigene musik zeigen .
      weil als groovebox vorstellung eher daneben .
      musik klingt nach theaterwissenschaft und philosphie glaube ich

    • Profilbild
      kritik  

      ok ,dann eben noch genauer-soundbeispiele haben keinen rytmuss.oder ?
      das ist für ne groovebox echt sinnlos .

  7. Profilbild
    kritik  

    soundbeispiele passen nicht zu einer groove box.

    ich hab mal mit den swing auflösungen rumgespielt- das sind ja meistens creshendis diese 1-1 -1-2 -6-16- 9-16-….
    in kleinen prozenten und verteilt ,ging dann was bei house und beats bis etwa 136 bpm –
    problem ist nur ,das sie eigendlich nicht straigt , sondern bögen mit auf und ab verschiebungen sind .
    dadurch ensteht unbewusst solch ein feeling das nicht straight ist .

    maschine hatt irgendwas komisches mit seinem -timing -da ist sone klavier metronom feel drin. andere sequender wie cubase logic oder bitwig klingen normal.

    maschine hatt AUSERDEM ein problem mit der auflösung 960 ppq beim midi input.
    selbst bei abgeschaltetem raster oder inputquantize off- IST DAS DA.

    erst bei makiertem pattern und dann noch mehr beim abspielen des leeren patterns wird das microtiming jedesmal stärker komprimiert ..ehrlich .

    • Profilbild
      kritik  

      diese komprimierung findet sogar bei vstplugins mit eigenem sequencer statt.wenn ich IN MASCHINE ein geist oder spark midiloop abspiele mit deren eigenen sequencer
      wir dabei :
      DAS EIGENTLICH EXTERNE PATTERN DES VSTIS EBENSO KOMPRIMIERT wenn ich das maschine leer pattern makiere oder auf maschine play drücke.
      ich habe auch den sync ausgemacht – nützt nichts

      • Profilbild
        kritik  

        was soll das für ein rytmuss sein in den beispielen.z.b 8
        hört sich an wie von einem 5 jährigem der nichtz syncron spielen kann – oder ist das avantgarde wieder mal-

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.