Test: Native Instruments Maschine Studio & Maschine Software 2.0

Praxis

Ich glaube, das konnte man am bisherigen Test gut herauslesen: Ich war mit dem Workflow, der Komplete- und Maschine-Software-Integration, der Verarbeitung und dem Gesamtkonzept sehr zufrieden. Native Instruments hat es mit Maschine Studio geschafft, ein 4 Jahre altes Konzept neu zu durchdenken und weiter zu entwickeln. Die Spielfreude und das Ineinandergreifen von Sounddesign und Produktion hat mich sehr beeindruckt. Selbst der Monark, der mich bei seiner Veröffentlichung zu Tränen gerührt hat, weil ich vor Langeweile ständig gähnen musste, hat mit der Maschine Studio einen genialen Partner gefunden. So schnell und intuitiv man mit der Kombi Maschine Studio und Monark einen Track am Start bringt, ohne das Sounddesign zu vernachlässigen, so schnell ist man mit seinem analogen Schatz und einer DAW einfach nicht.

Innerhalb kurzer Zeit kann man ein Mockup für einen Filmtrack wie auch einen kompletten Song mit Maschine einspielen. Es hebt, ohne jetzt allzu pathetisch zu werden, die MPC-Idee auf eine neue Entwicklungsstufe und lässt eine Akai Renaissance aus meiner Sicht ganz schön alt dabei aussehen.

Wo viel Sonne ist, da findet man auch Schatten. Die U-he Diva lässt sich hervorragend von Maschine Studio aus bedienen, wenn man aber seine Sounddesign Kreationen dann logischerweise aufnehmen möchte, bringt sie die Maschine Software immer zum Absturz. Vielleicht bekommen es die Berliner untereinander hin, dies zu ändern – von Charlottenburg bis Kreuzberg ist es ja nicht so weit. Ich habe Maschine als Plug-in unter Steinberg Cubase 7.5 benutzt, da kam es manchmal auch aus mir unerklärlichen Gründen zu einer Komplett-Verweigerung. Unter Cubase 7 lief dieselbe Session dann aber problemlos, deshalb vermute ich mal, dass Steinberg noch nachbessern muss. Komplete und Maschine liefen eigentlich während der gesamten Testphase problemlos miteinander. Nur einmal verweigerte Maschine/Komplete mir die Gefolgschaft. Warum, habe ich bis heute nicht verstanden.

Maschinen-Konkurrenz

Maschine Studio ist ca. 1/3 größer als Maschine MK2.

Maschine Studio ist ca. 1/3 größer als Maschine MK2.

Größte Konkurrenz für Maschine Studio ist definitiv die Maschine MK2 aus dem eigenen Haus. Beide arbeiten mit derselben Software und besitzen einen identischen Funktionsumfang. Wer mit seiner MK2 glücklich ist, der braucht Maschine Studio nicht. Mit Maschine Studio ist man aber aufgrund der beiden Displays, der dedizierten Buttons, der etwas besseren Endlos-Drehreglern, des hervorragenden Jog-Wheels, der übersichtlicheren Menüs und des nicht zu unterschätzenden Master-Bereichs immer einen gewissen Tick schneller. Was sich bei der Arbeit auszahlt. Vorausgesetzt, man hat sich in Maschine Studio eingearbeitet. Wer zur Zeit nicht genügend Geld hat und weiß, dass er die Studio nicht kaufen kann, der sollte sie lieber nicht ausprobieren, sonst kommt man schnell auf den Geschmack des neuen Luxus.

Konkurrenz

Wenn man an mögliche Konkurrenten von Maschine Studio denkt, fällt mir als erstes die Akai Renaissance, Arturia Spark und aus dem reinen Hardware-Bereich die nagelneue Elektron Rytm ein. Sobald ich aber die Möglichkeiten, Features und die Komplete-Integration dazu zähle, fallen alle Konkurrenten weit ab und werden es durch das große Potenzial von NI sehr schwer haben, daran zu kommen. Die einzige Konkurrenz im derzeitigen Musikzirkus ist aus meiner Sicht Ableton Live mit Push im Gepäck. Push steht aber derzeit auf dem Hardware-Niveau von Maschine MK2, ob sich dies ändert, wird die Zukunft zeigen. Propellerheads Reason in Kombination mit Nektar Panorama ist auch noch ein Kandidat für die Krone als bestes Groove Production Studio. Alle drei auf einen Tisch und geschaut, ohne an finanzielle Limitierungen zu denken, wer der Beste ist, das wäre so glaube ich, ein interessantes Kopf an Kopf rennen. Wobei Push und Maschine können natürlich gut zusammen betrieben werden, wenn man das nötige Kleingeld besitzt.

Bildschirmfoto 2014-02-11 um 11.07.48

Maschinen Zukunft

Wenn ich mit dem großartigen neuen Controller zusammenarbeite und den Workflow genieße, stellt sich mir die Frage, warum ich Gesang und Gitarrenparts nicht auch noch mit Maschine aufnehmen kann. Maschine Studio weckt Begehrlichkeiten, die das Konzept möglicherweise nicht verträgt. Eine Lösung wäre z.B. eine Art Erweiterung (Add-on) für Maschine anzubieten, mit der man zusätzlich zum Scene-Arranger acht linear laufende Spuren hinzufügt. Mischen und Mastern ist mit den entsprechenden Plug-ins schon heute kein Problem.

Native Instruments sollte sich unbedingt darauf konzentrieren, Komplete und Maschine noch besser miteinander zu verkoppeln und wenigstens die wichtigsten Drittanbieter Plug-ins und Librarys zu unterstützen. Die maßgeschneiderten Drum-Synths in Maschine zeigen eine Richtung auf, in die NI weiter denken sollte. Einfache Tools von Lead-Synths bis hin zu abgefahrenen kleinen Sample-Zerstörer würde ich gerne in den nächsten Updates sehen. Genauso habe ich mir während des Sounddesigns gewünscht, einige Parameter mit LFOs, Hüllkurven und Sequencer zu bearbeiten, so wie es heute schon mit GuitarRig möglich ist. Warum die sehr gut spielbaren Pads immer noch nicht mit musikalischen Skalen gefüttert und normiert werden können, verstehe ich nicht.

Fazit

Maschine Studio verarbeitet das gesamte Native Instruments Portfolio, wenn wir mal von Traktor absehen, zu einer großartigen Workstation für den Computer. Es umfasst die gesamte Firmengeschichte, angefangen mit Stephan Schmitts Generator (die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt noch an das eigenwillige Design) bis hin zu der neuen Kontakt-Library Action Strikes. Native Instruments Maschine Studio ist das erste Hard-/Software-Bundle, das mich persönlich überzeugt, mit einem Computer so umgehen zu können, wie ich es von meinem Klavier gewohnt bin. Eine wirklich großartige Arbeit aller Mitarbeiter von Native Instruments!

Plus

  • von Grund auf neu programmiert
  • Multicore Support
  • Maschine Software 2.0 funktioniert mit allen Maschine-Controllern
  • NI Komplete-Integration (ist aber noch ausbaufähig)
  • grandioser Workflow
  • neue Hardware-Features gewinnbringend umgesetzt

Minus

  • keine Unterstützung des alten Pattern-Formats
  • noch Probleme mit Drittanbieter-Stoftware (Steinberg Cubase 7.5 und U-he Diva)
  • das Channel-Konzept ist mir persönlich noch zu wenig intuitiv
  • über die Pads können immer noch keine Skalen gespielt werden

Preis

  • Maschine Studio: 999,- Euro
  • Maschine Software 2.0 Update: 99,- Euro
  • Komplete 9 für Maschine-User: 399,- Euro
  • Komplete 9 Ultimate f. M.-U.: 749,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Teufelskerl  

    Also das Update der Software würde ich wirklich jedem Maschine – Nutzer ans Herz legen.
    Einfach nur Klasse das Teil!

    Ob man jetzt den Maschine Studio Controller braucht, wenn man jetzt schon ne Maschine MK II hat?
    Meiner Meinung nach nicht unbedingt.
    Ich finde, dass man mit den Shift – Shortcuts auch super einfach klarkommen kann.

  2. Profilbild
    smoo  

    Sehr guter Test, der einzige Test, der ziemlich genau das vermittelt, was ich über den Maschine Studio Controller denke.
    Eine kleine Ergänzung (Ich glaube das wurde nicht erwähnt). Reaktor-Instanzen (z.B. Space Master 2) kann man laden, ohne Reaktor. Und sie sofort editieren, als sitzt man vor einem Hardwareteil. In der DAW stört mich, dass immer auch Reaktor geladen wird, so ist das viel schneller.
    Schön wäre es allerdings, wenn man Reaktor-Instruments direkt anwählen könnte, oder z.B. im Guitar-Rig den Deflector. Das geht nicht, nur via Presets. Ausserdem habe ich bisher keine Ahnung, wie man eigene Presets von FX-Modulen dann speichern kann (z.B. Ein eigenes Reverb im Space Master 2).

    • Profilbild
      j.rauner  RED

      smoo, ich glaube, da irrst du dich. Während du eine „Reaktor-Instanz“ öffnest, wird automatisch Reaktor im Hintergrund geladen. Nur wird dies grafisch ausgeblendet. Mittels dem Stiftsymbol auf der jeweiligen Instanz kannst Du dies auch nachvollziehen und natürlich die Instanz auch editieren sowie speichern.

      Ich würde es auch gut finden, wenn man die einzelnen Plug-ins von Guitar-Rig laden könnte. Bei den Reaktor-Instrumenten kann man das ja indirekt, indem man sich einfach ein Default-Preset reinlädt.

  3. Profilbild
    Olaf Olafson

    Seltsam, dass hier niemand darüber schreibt, ob dieses „Groove Production Studio“ nun wirklich auch groovt? Wenn man sich die Klangbeispiele hier anhört, kann man nur sagen: nein, groovt nicht! Ich habe die Maschine auch selbst testen können und bin zu dem gleichen Schluss gekommen: Tolle Hardware, stabile Software – aber feeling gleich null. Kein Charakter, schlimmer noch, ich finde das Timing absolut nichts sagend. Und durch das grobe Quantisierungsraster hilft auch das Verschieben von einzelnen Instrumenten so gut wie nichts. Nun wird der Einwand kommen, dass ja eigentlich der jeweilige Computer den Groove bestimmt…, ja richtig. Aber zum Beispiel macht Akai mit der MPC Studio vor, wie das auch gehen kann, denn das groovt absolut. Nein, ich bin kein Akai-Mitarbeiter und es gibt sicherlich auch noch andere Mitbewerber, die das viel musikalischer angehen, als Native Instruments das gemacht hat.

    • Profilbild
      kritik  

      das ding hatt noch nie gegroovt
      irgendwie hängt das timing
      oder zu exakt .keine ahnung
      auch die swings helfen nur selten
      andere software wie motu bpm oder spark in der 1.6.1 version groovt sehr viel besser
      schade um so eine geile software
      es fehlt 80 -99 prozernt inputquantisierung
      auf alle noten
      oder groove quantize in echtzeit

    • Profilbild
      kritik  

      die mpc ren groovt nur wenn du sie beim einspielen mit weniger als 100 prozent
      quanti input einstellst
      ansonsten ist das microtimming ähnlich steiff.

      nicht so bei geist imaschine impc .und motu bpm
      die ipad versionen der apps grooven ganz ernorm anders.
      für mich sehr viel besser .
      ich hab nur pc windows -vielleicht ist es auf dem mac anders
      oder das ipad app timing ist über midi intern getriggert-keine ahnung

    • Profilbild
      DuncanMcDope

      ja das mikrotiming und die quantisierung sind nun wirklich nicht roger linn mäßig, .Aber treibende grooves bekomm ich auch mit der Maschine hin.Drums grob einspielen, den ersten und dritten Grundschlag quantisieren , alles andere dazwischen so lassen, hier n bisschen verschieben, da n bissel wegnehmen,
      nochn paar Shaker dazu ….gerade für hip hop ist es ja wichtig das die drums groovie sind, und das ist mit der Maschine definitiv machbar,auch wenn man nicht Jeremy ellis heisst =P

  4. Profilbild
    der nick  

    Hallo zusammen,

    bin auf der Suche nach nem Logic ProX Controller. Kann man mit der NI Maschine Studio, Logic anständig und ohne Hürden steuern? Die mitgelieferte Software interessiert mich weniger. Ich will möglichst oft Logic`s eigene Werkzeuge und Möglichkeiten nutzen und nur bei Bedarf auf Plug In`s ausweichen. Den Mixer und einige andere Funktionen steuer ich mittels iPad Remote App, das klappt prima. Aber insbesondere für das arbeiten an und mit der Timeline, einige Tastaturbefehle und das Einhämmern von Beats fehlt mir ein vernünftiger Controller.
    Ist die NI Maschine Studio das richtige oder was nehmt ihr dafür?

    Vielen Dank für eure Tipps und Infos im voraus.

    Nick

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo der Nick,

      das was du vor hast sollte gehen, auf Youtube gibt es hierzu etliche Video dazu, ich arbeite wenn es dann sein muss mit den nano Pads und dem Novation Launchpad. Das Logic steuere ich mittels Ipad, Tastatur Shortcuts und Trackpad. Ich denke das Machine schon ein guter Kontroller ist. Wie von Teufelskerl geschrieben kann auch Maschine Mk 2 für dich ne Alternative sein, ich würde das erstmal ausprobieren. Ich habe im NI Forum zu dieser Thematik auch schon Threads gelesen, vielleicht liest da auch,

      Gudde ToB

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    kritik  

    shift hatt immer genervt
    ohne ist besser
    neue externe soundpacks sind erste sahne .
    allerdings find ich die neue software oberfläche wenig intuitiv sondern eher ne art verstau kunst .
    verschlimmbessert
    auch der reimport von weggemachten features
    kommt mir wie zeitschinden vor .
    es fehlen immer noch n haufen standarts .
    die ich als komponist ,beatmacher oder arrangeur erwarte .

  6. Profilbild
    kritik  

    soundbeispiele allerdings keine daNCEMUKKE :
    SONDERN SEHR PERSÖHNLICH
    und manschmal versi orgel keyboard mässig

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      kritik  

      hier wollte wohl jemand seine eigene musik zeigen .
      weil als groovebox vorstellung eher daneben .
      musik klingt nach theaterwissenschaft und philosphie glaube ich

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      kritik  

      ok ,dann eben noch genauer-soundbeispiele haben keinen rytmuss.oder ?
      das ist für ne groovebox echt sinnlos .

  7. Profilbild
    kritik  

    soundbeispiele passen nicht zu einer groove box.

    ich hab mal mit den swing auflösungen rumgespielt- das sind ja meistens creshendis diese 1-1 -1-2 -6-16- 9-16-….
    in kleinen prozenten und verteilt ,ging dann was bei house und beats bis etwa 136 bpm –
    problem ist nur ,das sie eigendlich nicht straigt , sondern bögen mit auf und ab verschiebungen sind .
    dadurch ensteht unbewusst solch ein feeling das nicht straight ist .

    maschine hatt irgendwas komisches mit seinem -timing -da ist sone klavier metronom feel drin. andere sequender wie cubase logic oder bitwig klingen normal.

    maschine hatt AUSERDEM ein problem mit der auflösung 960 ppq beim midi input.
    selbst bei abgeschaltetem raster oder inputquantize off- IST DAS DA.

    erst bei makiertem pattern und dann noch mehr beim abspielen des leeren patterns wird das microtiming jedesmal stärker komprimiert ..ehrlich .

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      kritik  

      diese komprimierung findet sogar bei vstplugins mit eigenem sequencer statt.wenn ich IN MASCHINE ein geist oder spark midiloop abspiele mit deren eigenen sequencer
      wir dabei :
      DAS EIGENTLICH EXTERNE PATTERN DES VSTIS EBENSO KOMPRIMIERT wenn ich das maschine leer pattern makiere oder auf maschine play drücke.
      ich habe auch den sync ausgemacht – nützt nichts

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        kritik  

        was soll das für ein rytmuss sein in den beispielen.z.b 8
        hört sich an wie von einem 5 jährigem der nichtz syncron spielen kann – oder ist das avantgarde wieder mal-

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