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Native Instruments Reaktor 6.3, Front Panel Patching Update

13. April 2019

Der Einzug der Patch-Kabel in Reaktor 6

Modular ist auch in 2019 ein großes Thema. Dieses merkt man am Markt an Software Modular-Synthesizern, der derzeit so groß ist wie noch nie: Softube Modular, VCV Rack, Voltage Modular, Reaktor 6 usw. Der Letztere wurde heute mit einem großen Gratis-Update für die Zukunft fit gemacht und attackiert so gesehen die aktuelle Konkurrenz frontal.

Das neue Reaktor 6.3 Update führt neben einem neuen Rack-File-Format auch Front-Panel-Patching ein. Das heißt: Man kann jetzt visuelle Patch-Kabel ziehen und einzelene Block-Module miteinander verbinden, so wie man es bereits von anderen virtuellen modularen Synthesizern kennt.

Native Instruments Reaktor 6.3

In den neuen und aktualisierten Blocks findet man nun auf der linken wie auch rechten Seite Ein- und Ausgänge für Audio- und CV-Funktionen. Zum Patchen stehen 8 verschiedenen Patch-Kabel-Farben zur Auswahl. Komplette Patches werden im neuen Rack-Format sehr effizient gespeichert inklusive aller Kabelverbindungen.

Das neue Front-Panel-Patching ist kompatibel mit der vollen Reaktor 6 wie auch mit der Reaktor 6 Player-Version. Schade ist, dass die große Masse an gratis Block-Modulen in der User-Library auf der Native Instruments Website nicht mit dem neuen Framework kompatibel sind. Ob diese in naher Zukunft auf das neue Rack-Format aktualisierbar sind, weiß man nicht. Dazu gibt Native Instruments keine genauen Informationen. Man kann es nur offen.

Native Instruments Reaktor 6.3

Zum perfekten Einsteig in die neue Reaktor 6.3 Welt hat Native Instruments zwei neue Erweiterungen für das Rack-Framework vorgestellt. Blocks Base besteht aus 24 Block-Modulen, die dem Nutzer die Grundkentnisse von klassischer modularer Synthese zeigen sollen. Das Base Bundle besteht aus VCO, VCF, VCA, ADSR, Sequencer, diversen Utility-Modulen und ist kostenlos für alle Nutzer des Komplete Start Bundles.

Für alle Besitzer der vollen Reaktor 6 Version oder Komplete 11/12 gibt neben des Blocks Base auch das Blocks Prime Bundle als Gratiszugabe. Zu den 24 Basis-Modulen kommen nochmals 23 Spezifische dazu. Hier findet man beispielsweise den Monark oder einen West-Coast Synth als einzelne Module. Zur guter Letzt gibt auch noch viele kleine Neuerungen, Verbesserungen und Bugfixes im neuen Reaktor 6.3 Update.

Reaktor 6.3 ist jetzt als Gratis-Update verfügbar und registrierte Nutzer bekommen die neuen Erweiterungen automatisch über ihren Account. Offiziell wird das Update erst am Montag auf der Website angekündigt , ist aber bereits seit gestern (Freitag) für alle verfügbar. Nach meiner Meinung ein sehr gutes Update für Reaktor, das vor allem das Patchen deutlich vereinfacht. Auch ist Reaktor nun eine gute Grundlage, um das Patchen mit einem Eurorack-ähnlichen Synthesizer kennenzulernen.

 Beats  Keys  Studio  Vintage
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Eine tolle Überraschung zum Wochenende :)
    Dadurch wird die Blocks-Struktur endlich kreativ bedienbar. Auch wenn man beim Patchen immer noch ein wenig „um die Ecke“ denken muss, kommt man jetzt viel schneller zu brauchbaren Ergebnissen.

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    Rastkovic

    Ich bin überhaupt nicht begeistert. Das Update wird offensichtlich von denen am meisten begrüßt, die Reaktor vorher nicht benutzten. Der einzige positive Effekt den das ganze haben könnte, ist dass jetzt vielleicht mehr third party Blocks Module erscheinen. Unfiltered Audio hat gerade den Anfang gemacht….

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      Rastkovic

      Das der neue Rack Mode für User Blocks Module geöffnet wird halte ich für mehr als unwahrscheinlich. Dann gäbe es nur noch für „Builder“ einen Grund die Reaktor Vollversion zu kaufen…..

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    herw  

    völlig enttäuschend!
    Das ist ein weiteres Kapitel von halbherzig durchgeführten Updates. Wie schon mehrfach wird ein neues Kapitel (in diesem Fall Front-Panel-Patching) angerisssen, ohne es konsequent zu Ende zu denken.
    REAKTOR ist eine grafische Programmiersprache. Sie verkommt zu einer oberflächlichen Präsentationssoftware. Grundlegende Sprachprinzipien werden nicht eingeführt: Es fehlen in core zum Beispiel Iterationen, Order-Module, dynamische Datentypen, vollständige Kommunikation von Primary-Tables und Core-Tables, vollständig unterstütztes screen-Patching im Ensemble Mode, Aufarbeitung des Send-Receive-Prinzips (ist seit Jahren unbrauchbar), Voice-Managament in Core etc..
    Primary und Core kranken immer noch an unterschiedlichen event-Paradigmen.

    Eine vollständiger Neuansatz muss endlich statttfinden. das Festhalten an irgendwelchen Abwärtskompatibilitäten bringt uns nicht weiter.
    Empfehlungen von interessierten Ensemble-Entwicklern und Betatestern werden überhaupt nicht beachtet.
    REAKTOR verkommt zu einem REAKTOR-to-go :( .
    Es fehlt offenbar der geniale Kopf im Hintergrund, der das Gesamtkonzept (auch über mehrere Jahre) in den Händen hält. Vadim Zavalishins geniale Einfälle beschränken sich leider auf Filterdesign.
    Die eigentliche Idee des Rackmodus ist es, eine neue Kundschaft zu gewinnen, was durchaus richtig ist. Aber wieso muss es dann eine Abkehr von der wundervollen grafischen Programmiersprache sein?
    Interessierte nicht-kommerzielle Entwickler werden vor den Kopf geschlagen.

    ciao herw

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      AMAZONA Archiv

      Mag sein, dass das Update für Profi-Programmierer enttäuschend ist, aber für den „Casual“-Nutzer ist es meiner Meinung nach genial. Außerdem gefallen mir die mitgelieferten Kontour- und Prism-Ensembles viel zu gut, als dass ich da noch selber was programmieren müsste :)
      Für schnelle Audio Effekte finde ich die Patch-Kabel Option auf jeden Fall brauchbar.

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        herw  

        Brauchbar mag ja sein. Du vergisst leider die Riesen-Library, die nur möglich war, durch die selbstlose unentgeltliche Hingabe der vielen REAKTOR-User mit über 4000 Ensembles.
        Wenn es nur um REAKTOR-to-go geht, dann genügt es, auf weitere NI-Entwicklungen zu warten, allerdings hat das seinen Preis.
        Ich habe immer viel Freude daran gefunden, anderen Usern Ideen und Konzepte zu vermitteln. Das wird durch die mittlerweile dominierende Unternehmenspoltik stark unterdrückt oder zunichte gemacht.
        Meine Kreativität lässt dadurch jedenfalls nach. Aber ich bin nur ein Hobby-Entwickler. Audioeffekte gibt es übrigens auch von anderen Firmen. Innovation außerhalb der normalen Wege wird unterdrückt.

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          Tom Aka SYNTH ANATOMY  RED

          Man wird ja nicht gezwungen das Frontpanel Patching zu nutzen, man kann weiterhin die Module aus der User Library benutzen. Es ist eine weitere Option die Reaktor 6 jetzt bietet

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            herw  

            Das ist klar; das Problem ist, dass die andere Seite (primary/core) nicht in ihren Möglichkeiten abgeschlossen wird; kein Ansatz wird zu Ende gebracht. REAKTOR ist von NIs Seite eine Baustelle, auf der immer mehr Löcher geöffnet werden, aber keines mal gestopft wird (siehe meine oben angedeuteten Beispiele).

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          AMAZONA Archiv

          „Innovation außerhalb der normalen Wege wird unterdrückt“.
          NI ist eben an allem schuld :)
          Wer will und kann, darf immer seine eigene Softwarefirma gründen. Nur so ein Gedanke.

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            herw  

            Eine eigene Softwarefirma muss man nicht gründen, denn NI gibt es schon. Was ich bemängle ist die Richtung, die die Firmenspitze vorgibt.
            Im übrigen empfehle ich, mal einen Blick in die user library zu werfen, insbesondere auf die Ensembles, die sich mit modularen Konzepten beschäftigen, auch mit front panel patching.

  4. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Ich sehe da jetzt keine erweiterte Funktionsweise wie zuvor außer dem Umstand, dass nun virtuelle Kabel über den ebenso virtuellen Frontplatten hängen oder hat sich unter der Haube auch noch was getan wie. z.B. Performance Steigerung etc.?
    Die Patch Eingangs/Ausgangspunkte sind doch identisch wie in der bisherigen Version wo man dieses quasi Node basierend macht oder habe ich was übersehen?
    Dieses „Update“ wäre als nur rein kosmetischer Natur…das jetzt als Neuheit anzupreisen hmmm bedenklich. Den einzigen Vorteil würde ich darin nur sehen, dass man den Signalweg besser (da es übersichtlicher ist) verfolgen kann als ein rein Node basiertes Patchen.

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