Top News: Palette und Patchblocks – Modulare Musikcontroller

24. November 2013

Virale Modularität beim Crowdfunding

Dass dieser Tage alles zerfällt und darauf brennt, wieder neu zusammengesetzt zu werden, ist wohl nicht nur der Zeitgeist oder ist die Zeit reif dafür? Im computergestützten Musikbereich, in dem die Kombinierbarkeit der Einzelteile schon länger ein gefragtes Feature ist, ist dieser Trend noch weit davon entfernt, langweilig zu werden. Nach dem Mawzer, dem modularen DJ-Set und aktuell nach Korgs littleBits sind nun gleich zwei Kickstarter-Projekte am Laufen, die sich dem Lego-Prinzip annehmen.

Palette

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Das sind kleine modulare Controller-Einheiten. Die Palette-Einheiiten bestehen bisher aus einem Fader, einem Regler, einem Knopf und einem ein X/Y-Pad und nun auf beliebige Weise zusammengesetzt werden. Dabei ist auch die räumliche Anordnung ziemlich frei, denn jede Einheit hat auf drei Seiten eine Schnittstelle zum Anschluss eines weiteren Moduls. Gespeist wird das Ganze per USB. Die Funktion der Module wird ausschließlich per Software festgelegt und kann jede beliebige Anwendung steuern. Ob Grafiksoftware, Musiksoftware oder Computerspiele oder sonstiges ist dabei völlig egal. Dazu kommt noch, dass die Module über eine RGB-LED-Umrandung verfügen, die ein visuelles Feedback der Software an die Controller ermöglicht.

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Endlich die 1:1 Hardwareoberfläche zu einem Software-Synth basteln, ist damit kein technisches Problem mehr. Finanziell vielleicht ehr. Das Projekt veranschlagt C$99 (~€70) für vier Module, C$149 (~€105) für sechs Module und C$399 (~€280) für 16 Module, besteht aus 1x Power, 4x Buttons, 5x Dials, 6x Slider. Für C$200 mehr gibt es die „Holzseitenteile‟-Ausgabe der Controller. Die Kampagne endet am 6. Januar, 2014.

Patchblocks

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Das sind kleine programmierbare Standalone-Hardware DSP-Einheiten mit folgenden Eigenschaften: – Stereo Audioeingang – Stereo Audioausgang – 2 Kanal Digital Eingang – 2-Kanal Digital Ausgang – 2 frei belegbare Regler – 2 frei belegbare zuweisbare Knöpfe – per USB ladbarer LiPo-Akku – 10bit / 20kHz Audio-Sampling Rate. Die Blocks können als Standalone-Hardware-Effekte betrieben werden, im Verbund als Signalkette verschaltet werden oder interne Funktionen anderer Blocks beeinflussen. Die Programmierung erfolgt dabei im Stile der Clavia Nord Modular-Serie oder NI Reaktor, per visueller Programmierung, also dem Zusammenstöpseln von vorgefertigten Funktionsmodulen. Was man mit den Modulen macht, ist ausschließlich der Fantasie der Anwender überlassen. Für echte Coder gibt es auch die Möglichkeit, eigene Module für die Visualierungssoftware zu erstellen und mit der Community zu teilen. Zum Benutzen lädt man einen Programm-Patch in den Block und kann diesen dann auch ohne Computer für musikalische Zwecke verwenden, wie z.B. Hall-, Delay-, Chorus-Effekte, um nur eine winzige Auswahl zu nennen.

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Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 4. Dezember. Der Finanzierungseinstieg liegt bei £39 (~€46) für einen Patchblock.

Forum
  1. Profilbild
    hutab

    Das Palette hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Es verbraucht erheblich mehr Platz in Relation zu den Funktionen! Irgendwie ist die Idee ja ganz nett, aber für die Menge an Funktionen die ich bräuchte wäre dann mein halber Schreibtisch mit Modulen vollgestellt.

  2. Profilbild
    Christian Zschäbitz

    Also die Idee mit den Patchblocks finde ich sehr interessant. Preislich ist mir das aber irgendwie ein wenig zu teuer für so eine Spielerei. Für einen einzelnen Effekt mögen 46 Euronen noch ok sein. Aber wenn man wirklich vor hat, sich einen kompletten Synthi zusammen zu basteln, findet man sicher auch günstigere Alternativen am Markt. Auf der anderen Seite kann man hier scheinbar tatsächlich ohne große Mühe alle Bauteile und Eigenarten ganz individuell selbst bestimmen, wodurch das Konzept schon wieder eine Überlegung wert ist…

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