NicomSoft G2500 emuliert das ARP 2500 System

9. Februar 2019

Derzeit nur Stand-alone

Die Synthesizer von ARP sind in den letzten Jahren sehr häufig kopiert worden, ob als Hardware-Nachbauten, Software-Emulationen oder DIY-Projekte. Nach Odyssey und 2600 „erwischt“ es mit dem NicomSoft G2500 nun das Modularsystem 2500.

NicomSoft G2500 nimmt sich das eigenwillige Modularsystem 2500 zum Vorbild, mit dem ARP die Basis für den Erfolgt der Firma legte. Das Konzept unterscheidet sich von anderen Modularsystemen, sowohl damalige als auch heutige, dadurch, dass es anstelle von Patchkabeln zur Verbindung der Module eine Kreuzschienenmatrix gibt, mit der die Verbindungen des Signalflusses hergestellt werden. Entwickler Alan R. Pearlman soll angeblich Patchkabel gehasst haben. Die Atmosphäre des Arbeitens mit dem ARP2500 wird von der Bedienung mindestens eben so sehr bestimmt wie von seinem Klang.

Das G2500 beinhaltet natürlich am Vorbild orientierte Module, als auch eine Neuentwicklungen. Zur Ausstattung gehören folgende Module, die so auch am Original vorhanden waren:

• 1002 Power Control
• 1004-T Oscillator (4x)
• 1005 Modulator Amplifier
• 1006 Filter Amplifier
• 1016 Dual Noise / Random
• 1027 Ten-Position Sequencer
• 1033 Dual Envelope Generator
• 1036 Sample & Hold / Random Voltage
• 1047 Multimode Filter / Resonator
• 1050 Sequential Mixer

Dazu kommt ein neues I/O-Modul und ein virtuelles Keyboard, das dem 3001 nachempfunden ist. Noten können über MIDI, aber auch über die Computertastatur (16 Tasten) gespielt werden.
Die gespielten Klänge können auf Knopfdruck direkt als WAV-Files auf die Festplatte gespeichert werden. Patches werden als Text-Files gespeichert.
Die GUI, die in Silber oder Schwarz gewählt werden kann, lässt sich zoomen.

Der Haken an der Sache ist, das NicomSoft G2500 bislang nur als stand-alone Version für MacOS und Windows verfügbar ist. Ein Betrieb als Plug-in unter den Schnitstellen VST, AU oder AAX ist derzeit noch nicht möglich. Man kann nur die gespeicherten WAV-Files an eine DAW senden oder den Softsynth live spielen. Es bleibt abzuwarten, ob der Entwickler eine Plug-in Version nachliefern wird.
Für NicomSoft G2500 ist eine Demoversion mit eingeschränkter Laufzeit (20 Minuten) und ohne Save-Funktion verfügbar. Die Software wird derzeit für einen Einführungspreis von 100,- Euro angeboten.

Forum
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    lightman  AHU

    Als Bewunderer des 2500 werde ich die Demoversion mal testen, das Teil fasziniert mich seit Anbeginn. Würde wahnsinnig gern mal hören, wie es in Wirklichkeit klingt.

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      hubschat

      Im Synthorama in Luterbach steht einer spielbereit mit einem Seitenflügel.
      Das Experimentalstudio des SWF hatte in Freiburg-Günterstal auch mal einen mit 2 Seitenflügeln stehen; bei dem hatte man die Schiebeschalter durch einen Eigenbau ersetzt: zum Verbinden wurde ein Stift kurz an den Kreuzungspunkt gehalten (magnetisch oder kapazitiv – weiss nicht mehr) und die Verbindung wurde dann durch eine LED angezeigt – hatte lt. Studio weniger Probleme mit Übersprechen.

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        lightman  AHU

        Danke für die Info, sehe mir gerade die Homepage des Synthorama an. Ich schätze, da wird wohl mal ein Besuch fällig werden, die haben auch noch andere schöne Sachen.

        Über die Probleme mit der Schiebematrix habe ich schon gelesen. Das Übersprechen ist die eine Sache, eine andere ist die fehlende Übersicht. Man spart sich zwar den Kabelsalat, sieht aber nicht immer auf den ersten Blick, was wie gepatcht ist.

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            lightman  AHU

            Ich habe keine praktische Erfahrung mit dem Synth, aber was man aus Anekdoten und Erfahrungsberichten so hört, soll die Matrix ihre speziellen Tücken haben.

            Einen echten 2500er werde ich aber sowieso nie besitzen und bei der Software wird das Problem wohl nicht auftreten, insofern solls mir so oder so recht sein.

            Ich habe schon ein wenig mit der Software rumgespielt. Hat ein bißchen gedauert, bis ich dem Ding einen Klang entlocken konnte, da muß man schon genau hinschauen. Fühlt sich so richtig nach BBC Radiophonic Workshop, EMS-Labor und Tristram Cary circa 1967 an, sehr fein.

            100 Euro sind schon ’ne Ansage, aber ich schätze, da ist auch ganz schön Arbeit reingeflossen. Mal sehen, ob ich mir das leiste… bin gerade schon sehr in Versuchung… das wäre dann mein erster Software Synth, ich hab‘ nichtmal ein MIDI-Interface für meinen PC…

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