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Fazit

Die Nachfolge eines Technics 1210 MK2 anzutreten ist ein mutiges Projekt. Pioneer geht dies offenbar ernsthaft an, hält sich jedoch bedauerlicherweise nahezu penibel an das Design und Funktionalität des Klassikers.

Der Test beweist, dass man mit dieser Strategie und mehr als 50 Jahren eigener Erfahrung im Bau von HiFi-Schallplattenspielern, einen sehr ordentlichen DJ-Plattenspieler schaffen kann, der auch im Club einen guten Dienst leisten könnte. Zumindest in diesem Punkt ist Pioneer mit dem PLX-1000 abseits vom Technics alleine auf weiter Flur.

An die Geruhsamkeit und das latente Desinteresse eines Technics 1210 MK2 hinsichtlich dem, was um ihn herum passiert, kommt der Pioneer PLX-1000 nicht ganz heran, man darf ihm aber gerne attestieren, dass er von allen DJ-Plattenspielern, die aktuell auf dem Markt sind, diesem Ziel am nächsten herankommt. Es mag dem Technics-affinen DJ nun nicht gefallen, aber in Hinblick auf die oben bereits gestellte Gretchenfrage lautet die Antwort: Ja, ich kann mir einen Pioneer PLX-1000 im Club vorstellen. Den Rang ablaufen wird der Pioneer Plattenspieler dem Technics 1210 MK2 jedoch nicht, zumindest jetzt noch nicht, dazu ist die ideologische Bindung einfach zu stark.

Nichts desto trotz, der PLX-1000 überzeugt durch gute Qualität und gute Verarbeitung, ebenso durch unaufgeregtes Design und Funktionalität.
So massiv jedoch, wie man sich bei dem PLX-1000 bereits äußerlich (und das Innere habe ich noch nicht einmal gesehen) am Technics 1210 MK2 orientiert hat, kann man nicht behaupten, Pioneer hätte hier viel eigene Entwicklungsleistung gehabt. Ganz im Gegenteil, man hat hier offensichtlich versucht, einen Nachfolger beziehungsweise einen Ersatz im gleichen Gewand und gleichem Handling zu schaffen, die Lösung, für das Problem, dass Technics / Panasonic den Bau des 1210 MK2 eingestellt hat. Frei nach dem Motto: Wenn Technics keine 1210er mehr baut, bauen wir sie halt und schreiben Pioneer drauf. Marktstrategisch absolut nachvollziehbar und auch akzeptabel, für einen Preis von rund 700,- Euro hätte ich persönlich jedoch nicht nur einen adäquaten Technics-Ersatz erwartet, sondern bitte gerne auch einige mehr Features und eigene Ideen aus dem Hause Pioneer – mehr als die Start-Stopp-Taste in die Form eines CDJ zu bringen. Andere Anbieter bieten hier weitere sinnvolle Funktionen, zum Beispiel einstellbare Start-Stopp-Zeiten, einstellbares Drehmoment, MIDI-Funktionen oder einen internen Preamps. Pioneer besinnt sich dagegen auf das Minimum, setzt jedoch zeitlich den höchsten Preis an.

Nun wird das Fazit zur Bredouille. Auf der einen Seite bieten andere Hersteller mehr Funktionen und einen fortschrittlicheren Entwicklungsstand, auf der anderen Seite ist der Pioneer PLX-1000 der erste DJ-Plattenspieler, dem ich ein erfolgreiches bestehen im Cluballtag zutrauen würde.
Mit dieser Aussage ist aber zugleich eine Empfehlung verbunden, sich selbst zu überlegen, was mir als DJ wichtig ist, ob ich Wert auf die Robustheit annähernd im Rahmen eines 1210ers und auf Clubkompatibilität lege oder ob ich vielleicht lieber weitere Funktionen nutzen möchte und preislich etwas günstiger unterwegs bin und der Plattenspieler unterm Strich nur im Heimgebrauch laufen wird.

Mit rund 700,- Euro liegt der PLX-1000 in meinen Augen jedoch über einem gerechtfertigtem Preis. Nicht weil er qualitativ Mängel besitzt, sondern weil es schlicht und einfach ein verbesserter Nachbau eines anderen Plattenspieler ist, ohne weitere Funktionen und mit am Ende doch nicht derselben Qualität. Daher gibt es den Negativpunkt Preis-Leistungs-Verhältnis. Designmäßig enttäuscht es mich, dass man hier wirklich im Detail einen Technics nachgebaut hat, der zwar auf den ersten Blick als nicht-Technics erkennbar, jedoch teils detailgetreu dasselbe ist. Das ist nicht innovativ liebe „Pioneere“.

Plus

  • gute Verarbeitung und qualitativ (hoch)wertige Materialien
  • vertrautes und gutes Handling
  • einstellbare Pitchrange
  • gute Absorption durch massives Gehäuse und einstellbare Füße

Minus

  • abgesehen von der Pitchrange keine weitere Funktionen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • kein hochwertiges Kabel trotz vergoldeter Anschlüsse
  • keine Design-Innovation, eher 1:1 Kopie

Preis

  • Ladenpreis: 699,- Euro
Forum
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    Betancourt  

    Ich bin positiv überrascht, daß im Jahr 2014 ein so renommierter Hersteller ernsthaft versucht, einen neuen Club-Plattenspieler zu etablieren. Mein Eindruck ist nämlich der, daß Turntables in den House- und Technoclubs leider auf dem Rückzug sind. In Berlin zumindest sieht man auch in etablierten Clubs immer häufiger DJ-Setups, die nur noch aus 2 CDJ-2000 bestehen, während noch vor 5 Jahren Plattenspieler überall eine Selbstverständlichkeit waren. Dasselbe höre ich auch von DJ-Freunden, die u.a. deswegen von Timecode-Vinyl auf CD bzw. USB-Stick umgestiegen sind. Wenn Pioneer nun ihren PLX-1000 vorstellen spricht das allerdings doch dafür, daß es wohl durchaus noch einen größeren Markt für Club-Turntables gibt – ein schönes Signal!
    Es wird auch höchste Zeit, da die Technics, die heute noch in den Clubs stehen, oft schlecht gewartet sind und sauberes Auflegen nicht gerade erleichtern bzw. in manchen Fällen auch für erfahrene DJs fast unmöglich machen.
    Den Preis für den Pioneer finde ich fast schon in Ordnung, vorausgesetzt er wird den Erwartungen gerecht – dieser entspricht doch in etwa dem, was zuletzt für den M5G bezahlt werden mußte bei vergleichbarer Funktionalität.

  2. Profilbild
    doc analog  

    Ich bin gespannt auf ersten „Langzeitergebnisse“. Wie wird sich dieser TT im harten DJ Alltag schlagen? So richtig interessant wäre es, den Motorblock bzw. die Servosteuerung zu sehen. Ich gehe davon aus, dass bei einem DC Motor mit 4,5 Kg Drehmoment ( was jetzt nicht weltbewegend ist – gab es schon beim ersten Numark TTX1) ein standard Servo IC TA7259 verbaut wurde.? Wenn Leistungsbauteile dann eine unterdimensionierte Kühlung haben, gibt es auf Dauer Probleme.
    Auch hätte ich bei dem Preis einen austauschbaren Tonarm erwartet, um sich wenigstens ein bissle vom 1210er abzusetzen. So soll es wohl wirklich ein reiner Club Turntable sein.?

  3. Profilbild
    maddin808   1

    Hallo Bolle,

    hast du auch die Gleichlaufschwankungen mit nem Technics vergleichen? Wäre für mich mit das Wesentliche.

    Oder hat vielleicht jemand anderes das ausprobiert?

    Danke für den Artikel :)

    Maddin

  4. Profilbild
    silicium

    „Die Unterseite des Plattentellers ist gummiert, wobei mir zugegebenermaßen der Sinn von dieser Schicht nicht erschließt, denn sie berührt keinerlei andere Bauteile des Players.“

    Das ist um die Vibrationen am Teller selber zu daempfen. der Teller hat immerhin eine Beruehrung mit dem Konus am Motor.

    der 1210er hat die uebrigens auch.

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    Neo1983

    Also ich muss sagen das Pioneer scheinbar einiges verbessert hat seit dem dieser Artikel geschrieben wurde.

    1. Ich kann nicht ein bisschen wackeln des Tonarms feststellen wenn ich leicht an ihm rüttel

    2. Bei mir liegen keine billigen Plastik Chinchkabel dabei sondern Hochwertige vergoldete Chinchkabel aus Aluminium. Also sehr edel finde ich!

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    Neo1983

    Mir ist bei meinen PLX-1000 aufegfalle das der Tonarm mittlerweile auch Spiel hat bzw leicht wackelt wenn man an ihm rüttlet. ich kann das nur auf die Lager zurück fürhren. Ist dies bei irgendjemanden bzw bei anderen auch der fall?

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Passenderweise wurde mir das letzte Woche auch einmal berichtet.

      Den Lock-Hebel hast du anständig angezogen oder?

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        Neo1983

        Ich glaube nicht, aber das wackeln kommt ja von der Achse, wo die Madenschrauben rechts u Links sind, soweit ich das feststellen konnte? Du meinst den Löck Hebel für die Höhenverstellung? Hat das denn was mit dem Lockhebel zu tun?

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          Bolle  RED

          Verstehe, ich dachte, die gesamte Base wackelt. Dann zieh die Madenschrauben vorsichtig nach.

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    Neo1983

    Hey Bolle.

    Hatte den einen Plattenspieler eingeschickt gehabt, weil mir der Servicetechniker sagte das da nix wackeln oder so darf. Es wurde repariert und ich habe ihn heute wiederbekommen. Es ist jetzt alles Einwandfrei, nix wackelt mehr, wenn man am Tonarm rüttelt, selbst nicht wenn man leicht oder soll rüttelt.Da ich in den letzten Tagen in einem Musikgeschäft war und mir einen der dort stehenden Pioneer Plattenspieler angeschut habe, hatte ich festgestellt das es dort ebenfalls so ist(das sehr leichte wackeln) Dachte dann erst es währe normal, weil dies ja auch bei meinem zweiten Turntable der Fall ist.(so wie es beim ersten auch war) Habe daruf hin beim Tchniker angerufen(Pioneer Servicecenter Brückmann, ich kann die wirklich nur Empfehlen, schnelle Bearbeitung, super Support) Hatte daraufhin mit dem Techniker gesprochen und er meinte das er dieses Problem schon öfter hatte. Seiner Meinung kommt deises Problem wahrscheinlich bei der Erstserien Modellen meistens vor. Auf jeden Fall habe ich meinen zweiten Plattenspieler heute auch eingeschikt, da ja noch Garantie darauf ist.
    Ich dachte mir ich schreibe dir meine Erfahrung mal, vielleicht gibt es hier ja auch andere die das selbe Problem haben und ihnen somit geholfen werden kann. schließlich ist der Pioneer, wie ich finde, ein spitzen Plattenspieler und ich bin mehr als zufrieden damit. lg Cloud

  8. Profilbild
    Neo1983

    Das die Tonarmlager beim plx 1000 wohl sehr schnell Spiel bekommen bzw haben, scheint wohl eine der Schwächen des Plattenspielers zu sei, denn soweit ich weiß dürfen die Tonarmlager kein Dpiel haben bzw müssen komplett Spielfrei sein. Oder liege ich da falsch?

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Na..idealerweise sind die Dinger leichtläufig gelagert, aber darüber hinaus bewegt sich da nichts :)

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