Von Klangkunst gezeichnet
Viel wurde geschrieben über die Wegbereiter der elektronischen Musik. Da wären berühmte Namen wie Thaddeus Cahill (1867-1934), dessen Telharmonium von 1900 als erstes elektromechanisches Musikinstrument gilt. Oder Léon Theremin, der 1919 das erste berührungslose elektronische Musikinstrument erfand, das Bob Moog wiederbelebt und etabliert hat.
Auf Musikerseite denkt man sofort an John Cage, Karlheinz Stockhauen oder Piere Schaeffer, Vangelis, Brian Eno oder Kraftwerk. So weit so wahr. Was aber ist mit den Pionierinnen der elektronischen Musik?
Inhaltsverzeichnis
- Musik aus Alltagsgeräuschen
- Stimmen aus dem Jenseits als Wegbereiter
- Faszination Oszilloskop
- BBC: Schicksalsjahre einer Tontechnikerin
- Das After-Work-Tonstudio der BBC
- BBC Radiophonic Workhop
- Viel zu jung in einer viel zu alten Zeit
- Theatermusik mit Sinuswellen-Oszillator und Tonband
- „Still Point“ – Turntablism in den 40ern
- Tower Folly – zu Hause im Tonstudio
- Oramics – die optische Kompositionsmaschine
- Zeichnen auf Filmspuren
- Oramas künstlerische Oramics-Werke
- „Pulse Persephone“: Früher als Stockhausen
- Maschinenmusik mit Seele
- Daphne Oram lebt!
Über wegweisende Ingenieurinnen und Musikerinnen wurde im 20. Jahrhundert fast gar nichts und im frühen 21. noch wenig geschrieben. Zu dominant waren jahrhundertlang gelernte männliche Narrative, die geniale Frauen allenfalls zu Assistentinnen technischer Genies kleinredeten. Immerhin, Clara Rockmore, Delia Derbyshire, Eliane Radigue, Suzanne Ciani oder Wendy Carlos genießen heute breite Anerkennung.
Musik aus Alltagsgeräuschen
Ein weiblicher Name fällt auch in moderneren Zeiten selten: Daphne Oram. An Silvester 1925 im Südwesten Englands geboren, war sie nicht nur eine wegweisende Pionierin elektronischer Musik. Sie war auch die erste Frau mit einem Tonstudio für elektronische Musik. Vor allem war sie die erste Frau, die ein elektronisches Musikinstrument entwickelte: Oramics, ein grafischer Klangerzeuger. Einer der ersten optischen Synthesizer.
Daphe Oram war außerdem eine der ersten britischen Komponistinnen der Musique Concrète – einer 1948 von Pierre Schaeffer erfundenen elektronischen Musik, die aus der Manipulation von aufgezeichneten Alltagsgeräuschen wie Stimmen, Naturklängen oder Maschinengeräuschen besteht.
Ähnlich wie die Collage der bildenden Kunst, wird das aufgenommene Tonmaterial durch Schneiden, Rückwärtsabspielen und Ändern der Abspielgeschwindigkeit kreativ manipuliert. Heute heißt das Sampling. Aber wurde aus einer jungen Frau aus der englischen Provinz eine Pionierin der elektronischen Musik?
Stimmen aus dem Jenseits als Wegbereiter
Daphne Oram erhielt schon als kleines Kind Klavier-, Orgel- und Kompositionsunterricht. Aber erst ein Ereignis im zarten Alter von 17 brachte ihre musikalische Karriere ins Rollen. Orams Vater, ein angesehener Wissenschaftler, hatte Kontakt zu einem populären Medium der 1940er-Jahre namens Leslie Flint. Und dieser – später als Scharlatan entlarvte – Totenflüsterer sagte Daphne im Beisein ihres Vaters eine große Zukunft als Musikerin voraus. Was den Vater davon überzeugte, von einer Krankenschwesterkarriere für seine Tochter abzusehen.
Faszination Oszilloskop
Der entscheidende Impuls für ihren Lebensweg war jedoch ein physikalischer. Mit 18 sieht Daphne Oram erstmals ein Oszilloskop und ist fasziniert. Das bringt sie auf die Idee, das technische Prinzip umzukehren – nämlich den Graphen zu zeichnen, um daraus Sound zu generieren. Eine mutige Idee, die in den 1940er-Jahren noch niemand ernst nahm. Aber die junge Daphne will es wissen und lehnt einen Platz am Royal College of Music in London ab, um 1943 bei der BBC als Tontechnikerin anzufangen.
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BBC: Schicksalsjahre einer Tontechnikerin
In den Wirren des 2. Weltkriegs beginnt Daphne Oram ihre Karriere bei der britischen Stimme des Widerstands. Zunächst mixte sie via Mikrophon aufgenommene Klänge klassischer Konzerte ab. Neben dem Einstellen der Sendepegel entwickelte Oram Soundeffekte für Radiosendungen und entdeckte ihre Begeisterung für synthetische Klangs.
Ein Gamechanger für Orams Werk war das Aufkommen der Tonbänder Anfang der 1950er-Jahre. Schnell erkannte sie das Potenzial der neuartigen Magnetbänder als Kompositionsmedium. Sie verstand, dass Tonbänder nicht nur zum Aufnehmen, sondern zum Komponieren von Musik nutzbar sind. „So wie die Kamera und der Kinofilm die Vorstellungen von Zeit und Raum beim Erzählen von Geschichten revolutioniert haben, könnten das Mikrofon und das Tonband sicherlich dasselbe für die Musik leisten“, prophezeite Oram 1952. Sie lag richtig.
Das After-Work-Tonstudio der BBC
Begeistert von diesen neuen Möglichkeiten, begann Daphne Oram ihr kreatives Doppelleben. Tagsüber kreierte sie Radio-Jingles, erstellte Soundeffekte für Radio- und TV-Sendungen. Nach Feierabend jedoch wurde experimentiert.
Oram schleppte die sperrigen Tonbandgeräte in einen leeren Studioraum und baute sich ihr eigenes Mehrspurstudio. Sie zeichnete Geräusche auf Tonband auf, zerschnitt sie und montierte sie wieder neu. Spielte die Tonbandcollagen mal schneller, mal langsamer oder rückwärts ab. Loopte und überlagerte die Tonspuren. Erschuf neue Klangwelten jenseits der damaligen Vorstellungswelt. Und denkt MADI-Recording und DAW 80 Jahre voraus.
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BBC Radiophonic Workhop
Daphne Oram brannte für ihre avantgardistischen Klangexperimente. Jahrelang versuchte sie die BBC vergeblich zu überzeugen, ein experimentelles Tonstudio für Klangkunst einzurichten. Doch die BBC nahm sie nicht ernst. Erst 1958, nach 16 Jahren, trug ihre Überzeugungsarbeit Früchte. Gemeinsam mit dem Toningenieur Desmond Briscoe durfte sie den später legendären BBC Radiophonic Workshop einrichten. Oram wurde als erste Frau Managerin eines experimentellen Tonstudios, das später Weltruhm erlangte.
In dieser Zeit entstehen innovative Vertonungen, darunter 1957 das radiophonetische Gedicht „Private Dreams and Public Nightmares“ und Samuel Becketts „All That Falls“ sowie die der Science-Fiction TV-Serie „Quatermass and the Pit“ (1958).
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Viel zu jung in einer viel zu alten Zeit
Daphnes Traum vom experimentellen Tonstudio zerplatzte jedoch nur zwei Jahre später. Mit fadenscheinigen Gründen seitens der BBC musste sie ihren hart erkämpften Traumjob an Desmond Briscoe abgeben. Frustriert verlässt Oram 1959 die BBC, um ihre eigenen visionären Ideen umzusetzen. Später wird sie über die BBC sagen: „Sie wollten meine Arbeit, aber sie wollten mich nicht“. Eine avantgardistische Toningenieurin ohne Ehemann und Kinder passte nicht ins Frauenbild der 1950er-Jahre.
Theatermusik mit Sinuswellen-Oszillator und Tonband
Immerhin: während ihrer 17 Jahre bei der BBC entstanden zahlreiche Kompositionen. Darunter 1957 das erste in Auftrag gegebene elektronische Theaterstück „Amphitryon 38“ von Jean Giraudoux. Daphne Oram erschuf die experimentellen Sounds mit einem Sinuswellen-Oszillator, einem Tonbandgerät und selbst gebauten Filtern. Und erschuf damit nicht nur die erste vollständig elektronische Partitur in der Geschichte der BBC, sondern vom Prinzip her auch ihren ersten selbstgebauten Synthesizer.
„Still Point“ – Turntablism in den 40ern
Oram wollte neue Musik jenseits aller Konventionen erschaffen. Sie ist inspiriert von einem der ersten utopischen Werke der Literatur: „Nova Atlantis“ von Francis Bacon aus dem Jahr 1642. Der Text beschreibt eine futuristische Gesellschaft, in der Wissenschaft sozialer Fortschritt bedeutet. „Wir besitzen Häuser der Akustik, in denen wir die Töne und ihre Entstehung erforschen und vorführen“, heißt es dort. Ein Satz, der Orams Leitgedanke wurde.
Schon in den 1940ern begann Daphne Oram zu komponieren. Mit nur 23 Jahren entstand 1948 ihre erste vollständig elektroakustische Partitur „Still Point“ für Doppelorchester, Live-Elektronik und drei 78-rpm-Plattenspieler. „Still Point“ ist eine der ersten Kompositionen, bei der Instrumentalklänge live manipuliert wurden. Dabei veränderte Oram Aufnahmen von zwei Orchestern mit Plattenspielern und Echos in Echtzeit. Und das 30 Jahre vor DJ Kool Herc!
Da wundert es kaum, dass die Menschen von vorgestern eine Komposition von übermorgen kopfschüttelnd ablehnten. Erst 70 Jahre später wurde das Werk vom London Contemporary Orchestra 2016 uraufgeführt.
Tower Folly – zu Hause im Tonstudio
Noch während ihrer kurzen Zeit im BBC Radiophonic Workshop begann Daphne Oram 1957 mit der Arbeit an ihrer Oramics-Maschine, die Grafik in elektronische Sounds umwandeln sollte. Nach ihrem Aus bei der BBC gründete Oram ohne finanzielle Mittel ihr erstes eigenes Tonstudio zu Hause in Kent in einem verlassenen Getreidespeicher: das Oramics Studios for Electronic Composition.
Um ihre Vision optimal in die Realität umzusetzen, holt sie sich Anfang der 1960er-Jahre Verstärkung ins Boot, den jungen Ingenieur Graham Wrench. Sein Know-how als Radartechniker bei der Royal Air Force (RAF), insbesondere im Umgang mit Kathodenstrahlröhren (CRT) für Radarschirme, sollte sich als äußerst nützlich erweisen.
Oramics – die optische Kompositionsmaschine
Die Idee der grafischen Klangerzeugung geistert Daphne Oram seit ihrer Begegnung mit einem Oszilloskop durch den Kopf. Es sollten fast 20 Jahre vergehen, bis sie ihre Idee in die Realität umsetzen konnte. 1962 begann sie dank eines Stipendiums mit der Arbeit an ihrem Oramics-System.
Als weltweit erste Frau entwirft sie den nach ihr benannten elektronischen Klangerzeuger „Oramics“. Daphne Oram wollte eine Maschine entwickeln, mit der man vollständige Kontrolle über die erzeugten Klänge hatte – bei jeder beliebigen Wellenform, bei jeder beliebigen Frequenz. Laut Oram sollte „jede Feinheit der Phrasierung, jede Tonabstufung oder Tonhöhenmodulation allein durch eine Änderung der Schriftform möglich sein“ [Quelle: The Woman from New Atlantis. In: The Wire. August 2011].

Ansicht des Wellenform-Scanners, der aus Kathodenstrahlröhren (CRT) und Photomultiplier-Röhren (PMT) besteht
Vom Prinzip her ist Oramics ein früher Sequencer – ein optoelektronisches Audiointerface, das in weiterer Konsequenz MIDI und digitale Audio-Workstations (DAW) à la Ableton Live, Steinberg Cubase und Apple hervorgebracht hat. Dieser optische Synthesizer in der Größer eines Schreibtischs bestand aus einem Metallrahmen, in dem transparente 35-mm-Filmstreifen eingespannt waren und synchron von Motoren über Scanner transportiert wurden.
Die flexible Kontrolle über die Klangnuancen war ein radikal neuer Ansatz, der die Musikproduktion revolutionieren sollte.
Zeichnen auf Filmspuren
Für ihre Komposition zeichnete Daphne Oram auf die Filmstreifen Linien, Wellen und Punkte. Diese Formen dienen als Steuerelemente, die entscheidende Klangparameter wie Tonhöhe (Frequency), Klangfarbe (Timbre) und Lautstärke (Amplify) des erzeugten Tons steuerten.
Diese gezeichneten Formen erzeugten eine Maske, durch die in unterschiedlicher Intensität Licht fiel, das von Photomultipliern empfangen und je nach Lichtintensität in entsprechende elektrische Signale umgewandelt wurden.
Graham Wrench verwendet für die Klangerzeugung Kathodenstrahlröhren (CRT), die er von seiner Arbeit mit Radarschirmen kannte. Die Wellenformen wurden auf Glasscheiben gemalt und zwischen einer CRT und einem Lichtsensor platziert.
Die CRT erzeugte einen Lichtpunkt, der dem Muster auf der Glasscheibe folgte. Der Sensor wandet diese Bewegung in eine elektrische Wellenform um, die dann als Klang hörbar gemacht wurde. „Der Wellenformgenerator war tatsächlich ein rückwärts arbeitendes Oszilloskop“, so Graham.
Wellenformen, die Daphne Oram auf eine Glasplatte zeichnet. Wie beim heutigen Synthesizer: Je runder die Wave-Form, desto weicher der Klang!
Wer mehr über die technischen Details wissen möchte, sei auf den hervorragenden Artikel in der SOUND ON SOUND verwiesen, in dem Graham Welch im Gespräch mit Steve Marshall den Oramics genau beschreibt.
Oramas künstlerische Oramics-Werke
Mit ihrem Oramics-System konnte sich Daphne Oram endlich ihrem künstlerischen Werk widmen. 1963 nahm sie ihre erste mit der Maschine gezeichnete Klangkomposition „Contrasts Essonic“ auf.
Ein Leben für „L’Art pour L’Art“ war Daphne Oram mangels finanzieller Möglichkeiten nicht vergönnt. Um Oramics und ihr Tonstudio zu finanzieren, musste sie kommerzielle Jobs annehmen. Sie produzierte Werbe-Jingles, Musik für Radio und TV, Theater, Kurzfilme und Kunstausstellungen.
Sie vertonte Jack Claytons Horrorfilm „The Innocents“ (1961), kreierte die berühmten synthetischen Sounds für Dr. No (1962), komponierte Konzertwerke wie „Four Aspects“ (1960). Und entwickelte die experimentellen Eisenbahn-Sounds für den Soundtrack des Oscar-gekrönten Dokumentarfilms „Snow“ (1963).
„Pulse Persephone“: Früher als Stockhausen
Daphne Oram komponierte bahnbrechende Werke wie Four Aspects (1960) und 1965 Pulse Persephone, ein Kompositionsauftrag für die Ausstellung „Treasures of the Commonwealth“ in der Royal Academy of Arts. „Pulse Persephone“ entstand vollständig mit Oramics. Wie der Name erahnen lässt, kombiniert Oram pulsierende Klänge u. a. aus Aufnahmen von afrikanischen Trommeln und Steel Drums mit unkonventionellen Timbre- und Tonhöhen-Variationen – ein Jahr bevor Karlheinz Stockhausen mit „Telemusik“ europäische, afrikanische, lateinamerikanischer und asiatische Musik mixte. Und damit berühmt wurde. Oram leider nicht.
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Fun fact: Angeblich besuchten die Beatles, The Who und die Rolling Stones Daphne Oram in ihrem Studio. Zur Zusammenarbeit kam es aber nie. Die Musikszene ignorierte Daphne Orams bahnbrechendes Werk schlichtweg.
Maschinenmusik mit Seele
Daphne Oram suchte das Menschliche in der maschinellen Musik. Nach ihrer Philosophie sollte elektronische Musik nicht seelenlos und maschinell sein, sondern lebendig und organisch. Die Künstlerin widmete ihr Leben der Erforschung von Klängen und den Wahrnehmungen von Klängen durch das Gehirn. Ihre „Oramatik“ genannte Philosophie definiert sie als „das Studium des Klangs und seiner Beziehung zum Leben“. Kunst, Philosophie und Naturwissenschaft waren in ihrem wachen Denken untrennbar miteinander verknüpft.
In den 1980er-Jahren begann Oram, eine Softwareversion von Oramics für den Acorn Archimedes Computer zu entwickeln, was mangels finanzieller Mittel unvollendet blieb.
Nachdem die Pionierin der elektronischen Musik in den 1990er-Jahren zwei Schlaganfälle erlitt, musste sie ihre wegweisende Arbeit aufgeben. Sie starb am 5. Januar 2003 mit 77 Jahren zurückgezogen in einem britischen Pflegeheim.
Daphne Oram lebt!
Daphne Oram war mit ihrer Arbeit ihrer Zeit weit voraus. Schon lange bevor Begriffe wie „Raumklang“ überhaupt existierten, entwickelte sie Ideen zur räumlichen Behandlung und Verstärkung von Klängen in Live-Aufführungen. Mit ihrer Erfindung des Oramics-Systems legte sie den Grundstein für die moderne elektronische Musikproduktion.
Nach ihrem Tod hinterließ Daphne Oram ein umfangreiches Archiv ihres Lebenswerks, das heute in der Bibliothek der Goldsmiths Special Collections & Archives im Rutherford Building in London aufbewahrt wird. Es ist öffentlich zugänglich und kann für Forschungsarbeit genutzt werden.
Ihre Arbeit hat bis heute Einfluss auf unzählige Genres und ebnete auch Delia Derbyshire den Weg, die erst 1960 zum BBC Radiophonic Workshop stieß und das ikonische „Doctor-Who“-Titelthema mitgestaltete.
2019 wurde das Daphne Oram Creative Arts Building an der Canterbury Christ Church University in England eröffnet – eine späte Würdigung für eine fast vergessene Heldin der elektronischen Musik. Meine Heldin.

































eWOW! Was für ein geiler Artikel! Hat mich total geflasht!
Nur eine klitzekleine Anmerkung: (Besserwisser-Info ;-) ) Wendy Carlos war mit „Switched on Bach“, „The well temperated Synthesizer“ und dem Soundtrack für „Clockwork Orange“ noch als Walter Carlos unterwegs….
Nixdestotrotz werde ich mich mit der Dame noch ausführlich auseinandersetzen.
Danke für den Artikel!
@kakagoo Eine sehr gute Zusammenfassung der Pionierinnen für elektronische Musik bietet die Dokumentation von Arte: Sisters with Transistors. Habe ich bestimmt schon zwei,- dreimal gesehen. Wirkt aus heutiger Sicht etwas gespenstisch, wenn man mit Lochkarten Sinustöne erzeugt, aber irgendwann fing eben alles mal an. In 80 Jahren gibt es dann die Doku: Amazona und seine DAW-Musiker – Früher war doch nicht alles besser! 😅
@kakagoo Im Gegenteil, so eine Anmerkung gilt als Respektlosigkeit.
@Jeanne warum? heute ist wirklich alles schon verboten.
war schön früher ohne veganes wokes klumpat.
@Numitron Das habe ich tatsächlich auch erst lernen müssen. Aber wenn ein Mann zu einer Frau „wechselt“ (gilt natürlich auch umgekehrt), so war sie gedanklich und in ihrer Einstellung und Erscheinung schon immer eine Frau. Seit der Geburt quasi bzw. seit dem sie denken kann. Daher gilt ihr „alter Name“ (im Jargon als „Dead Name“ bezeichnet) bzw. ihr alter Ego als falsch und somit als Unhöflich bzw. Beleidigung. So ungefähr jedenfalls. Wirklich wahr: Aber ich hatte diese Diskussion, zufällig ebenfalls über Wendy Carlos, auf Telegram schon. Fazit: Jetzt steht dir einem Besuch beim nächsten CSD nichts mehr im Wege. 😆
@Filterpad Oh… das habe ich so nicht gewusst. Ich wollte absolut nicht unhöflich oder respektlos sein.
Ich habe vor solchen Entscheidungen immensen Respekt!
Sorry, wenn ich falsch verstanden wurde.
@kakagoo Jemand wie du und ich, der keine nachweisbaren geschlechtsspezifische Indenditätsprobleme hat, kann das auch nicht wissen. 😎 Bei dem Beispiel von Telegram hab ich mich ja auch „verkehrt“ ausgedrückt, sonst wüsste ich das nicht. 😆 Und im Altagstrott, wenn man nicht persönlich betroffen ist (in dem Sinne) vergisst man das auch schnell wieder. Natürlich zum Nachteil derer, die es betrifft. 🫠 Aber jeder versteht das es von dir keinesfalls nachteilig gemeint war. Aufgrund der LGBTQ-Bewegung ist die (junge) Bevölkerung bei solchen Dingen sensibler geworden. 🤷♂️
@Filterpad OK👍
@Numitron Hast du sicherheitshalber überprüft, wie viele deiner musikalischen Vorbilder vegan leben? ;)
@Olaf Strassen zum Glück nicht! 😁
bin allergisch gegen vegane Propaganda.
weiss nur, dass Moby veganer ist.
Seine besten Sachen waren jn den frühem 90ern. war er da schon veganer? 😉
@Jeanne Ja, streng nach heutiger Sensibilität ist es Deadnaming, weil der alte Name genannt wurde.
Aber kakagoo hat schlicht erwähnt, dass Wendy Carlos ihre frühen Werke noch unter dem Namen Walter Carlos veröffentlichte. Das ist sachlich korrekt – es steht auch genauso in alten Plattenpressungen und Musiklexika. Er hat diese Anmerkung freundlich eingebettet („Besserwisser-Info ;-)“) und den Artikel ansonsten stark gelobt. Es steckt keine Abwertung oder Häme drin. Dies als allgemein geltende Respektlosigkeit abzutun, erscheint mir unangemessen belehrend.
@Jeanne Es geht nicht darum, ob Wendy Carlos hier mitliest, sondern um einen allgemeinen respektvollen Umgang miteinander, den wir hier in der Community pflegen wollen. Kakagoo hat ja bereits geschrieben, dass er nicht unhöflich oder respektlos sein wollte und damit sollte dieses Thema hier geschlossen werden. Was mich aber interessieren würde: Hat jemand von euch praktische Erfahrungen mit dem Oramics-Prinzip?🤔
@Jeanne Oh, die bösen respektlosen Fakten. Es ist eine schlichte und unbestreitbare Wahrheit, dass Wendy Carlos zur Zeit der genannten Produktionen noch den Namen Walter verwendete.
@kakagoo Da gebe ich Dir völlig Recht: SoB ist eher analytisch, die Möglichkeiten auslotend. Aber ELP war (und ist) der absolute Hammer, was Keith da mit seinen Keys da abgeliefert hat, ohne den Beitrag seiner Mitstreiter schmälern zu wollen (und der Raumakustik ;-) )
@kakagoo „“Switched on Bach“ ist für mich ein Beispiel dafür, wie man es *nicht* macht. Die Töne sind in der richtigen Reihenfolge gespielt, das war es aber auch. Für mich klingt diese Interpretation blutleer und leblos.“
Es tut mir weh, zugeben zu müssen, dass ich diese als Meisterwerk gefeierte Produktion ebenfalls so empfinde wie Du. Ich will das Album wirklich mögen, wenn ich mir aber Bach anhöre und die Nuancen genieße und in die Musik versinken kann und das dann mit Switched on Bach vergleiche, fehlt jegliche Emotion. Das ist insbesondere deshalb schade, weil ich ansonsten sehr viel von Wendy Carlos halte.
Super Artikel über die interessante Pionierin der elektronischen Musik.
@masterBlasterFX Absolut! Aber eine von vielen: Daher sollten jetzt eigentlich weitere Artikel folgen von: Clara Rockmore, Bebe Barron, Delia Derbyshire, Maryanne Amacher, Pauline Oliveros, Wendy Carlos, Eliane Radigue, Suzanne Ciani, Laurie Spiegel. Es liegt viel Arbeit vor euch Liebe Amazona-Redaktion. :)
@Filterpad Das schoss mir ebenfalls durch den Kopf. Danke für den etwas schnelleren Anstoß.
@Filterpad Daphne bildete den Auftakt einer ganzen Serie😀Du darfst also gespannt sein, denn es werden viele weitere Artikel dieser Art folgen😉
Daphne und Delia kann man nicht genug abfeiern, ohne die beiden gäbs kein BBC Radiophonic Workshop, kein Doctor Who Theme und und und. Wer mag sollte sich mal in London das Science Museum mit Oramics gebenund den Radiophonic Workshop. Und anschliessend einen Abstecher nach Birmingham zur BCU, dort kann kann schön sehen, wie sich die Technologie entwickelt hat. Cooler Artikel.
Vielen Dank für den gut recherchierten und angenehm zu lesenden Artikel über eine Musikerin und Pionierin, die ihrer Zeit weit voraus war und der wir viel zu verdanken haben.
„Da wundert es kaum, dass die Menschen von vorgestern eine Komposition von übermorgen kopfschüttelnd ablehnten. “
… besser kann man es nicht formulieren.
Freue mich auf weitere Artikel dieser Art.
@Martin Andersson Danke für die Blumen, freut mich sehr! Es werden weitere folgen :)
Liebe Leute, danke für euer Feedback zu meinem Daphne-Oram-Portrait! Freut mich sehr, dass euch der Artikel gefällt. Es werden noch viele Portraits über Pionierinnen der elektronischen Musik folgen. Soviel sei verraten: Das nächste ist bereits in Arbeit. Stay tuned 🙂 ! Oszillina
Ich hatte zu meiner Zeit in Kanada eine Kollegin (Informatikstudentin, Louise O.), die irgendwann bei einem Grillfeten-Schnack mal beiläufig erwähnte, ihre Oma sei übrigens Pionierin der Elektronischen Musik gewesen. :-)
Diether Krebs: „… es muss schmegge..“
🙂