Die längste Hör-Session der Welt
Nach dem wir vor Kurzem die Gelegenheit hatten, den PPG1002 Reissue 2025 zu testen, konnten wir nun auch ein Interview mit dem Macher hinter dem Unternehmen führen: Cornel Hecht. Dort geht es um Herausforderungen, minutiöse Abstimmungen mit Mensch und Maschine und auch den Problemen, die so ein Unterfangen mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
Persönlicher Hintergrund & Inspiration
Thilo:
Hallo Cornel, was machst du – und wie bist du ursprünglich zur elektronischen Musik und Synthesizern gekommen?
Cornel:
Ich bin Designer und Entwickler für elektronische Musikinstrumente und neben meiner Arbeit für Steinberg war ich viele Jahre auch mit Wolfgang Palm an der Umsetzung seiner PPG Software-Instrumente wie dem Wavegenerator oder der Infinite beteiligt. Aber ich bin auch Musiker und habe in der Vergangenheit für einige Filme die Filmmusik komponiert und produziert.
Mittlerweile wird fast jede Musik elektronisch produziert, darum mag ich den Begriff elektronische Musik nicht so sehr. Mich interessieren Klänge in Verbindung mit ausgefallenen Akkordmustern, die mich überraschen.
Thilo:
Erinnerst du dich an den Moment, in dem dich Synthesizer zum ersten Mal wirklich fasziniert haben?
Cornel:
Oh ja, ganz genau sogar. Ich sah im November 1982 bei Edgar Froese von Tangerine Dream den PPG Wave 2 und die Klänge daraus waren so anders, dass es mich sofort in den Bann zog.
Thilo:
Welche musikalischen oder technologischen Einflüsse haben dich besonders geprägt?
Cornel:
Ich müsste lügen, um zu sagen, dass alte Synthesizer oder Modularsysteme mich nicht interessieren (lacht). Aber wenn ich zurückdenke, dann war die Entwicklung von MIDI sicher ganz essenziell. Also das, was heute ganz normal und alltäglich erscheint. Ich hatte ca. 1986 einen Casio CZ 5000 und war ganz fasziniert, diesen bei einem Studiobesuch in Berlin an eine Korg M1 anschließen zu können, um mit dem Sequencer des CZ die M1 anzusteuern, was sofort klappte.
Wir haben die Musik auf Tonband aufgenommen und erst später kamen dann auch die Ataris mit Cubase und noch viel später die ersten PCs mit Cubase Audio. Großartig, denn Tonband hatte so seine Tücken.
Verbindung zu Wolfgang Palm & PPG
Thilo:
Wie kam deine Zusammenarbeit mit Wolfgang Palm zustande?
Cornel:
Wir hatten ab und an per E-Mail Kontakt und für eine TV-Sendung bat mich Wolfgang Palm, einige Klangdemos mit meinem Wave 2.2 und dem Waveterm vorzubereiten, die dann während der TV-Aufzeichnung abgespielt wurden.
So lernten wir uns kennen und schätzen. Ich beschäftigte mich mit dem gerade neu auf dem Markt gekommenen iPad und so kam es, dass Wolfgang für das iPad seine erste App, den Wavegenerator, programmierte. Schwingungen mit dem Finger zu malen – das hatte schon was.
Thilo:
Du ja hast jahrelang mit seinen Software-Instrumenten wie WaveGenerator, WaveMapper, Infinite und Phonem gearbeitet – was hat dich daran so begeistert?
Cornel:
Die Möglichkeiten, die sich plötzlich boten, waren großartig. Kein Herumschleppen eines schweren Waveterms mehr – das Tonstudio im Taschenformat war geboren und funktionierte richtig gut. Ich arbeitete parallel dazu auch im Steinberg Team an Cubasis und wir konnten so natürlich auch die Integration beider Apps verfeinern und aneinander anpassen.
Thilo:
Was würdest du sagen, war das Besondere an Wolfgang Palms Denkweise oder seinem Ansatz, Klänge zu erschaffen?
Cornel:
Wolfgang ist ein Vollblut-Entwickler und er interessiert sich für neuartige Konzepte und Ideen, um damit interessante und komplexe Klänge zu erzeugen. Das Limit ist dann meistens die Technologie dahinter mit ihren Begrenzungen.
Idee und Start des Projekts
Thilo:
Wie entstand die Idee, den historischen PPG 1002 neu aufzubauen?
Cornel:
Ich hatte zuerst nur eine Machbarkeitsstudie im Sinn. Es war unklar, ob das alte Schaltungsdesign aus dem Jahre 1975 überhaupt nochmal umgesetzt werden könnte. Den Klang fand ich sehr fett und zudem hatte kaum jemand bisher den 1002 gehört oder gespielt, weil die Anzahl der gebauten Exemplare einfach zu gering war.
Thilo:
Was war der allererste Schritt zum Projekt PPG 1002 Reissue 2025?
Cornel:
Da gibt es dieses Buch über die Berliner Schule von Bernd Kistenmacher, in dem Hartmut Heinze von Projekt Elektronik die alten analogen PPG Entwicklungen lobte. Ich fragte dann Wolfgang Palm, wie er das genau damals umgesetzt hatte und bekam daraufhin von ihm die Schaltungsunterlagen zum PPG 1002 Analogsynthesizer.
Thilo:
Hattest du anfangs eine klare Vision zum PPG 1002 Reissue 2025 oder hat sich vieles erst im Laufe der Entwicklung ergeben?
Cornel:
Am Anfang wusste ich erst einmal überhaupt nicht, ob es funktionieren würde. Aber dann hatte ich einen ersten vielversprechenden Prototypen aufgebaut und nach einigen Hürden funktionierte alles so, wie es sollte.
Der Weg – Herausforderungen und „die längste Hör-Session der Welt“
Thilo:
Der Titel lautet „Die längste Hörsession der Welt“. Wie muss man sich diese Entwicklungszeit vorstellen?
Cornel:
Die Entwicklung des PPG 1002 Reissue 2025 hat mich ungefähr 2 1/2 Jahre lang beschäftigt. In dieser Zeit wurden permanent Hör-Sessions gemacht, weil der Sound das Allerwichtigste an einem Synthesizer ist. Technische Perfektion bedeutet nicht, dass man dadurch den besten Sound erhält. Genau das Gegenteil ist meist der Fall.
Thilo:
Welche Momente waren besonders zäh oder frustrierend?
Cornel:
Am Anfang hatte ich jede Baugruppe des PPG 1002 Reissue 2025 modular aufgebaut, um bei jeder neuen und überarbeiteten Version nicht das komplette System austauschen zu müssen. Manchmal gab es auch Fehlschläge, weil durch Unachtsamkeit Bauteile zerstört wurden. Aber das passierte nicht sehr oft. Ein großes Handicap war die Genauigkeit moderner Bauelemente. Dadurch funktionierten Teile der Schaltungen nicht mehr so, wie es eigentlich sein sollte.
Thilo:
Gab es auch Augenblicke, in denen du dachtest: „Ich breche das ab“?
Cornel:
Absolut. Es schwang eigentlich immer mit, dass dieses Projekt scheitern könnte. Der klanggebende PPG-Core durfte nicht verändert werden und so wurde eine Möglichkeit entwickelt, diesen Core so anzutriggern, dass genau das zu erwartende Verhalten reproduziert werden konnte. Mit dem Ergebnis, dass an den Ausgängen des PPG 1002 Reissue 2025 der originale Vintage-Sound ertönt.
Thilo:
Was hat dich in solchen Momenten motiviert weiterzumachen?
Cornel:
Mich interessieren Lösungen – manchmal träume ich sogar von analogen Schaltungen. Das Unterbewusstsein arbeitet auch nachts im Schlaf (lacht). Ich denke, das ist eine mentale Sache, wie man selbst Probleme angeht.
Thilo:
Gab es einen Schlüsselmoment, an dem du zum ersten Mal wusstest: „Jetzt klingt es richtig“?
Cornel:
Es gab eigentlich keinen einzelnen Schlüsselmoment – denn schon ganz am Anfang hat mich dieser unglaublich lebendige Klang umgehauen. Von der ersten Sekunde an hatte der 1002 etwas Organisches, etwas Atmendes.
Und wenn man dann langsam die Resonanz in das Filter hineindreht, entsteht ein Charakter, der so unverwechselbar ist, dass man den 1002 im Blindtest sofort erkennt. Dieser Moment, in dem sich das Filter öffnet und der Sound förmlich zu leuchten beginnt – da wusste ich: Ja, genau so muss es klingen.
Vom Prototyp des PPG 1002 Reissue 2025 zum Instrument
Thilo:
Wie hat sich der Prototyp über die 2,5 Jahre verändert?
Cornel:
Da die Basis-Features für den PPG 1002 Reissue 2025 feststanden bzw. vorgegeben waren, lag mein Augenmerk darauf, die Schaltungen wieder in den damaligen Betriebsbereich zu bringen. Heutige Bauteile sind sehr viel genauer und präziser als die Bauteile vor 50 Jahren. Das bedeutet, dass die internen Signale von der damaligen Entwicklung abweichen oder sich zum Teil anders verhalten. Wir haben darum die Controlled Drift Technology (CDT) entwickelt: Die Schaltungen blieben unverändert. Stattdessen wurden die Signale wieder in die vorgesehenen Bereiche gebracht.
Thilo:
Welche Kompromisse musstest du beim PPG 1002 Reissue 2025 eingehen – und auf welche Dinge wolltest du auf keinen Fall verzichten?
Cornel:
Ich wollte auf keinen Fall Kompromisse beim Klang eingehen. Es war mir wichtig, dass dieser brachiale analoge Vintage-Sound nicht verloren geht.
Darum wurde bei jedem Prototyp oder bei jeder noch so kleinen Anpassung immer auch das Ergebnis gegengehört. Nur weil etwas technisch besser funktioniert, heißt es nicht, dass es musikalisch sinnvoll ist. Unzulänglichkeiten klingen oft viel reizvoller. Darum war es für uns die längste Hör-Session, die man sich vorstellen kann.
Thilo:
Wie war der Moment, als das erste vollständige Gerät gespielt werden konnte?
Cornel:
Das war ein sehr emotionaler Moment (lacht).
Klang & Charakter des PPG 1002 Reissue 2025
Thilo:
Was macht für dich den typischen Klang des PPG 1002 aus – und wie unterscheidet er sich von modernen Synthesizern?
Cornel:
Der 1002 hat diesen brachial analogen Vintage-Sound. Das System lebt irgendwie und schaut man sich Details auf den Messinstrumenten an, so ist dies auch reproduzierbar. Das PPG Filter klingt in meinen Ohren ziemlich massiv, fügt den Signalen der Oszillatoren eine Menge an Obertönen hinzu und die Resonanz ist ziemlich charaktervoll und unterschiedet sich stark von anderen Synthesizern.
Thilo:
Wenn du den Sound des PPG 1002 Reissue 2025 in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde der lauten?
Cornel:
Ein eigenständiger Analogsynthesizer mit einem markanten, rohen Filtersound, der eine experimentelle, kraftvolle Klangästhetik verfolgt.
Ausblick & Bedeutung
Thilo:
Was bedeutet dir dieses Instrument persönlich – und was wünschst du dir, was Musikerinnen und Musiker damit erleben?
Cornel:
Wir haben lange an dem Projekt gearbeitet, vorab viele Kontakte geknüpft und auch viele Hürden überwinden müssen. Jeder PPG 1002 Reissue 2025 ist irgendwie leicht anders, aber jeder ist eine Diva und verlangt nach einer speziellen Zuwendung. Gerade der Abgleich ist sehr aufwändig und immer von Gerät zu Gerät anders herausfordernd. Darum lässt sich auch keine große Serie produzieren und der ganze Herstellungsprozess bleibt sehr teuer.
Aber es hat Liebhaber weltweit nicht davon abgehalten, dieses einmalige Instrument über unseren Onlineshop zu erwerben. Als wir auf der Superbooth den PPG 1002 Reissue 2025 ausstellten, konnten sich die Messebesucher von der Sound-Qualität überzeugen und wirklich jeder hatte beim Ausprobieren ein fettes Grinsen im Gesicht, was Bände sprach. Dies wünsche ich mir natürlich auch für jeden unserer Kunden. Musik muss Freude bringen und Spaß machen.













































Schönes Interview. Wie immer toll zu lesen, wenn jemand mit Herz und Seele ein Projekt angeht und dabei so wenig Kompromisse macht. Großer Respekt.
Genau aus dem Grund ist das Folgende auch nicht despektierlich gemeint (echt nicht): Ich halte den Preis für das Gerät für ein großes Problem. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei einer gewissen Qualität und Nähe zum Original der Preis vielleicht nicht anders machbar ist. Kann gut sein, ich kenne mich aber auch nicht aus. Und wenn nur 30 Stück gebaut werden, dann ist das auch eine hübsche Summe. Die Frage ist, ob diese dann auch für das genutzt werden, wozu sie da sind (Musik machen) oder in einer Vitrine von Sammlern verschwinden (um einfach nur begafft zu werden von Leuten, denen Argumenten wie »ist teuer, ist selten« ausreichen).
Und dann, man möge mir bitte bitte noch mal meine atemberaubende Dreistigkeit verzeihen: Ich finde den Synthesizer an sich, also als Synthesizer, einfach absolut nicht spannend. 1975 war er es. Aber ein halbes Jahrhundert später? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
@Flowwater Auf der Superbooth hat er nicht gerade gezeigt, dass er mit Herz und Seele dabei ist. Er hat nur eher gelangweilt auf einer Couch herumgesessen während eine Traube Interessierter vor dem Synth stand.
Was den Preis angeht, ist den Machern ganz sicher bewusst, dass er den Synth für die allermeisten Musiker vollkommen uninteressant macht, deshalb die geringe Auflagengröße.
Dass das Gerät aber, abgesehen von den Seitenteilen, wirklich nichts besonderes ist, macht für mich die Intention der beiden überdeutlich. Auch wenn ich die Art und Weise verabscheue, werden sie einmal mehr beweisen, dass man mit wirklich allem den großen Mammon machen kann.
@Mac Abre Na ja, für mich ist der Synth auch nicht interessant – weder in der High End-Variante noch wenn Behringer den für 199,- EUR anbieten würden.
Aber dem Kollegen hier reine Gewinnmaximierungsabsichten zu unterstellen, halte ich dann doch für etwas übers Ziel hinausgeschossen.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass die zwei damit jetzt den großen Reibach machen werden. Aber sollte es klappen, gönne ich es ihnen.
@Archivicious Wenn jeder der beiden ein Exemplar für sich behält, erreichen sie mit den restlichen 100 Instrumenten einen Umsatz von 999.900 €. Wenn man wirklich großzügig schätzt, kostet ein Gerät in der Herstellung 3.000 €. Ziehen wir also 300.000 € ab. Bleiben 699.900 €. Für jeden 349.950 €. Nicht gerade ein Taschengeld. Ich kenne Leute, die dafür mehr als zehn Jahre arbeiten müssen.
In erster Linie geht es mir auch gar nicht um den Preis alleine, sondern um das grandiose Delta im Preis-Leistungs-Verhältnis.
@Mac Abre Ja, WENN sie 100 verkaufen.
Und die 2,5 Jahre Entwicklungszeit nichts gekostet haben.
@Archivicious Und Steuern, die man zahlen muss, kann man in einer Milchmädchenrechnung auch ignorieren.
@Apfelstern Sorry, aber das ist eine selten planlose Bemerkung.
Natürlich ist das eine Bruttorechnung, denn bilanziert wird üblicherweise vor Steuern.
Und wenn ich schreibe, dass ich Leute kenne, die dafür mehr als zehn Jahre arbeiten müssen, meine ich natürlich deren Bruttogehälter.
@Mac Abre Eine Milchmädchenrechnung bleibt es, da Dir weder Verkaufszahlen noch tatsächliche Ausgaben bekannt sind.
Zudem ist es argumentativ nichtig. Was jemand anderes als Einnahmen hat, geht Dich nichts an. Du hast grundsätzlich nicht zu bewerten, ob es gerecht ist, welche Summe Geld jemand bekommt für dessen legale Arbeit, wenn keine Zwangslage ausgenutzt wird.
Sicherlich ist es richtig, daß manche Menschen mehr Gehalt bekommen oder mehr mit selbständiger Tätigkeit verdienen als andere.
Ein Chipentwickler wird ein höheres Gehalt bekommen als eine Verkäuferin im Backshop. Ein erfolgreicher Unternehmer mit einem neuen Produkt, das viele Menschen wollen, wird mehr Gewinne machen, als jemand der Zierfische für den Zoohandel züchtet.
Wolfgang Palm hat sein intellektuelles Potential der Entwicklung und Herstellung von einzigartigen Musikinstrumenten gewidmet. Sicherlich hätte er in einer anderen Ausrichtung mehr Geld verdienen können. Seine Idee der Wavetables ist die Grundlage von Klängen in vielen aktuell sehr beliebten Klangerzeugern.
Dafür gebührt ihm Dank und Respekt. Jeden € den er mit der 1002 Neuauflage einnehmen mag, ist ihm zu gönnen, ob das Gerät nun aus individueller Perspektive übermäßig teuer scheint, ist keine Frage von Moral. Niemand ist auf das Instrument angewiesen. Sich davon persönlich beleidigt und bemüßigt zu fühlen, zu meckern, halte ich für völlig überzogen.
Der Austausch von Geld für eine Ware geht nur Käufer und Verkäufer etwas an. Niemand anders hat ein Recht, zu bewerten, ob der Preis zu hoch sei.
Klar kann man äußern, daß man es zu teuer findet und es gerne gekauft hätte für einen niedrigeren Preis. Da schiene es mir jedoch angemessen, auf Sachlichkeit zu achten. Selbst wenn man einen Fall hat, wo jemand tatsächlich zu viel Geld verlangt für seine Arbeit, dann kauft man eben nicht.
@Apfelstern „Eine Milchmädchenrechnung bleibt es, da Dir weder Verkaufszahlen noch tatsächliche Ausgaben bekannt sind.“
Ich erkläre Dir gerne, was der Ausdruck „großzügige Schätzung“ bedeutet, falls Dir das unklar sein sollte.
„Du hast grundsätzlich nicht zu bewerten, ob es gerecht ist, welche Summe Geld jemand bekommt für dessen legale Arbeit, wenn keine Zwangslage ausgenutzt wird.“
1. Ich bin in einem Land aufgewachsen, in dem man dazu ermutigt wird, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern. Mir ist bewusst, dass das nicht jedermanns Sache ist und manche Personenkreise, zu denen augenscheinlich auch Du gehörst, das sogar verurteilen. Die Kommentarfunktion bei Amazona ist jedoch da, um seine Meinung zu äußern, also mache ich das.
2. Wo steht, dass ich irgendetwas ungerecht finde?
„Klar kann man äußern, daß man es zu teuer findet und es gerne gekauft hätte für einen niedrigeren Preis.“
Würde ich das Instrument gerne für einen niedrigeren Preis kaufen, hätte ich das geschrieben.
„auf Sachlichkeit zu achten“
Es hindert Dich doch niemand daran, das zu tun, außer Du selbst natürlich. Hilfreich dabei ist, den kritisierten Beitrag verstanden zu haben. Dazu ist aufmerksames Lesen unabdingbar. Sinnvoll ist auch, nachzufragen wenn man etwas nicht versteht, statt zu spekulieren.
@Flowwater Es ist bemerkenswert, mit welcher selbstzufriedenen Herablassung du – flankiert von deinem wohlvertrauten Chor der Gleichgesinnten – immer wieder über die sogenannten Gutbetuchten sprichst, als wäre finanzieller Erfolg ein zuverlässiger Beweis geistiger oder künstlerischer Unfähigkeit. Wie reflexhaft wird ihnen abgesprochen, auch nur im Ansatz zu echter musikalischer Gestaltung fähig zu sein, reduziert auf das einzige Talent, Geld zu vermehren. Und während du diese Karikatur pflegst, schwingt unausgesprochen, doch unüberhörbar, der Anspruch mit, du selbst stündest moralisch, intellektuell und ästhetisch weit über ihnen – als seist du der natürliche Maßstab, an dem sich alle anderen zu messen hätten.
Diese Pose der Überlegenheit wirkt jedoch weniger wie souveräne Kritik als vielmehr wie der angestrengte Versuch, einen inneren Mangel zu übertönen. Denn wer wirklich Größe besitzt, muss sie nicht durch Verachtung anderer inszenieren. Neid tarnt sich gern als Prinzipienfestigkeit, als vermeintliche Kulturkritik – doch er bleibt erkennbar, kalt und durchsichtig. Und gerade darin liegt etwas Unheimliches: nicht in deiner vermeintlichen Schärfe, sondern in der Leere, die sie zu verdecken sucht.
@Smeraldo na ja.
viele der Leute mit soviel Geld, sind wohl eher Sammler als Musiker.
Hans Zimmer wird ihn sicher verwenden, keine Frage.
leider wurde durch sammler und social Media vieles deutlich teurer.
finde es hier merkwürdig wie oft auf den Fotos die aluseite zu sehen ist.
ja, schaut toll aus!
aber sollte nicht so wichtig sein bei einem synth. 😃
der Preis ist halt sehr gewagt.
allerdings verlangt Moog 5000€ für einen minimoog und für 4000€ einen muse.
wenn sie weniger für den ppg verlangen würden, könnten sie natürlich deutlich mehr verkaufen.
deswegen wohl besser mit der kleinen Serie.
@Numitron Der Minimoog hat laut Wikipedia 1970 ca. 6000DM gekostet. Mit Inflation wären das heute über 13000 EUR.
Ich würde wetten, wenn ein Minimoog heute genauso in Kleinstserie auf Bestellung von Hand gebaut und die Bauteile erst bei Bestellung beschafft werden würden, der dann auch jenseits der 10000 EUR kosten müsste.
@jan1973 der war damals auch sehr teuer, weil etwas ganz neues.
aber die vergleiche mit damals finde ich komisch.
Uli hat bewiesen um 500€ bekommt man fast einen minimoog.
sogar billiger als Desktop.
😎
wenn der muse 4000 kostet, dann merkt man wie stark der minimoog überteuert ist.
@Numitron Man muss sich nur mal die Platinen von einem Model D Reissue und dem Muse anschauen. Dann dürfte ganz schnell klar werden, warum der Muse soviel billiger ist als der Minimoog. Beim Muse alles Chips und SMD und beim Minimoog haufenweise einzelne Widerstände, Kondensatoren und dreibeinige Transistoren, wie man sie früher mal beim Elektrohändler um die Ecke als lose Ware kaufen konnte.
Und wenn dann der Minimoog auch noch in USA von Hand zusammengebaut wird und der Muse in Taiwan (wahrscheinlich mit Bestückungsrobotern, etc.), dann sollte einen das nicht wundern, dass der Minimoog so teuer ist.
Würde mich auch nicht wundern, wenn das Holz vom Minimoog Reissue mehr kostet als ein Behringer Model D.
@jan1973 OK.
stimmt.
aber ob das so viele interessiert?
ist zumindest den deutlich höheren Preis nicht wert.
@Numitron Genau das ist der Punkt. Es ist doch für den Klang und die musikalische Anwendbarkeit völlig unerheblich ob die Dinger von tibetanischen Mönchen handgeklöppelt oder von Maschinen mit SMD-Technik hergestellt werden.
Es gibt einen Grund, warum Moog keine selbständige Firma mehr ist. Die viele unnötige Handarbeit, die die Instrumente immens verteuert, ist sicherlich einer davon.
@Smeraldo Danke für Deine ausführliche ferndiagnostische Forums-Psychoanalyse. Aber: Echt? Eigentlich gehöre ich selber zu den Gutbetuchten, die gerne mal viel Geld für Geräte ausgeben. Übrigens bewundere ich Cornel Hecht für seine Arbeit … steht oben ganz als erstes. Aber, gut.
Heute bekommt halt jeder bei einem seiner Meinung nach falsch gesetzten Komma Schnappatmung und Puls und muss sich da auch lautstark Luft machen.
Von daher: Wenn Du meinst, ich bin so, bittesehr.
@Flowwater würde gerne wissen was Sigmund Freud zu uns sagen würde.
hoffentlich kein Odysseykomplex 😉
@Numitron LOL 😄
Es gab das fantastische iOS Instrument PPG Infinite , welches Brainworx in 2020 übernommen hat. Seit dem warte ich vergeblich auf eine aktuelle Version. Das wäre für mich spannender als der PPG 1002.
@Spectral Tune Hi,
wie ich weiter unten geschrieben habe, die PPG iOS-Apps sind mit der Übernahme gestorben, da brainworx und jetzt Native Instruments mit iOS nix am Hut hat und die Desktop-Varianten sehr wahrscheinlich mit ihnen. Ich erwarte da nix mehr. Leider. Die Apps waren phantastisch!
Grüße M.
Wow, er hat mir sehr gefallen, dieser Artikel!
Gut, dass ess MEnschen gibt, die sich auch außerhalb der digitalen-Welt noch begeistern mögen. Danke für dieses kurzweilige Interview.
WaveGenerator, WaveMapper, Infinite und Phonem sind hervorragende Instrumente auf meinem Ipad – und ich kann nicht verstehen, warum sie absichtlich vom Markt verschwunden sind. Stirbt mein Ipad, sind diese Schätze Geschichte …
@Sinusmeter Moin, wenn du ein icloud Backup machst, werden deine Apps mit gesichert. Falls also (unwahrscheinlicherweise) dein iPad über den Jorden geht, kannst du dir das dann auf dein neues iPad (oder ein baugleiches gebrauchtes) wieder aufspielen. Die Apps gehen nicht verloren.
@Jazzheini Wenn man die Apps damals gekauft hat, scheinen sie immer noch unter „Meine Apps“ im eigenen Apple-Account auf. Hab erst kürzlich ein iPad neu aufgesetzt und Infinite so ganz normal neuinstalliert.
@fitzgeraldo ja, hab noch Rebirth.😉
Ein schöner Artikel, und es war eine wahre Freude, ihn zu lesen. Natürlich sind mir dabei auch Gedanken zum Synthesizer gekommen: Laut Artikel spielten bei der Entwicklung vor allem Leidenschaft und Liebe zum Detail eine zentrale Rolle. Gilt das aber nicht ebenso für andere Hersteller, die günstigere analoge oder möglicherweise digitale Geräte anbieten? Auf mich wirkte es stellenweise so, als würde dies nur auf diesen einen Synthesizer zutreffen und den hohen Preis rechtfertigen. Aufgrund des anhaltenden Analog- bzw. Vintage-Hypes wird dieses Instrument sicherlich seine Abnehmer finden. Auch der Preis ist meiner Ansicht nach zu einem großen Teil auf diesen Hype zurückzuführen. Vor 30 Jahren wäre ein solcher Preis meiner Meinung nach noch undenkbar gewesen. Klassiker wie Model D, TB-303 oder sogar der PPG Wave 2 bestätigen diese Annahme. Ich denke sogar, dass dieser Synthesizer selbst für (DAW-)Produzenten kaum noch relevant ist, sondern sich eindeutig an pure Liebhaber richtet – ähnlich wie ein Oldtimer oder ein moderner zweisitziger Sportwagen, der zusätzlich zum alltäglichen PKW existiert. Würde ich ihn kaufen? Eindeutig ja! … wenn Geld keine Rolle spielen würde.
@Filterpad eigentlich ist sogar ein 80s synth wie ein jx3p, polysix.. für Liebhaber.
muss man meistens reparieren und gut gepflegt lassen. 😀
OK, der hier ist ein anderes Kaliber.
@Numitron Ja, so ne reparaturbedürftige Kiste kommt mir garantiert nicht in’s Haus. Wenn man diesbezüglich so manche Teile in ebay sieht, die eigentlich nur noch für den Wertstoffhof taugen, da frage ich mich schon irgendwie. Vielleicht versuche ich mal gefüllte Staubsaugerbeutel zu verkaufen. Abnehmer finden sich bestimmt.
@Filterpad hast schon Recht.
aber die sind schon schön und riechen nach 80er Jahre. 😄
@Numitron Die 80er haben, abgesehen von der Musikszene, für mich mit der Digitalisierung der Synthesizer erst wirklich angefangen. DX7, D-50, DW-6000/8000, CZ, PPG Wave sind für mich die Synths, die dieses Jahrzehnt repräsentieren. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich mich sehr lange überhaupt nicht für analoge Synths interessiert habe.
@Mac Abre stimmt. die digitalen waren etwas neues.
ich habs schon Mal gepostet, finde es aber interessant Computerwelt von 81k mit electric Cafe von 86 zu Vergleichen.
oder Thriller mit Bad. beide Arten von Synths Interessant.
@Filterpad Abnehmer für die Staubsaugerbeutel würdest Du garantiert finden. Es gibt genug Leute, die die Beutel immer wieder leeren und so lange benutzen, bis sie ein Loch haben. Wenn sie dann nichtmal neue Beutel kaufen müssen, sind die doch im Traumland. Solche Leute kommen auch nicht auf die Idee, auf beutellose Staubsauger umzusteigen.
Was ich damit eigentlich sagen will: Manche lassen ihre Fehleranfälligen Kisten immer wieder reparieren bis sie für die Reparaturen so viel ausgegeben haben, dass sie sich dafür fünf gebrauchte kaufen könnten.
Ich kenne auch jemanden, der jeden neuerworbenen, gebrauchten Synth sofort in die Werkstatt bringt, um ihn warten zu lassen, was natürlich mehr kostet als er für den Synth bezahlt hat.
@Mac Abre recapping sollte man eigentlich immer machen. außer es hat schon jemand vorher gemacht.
@Filterpad bekommt man bei den beuteln den echten Hoover Sound dazu?
@Numitron Besser klingt es beim Roland Alpha Juno mit dem Preset „What the…“ xD
@Filterpad Ich glaube der Vintage-Hype ist vorbei. Es gibt weniger Käufer und mehr Angebot. Nur ganz wenige werden die alten pflegen können und wollen, der große Rest verkauft früher oder später. Meist zu spät und oft in schlechtem Zustand.
@Kazimoto „Ich glaube der Vintage-Hype ist vorbei.“
Das vermute ich auch. Vielleicht gibt es ja bald mal wieder wirklich neue Ideen am Synthmarkt. Ich glaube auch, dass die Hersteller langsam merken, dass Viele den tausendsten VA einfach nicht wollen. Modal hat im Carbon8 ein paar Dinge, die ich noch in keinem Synth gesehen habe. Auch im Protein erkenne ich einen gewissen Innovationsgeist. Wie immer sind es die Kleinen, die Mut beweisen und sich entweder sehr beliebt machen oder ganz schnell wieder verschwinden.
@Mac Abre Innovationsgeist, ist der nicht toter als tot? 😄 Das liegt m.M.n. aber nicht am Gear.
@Kazimoto hoffentlich..war schon absurd teilweise…
jeder dachte alles ist alt und viel wert.
jeder Schrott (nicht nur Synths) wird mittlerweile als Vintage verkauft….
Tatsächlich war auch für mich die einzige Frage nach Lesen des Artikels: was ist aus Wolfgang Palms genialen IOS-Apps geworden und wer kümmert sich darum?
Bei allem Respekt vor solch einem Reissue ist der Wert der Apps für Musiker ungleich höher einzuschätzen!
Also bitte mal nachfragen. Wo auch immer man sich Antworten erhofft
@RhodesChroma Hi RhodesChroma,
ich hatte ja damals eine News dazu gemacht.
https://www.amazona.de/community/wolfgang-palm-ppg-geht-in-rente/
Herr Palm hat ja Knall auf Fall den ganzen Laden dicht gemacht und seine Software an Brainworx / Plugin Alliance „vererbt“, die zwar verkündet haben wie toll sie das finden, aber seit 2020 ist da nix bei rumgekommen und da PA kein interesse an iOS haben war‘ s dass dann auch für die Apps.
sehr schade
M.
@Markus Schroeder Ich weiß, ich habe den Artikel damals gelesen und dachte, Brainworx seien sich ihrer Verantwortung bewusst und würden die Produkte pflegen. Oder wenigstens mit Erlaubnis von Wolfgang Palm Open Source stellen. Gibt ja bestimmt Leute, die das Erbe technisch übernehmen könnten und wollten!
@RhodesChroma Augenscheinlich nicht. :-/
@Markus Schroeder ???????
Gelesen, nicht auswendig gelernt!
Lese ihn nachher gerne nochmal.
Wird aber nix an meinem Vortext ändern.
@RhodesChroma Ich glaube, Markus Schroeder meinte nicht, Du hättest den Artikel nicht gelesen, sondern dass Brainworks-Produkte nicht weiter gepflegt werden.
@Mac Abre Ja, genau. Danke :)
M.
@RhodesChroma Hi RhodesChroma,
nein, so war das nicht gemeint!
Ich bezog mich mit „augenscheinlich nicht“ nur auf den Teil über das brachliergende Interesse an dem Erbe.
sorry!
M.
@Markus Schroeder Oh je, bin ich empfindlich……..
Sorry meinerseits.
Hatte ich völlig missverstanden!
Vielleicht taucht der Filter mal als Eurorack-Modul auf. Der wäre dann sicherlich auch nicht im unteren Preissegment, aber vielleicht doch für mehr Interessierte finanziell im Rahmen.
Ganz ehrlich muss ich aber auch sagen, daß ich ein paar Filter auf meiner Liste habe. Und auch wenn dieser PPG-Filter eine ganz eigene Note hat, ist die Palette dann auch zu einem gewissen Zeitpunkt ausreichend groß. Genau diesen Sound habe ich dann nicht. Aber ich habe genug andere. Filtermodule nach Vorbild von Roland SH-5 zB. gibt es hervorragende. Ich hätte den gerne, habe jedoch andere Prioritäten gesetzt. Man muss nicht alles haben und so bin ich auch nicht verstimmt, daß der Verkaufspreis von der Neuauflage des PPG 1002 recht hoch ist.
Den Käufern wünsche ich aber viel Spaß an dem Instrument und Wolfgang Palm gönne ich jeden €, den andere Menschen ihm als Lohn seiner Arbeit zahlen.
Schönes Interview mit Cornel. Der 1002 ist wirklich klasse. Der Sound ist wirklich sehr fein. Preis hin und her, wer will der könnte, zumindest, diese Option gibt es ja jetzt. Da wird bestimmt aus dieser Schmiede in Zukunft noch mehr kommen… :) Weiterhin eine schöne Vorweihnachtliche Zeit. 🍻
@am.syn nein. viele können nicht.
wegen dieser elitefirmen…😉