Praxistest: Yamaha Genos, Digital Music Workstation

Taster „Styles“

Es sind viele Styles aus dem Tyros5 oder auch PSR vorhanden, aber auch viele neue dazu gekommen.

Insgesamt bekommt ihr schon mal 550 Styles und diese haben wie gewohnt auch zunächst erst einmal ihre 4 OTS (One Touch Settings). Natürlich müsst ihr diese OTS nicht so belassen, sondern könnt dies auch später nach euren Vorstellungen abändern. Allgemein aber sind schon mal die OTS gut vorprogrammiert mit jeweils passenden Voices zum jeweiligen Style.

Die Styles ebenfalls wie gehabt wohlgeordnet nach gewissen Kategorien. Und bei den Styles bin ich immer wieder begeistert, in welch hervorragender Qualität diese gemacht sind. Da kommt bei mir immer wieder Spielfreude auf und es macht einfach Spaß, damit seinen Ideen freien Lauf zu lassen.

Wie gehabt bekommt man 3 Intros, 4 Variationen und 3 Endings zu jedem Style und die Fill-Ins sind natürlich ebenfalls integriert. Die Fill-Ins werden aufgerufen, indem man einfach noch mal die entsprechend Variation anwählt oder aber wer von einer Variation auf die andere übergeht und möchte, dass automatisch ein Fill In gesetzt wird, der aktiviert den Taster „Auto Fill In“

Es gibt etliche Styles, da hört man schon, dass dieser Song-bezogen programmiert wurde. Beispiel „80s Classic Rock“, das klingt doch sehr verdächtig nach „Eye of the Tiger“, so zu finden auch bereits in der Playlist. Und wenn ihr da die einzelnen Style selber mal durchspielt, werdet ihr noch etliche Styles finden, die sofort eine Assoziation zu einem bestimmten Song bei euch herstellen.

Und besonders gefallen mir wieder die FreePlay-Styles, denn damit kann man wunderschön stundenlang improvisieren.

Zu erwähnen wären vielleicht auch die sogenannten DJ-Styles.

Hier sind bereits im Style fertige Akkord-Progressionen enthalten und man gibt quasi nur mit dem Start-Akkord die Tonart vor. Okay, das ist irgendwie schon sicher für manchen ’ne feine Sache und man kann sofort drauflos improvisieren. Nur man ist dann eben mehr oder weniger an die vorgegebenen Akkorde gebunden und kann seiner eigenen freien Kreativität nicht mehr so freien Lauf lassen. Schöner wäre es vielleicht gewesen, die Styles zwar zu haben, aber ohne die fertig einprogrammierten Akkordabläufe.

Weggefallen sind aber nun die Audio-Styles. Denn da wurde bei den betreffenden Styles neu programmiert und da kommen nun weitestgehend statt der bisherigen Audio-Drums die neuen REVO-Drums zum Einsatz. Dazu schreibe ich dann mal noch gesondert etwas mehr unter „Voices“.

Aber die alten Audio-Styles kann man kostenlos bei Yamaha runterladen und dann wie gehabt auch am Genos wieder einsetzen. Die sind also für diejenigen, die da Wert drauf gelegt haben, nicht verloren.

Selbstverständlich könnt ihr am Genos auch weiterhin externe Styles verwenden wie unter anderem die Styles ab Tyros 2 oder aber auch sämtliche Styles der CVP Serie. Okay, bei den älteren Modellen wird es sicherlich sinnvoll sein, hier und da noch mal selber Hand anzulegen, aber wichtig ist eben erst mal, man kann die einlesen.

Und auch gut ist, es gibt eine Favoriten-Liste, in der ihr dann eure absoluten Lieblingsstyles speichern und schnell aufrufen könnt, das geht natürlich auch mit externen Styles bei euch vom  USB-Stick etc.

Zusammenfassend zu den Styles kann ich nur sagen: Jedes Genre wird sehr gut bedient und eigentlich durchweg alle Styles sind in guter bis sehr guter Qualität vorhanden. Was man sofort hört, viele der Styles kommen jetzt gerade in Sachen Druck noch besser rüber, was aber an den neuen Revo Drums und unter anderem auch an den druckvollen Bässen liegt. Wie gesagt, dazu gleich weiter unten etwas mehr.

Ich würde erst mal sagen, dass man bei den Styles erst mal nichts vermisst und wem es doch zu wenig sind, es gibt genügend Neues an Styles zu kaufen, sei es bei Yamaha oder externen Anbietern. Oder aber wer es drauf hat, der programmiert sich selber seine eigenen Styles.

Voices

Auch hier hat Yamaha ordentlich nachgelegt. Insgesamt gibt’s 1652 Voices !!! und 58 Drum/SFX-Kits.

Im Bild zu sehen, wiederum alles wie gehabt wohl geordnet in verschiedenen Kategorien.

Wenn ihr direkt über den Voice-Gateway-Button rechts neben dem Touch-Display geht, landet ihr zunächst erst einmal hier in dem Screen „Voice Part Setup“, wo zunächst erst mal alle 4 Parts Right 1 bis 3 und Left erreichbar sind. Auch von hieraus dann habt ihr die Möglichkeit, für jeden Part eine entsprechende Voice auszuwählen bzw. auch an den verschiedensten Parametern Änderungen vorzunehmen. Unter anderem auch in Sachen Insert-Effekt. Und Werteänderungen könnt ihr dabei natürlich gleich direkt per Touch über das Display vornehmen. Für schnellere Dateneingabe einfach den betreffenden Controller auswählen und dann mit dem Dial-Rad schnelle Werteänderungen vornehmen. Ja, so lässt sich hervorragend und einfach arbeiten – super.

Ganz neu beim Genos die vielbeworbenen REVO Drums. Und echt, die haben es wirklich in sich.

Diese Drums erzeugen wirklich ein gutes Live-Feeling und kommen druckvoll in den Styles rüber.

Bei den Revo Drums handelt es sich um Drums, die mit bis zu 26 einzelne Samples daher kommen. Und beim Spielen dieser Drums werden bei jedem Anschlag nun diese verschiedenen Samples aufgerufen.

Denn, sieht man sich mal einen echten Drummer an, dann schlägt der ja auch auf seine Snare nicht immer zu 100 % gleich drauf, sondern jeder Schlag kommt da etwas anders und entsprechend anders klingt dann eben die Snare. Und genau das versucht man mit den REVO Drums nachzuempfinden, was auch durchaus sehr gut funktioniert, denn die Drums klingen damit wirklich mehr nach Live.

Hatte man noch mit den bisherigen Audio-Styles das Problem, dass man diese ja nicht im Sequencer mit aufnehmen konnte, geht das nun mit den neuen Drums und entsprechend gut klingen nun auch diese Styles. Insgesamt gibt’s 10 verschiedenen REVO Drum Sets, die alle dann ihren Genre-typischen Sound haben.

Auch bei den SA 2 Voices sind ja einige neu hinzugekommen und zusätzlich gibt es jetzt da ja noch einen 3. Articulation-Taster. Und da muss ich sicher nichts weiter dazu sagen, die sind schon geil.

Mein absoluter Lieblingssound ist – wie sollte es anderes sein, für jemanden der Irish Pipes mag – die „IrishPipesAir & IrishPipesDance“, denn ich liebe Dudelsäcke und alles, was es da noch so gibt. Und weil ich davon gar nicht genug bekommen kann, auch wenn ich selber einen elektronischen Dudelsack habe, der fast wie ein Original klingt, hat der Lanze gleich mal als erstes noch das Celtic-Pack aus dem Yamaha Shop installiert. Bin von dem Pack absolut begeistert.

Was mir als Blues-Fan auch absolut geil ins Ohr dringt, das ist die „Resonator-Gitarre“ und die weiteren Voices dahingehend. O Mann…das klingt echt goil…schöne und echt klingende Slides drin per Legato. Das können beim Lanze lange Blues-Nächte werden.

Und da der Lanze ja unter anderem auch Banjo spielt, kann ich nur sagen, auch dieses klingt fast wie ein echtes Banjo. Da noch ein wenig mit dem Arpeggiator gespielt und schon bin ich „Banjo-Man“.

Überhaupt finde ich gerade die Gitarren-Abteilung, egal ob elektrisch oder akustisch, sehr gelungen. Da vermisse ich jetzt erst mal kaum etwas und wenn man halt auf dieser oder jener Gitarre auch mal strummen oder Picking spielen möchte, dafür gibt’s ja den Arpeggiator, der dahingehend einige fertige Muster bereithält.

Was ich etwas vermisse, sind in Sachen E-Piano so ein paar schöne „schmutzige“ Pianos à la Fender/Rhodes. Aber vielleicht gibt’s da ja mal was vom Peter Krischker (easysounds) oder sogar von Yamaha selber.

Hatte mit ihm gerade erst vor kurzem Kontakt und er ist jetzt demnächst dran, die Sets, die es bereits für T5 und S970/770 gibt, auch für den Genos richtig passend zu machen.

Aber wer bereits hat, kann auch die Sets vom Tyros5 laden, die funktionieren auch erst mal so, was der Lanze bereits getan hat.

Was natürlich bei den Piano- und Synth-Sounds demjenigen auffällt, der einen Montage besitzt, es sind einige Sounds aus dem Montage jetzt auch am Genos vorhanden, z. B. das CFX-Piano in den verschiedensten Variationen. Und dieses Piano klingt richtig gut, ist ausdrucksstark zu spielen und macht echt was her. Auch bei den Synths und Pads ist einiges dabei, was nach meinem Ohren aus dem Montage stammt. Gerade dahingehend war ja die Arranger-Gemeinde an den Tyrössern doch teilweise etwas „unterbelichtet“, aber nun am Genos sind viel gute Voices dahingehend dazugekommen und das auch unter anderem bei den Pads.

Und natürlich unbedingt mal noch erwähnenswert sind die sehr schönen Chöre. Okay, jede Menge Scat-Voices sind auch vorhanden, die braucht der Lanze eher weniger, aber wem’s gefällt, dem seien diese vielen „ShooBeeDooWap“ und andere in der Art gegönnt.

Auch Blech und Holz, da bin ich durchweg begeistert. Damit kann man wirklich super tolle klassische Arrangements verwirklichen.

Und um es nur mal nebenbei zu erwähnen, weil man es im Voice-Display erst mal nicht sieht:

Ja, es gibt weitere Voices, unter anderem auch die Legacy Gruppe, Mega Voices etc. Dazu einfach auf den „Up Button“ gedrückt und schon ist man bei den Voices eine Ebene höher und findet dort die anderen Sounds. Zu den anderen Sounds ist zu sagen: Es gibt da kaum Sounds, an denen ich jetzt richtig viel rumningeln müsste, zumal ich bis heute noch gar nicht alle angespielt habe. Alles tönt nach dem Instrument, das es darstellen soll und das ebenfalls in absolut guter Qualität bis hervorragend.

Zusammenfassend kann ich den Genos in Sachen Sounds nur lobend erwähnen. Bin fast durchweg von den Sounds begeistert, gerade was die SA2- und SA-Voices betrifft und auch die Ensemble-Voices sind richtig genial. Aber die gab’s ja auch am Tyros 5 bereits, wenn da auch hier am Genos noch einige dazu gekommen sind. Sollte es hier und da doch noch Lücken geben, kann man diese sicher mit Premium-Packs aus dem Yamaha Shop schließen oder aber bei easysounds neue Voices kaufen. Und ich denke, da wird der Peter sicher in den nächsten Monaten noch einiges nachschieben.

Last but not least, denn fast hätte ich es vergessen …

Die Multipads

Natürlich gibt’s auch wieder am Genos viele Multipads, mit denen man zusätzlich zum Style spielen kann.

Und auch hier findet man reichlich Material, um seine Songs damit zusätzlich aufzuwerten oder aber einfach mal nur auf einer Gitarre zu schrammeln, auf ’ner Cajon rumzukloppen und anderes mehr. Schon damit alleine kann man ja bereits Eindruck beim Publikum schinden.

Wie bereits weiter oben erwähnt kann man auch selber Multipads erstellen und da unter anderem eben Audio-Multi-Pads, indem man die Pads mit entsprechenden Audio-Schnipseln verlinkt, die man zuvor z. B. eben auf seinem USB-Stick gespeichert hat.

Wer schon auf dieser oder jener Präsentation gewesen ist, der hat da ja unter anderem auch schon mal Gesangsphrasen von Michael Jackson, Tina Turner und anderen Künstlern gehört. Und genau das haben die Vorführer mit Multipads realisiert. Zumindest vermute ich das mal eben.

Also, auch hier gibt’s von mir nichts zu meckern. Ich bin durchaus angetan von vielen wirklich super tollen Multipads. Inwieweit sich jetzt aber ein Audio-Multipad synchron zu einem Style spielen lässt, das entzieht sich derzeit noch meinem Wissen. Ich denke aber mal, dass in dem Falle man wissen muss, mit welchem Tempo das Audio eingespielt ist und entsprechend dieses Tempo muss dann auch der Style haben, mit dem ich dazu spiele.

Aber das werde ich mir irgendwann auch mal zu Gemüte führen.

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen: Aus meiner Sicht ist der Genos ein mehr als würdiger Nachfolger des Tyros 5. Er klingt frischer und vor allem auch bei den Drums und Bässen druckvoller und mehr nach Live, was zum einen sicher an den neuen Wandlern und teilweise besseren Effekten liegt und zum anderen eben in Sachen Live-Drums, die sich REVO Drums nennen.

Jedem, der gewillt ist, Musik zu machen, bekommt hiermit ein sehr gute Werkzeug in die Hand, das garantiert auch jahrelange Spielfreude mit sich bringt. Und vor allem, wer meine vielen Bilder mal genau ansieht, der wird merken, dass das Bedienkonzept am Genos wirklich gut durchdacht wurde und eigentlich jeder damit schnell zurecht kommen müsste, zumindest wenn er gewillt ist.

Und man darf auch gespannt sein, was Yamaha in den nächsten Monaten noch nachrüsten wird mit einem Update. Deren Möglichkeiten sind ja mit dem Open-System beim Genos viel besser realisierbar denke ich. Denn auch beim Montage sind bereits einige neue Effekte und sogar weitere Preset-Sounds hinzugekommen. Und dies dürfte dann ja sicher auch am Genos machbar sein.

Und hier noch mal: Umsteiger vom Tyros 5 haben es ebenfalls leicht, denn einfach das Backup der HD vom Tyros auf einen USB-Stick gemacht, am Genos dran geknöbert und schon seid ihr wieder bereit zum Spielen und könnt weitestgehend eure Daten da wieder so verwenden wie am T5.

Welche momentanen Einschränkungen es derzeit gibt, kann ich jetzt nicht beurteilen, denn ich hatte keinen T5. Aber die Daten sollen auf jeden Fall erst mal prinzipiell kompatibel sein und alles sollte auch am Genos weitestgehend so funktionieren wie vordem.

Und sollte mancher denken: „Nee, so viel Geld gebe ich nicht aus“… okay, da sage ich nur:

Man gibt teilweise für allen möglichen Krempel Kohle aus, den man gar nicht braucht. Spart da lieber und kauft nur, was euch wirklich etwas bringt. Und lasst eure Kohle nicht auf dem Konto verschimmeln, denn dort zocken damit nur die Banker rum und bringen euch vielleicht eines Tages noch um die sauer verdienten Penunzen. Denn auch das letzte Hemd hat keine Taschen und von daher macht euch lieber heute eine Freude und vererbt so gut wie nichts. Dann müssen sich vielleicht auch nicht die Erben ums Erbe streiten, was ja leider Gottes schon oft genug der Fall gewesen ist in manchen Familien.

Also, haut raus euren Schotter, denn Weihnachten ist nur noch ein paar Tage weit weg. Und wenn es eure „Zarte“ abnickt und ihr dürft euch den Genos kaufen, dann wird sie sicher ihre Freude dran haben, wenn ihr so wie der Lanze oben von sich beschrieben, dann um den Genos herumspringt vor Freude wie eben der kleine Lanze früher um den Tannenbaum zu Weihnachten.

Game over und danke, dass ihr so lange durchgehalten habt.

Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Wow, das war ausführlich. Bei Keyboards wie dem Genos verschwimmen die Grenzen zur Workstation immer mehr; von „Tischhupen“ kann man hier wirklich nicht mehr sprechen. Es gibt auch viel kreativen Raum bei Styles und Sounds, nur einen Init.Sound wird man nicht finden. Das Teil ist sicher nicht nur für Tanz-Mucker geeignet…

    • Profilbild
      Musiker Lanze  RED

      stimmt…die Grenzen verschwinden immer mehr. Auch in Sachen moderne Sounds is der Genos gut bestückt bzw. kann man auch von easysounds nach kaufen. Dahingehend hat der Peter Krischker, den ich gut kenne, vor nicht all zu langer Zeit ein absolute gutes Sound Set für den Genos auf den Markt gebracht und das is sofort bei mir auf Platz 1 gelandet.

      Wer da mal lauschen will..hier die Demo dazu https://youtu.be/1glj6CMZZZo

      Die Knobs sind hervorragend geeignet um in Echtzeit an Parametern zu schrauben, was bisher meistens Workstations vorbehalten war. Ich bin immer wieder mehr als angetan von dem Genos und mag den nicht mehr her geben.

      Naja…Yamaha will ja unter anderem auch gerade mit dem Genos neue Zielgruppen erreichen und ich vermute mal, das könnt klappen.
      Auf jeden Fall is der Genos ein hervorragendes Key für den, der auch damit arbeiten will und der den nicht nur mit 08/15 Midifiles füttert. Dafür isser echt zu schade.

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