Preview: Oberheim OB-12, VA-Synthesizer

30. Mai 2000

Oberheim OB12

Leider erreichte mich das Gerät erst kurz vor dieser Juniausgabe. Ich konnte mir somit nur eine kleine Übersicht verschaffen.

Aber, diese 3 Stunden mit der „Reinkarnation“ der „Oberheim Legende“ haben mir wirklich Spass gemacht.

Damit Ihr einen hervorragenden Test bekommt, habe ich das Gerät sofort an Rainer Buchty (MEMI & MEMI MAKERS) weitergegeben.

Rainer wird bis zum 10.06.2000 einen ausführlichen Test schreiben und wir werden ihn hier bei AMAZONA dann nachreichen.
Also auf jeden Fall wieder am 10.06.2000 reinschauen.

Erster Eindruck:

Der OB 12 ist nicht nur auf den ersten Blick ein wunderschönes Gerät, sondern behält auch nachdem man sich mit den verschiedenen Bedienelementen befasst hat eine saubere Struktur. Anders als bei manchen Mitbewerbern wurde hier Design und Funktionalität gleich bewertet.
Vorbei also die Zeiten in denen man sagte: „Schönes Gerät, aber wo zum Teufel sind den die Filter“, o.ä. ;-)….

1_big-ob-12.jpg

Alle wichtigen Parameter können per Regler oder Knopf direkt auf dem Bedienteil verändert werden (keine ewigen Submenues)
Der OB 12 ist 12 stimmig und erhält seine kraftvollen Sounds durch 2 Oszillatoren + 1 Rauschgenerator. Die Oszillatoren haben je 3 Wellenformen, welche parallel mischbar sind (WAVE MIX). Die Einstellungen der Oszillatoren und aller anderen Soundparameter in der Basis, können dann als Part abgespeichert werden. In der nächst höheren Ebene der Struktur können dann 4 Parts parallel zusammengeführt werden. Diese Ebene der Struktur ist ein Programm. Im Singlemodus gespielt kann man die Parts dann übereinanderlegen oder mit verschiedenen MIDI Kanälen ansteuern. Im Splitmodus kann man sie auf der Tastatur verteilen. Es gibt noch die Option die Parts in Timbres zu verteilen, aber hier hatte ich nicht mehr ausreichend Zeit, dies genauer zu betrachten.
Rainer wird auf diesen Teil genauer eingehen.

Alle Bedienmöglichkeiten der Grundsounds sind klassisch aufgebaut.
Zum Beispiel: Filterbaustein mit Hüllkurve (ADSR), Verstärkerteil ebenfalls klassisch (ADSR). Die 2 LFO`s (4 Wellenformen) und der Mixer zwischen den Oszillatoren bieten aber darüber hinaus noch Modulationsmöglichkeiten die man bei den Klassikern nicht findet.

KLANG:

Ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtsounds wird durch einen 5 Band EQ (grafisch oder parametrisch), der direkt bedienbar ist und somit als Teil der Klangformung eine wichtige Rolle spielt, sowie durch ein einfaches paralleles Multieffektgerät ( Chorus, Delay, Reverb, Overdrive) das ebenfalls direkt bedienbar ist, geprägt.
Das Zusammenspiel aller dieser kleinen Soundbausteine erzeugt einen warmen Sound, der bis in die Grenzen (extreme Resonnance und wenig Filter) noch gut klingt.

 

Der digitale Charakter der Filter und Oszillatoren trübt aber den sonst positiven Gesamteindruck.

Forum
  1. Profilbild
    axel

    Es sollte unbedingt erwähnt werden, dass das Tempo des Arpeggiators beim OB-12 NICHT den „Standards“ genügt. Komisch, dass das bislang bei fast allen Test- und Userberichten kaum auftaucht. Die Maximalgeschwindigkeit ist schlicht zu langsam und daher auch nur eingeschränkt brauchbar!!! Richtige Upbeatnummern mit schnellen Basslines sind m.E. überhaupt nicht möglich.

    Ein kleines positives Schmankerl ist der interne Delay, der bei Überdrehung des Feedbacks und eingestellter Modulation bis ins scheinbar Unendliche fährt, aber NICHT übersteuert und clippt, sondern in einer Art Loop abbricht und von vorn beginnt, sehr netter kleiner Nebeneffekt.

  2. Profilbild
    joachim@pearldiver-records.com  

    Also ich hab das Teil jetzt ca 1 Tag, es ist schon sehr umfangreich ausgestattet. Er klingt teilweise sehr digital und mit zuviel Reverb gerne matschig. Aber und jetzt kommts, das Teil ist eine Sau, wer sich reinfuchst wird mit unglaublichen Sounds belohnt. Der OB12 ist in der Lage wirklich brachiale abgefahrene Sounds zu generieren. Manchmal muss man echt aufpassen, das man nicht die Boxen schrottet. Ich glaube aber das ich nicht die aktuellste Firmware besitze, vielleicht kann mir da jemand helfen,das wäre echt stark.
    CPU Rel. 1.47 (vom 14. April 2001)
    DSP Rel. 1.11 (vom 11. Dez 2000)

    Naja wie dem auch sei, für Soundtüftler ein Muss, für Presetnutzer, Finger von lassen. Nichts für Euch.

    Das Teil ist ein Geheimtipp und bleibt es hoffentlich auch. Für ca 500 bis 600 bekommt man den OB12 in ordentlichem Zustand.

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