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Preview: Studiologic Sledge, Synthesizer mit Waldof-Synthese

10. März 2012

Budget VA mit Waldorf-Technologie

Einen ausführlichen Test zum Studiologic Selige, finden SIE HIER

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Die als Hersteller von Masterkeyboards bekannte italienische Firma Studiologic stellt zur Musikmesse 2012 ihren ersten Synthesizer namens Sledge vor. Gleich zwei Faktoren lassen aufhorchen, denn zum einen erklärt sich kein Geringerer als die Firma Waldorf für die Klangerzeugung verantwortlich und außerdem wird der Straßenpreis des Sledge unter 1000 Euro liegen. Optisch hat Axel Hartmann mit der gelb/orangenen Farbgebung wieder „ins Schwarze“ getroffen.

Studiologic VA-Synthesizer mit Waldorf Technologie

 

Das Besondere am Sledge ist dessen Oberfläche. Während aktuelle digitale Synthesizer oft mit nur wenigen Drehreglern ausgekommen müssen und so das altbekannte intuitive Soundschrauben etwas gehemmt wird, punktet der Sledge mit einer von Potis und Tastern übersäten Benutzeroberfläche und das zu diesem Preis! Für mich macht dies im Plug-in-Zeitalter einen Hardware-Synthesizer erst wirklich zu einem solchen.

Als Klangerzeugung liegt laut direkten Aussagen Waldorfs eine abgespeckte Variante des Blofelds zu Grunde. Um das Konzept von One-Knob-One-Feature zu gewährleisten und um einen konzeptionellen Abstand zu Waldorf Produkten zu erreichen, mussten einige Funktionen des Blo das Feld räumen. Dennoch, und das ist bereits jetzt eine brandneue und heiße Information, wird das Sampleplayback des Blofeld in naher Zukunft auch in den Sledge Einzug erhalten. Selbstverständlich gegen einen Aufpreis, welcher derzeit noch unbekannt ist. Die Sampleoption wird mindestens 64 MB FlashRam unterstützen, eventuell aber auch mehr. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch Sampleformate wie SF2 oder SFZ zum Import möglich sind. Nach der Benutzeroberfläche wird vermutlich nur der erste Oszillator samplefähig sein, es wäre aber natürlich schön, wenn dies auch Osc2+3 beherrschen würden. So ganz als Sampler-Ersatz wie zum Beispiel für einen Emulator2 ist der Sledge aber wahrscheinlich weniger gedacht, denn die Samples können nur als komplette Bank in einem Rutsch eingeladen werden. Das Austauschen einzelner Samples oder Multisamples erfordert daher immer den Reload der kompletten Bank (siehe auch Waldorf Blofeld-Test).

Die bislang veröffentlichten Informationen sind noch recht spärlich, so gibt es noch keine Angaben über die Stimmenzahl oder die Verfügbarkeit weiterer Farbgebungen.

Die aktuellen Renderings des Sledge lassen aber schon erahnen, welche Synthesemöglichkeiten implementiert wurden. Die Informationen sind bis dato schon relativ festgesteckt; wie das Endstadium des Gerätes aussehen wird, werden wir dann auf der Messe sehen. Jeder der drei Oszillatoren wird in der Fußlage und in Halbtonschritten stimmbar sein. Oszillator 2 und 3 haben zudem noch einen Detune Parameter. Während alle Oszillatoren Sägezahn, Rechteck (mit modulierbarem Tastverhältnis), Dreieck und Sinus erzeugen können, bleibt einzig der Oszillator 1 welcher auch 66 eingebaute Wavetables wiedergeben kann. Darüber hinaus können Oszillator 2 und 3 über den ersten frequenzmoduliert werden. Oszillator 2 kann Oszillator 3 synchronisieren. Eine Ringmodulation ist leider nicht vorhanden, dafür gibt es aber ein zumischbares Weißes oder Rosa Rauschen. Ob eine Unisono-Funktion vorgesehen ist, ist noch unbekannt.

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Ein resonanzfähiges Multimode-Filter samt Verzerrer-Funktion muss beim Sledge ausreichen, und das tut es in der Regel für die meisten Klänge. Der Sledge soll also kein Synthese-Monster darstellen, sondern wird ein Synthesizer, der vor allem bekannte Klänge erzeugen kann und dafür auch die geeignete Benutzeroberfläche bietet. Ich denke, mit einer gut integrierten Sample-Option kann der Sledge darüber hinaus jedenfalls noch eine Menge an weiteren Klangfarben erzeugen.

An Effekten gibt es zwei, der erste kann alternativ Flanger, Phaser und Chorus erzeugen. Der Zweite ist auf Delay und Reverb spezialisiert. Die Qualität dürfe in etwa der des Blofeld entsprechen.

An Modulationsquellen gibt es zwei LFOs und das Modulationwheel. Ob eine kleine Modulationsmatrix per Display möglich ist, ist derzeit noch nicht bekannt, würde aber auch dem Konzept widersprechen.

Ausblick

Der Sledge ist zum Straßenpreis von unter 1000 Euro ein sehr spannendes Gerät, welches vor allem für Ein- und Aufsteiger, Studio- und Livemusiker interessant ist. Vor allem die WYSIWYG-Oberfläche und die fünfoktavige Tastatur sind für viele Anwender der ausschlaggebende Punkt, der ein Synthesizer-Modul von einem echten Musikinstrument unterscheidet! Synthese-Enthusiasten werden wahrscheinlich einige Funktionen vermissen, aber diese Klientel können ja bereits auf vorhandene Waldorf-Produkte zurückgreifen.

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Preis

  • Straßenpreis: unter 1000,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Die Soundengine des Microwave II, gepaart mit mehr DSP-Power, mehr Stimmen und User-Wavetables in dem Gerät kann ich mir gut vorstellen , denkbar sogar TI wie im Virus. Da wären auch 1300 Euronen denkenswert. Dieser Sledge aber ist nichts halbes und nichts ganzes.
    Editoren für Wavetables kommen von den Usern. Das hat die Vergangenheit gezeigt ( Blofeld, Microwave, Komplexer)

    • Profilbild
      Cada009

      Nargh… dann will ich auch mal eine Lanze für das Konzept brechen:

      Mir läuft beim Sledge wirklich das Wasser im Munde zusammen. Den Blofeld fand ich zwar klanglich super, aber am Ende waren mir die zahlreichen Menüpages doch zu viel. Auch das zweite Filter blieb oft ungenutzt und die Wavetables hab ich fast ausschließlich statisch eingesetzt, also einfach eine fixe Wellenform rausgesucht.
      Der Sledge ist – soweit man das mutmaßen kann – mit nur einem Filter und einem Wavetable-Osc an genau den richtigen Stellen abgespeckt. Er könnte exakt das werden, was ich mir vom mittlerweile verhökerten Blofeld-Keyboard immer gewünscht habe: Einfach losmusizieren statt zu überlegen, wo das Feature versteckt ist.

      ;)

  2. Profilbild
    dioxyd

    Hm abgespekte Blofeld Klangerzeugung?
    Der Blofeld an sich ist doch quasi abgespeckt. Ich meine wenn man ein bissle rumschraubt kommt der nur auf ca. 4 Stimmen…
    Und das mit dem kostenpflichtigen Sample Upgrade ist der selbe Murks wie beim besagten Blofeld…. Da könnte man auch einfach den Blofeld moden… Irgendwie verstehe ich das Konzept des Sledge nicht, bis auf die vielen Regler und Knöpfe

    • Profilbild
      TZTH

      hmm, geht mir genauso.
      Die vielen Knöpfe sind schön. Warum ein MIDI thru fehlt ist mir immer wieder schleierhaft, das hat beim Nord Wave sehr schon genervt. Unisono muss sein, hoffe das wird nicht auch noch über Bord geworfen. Mal schauen was kommt. Mit den 1000.- wird’s sicher nicht ganz einfach sein auf dem Markt sich zu behaupten.

  3. Profilbild
    Viertelnote AHU

    Hallo an die Gemeinde,

    Ich finde den Sledge ehrlich gesagt recht schick.
    Das mal wieder ein ynthesizer kommt, dessen
    Bedienung klar aufgeht, kann ich nur begrüßen.
    Eine Funktion/ ein Knopf ist im digitalen Zeitalter
    recht selten.

    Solang noch keine vernünftigen Sounddemos
    vorliegen und auch keine verläßlichen Angaben
    zu den Spezifikationen, kann man natürlich nur
    ansatzweise beurteilen, für wen das Gerät interessant sein dürfte.

    Also mir gefällt er jedenfalls!

    mfG

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Oscillator 1 with 66 Original PPG Wavetables . Soweit ich weis hatten die PPG nur 31 Wavetables.

  5. Profilbild
    Filterpad AHU

    Auch wenn die Optik nur zweitwichtig ist aber optisch (vor allem wegen der massiv beeindruckenden Drehregeler und dem stabil aussehenden Gehäuse) wirklich schick.

    • Profilbild
      Sharah

      Na wenn das mal alles sooooo toll ist, wie in dem Video dargestellt …. Du hast den Sledge nicht getestet, sondern etwas auf ihm gespielt und alle Features runtergerattert. Gibt es Einschränkungen, Bugs ? Aber trotzdem danke, der Sound von dem Teil ist echt ganz gut.

      • Profilbild
        ELEKKTRO

        Naja … ich bin ja nicht Stiftung Warentest ;-)

        Das Video soll nur einen Überblick verschaffen und vor allem den Sound vermitteln.

        Bugs sind mir im Testzeitraum nicht aufgefallen. Mich störte nur ein wenig das All-Plastic-Finish und ich hoffe auf eine Pro-Variante aus Metall.

  6. Profilbild
    Jojo1987

    Beim Anspielen im Musikladen hab ich mich gefragt, warum man den Knopf, der wohl am häufigsten gedreht wird (Filter Cutoff) so weit weg von der Tastatur platzieren muss…

  7. Profilbild
    wizardofkeys

    ich habe den SLEDGE ebenfalls ausgiebig getestet.

    In meiner vorliegenden Version 1.0 waren leider noch einige Bugs vorhanden, die auch Systemabstürze verursachten. Selbst einschalten/ausschalten half nicht.

    Manchmal ist die Menüführung nicht konsequent gelöst.

    Leider gibt es keinen Editor.

    Die Soundengine kommt von Waldorf. Und so klingt der SLEDGE auch. Schöne digitale Filter.
    Dennoch wird aus dem SLEDGE nicht wirklich ein „Biest“.
    V.a. für Einsteiger ist der SLEDGE super, weil sehr logisch und nachvollziehbar (Oberfläche).

    Das Gehäuse… nun ja… schade… :-)

    Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch das physische Aftertouch-Verhalten der Tastatur …

  8. Profilbild
    doctorno

    Ich habe den Sledge getestet und am nächsten Tag dann kurz entschlossen gekauft. Der Klang ist fantastisch und er ist NICHT komplett identisch mit anderen Waldorf-Synths – im Vergleich zum Blofeld und Q ist das leichte Aliasing eliminiert, der Sledge hat diese digitalen Nebengeräusche nicht. Außerdem klingen die Effekte anders als beim Blofeld. Reverb und Chorus sind ganz hervorragend.

    Optisch ist der Synth gewöhnungsbedürftig, aber die Haptik ist das ganz große Plus: die Tastatur ist hervorragend, der Aftertouch ist sehr schön kontrollierbar und spricht mit angenehmem Widerstand an. Die Regler sind perfekt skaliert und lassen sich aufgrund der Größe und des Platzes hervorragend auch als „Spielhilfen“ nutzen.

    Kleinere Bugs sind auch mir aufgefallen, aber man hat nach kürzester Zeit heraus, wie man sie umgeht. Damit lässt sich auf jeden Fall leben.

    Die Zahl der Synthese-Möglichkeiten ist begrenzt, aber ein bloßer „Einsteiger-Synth“ ist der Sledge auf keinen Fall, denn klanglich ist er so ziemlich der beste VA, den es zurzeit gibt – mit zusätzlichen Wavetables und FM – und in Punkto Spielbarkeit und Haptik liegt er ebenfalls ganz vorn – weit vor wesentlich teureren Synths.

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