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Purple Box: Dual K5000S/W


Doppelt und dreifach

Spezialitäten der K5000S und K5000W


Über die additive Klangerzeugung des K5000 ist bereits Vieles geschrieben worden. Es sind sich alle einig, dass es sich um einen außergewöhnlichen Synthesizer handelt, der leider nicht so erfolgreich war, wie er es vielleicht verdient hätte. Meiner Meinung nach lag das an der mühevollen Programmierung der additiven Klangparameter. Wer hat schon Lust, an rund 400 Parametern zu schrauben, um dann mit einem Sound Musik zu machen? Bei 6 Layern und 4-fachem Multimode kommt mein Taschenrechner sogar auf über 9600 Parameter!

Die berühmten K5000S Macro-Regler

Die berühmten K5000S Macro-Regler

Selbst mit dem kostenlosen Emagic SoundDiver K5000 Editor konnte man nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Zum Beispiel gab es keine Möglichkeit, damit die Hüllkurven-Loops der Obertone einzeln zu kontrollieren. Oder die einzelnen Obertöne mit der Maus in einem 10mm-Fensterchen zu malen ist nett, erzeugt aber auf Dauer stereotype Klänge. Die FFT-Klanganalyse aus realen Wave-Files war dagegen schon ein guter Ansatz, aber auch den meisten zu umständlich. Ich hätte da schon ein paar Ideen, wie nach bestimmten mathematischen Mustern Makroregler für Amplituden und Hüllkurven definiert werden könnten, um ganz neue Klänge zu kreieren. Wie bei vielen anderen, wurden solche Editor-Programmierprojekte aus Zeitgründen nie realisiert.
Die meisten dürften sich daher nur der Presets bedienen, auch gibt es im Internet etliche K5000-Sounds. Immerhin können schon einige gute Sounds, wenn deren Controller-Steuerungen sauber programmiert sind, für stundenlangen Spaß sorgen.

Nochmal zurück zu der internen Klangerzeugung in Kurzform. 64 oder 128 Obertöne sind also einzeln in der Hüllkurve änderbar, deren Amplituden können durch das sogenannte Formantfilter und Controller-Makros (Fachwort: schnelle Faltung im Frequenzraum) interaktiv dramatische Klangänderungen herbeiführen. Die additive Synthese lässt sich abschalten und durch einen Rompler ersetzen. Die Auswahl der ROM-Sounds ist recht gering gehalten und enthält hauptsächlich kurze Attack-Geräusche, um den Gesamtklang etwas zu würzen.
Anschließend wird durch eine konventionelle VCF/VCA-Architektur, einem LFO und vierfacher Effektabteilung plus Hall und EQ der Klang noch abgerundet. Erwähnenswert ist die brachiale unkomprimierte Filterresonanz, die schnell in die digitale Verzerrung geht. Zwei bis sechs dieser Klangerzeuger lassen sich zu einem Sound übereinanderschichten. Im Multi-Modus lassen sich wiederum 4 Sounds verbinden, ergibt also maximal 24 Einzelsounds übereinander. Er ist dann aber auch nur noch monofon spielbar.

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Klangbeispiele

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    Tischhupe

    Schöner Artikel. Schade nur, dass Kawai so gar nichts essentielles zum Thema Synthesizer mehr produziert.

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    Subsonic75

    Hallo,

    die Beschreibung des Multimodes vom K5000W aus dem Artikel, ist so nicht zutreffend bzw. missverständlich. Man muss hier den sogenannten Combimode vom Multimode unterscheiden. Im Combimodus sind zwar bis zu 4 gelayerte Sounds kombinierbar aber das ist kein klassischer Multimodebetrieb und war vom Hersteller auch nicht als solcher gedacht. Das der Combimode über nur einen Midikanal gespielt werden kann ist durchaus sinnig, denn ein Layersound wird immer nur über einen Kanal getriggert. Der Combimode ist für Livemusiker natürlich schon irgendwie eine Brücke um ein klassisches Performance-setting zu realisieren. Die 4 Layer lassen sich dafür auf verschiedene Keyboardzonen splitten und entsprechend der Oktavlage anpassen. Also wäre es hier schon möglich die 4 Layersound von 4 unterschiedlichen Keyboards spielen zu lassen. Hierzu müsste man lediglich 4 Boards in Reihe hängen (Midi IN und True) und jedes auf Kanal 1 senden lassen. Mann muss beim spielen eben nur die Splittzonen einhalten. Der tatsächliche 32fach Multimode des K5000W ist nur im SONG Modus verfügbar. Da der Songspeicher flüchtig ist, muss man das Multiset auf Disk sichern und für jeden Song neu einladen. Fürs Studio ist das zu verschmerzen und für den Livebetrieb sollte man per Midi auch eine Autoload Funktion hinbekommen oder sich einfach einen zweiten K5000 anschaffen. Ich erinnere hier nur an abenteuerliche Bühnenaktionen mit dem Nachladen von Samples für EMU, AKAI und Co. das ging ja auch zu machen :-)

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Purple Box: Dual K5000S/W

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