Special: Rane MP2015, DJ-Mixer

21. Mai 2015

The Game Changer?

Rane MB2015

Ich war wirklich gespannt auf das, was kommt und damit war ich, wie ich feststellen konnte, nicht allein.

Bereits zur NAMM Show Anfang des Jahres wurde der Rane MP2015 angekündigt. Nicht zuletzt die Tatsache, dass es sich um einen Rotary-Mixer mit dem Design eines klassischen „alten“ Mixers handelt, brachte dem neuen Modell einiges an Aufmerksamkeit.

Doch das war nur die Spitze des Eisbergs, denn spätestens beim Blick in die Bedienungsanleitung wurde klar: Der Mixer sieht zwar stark nach einem old-school angehauchten analogem Rotary-Mixer aus, besitzt aber einen digitalen Signalfluss. Das hatte ich ganz persönlich nicht erwartet und war zugegeben ein wenig enttäuscht. Gleichzeitig aber wurde ein Preis veröffentlicht, der sich für einen DJ-Mixer auch in einer komplett eigenen Liga befindet: runde 3400,- Euro.

Zugegeben nicht der erste Rotary-Mixer aus dem Hause Rane, kam doch bereits im Jahr 1999 der Rane MP2016 als analoger Rotary-Mixer auf den auf den Markt.

Pure Schönheit

Pure Schönheit

Nun gab es zwei Möglichkeiten: Entweder dieses wunderschöne Teil klingt wie die meisten digitalen Mixer, klinisch-sauber, hart in den Höhen und den Filtern, kalt im „Gefühl“ und bietet somit ein grausames Preis-Leistungs-Verhältnis. Oder aber, der MP2015 ist ein ziemlicher Hammer, der hält, was er – und der Preis – versprechen.

Aber von Anfang an:
Der Rane MP2015 ist ein 4+ DJ-Mixer. 4+, denn er verfügt nicht nur über einen Mikrofoneingang, der normalerweise das „+“ ergibt, sondern noch über weitere Eingänge, die erst einmal nicht als klassischer Kanalzug auffallen, jedoch so nutzbar sind, dazu später mehr.

Übersichtliches User-Interface oder einfacher gesagt, eine übersichtliche Oberfläche vermag ein gern genutzter Begriff für Mixer oder Controller sein. Ist es nicht alles übersichtlich für den, der sich damit auskennt?
Nun sind wir ehrlich, beim Rane MP2015 lohnt ein Blick in das beiliegende Handbuch und damit ein Blick auf den Signalfluss oder mögliche Signalflusswege. Denn auch wenn der Mixer auf den ersten oder zweiten Blick übersichtlich wirkt, ausprobieren oder nachlesen macht Sinn.

Der Signal-Fluss des MP2015, dargestellt in der Bedienungsanleitung

Der Signal-Fluss des MP2015, dargestellt in der Bedienungsanleitung

Klangbeispiele
Forum
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    Stephan Merk  RED

    Ich denke, digital klingt eigentlich nur hart, wenn man von der ohnehin reduzierten CD-Qualität mit 16-Bit Quantisierung bei 22.05 KHz pro Kanal oder geringer ausgeht. Wenn intern hochauflösende Wandler ihren Dienst verrichten mit 24 oder gar 32 Bit Wortbreite bei 96 KHz Abtastrate und darüber, kommen wir in eine Region, die unser analoges Wahrnehmungsvermögen aufgrund unzähliger Dynamikstufen deutlich übersteigt. Das ist wie mit der Digitalfotografie. Früher hat man Pixel bei starker Vergrößerung gesehen oder den eingeschränkten Dynamik- oder Farbraum, das ist heute doch auch anders. Aber natürlich nur dann, wenn die eingesetzte Technik entsprechend hochwertig arbeitet. Ich habe beispielsweise festgestellt, dass ich seit intensiver Auseinandersetzung mit High Resolution Audio meinen Plattenspieler fast gar nicht mehr einschalte. Klingt zwar schön warm und analog, aber mit was für Aufwand (richtig einjustieren, Platten waschen und so weiter). Hätte ich von mir als eigentlichem Analog-Freund nicht gedacht, dass ich irgendwann mit digitaler Technik zufrieden sein würde.

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    rwnd

    Schöner und ausführlicher Bericht. Leider ist der Preis meiner Meinung nach weit überzogen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Gerät in einer Preisklasse von etwas über 2000,- mehr anklang findet.

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    Tyrell  RED 41

    Der Preis hat auch stark mit dem schwachen EURO zu tun. Seit letzten Jahr sind fast alle US-Artikel in Deutschland um bis zu 20% teurer geworden.

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    Danny Who  AHU

    Danke für den ausführlichen Test Bolle.
    2 Fragen noch:
    1. Ich habe gelesen, dass der Mixer (in Neutralstellung; nix Filter, EQ, Iso) so ziemlich gar nicht klingen soll. Als wenn man ein hochwertiges Interface direkt an seine Monitore anschließt. Das wäre genau mein Ziel. Kannst Du das bestätigen?

    2. Ich kann anhand von Videos jetzt keine „langsamen“ LED-Ketten feststellen. Nur dass die Peaks eine Sekunde brauchen, um wieder herunterzufallen.
    Allerdings wirkt es auf Videos, als gäbe es ein gewisses Bleeding der LEDs zueinander. Sodass sie nicht hart ein/aus wirken sondern in sich überblenden und zueinander auch. Täuscht mich da nur die Aufnahmetechnik?

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      Bolle  RED

      Hi Danny :)

      Deine erste Frage verstehe ich nicht ganz – was meinst du mit „so ziemlich gar nicht so klingen“?
      Meinst du, ob er einen oder keinen besonderen Eigenklang hat? Dann wäre meine Antwort: Ja, in meinen Augen hat er keinen besonderen Eigenklang. Er klingt sehr ehrlich mit einer gewissen Wärme aber ohne besondere Auffälligkeiten.

      Zu deiner zweiten Frage: Genau das war das, was ich versucht habe auszudrücken. Peak-Stop-Level, die oberste Led bleibt als Peak-Anzeige stehen und läuft dan nach einem kurzen Moment runter zum aktuellen Pegel. Ein Ein-/ Ausblenden wie du vermutest sehe ich nicht.

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      swellkoerper  AHU

      Wenn man`s ganz genau nimmt, kann dieser Mixer gar nicht neutral klingen – eine Vielzahl an Digital-Ein- und Ausgängen, eine USB-Soundkarte und all dies ohne die Möglichkeit einer Wordclock-Synchronisation. Der Mixer muss eigentlich ein internes Resampling / Reclocking vornehmen um keine Dropouts oder ähnliche digitale Unannehmlichkeiten zu produzieren. Erbsenzählerei? Vielleicht, aber bei dem Preis nicht ganz unangebracht.

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